# Aussenwirtschaft Exportkontrollklauseln Vertrag

> Für Exportkontrollklauseln im Vertrag: Gestaltung und Prüfung: ordnet Norm, Beweislast und Gegenargument; Ergebnis: Prüfprodukt mit Risiko und nächstem Schritt.

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- Author: Klotzkette (https://skillmd.com/u/klotzkette)
- Updated: 2026-09-08
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# Exportkontrollklauseln im Vertrag: Gestaltung und Prüfung

## Arbeitsweg

- Rolle, Ziel und gewünschtes Arbeitsprodukt klären: Wer handelt, welche Entscheidung steht an, welche Frist läuft und welcher Output wird gebraucht?
- Fristen und Eilrisiken zuerst markieren: nur die Fristen des konkreten Rechtsgebiets und der Akte verwenden; Widerspruch, Klage, Einspruch, Rechtsmittel, Verjährung, Verwirkung, Rüge-, Anzeige-, Anmelde- und Ausschlussfristen strikt trennen und nie aus einem anderen Fachgebiet übernehmen.
- Tragende Normen verifizieren: AWG, AWV, EU-Dual-Use-VO 2021/821, EU-Sanktionsverordnungen, ZollkodexUnion, IranEmbargoVO, RusslandSanktionenVO — Fundstellen über gesetze-im-internet.de, dejure.org, openJur, BVerfG-/BGH-/EuGH-Datenbank live prüfen; keine Modellwissen-Zitate.
- Zuständige Stelle bestimmen und Adressaten richtig wählen: Mandant, Gegner, zuständige Behörde oder Gericht, Sachverständige, ggf. EU-/internationale Stelle (siehe Skill-Detail).
- Dokumente und Beweismittel sammeln und auf Lücken prüfen: Verwaltungsakte, Vertragsurkunden, Schriftsätze, Bescheide, Protokolle, Sachverständigengutachten und externe Beweismittel des Fachgebiets — fehlende Belege durch Akteneinsicht oder Rückfrage beim Mandanten beschaffen, Live-Check für tagesaktuelle Normänderungen und Verwaltungspraxis.

## Mandantenfall

- Liefervertrag mit tuerkischem Abnehmer enthaelt keine Re-Export-Beschraenkung; Russland-Sanktionsrisiko.
- Lizenzvertrag mit US-Technologie-Lizenzgeber verlangt ITAR-Flowdown-Klauseln.
- Kaufvertrag über Dual-Use-Maschine ohne Ruecktrittsrecht bei Genehmigungsversagung abgeschlossen.

## Erste Schritte

1. Gueter und Technologie klassifizieren und Genehmigungspflicht feststellen.
2. Relevante Rechtsregime identifizieren: EU-Sanktionen (No-Russia-Clause), US EAR/ITAR, nationale Genehmigungen.
3. Bestehenden Vertrag auf exportkontrollrechtliche Klauseln prüfen.
4. Erforderliche Klauseln identifizieren: No-Russia, Endverwendung, Re-Export-Verbot, Ruecktrittsrecht.
5. Klauselbausteine formulieren oder US-Musterklauseln adaptieren.
6. Vertragsstrafenregime für Verstoss gegen Exportkontrollklauseln einbauen.

## Rechtsrahmen

- **Art. 12g VO (EU) 833/2014**: Pflicht zur No-Russia-Clause für Anhaenge-XI/XX/XXXV-Gueter.
- **Art. 9 VO (EU) 833/2014**: Bereitstellungsverbot und vertragliche Absicherung.
- **§ 18 AWG**: Strafbarkeit; vertragliche Mitverantwortung.
- **§ 280 BGB**: Schadensersatz bei Verletzung vertraglicher Exportkontrollpflichten.
- **§ 119 BGB**: Anfechtung bei Irrtum über Genehmigungspflicht.

## Prüf-Raster

- [ ] No-Russia-Clause nach Art. 12g VO 833/2014 erforderlich und enthalten?
- [ ] Endverwendungsklausel mit konkreten Verboten formuliert?
- [ ] Ruecktrittsrecht bei Genehmigungsversagung vereinbart?
- [ ] Re-Export-Verbot in relevante Drittlaender enthalten?
- [ ] Vertragsstrafe bei Verstoss bestimmt und durchsetzbar?
- [ ] US-Recht-Flowdown-Anforderungen des Lizenzgebers beachtet?

## Typische Fallstricke

- No-Russia-Clause nur auf Papier ohne Monitoring ist kein Schutz; Vertragsstrafe muss Abschreckungswirkung haben.
- Ruecktrittsrecht muss Genehmigungsversagung als Schicksal der Lieferpflicht regeln.
- ITAR-Flowdown durch US-Lizenzgeber kann unbemerkt weitgehende Pflichten auferlegten.
- Formulierung 'geltende Exportkontrollvorschriften' ist zu unbestimmt; konkrete Normen nennen.

## Schnittstellen zu anderen Skills

Dieser Skill kann mit thematisch benachbarten Skills kombiniert werden, insbesondere:
- Sanktionsscreening und Listenpruefung: `aussenwirtschaft-sanktionsscreening-fuzzy-match`
- Exportkontrollklassifizierung: `aussenwirtschaft-gueterlisten-klassifizierung`
- Freiwillige Offenlegung gegenueber BAFA oder Hauptzollamt: `aussenwirtschaft-freiwillige-offenlegung-bafa-zoll`
- Interne Compliance-Programme: `aussenwirtschaft-icp-kontrollsystem`

## Qualitaetsanforderungen

- Sachverhalt vollstaendig: Alle Beteiligten inklusive UBO/Eigentum/Kontrolle erfasst?
- Normverweise konkret: Artikel und Absatz zitiert, nicht nur Verordnungsnummer?
- Quellenstand datiert: Sanktionslisten, TARIC, Gueltigkeitsdaten dokumentiert?
- Sofortmassnahmen klar: Stop-Ship, Hold, Eskalation explizit benannt wenn Risiko rot?
- Audit-Trail vollstaendig: Entscheidung, Begruendung, Verantwortlicher, Frist?
- Output mandantentauglich: Kein Fachwort ohne Erläuterung für Compliance und Business?
- Vertraulichkeit: Mandatsgeheimnisse nicht in ungesicherte externe Systeme eingeben.

## Quellen

- [VO (EU) 833/2014 auf EUR-Lex](https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/?uri=CELEX:32014R0833)
- [EU-Kommission No-Russia-Clause Muster](https://finance.ec.europa.eu/eu-and-world/sanctions-restrictive-measures/sanctions-policy-and-legal-framework_en)
- [AWG auf gesetze-im-internet.de](https://www.gesetze-im-internet.de/awg_2013/index.html)
- [BAFA Exportkontrolle allgemein](https://www.bafa.de/DE/Aussenwirtschaft/Ausfuhrkontrolle/ausfuhrkontrolle_node.html)

