# Intwr Rom I Ii Leitfaden

> Für Intwr Rom I Ii Leitfaden: ordnet Norm, Beweislast und Gegenargument; Ergebnis: Prüfprodukt mit Risiko und nächstem Schritt.

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# Leitfaden Rom I und Rom II: Anknuepfungsregeln vertragliche und ausservertragliche Schuldverhaeltnisse, Eingriffsnormen Art


## Arbeitsweg

- Rolle, Ziel und gewünschtes Arbeitsprodukt klären: Wer handelt, welche Entscheidung steht an, welche Frist läuft und welcher Output wird gebraucht?
- Fristen und Eilrisiken zuerst markieren: FAO § 5 36 Monate Praxis, CISG Art. 39 angemessene Frist Mängelrüge, Brüssel Ia Art. 35 einstweiliger Rechtsschutz, NYÜ Art. V Anerkennung 3 Jahre.
- Tragende Normen verifizieren: FAO § 14r, Rom I (VO 593/2008), Rom II (VO 864/2007), Brüssel Ia (VO 1215/2012), CISG, UNCITRAL Model Law, INCOTERMS 2020, IPR-G, AWG, AWV, EU-Sanktionsverordnungen — Fundstellen über gesetze-im-internet.de, dejure.org, openJur, BVerfG-/BGH-/EuGH-Datenbank live prüfen; keine Modellwissen-Zitate.
- Zuständige Stelle bestimmen und Adressaten richtig wählen: Internationale Vertragsparteien, ICC, UNCITRAL, Schiedsgericht (DIS, ICC, SCC), nationale Gerichte, Zoll, BAFA, BMWK, EuGH.
- Dokumente und Beweismittel sammeln und auf Lücken prüfen: Internationaler Kaufvertrag, Schiedsklausel, ICC-Schiedsverfahren-Eingabe, Exportlizenz BAFA, Sanktionsprüfung, INCOTERMS-Klausel, Letter of Credit — fehlende Belege durch Akteneinsicht oder Rückfrage beim Mandanten beschaffen, Live-Check für tagesaktuelle Normänderungen und Verwaltungspraxis.

**Fokus:** Leitfaden Rom I und Rom II: Anknuepfungsregeln vertragliche und ausservertragliche Schuldverhaeltnisse, Eingriffsnormen Art. 9 Rom I, ordre public. Prüfraster für Rechtswahl und gewoehnlicher Aufenthalt.

### IntWR: Rom I + II Leitfaden

## Aufgabe
Leitfaden Rom I-VO (593/2008) und Rom II-VO (864/2007): Anknuepfungsregeln vertragliche und ausservertragliche Schuldverhaeltnisse, Eingriffsnormen Art. 9 Rom I, ordre public Art. 21 Rom I / Art. 26 Rom II. Prüfraster für Rechtswahl und gewoehnlichen Aufenthalt.

## Einstieg
Frage zu Beginn nur ab, was für den naechsten Schritt unverzichtbar ist. Wenn Material vorliegt, mit dem Material arbeiten und nur eine gezielte Rueckfrage stellen.

1. **Rolle und Ziel:** Wer fragt, welche Rolle, welcher gewuenschte Output (Memo, Schriftsatz, Tabelle, Checkliste)?
2. **Sachverhalt:** Welche unstreitigen Tatsachen liegen vor, was ist streitig, was fehlt noch?
3. **Fristen:** Gibt es Termine, Fristen, eilbeduerftige Schritte?
4. **Unterlagen:** Welche Dokumente, Bescheide, Verträge, Auszuege liegen vor?
5. **Format:** Wie ausfuehrlich, für wen, in welcher Tonalitaet?

## Prüfraster Rom I (vertragliche Schuldverhaeltnisse)

### 1. Anwendungsbereich Art. 1 Rom I

- Vertragliche Schuldverhaeltnisse in Zivil- und Handelssachen mit Auslandsbezug; Ausnahmen Art. 1 II (z. B. Status, Familienrecht, Schiedsvereinbarung).
- Universelle Anwendung Art. 2 — gilt auch ohne Bezug zu EU-Recht.

### 2. Rechtswahl Art. 3 Rom I

- Ausdrueckliche oder konkludente Rechtswahl möglich, für Gesamtvertrag oder Teile (depecage Art. 3 I 3).
- Änderung der Rechtswahl Art. 3 II.
- Schutz vor reinen Binnensachverhalten Art. 3 III (zwingende Vorschriften des Sachstaats bleiben anwendbar).
- Innergemeinschaftlicher Sachverhalt + Wahl drittstaatlichen Rechts: zwingendes Unionsrecht (Art. 3 IV).

### 3. Mangels Rechtswahl Art. 4 Rom I

- Acht typisierte Verträge Art. 4 I (Kauf -> Verkaeufer; Dienstleistung -> Dienstleister; Grundstueck -> Lex rei sitae; etc.).
- Wenn nicht typisiert: charakteristische Leistung Art. 4 II.
- Ausweichklausel Art. 4 III (offensichtlich engere Verbindung).

### 4. Sondernormen

- **Befoerderungsvertraege** Art. 5.
- **Verbrauchervertraege** Art. 6: gewoehnlicher Aufenthalt des Verbrauchers, soweit Unternehmer Taetigkeit dorthin ausrichtet; Rechtswahl möglich, aber zwingender Verbraucherschutz greift weiter.
- **Versicherungsvertraege** Art. 7.
- **Individualarbeitsvertraege** Art. 8: gewoehnlicher Arbeitsort; zwingender AN-Schutz bei Rechtswahl.

