# Gesetzgebungskompetenz Pruefen

> Für Gesetzgebungskompetenz prüfen: ordnet Norm, Beweislast und Gegenargument; Ergebnis: Prüfprodukt mit Risiko und nächstem Schritt. Fachgebiet: verfassungsrecht.

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- Updated: 2026-09-08
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# Gesetzgebungskompetenz prüfen

## Arbeitsweg

- Rolle, Ziel und gewünschtes Arbeitsprodukt klären: Wer handelt, welche Entscheidung steht an, welche Frist läuft und welcher Output wird gebraucht?
- Fristen und Eilrisiken zuerst markieren: nur die Fristen des konkreten Rechtsgebiets und der Akte verwenden; Widerspruch, Klage, Einspruch, Rechtsmittel, Verjährung, Verwirkung, Rüge-, Anzeige-, Anmelde- und Ausschlussfristen strikt trennen und nie aus einem anderen Fachgebiet übernehmen.
- Tragende Normen verifizieren: die für diese verfassungsrechtliche Prüfung einschlägigen Normen über gesetze-im-internet.de, dejure.org, eur-lex.europa.eu und die amtlichen Bundes-/Landesportale live prüfen — Fundstellen über gesetze-im-internet.de, dejure.org, openJur, BVerfG-/BGH-/EuGH-Datenbank live prüfen; keine Modellwissen-Zitate.
- Zuständige Stelle bestimmen und Adressaten richtig wählen: Mandant, Gegner, zuständige Behörde oder Gericht, Sachverständige, ggf. EU-/internationale Stelle (siehe Skill-Detail).
- Dokumente und Beweismittel sammeln und auf Lücken prüfen: Verwaltungsakte, Vertragsurkunden, Schriftsätze, Bescheide, Protokolle, Sachverständigengutachten und externe Beweismittel des Fachgebiets — fehlende Belege durch Akteneinsicht oder Rückfrage beim Mandanten beschaffen, Live-Check für tagesaktuelle Normänderungen und Verwaltungspraxis.

## Fachkern: Gesetzgebungskompetenz prüfen
- **Normen-/Quellenanker:** GG, BVerfGG, VwGO/ZPO/StPO-Schnittstellen, Gesetzgebungskompetenz, Grundrechte, Verfassungsbeschwerde, konkrete/abstrakte Normenkontrolle.
- **Entscheidende Weiche:** Prüfe Beschwerdegegenstand, Beschwerdebefugnis, Rechtswegerschöpfung, Frist, Prüfungsmaßstab, Einschätzungsprärogative und Folgenabwägung.

## Disclaimer

Die Bestimmung der Gesetzgebungskompetenz ist hochkomplex und im Streitfall vom BVerfG zu entscheiden (Art. 93 Abs. 1 Nr. 2, 2a GG abstrakte Normenkontrolle; Art. 100 Abs. 1 GG konkrete Normenkontrolle). Diese Prüfung ist eine Unterstützung, **kein Ersatz** für anwaltliche Beratung durch eine verfassungsrechtliche Spezialkanzlei.

## Quellenpflicht

Skill `bverfg-rechtsprechung-recherchieren` zuerst aufrufen. Jede Aussage benötigt BVerfG-Pinpoint.

## Prüfungsschritte

### Schritt 1 — Materie bestimmen

Was regelt das Gesetz inhaltlich? Schwerpunkt (Subject-Matter-Test):

- Hauptregelungsgehalt identifizieren
- Bei Überschneidungen: Schwerpunkt der Regelung entscheidet, nicht die formale Benennung (st. Rspr.)

### Schritt 2 — Bund oder Land?

**Grundregel Art. 70 Abs. 1 GG:** Länder haben das Recht der Gesetzgebung, soweit das GG nicht dem Bund Gesetzgebungsbefugnisse verleiht.

### Schritt 3 — Ausschließliche Gesetzgebung des Bundes (Art. 71, 73 GG)

Bei Materie in Katalog Art. 73 GG: nur Bund. Länder nur, wenn ausdrücklich Bundesgesetz sie ermächtigt (Art. 71 GG).

