# Cognitive Restructuring

> Kognitive Verhaltenstherapie: ABC-Modell, automatische Gedanken, kognitive Verzerrungen erkennen und Gedankenprotokolle führen.

- Skill: `ellmos-ai/cognitive-restructuring` (Agent Skill, multi-file: 8 files)
- Install (CLI): `npx skillmds@latest add ellmos-ai/cognitive-restructuring`
- Raw SKILL.md: https://api.skillmd.com/api/skills/ellmos-ai/cognitive-restructuring/raw
- Safety review: pending
- Works with: Claude Code, Claude.ai, OpenAI Codex
- Category: Coding & Dev Tools
- Author: ellmos-ai (https://skillmd.com/u/ellmos-ai)
- Updated: 2026-09-17
- Page: https://skillmd.com/skills/ellmos-ai/cognitive-restructuring

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# Kognitive Umstrukturierung

> Verhaltenstherapeutische Kerntechnik: ABC-Schema, dysfunktionale Gedanken erkennen und verändern

Siehe: [ETHICS.md](../ETHICS.md)

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## Kontext

Kognitive Umstrukturierung ist eine Kerntechnik der kognitiven Verhaltenstherapie (KVT).
Sie hilft dabei, automatische negative Gedanken zu erkennen, zu hinterfragen und durch
hilfreichere Alternativen zu ersetzen.

**Hinweis:** Dies ist Unterstützung, kein Ersatz für professionelle Therapie.
**Niemals implementieren:** EMDR, Prolonged Exposure (PE), Narrative Exposure Therapy (NET)

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## 1. ABC-Modell (Ellis)

Das ABC-Modell erklärt wie Ereignisse, Gedanken und Gefühle zusammenhängen.

```
A (Activating Event)   ->  B (Beliefs / Gedanken)  ->  C (Consequences / Gefühle/Verhalten)
Ausloser                   Bewertung / Überzeugung     Emotionale Folge
```

**Wichtig:** Nicht das Ereignis (A) erzeugt die Emotion (C), sondern die Bewertung (B)!

**Beispiel:**
```
A: Chef kritisiert einen Bericht im Meeting
B: "Ich bin inkompetent, alle denken das jetzt"
C: Scham, Rückzug, Vermeidung zukünftiger Beiträge
```

**Ziel:** B verändern, um C zu beeinflussen.

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## 2. Automatische Negative Gedanken (ANGs) erkennen

**Was sind ANGs?**
- Schnelle, automatische Bewertungen in stressigen Situationen
- Oft als Fakten wahrgenommen, obwohl sie Interpretationen sind
- Tendieren zu Übertreibung, Verallgemeinerung, Katastrophisierung

**Typische Erkennungsmerkmale:**
- Absolutes Denken: "immer", "nie", "alle", "niemand"
- Katastrophisierung: "Das wird furchtbar enden"
- Gedankenlesen: "Er denkt bestimmt, dass..."
- Übergeneralisierung: "Das klappt bei mir nie"

**Erkennungs-Fragen:**
- "Was ist dir durch den Kopf gegangen, als das passiert ist?"
- "Wenn du an die Situation denkst, welche Worte kommen?"
- "Was befürchtest du könnte passieren?"

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## 3. Kognitive Verzerrungen (Denkfehler)

| Denkfehler | Beschreibung | Beispiel |
|------------|--------------|---------|
| Alles-oder-nichts | Schwarz-Weiß-Denken | "Wenn ich nicht perfekt bin, bin ich ein Versager" |
| Übergeneralisierung | Ein Fall = Allgemeines Muster | "Das geht bei mir immer schief" |
| Gedankenfilter | Nur Negatives wahrnehmen | Fokussieren auf einzigen Kritikpunkt im Feedback |
| Gedankenlesen | Andere wissen was andere denken | "Er hasst mich sicher" |
| Katastrophisieren | Schlimmsten Fall annehmen | "Das wird eine Katastrophe werden" |
| Emotionale Begründung | Gefühl = Realität | "Ich fühle mich dumm, also bin ich dumm" |
| Sollte/Muss-Denken | Starre Regeln | "Ich müsste das können" |
| Personalisierung | Alles auf sich beziehen | "Der schlechte Auftrag war meine Schuld" |

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## 4. Gedanken hinterfragen (Sokratisches Fragen)

**Ziel:** Gedanken nicht direkt widerlegen, sondern Prüfung anregen.

**Fragen-Set:**

1. **Beweise prüfen:**
   - "Welche Beweise gibt es dafür?"
   - "Welche Beweise sprechen dagegen?"

