# Liquiditaet 12 Monate

> Für Zwölf-Monats-Liquidität: ordnet Norm, Beweislast und Gegenargument; Ergebnis: Prüfprodukt mit Risiko und nächstem Schritt.

- Skill: `klotzkette/liquiditaet-12-monate` (Agent Skill)
- Install (CLI): `npx skillmds add klotzkette/liquiditaet-12-monate`
- Raw SKILL.md: https://api.skillmd.com/api/skills/klotzkette/liquiditaet-12-monate/raw
- Safety review: pending
- Works with: Claude Code, Claude.ai, OpenAI Codex
- Category: Coding & Dev Tools
- Author: Klotzkette (https://skillmd.com/u/klotzkette)
- Updated: 2026-09-08
- Page: https://skillmd.com/skills/klotzkette/liquiditaet-12-monate

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# Zwölf-Monats-Liquidität

## Arbeitsweg

- Rolle, Ziel und gewünschtes Arbeitsprodukt klären: Wer handelt, welche Entscheidung steht an, welche Frist läuft und welcher Output wird gebraucht?
- Fristen und Eilrisiken zuerst markieren: IDW S 11 12-Monats-Prognose ab Stichtag, § 15a InsO 6 Wochen bei Überschuldung, Drei-Wochen-Liquiditätsstockungs-Test, jährliche Aktualisierung.
- Tragende Normen verifizieren: InsO § 19 Abs. 2 (zweistufige Prüfung), IDW S 11 (Anforderungen), IDW PS 800, HGB § 252 Abs. 1 Nr. 2 (Going Concern), StaRUG §§ 1, 102 — Fundstellen über gesetze-im-internet.de, dejure.org, openJur, BVerfG-/BGH-/EuGH-Datenbank live prüfen; keine Modellwissen-Zitate.
- Zuständige Stelle bestimmen und Adressaten richtig wählen: Geschäftsführer, Steuerberater, Wirtschaftsprüfer, Restrukturierungsberater, IV (falls beauftragt), Bank, Gesellschafter.
- Dokumente und Beweismittel sammeln und auf Lücken prüfen: Fortbestehensprognose-Bericht, Integrierte Planung (P&L, BS, CF) 12+ Monate, Stresstest-Szenarien, Sanierungskonzept IDW S 6, Sanierungsgutachten, GF-Erklärung — fehlende Belege durch Akteneinsicht oder Rückfrage beim Mandanten beschaffen, Live-Check für tagesaktuelle Normänderungen und Verwaltungspraxis.

## Drei Schichten

### Schicht 1 — Monatliche Liquiditätsplanung

Aus den Annahmen aus `annahmen-sammeln-fortfuehrung` plus Plausibilisierung:

```yaml
liquiditaet:
 startbestand-2026-05-20: 18000
 kreditlinie-verfuegbar: 12000 # Linie 150000 minus 138000 ausgenutzt

 monatsdaten:
 - monat: 2026-06
 einzahlungen:
 forderungen-laul: 185000
 gesellschafter-darlehen: 0
 sonstige: 0
 summe: 185000
 auszahlungen:
 lieferanten: 130000
 loehne-gehaelter: 78000
 sozialabgaben: 24000
 steuern: 14000
 bank-tilgung: 8000
 miete: 6000
 energie: 9000
 sonstige: 5000
 summe: 274000
 saldo-monat: -89000
 monatsendbestand: -71000 # negativ — Linie reicht nicht
 bemerkung: Liquiditätslücke
```

### Schicht 2 — Detaillierte Wochenplanung

Bei kritischen Phasen (Monaten mit knapp positivem Saldo oder negativem Endbestand) muss die Wochenplanung herangezogen werden:

- Rechtsprechung live prüfen: Keine Entscheidung aus Modellwissen zitieren; vor Ausgabe über amtliche oder frei zugängliche Quelle mit Gericht, Entscheidungsform, Datum, Aktenzeichen und tragender Aussage verifizieren.
- Plugin `liquiditaetsplanung` enthält die wochenbasierten Vorlagen.