**Kerngebiete Art. 73 GG:**

- Auswärtige Angelegenheiten, Verteidigung (Nr. 1)
- Staatsangehörigkeit (Nr. 2)
- Freizügigkeit, Passwesen, Ein- und Auswanderung (Nr. 3)
- Währungs-, Geld- und Münzwesen, Maße und Gewichte, Zeitbestimmung (Nr. 4)
- Zölle und Handelseinheit (Nr. 5)
- Luftverkehr (Nr. 6) — Eisenbahnen des Bundes (Nr. 6a)
- Post- und Telekommunikation (Nr. 7)
- Bundesbeamte (Nr. 8)
- Gewerblicher Rechtsschutz, Urheberrecht, Verlagsrecht (Nr. 9)
- Zusammenarbeit Bund–Länder Kriminalpolizei, Verfassungsschutz, Schutz vor internationalem Terrorismus (Nr. 9a, 10)
- Statistik für Bundeszwecke (Nr. 11)
- Waffenrecht, Sprengstoffrecht (Nr. 12)
- Versorgung Kriegsbeschädigter (Nr. 13)
- Kernenergiefriedliche Nutzung (Nr. 14)
- Staatshaftung (Nr. 15)
- Reproduktionsmedizin und Gentechnik (Nr. 15a)

### Schritt 4 — Konkurrierende Gesetzgebung (Art. 72, 74 GG)

Bei Materie in Katalog Art. 74 GG: Länder dürfen, soweit Bund nicht.

**Drei Untergruppen** nach Art. 72 Abs. 2 GG und Art. 72 Abs. 3 GG:

#### 4a. Kernbereich — Bund kann ohne weitere Voraussetzungen (Art. 72 Abs. 1 GG)

Alle Nummern Art. 74 Abs. 1 GG, die nicht in 4b oder 4c stehen.

#### 4b. Erforderlichkeitsklausel Art. 72 Abs. 2 GG

Bund darf nur, wenn und soweit die Herstellung gleichwertiger Lebensverhältnisse im Bundesgebiet oder die Wahrung der Rechts- oder Wirtschaftseinheit im gesamtstaatlichen Interesse eine bundesgesetzliche Regelung erforderlich macht.

**Betroffene Nummern Art. 74 Abs. 1 GG:** 4, 7, 11, 13, 15, 19a, 20, 22, 25, 26.

**Leitentscheidungen:**


#### 4c. Abweichungsgesetzgebung Art. 72 Abs. 3 GG

Länder können vom Bundesrecht abweichende Regelungen treffen bei:

- Nr. 1 Jagdwesen (ohne Recht der Jagdscheine)
- Nr. 2 Naturschutz und Landschaftspflege (ohne allgemeine Grundsätze, Recht des Artenschutzes oder Meeresnaturschutz)
- Nr. 3 Bodenverteilung
- Nr. 4 Raumordnung
- Nr. 5 Wasserhaushalt (ohne stoff- oder anlagenbezogene Regelungen)
- Nr. 6 Hochschulzulassung und Hochschulabschlüsse
- Nr. 7 (eingefügt) Grundsteuer

Lex posterior gilt zwischen Bund und Land bei Abweichungsgesetzen (Art. 72 Abs. 3 S. 3 GG).

### Schritt 5 — Annexkompetenz und Sachzusammenhang

**Ungeschriebene Bundeskompetenzen** (Auslegung):

- **Kraft Sachzusammenhang** (Sachkompetenz): Bund darf eine Materie regeln, wenn sie mit einer ausdrücklich zugewiesenen Materie so verzahnt ist, dass die ausdrückliche Kompetenz ohne sie nicht sinnvoll auszuüben wäre.
- **Kraft Natur der Sache:** Materien, die der Sache nach nur einheitlich auf Bundesebene zu regeln sind.
- **Annex (Annexkompetenz):** Bund darf Verfahrens- und Vollzugsregelungen erlassen, wenn er die Hauptmaterie regelt.