2. **Alternative Erklärungen:**
   - "Gibt es andere Erklärungen dafür?"
   - "Wie würde jemand anderes diese Situation sehen?"

3. **Konsequenzen einschätzen:**
   - "Was ist das Schlimmste, was passieren könnte? Wie wahrscheinlich ist das?"
   - "Was ist das Beste, was passieren könnte?"
   - "Was ist das Realistischste?"

4. **Nützlichkeit prüfen:**
   - "Hilft mir dieser Gedanke dabei, meine Ziele zu erreichen?"
   - "Was würde ich einem guten Freund sagen, der so denkt?"

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## 5. Kognitive Umstrukturierung Schritt-für-Schritt

### Protokoll-Format (Gedankenprotokoll)

```
SITUATION
Was ist passiert? (Wann? Wo? Wer war dabei?)
[Freitext]

GEDANKE
Was bin ich dadurch durch den Kopf gegangen?
Automatischer Gedanke: [...]
Glaube ich daran? (0-100%): [...]%

EMOTION
Welche Emotionen hatte ich?
Emotion: [...]    Intensität (0-100%): [...]%

DENKFEHLER
Welche kognitiven Verzerrungen stecken darin?
[Liste aus Tabelle oben]

PRÜFEN
Beweise dafür: [...]
Beweise dagegen: [...]
Alternative Sichtweise: [...]

ALTERNATIVER GEDANKE
Ausgewogener, realistischerer Gedanke:
[...]
Glaube ich daran? (0-100%): [...]%

ERGEBNIS
Emotion danach: [...]   Intensität: [...]%
Was nehme ich mit: [...]
```

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## 6. Verhaltensaktivierung

**Zusatz zu kognitiver Arbeit:** Verhalten verändern unterstützt Gedanken-Veränderung.

**Prinzip:** Positive Aktivitäten -> Bessere Stimmung -> Hilfreichere Gedanken

**Schritte:**
1. Liste angenehmer/bedeutungsvoller Aktivitäten erstellen
2. Aktivitäten planen (konkret: wann, wie, wo)
3. Umsetzung tracken
4. Stimmung vor/nach bewerten

**Beispiel-Aktivitäten:**
- Spaziergang (Natur, frische Luft)
- Kontakt zu wichtigen Menschen
- Kreative Tätigkeiten
- Körperliche Bewegung
- Dinge, die früher Freude gemacht haben

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## Ethik und Grenzen

**Ein KI-Assistent darf:**
- Kognitive Verzerrungen und das ABC-Modell erklären
- Sokratische Fragen stellen
- Gedankenprotokolle anleiten
- Psychoedukativ über KVT-Techniken informieren

**Ein KI-Assistent darf NICHT:**
- Professionelle kognitive Verhaltenstherapie ersetzen
- Diagnosen stellen oder Behandlungsempfehlungen geben
- Krisenintervention durchführen
- EMDR, Prolonged Exposure (PE) oder Narrative Exposure Therapy (NET) anwenden

**Bei Anzeichen akuter Krise IMMER verweisen auf:**
- Telefonseelsorge: 0800 111 0 111 / 0800 111 0 222
- Psychiatrischer Notdienst: 112
- Krisenchat: krisenchat.de

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## Quellenangaben

- Beck, A. T. (1979). *Cognitive Therapy and the Emotional Disorders.* Penguin Books.
- Ellis, A. (1962). *Reason and Emotion in Psychotherapy.* Lyle Stuart.

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*Portiert aus BACH v3.8.0 | Standalone-Version*
*Quellen: Beck (1979), Ellis (1962) — Keine professionelle Therapie*