### 5. Eingriffsnormen Art. 9 Rom I

- "Overriding mandatory provisions" der lex fori (Art. 9 II) immer anwendbar.
- Eingriffsnormen eines Drittstaates: nur Wirkungsverleihung (Art. 9 III).
- Beispiel DE: § 138 BGB nicht; aber Devisen-, Embargo-, Kartellrecht.

### 6. Ordre public Art. 21 Rom I

- Anwendung ausländischen Rechts darf "offensichtlich" mit ordre public des Forumstaats unvereinbar nicht sein. Hohe Schwelle.

## Prüfraster Rom II (ausservertragliche Schuldverhaeltnisse)

### 1. Anwendungsbereich Art. 1 Rom II

- Ausservertragliche Schuldverhaeltnisse (unerlaubte Handlung, ungerechtfertigte Bereicherung, GoA, c.i.c. Art. 12).
- Ausnahmen Art. 1 II (Familien-, Erb-, Gesellschafts-, Wertpapierrecht etc.).
- Universelle Anwendung Art. 3.

### 2. Anknuepfung unerlaubter Handlungen Art. 4 Rom II

- **Erfolgsort** (Art. 4 I) — wo Schaden eintritt.
- **Gemeinsamer gewoehnlicher Aufenthalt** (Art. 4 II) — vorrangig.
- **Ausweichklausel** Art. 4 III — offensichtlich engere Verbindung.

### 3. Sondertatbestaende

- **Produkthaftung** Art. 5.
- **Unlauterer Wettbewerb** Art. 6 (Marktortprinzip).
- **Kartelldelikte** Art. 6 III — Marktort.
- **Umweltschaedigung** Art. 7 — Wahlrecht Geschaedigter.
- **IP-Verletzung** Art. 8 (Schutzlandprinzip).
- **Streikfolgen** Art. 9.
- **C.i.c.** Art. 12.

### 4. Rechtswahl Art. 14 Rom II

- Grundsätzlich nach Schadenseintritt; bei kommerzieller Taetigkeit auch vorher.
- Verbraucher- und AN-Schutz bleiben.

## Prüfraster für den Skill

1. **Sachverhalt fixieren** — Wer, was, wo, welcher Auslandsbezug?
2. **Anwendbarkeit Rom I/II** prüfen.
3. **Rechtswahl** existiert? Wenn ja: Wirksamkeit prüfen.
4. **Objektive Anknuepfung** als Fallback.
5. **Eingriffsnormen** der lex fori prüfen.
6. **Ordre public** als letztes Sieb.

## Praxisfallen

- **Rom I gilt nicht** für Schiedsvereinbarungen (Art. 1 II lit. e Rom I); IPR der Schiedsvereinbarung folgt eigenen Regeln (NYÜ Art. V).
- **Brexit**: UK seit 1.1.2021 nicht mehr an Rom I/II gebunden; UK hat aber Rom I/II in nationales Recht uebernommen (Retained EU Law).
- **Vertragsstatut vs. Geschäftsfaehigkeit**: Vertragsstatut nur für Vertragsinhalt; Geschäftsfaehigkeit nach Personalstatut.
- **Form** Art. 11 Rom I: alternative Anknuepfung; Vertragsstatut oder Ortsrecht.

## Plugin-Kontext
Dieses Fachmodul arbeitet den konkreten Schwerpunkt aus, prüft Aktenlage, Normen, Fristen, Belege und Gegenargumente und erzeugt einen unmittelbar nutzbaren nächsten Schritt.

## Output-Module
- Strukturierter Prüfvermerk im Gutachtenstil mit klaren Ueberschriften.
- Tabellen und Checklisten, wo das die Lesbarkeit erhoeht.
- Anschreiben-, Antrags- oder Klageschriftsatz-Geruest, wenn die Aufgabe das verlangt.
- Quellenliste mit Gericht, Datum, Aktenzeichen, frei prüfbarem Link.

<!-- BEGIN ausformulierungspflicht (autogen) -->
> **Ausformulierungspflicht und Formatstandard.** Das Endprodukt wird in **vollständigen, ausformulierten Sätzen** geliefert — keine Stichwortskelette, keine leeren Klauselrümpfe, keine reinen Aufzählungen. Klauseln stehen als ausformulierte Rechtsfolgen-Sätze; Platzhalter wie `[Name der Mandantin]` werden klar markiert, der umgebende Text bleibt vollständig.
>
> **Schriftbild:** Wenn ein Schriftsatz, Vertrag, Memo, Beschluss, Vermerk oder sonstiges Enddokument als DOCX, PDF oder formatierter Text ausgegeben wird, ist **Times New Roman 11 pt** als Grundschrift zu verwenden. Überschriften bleiben in derselben Schrift und dürfen nur fett oder abgestuft sein. Bei reiner Markdown- oder Chat-Ausgabe wird dieser Formatwunsch als Exporthinweis aufgenommen.
>
> **Nummerierung:** Gliederung ausschließlich dezimal (`1`, `1.1`, `1.1.1` und so weiter). Keine römischen Ziffern, keine Buchstaben- oder Mischgliederung.
<!-- END ausformulierungspflicht (autogen) -->

## Was dieser Arbeitsgang nicht macht
- Kein Ersatz für eine vollstaendige Mandantenberatung.
- Keine Festlegung des Mandanten ohne dessen ausdrueckliche Entscheidung.
- Keine Bewertung von Tatsachen, die nicht durch Unterlagen oder klare Mandantenangaben gedeckt sind.
- Bei erkennbaren Interessenkonflikten oder Berufsrechtsfragen Hinweis an den fallfuehrenden Anwalt.