Achtung: Restriktive Anwendung. Pinpoint-Recherche zwingend.

### Schritt 6 — Verwaltungskompetenz prüfen (Art. 83 ff. GG)

Gesetzgebungskompetenz nicht verwechseln mit Verwaltungskompetenz:

- Art. 83 GG: Grundsatz Landeseigenverwaltung
- Art. 85 GG: Bundesauftragsverwaltung
- Art. 86 GG: Bundeseigenverwaltung

### Schritt 7 — Ergebnis und Konsequenzen

- **Kompetenzgemäß:** weiter zur formellen und materiellen Verfassungsmäßigkeit.
- **Kompetenzwidrig:** Gesetz ist insgesamt nichtig (Verwerfungsmonopol BVerfG, Art. 100 Abs. 1 GG).
- **Teilkompetenzwidrigkeit:** nur die kompetenzfremden Regelungen sind nichtig, sofern abtrennbar.

## Zentrale Normen (Paragrafenkette)

Art. 70-74 GG (Kompetenzverteilung) — Art. 72 Abs. 2 GG (Erforderlichkeitsklausel) — Art. 72 Abs. 3 GG (Abweichungskompetenz) — Art. 31 GG (Bundesrecht bricht Landesrecht) — Art. 93 Abs. 1 Nr. 2 GG (abstrakte Normenkontrolle)

## Output-Format

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GESETZGEBUNGSKOMPETENZ-PRÜFUNG

Prüfungsgegenstand: <Gesetz / Norm>

1. Materiebestimmung (Schwerpunkt): ___
2. Einschlägige Norm:
 - [ ] Art. 73 GG Nr. ___ (ausschließlich Bund)
 - [ ] Art. 74 GG Nr. ___ (konkurrierend)
 - [ ] Kernbereich Art. 72 Abs. 1 GG
 - [ ] Erforderlichkeitsklausel Art. 72 Abs. 2 GG — Prüfung: ___
 - [ ] Abweichungsgesetzgebung Art. 72 Abs. 3 GG
 - [ ] Ungeschriebene Kompetenz: ___
 - [ ] Art. 70 GG (Landeskompetenz)
3. BVerfG-Pinpoint zur Materie: ___
4. Ergebnis: [kompetenzgemäß / kompetenzwidrig / teilkompetenzwidrig]
```

<!-- BEGIN ausformulierungspflicht (autogen) -->
> **Ausformulierungspflicht und Formatstandard.** Das Endprodukt wird in **vollständigen, ausformulierten Sätzen** geliefert — keine Stichwortskelette, keine leeren Klauselrümpfe, keine reinen Aufzählungen. Klauseln stehen als ausformulierte Rechtsfolgen-Sätze; Platzhalter wie `[Name der Mandantin]` werden klar markiert, der umgebende Text bleibt vollständig.
>
> **Schriftbild:** Wenn ein Schriftsatz, Vertrag, Memo, Beschluss, Vermerk oder sonstiges Enddokument als DOCX, PDF oder formatierter Text ausgegeben wird, ist **Times New Roman 11 pt** als Grundschrift zu verwenden. Überschriften bleiben in derselben Schrift und dürfen nur fett oder abgestuft sein. Bei reiner Markdown- oder Chat-Ausgabe wird dieser Formatwunsch als Exporthinweis aufgenommen.
>
> **Nummerierung:** Gliederung ausschließlich dezimal (`1`, `1.1`, `1.1.1` und so weiter). Keine römischen Ziffern, keine Buchstaben- oder Mischgliederung.
<!-- END ausformulierungspflicht (autogen) -->

## Disclaimer-Wiederholung

Diese Kompetenzprüfung ist eine strukturierte Modellauswertung; die verbindliche Verwerfung obliegt allein dem BVerfG (Art. 100 Abs. 1 GG).

> Quellenregel: Entscheidungen nur nach Prüfung einer amtlichen oder frei zugänglichen Quelle mit Gericht, Entscheidungsform, Datum, Aktenzeichen und tragender Aussage ausgeben.