### Schicht 3 — Sensitivitätsszenarien

Drei Szenarien aus `annahmen-belastbarkeit-plausibilisieren` werden in der Liquidität durchgerechnet:

- **Basis-Szenario** — Plan
- **Negativ-Szenario** — ambitionierte Annahmen reduziert
- **Stress-Szenario** — Top-Kunde weg

Bei jedem Szenario die monatlichen Salden über die zwölf Monate.

## Prüfkriterien

### Pro Monat

- **Monatsendbestand mindestens null** (besser kein voll ausgenutzter Kontokorrent).
- **Keine roten Monate** im Plan.

### Über den Horizont

- **Steigender Trend** oder Stabilisierung der Liquidität.
- **Wesentliche Risikoposten** identifiziert.
- **Maßnahmenoptionen** bei Risiko-Eintritt vorhanden.

### Bei Sensitivitaet

- **Negativ-Szenario** Liquidität auch positiv? Wenn nein: dann ist die Prognose **nur** im Basis-Szenario tragfähig. Das ist **nicht** ausreichend für eine positive Fortbestehensprognose.
- **Stress-Szenario** soll mit den Maßnahmen abgefedert werden können — gegebenenfalls Patronatserklärungen Comfortletter Gesellschafterdarlehen.

## Konsolidierung mit dem Plugin `liquiditaetsplanung`

Wenn das Plugin `liquiditaetsplanung` installiert ist:

- Die detaillierte Wochenplanung erfolgt dort (Skill `liquiditaetsvorschau-3-6-12-monate`).
- Hier importieren wir die Monatsaggregate.
- Die Drei-Wochen-Schwelle § 17 InsO wird in `liquiditaetsplanung` separat geprüft.

Wenn nicht installiert: einfache Tabelle hier; bei Bedarf nachinstallieren.

## Beispielergebnis

```
Liquiditätsprüfung Zwölf Monate
Basis-Szenario: positiv (Endbestand jeweils über null)
Negativ-Szenario: kritisch (Monat 11 unter null)
Stress-Szenario: negativ ab Monat 4

Bewertung: ohne Sanierungsmaßnahmen ist die Liquidität im Stress-Szenario
überschritten. Mit Maßnahmen aus Skill sanierungsbausteine-vorschlagen
ist die Liquidität über den Horizont zu sichern.
```

## 90-Prozent-Deckung ist der operative Maßstab


- **In jedem Zeitabschnitt** muss die Deckung der fälligen Verbindlichkeiten mindestens **90 Prozent** betragen (Liquiditätslücke unter zehn Prozent).
- **Eine vorübergehende Lücke** über zehn Prozent darf höchstens **drei Wochen** andauern. Wer laenger als drei Wochen unter 90 Prozent Deckung liegt ist nach BGH zahlungsunfähig — und das ist gerade nicht "fortfuehrbar".
- **Über den vollen Zwölf-Monats-Horizont** muss diese Schwelle eingehalten werden — andernfalls ist die Fortbestehensprognose **negativ**.

Die "mehr als 50 Prozent Wahrscheinlichkeit" der Prognose bezieht sich darauf dass dieses Szenario (Einhaltung der BGH-Schwelle über zwölf Monate) eintritt — also nicht ein abstrakter Erfolgswert sondern die methodische Wahrscheinlichkeit dass das Unternehmen die 90-Prozent-Deckung bzw. die Drei-Wochen-Karenz **über den gesamten Horizont durchhaelt**.

**Konsequenz für die Liquiditätsprognose:**

- Pro Monat (besser pro Woche in kritischen Phasen): Liquiditätsbestand plus Linie / fällige Verbindlichkeiten = Deckungsquote.
- Deckungsquote in jedem Zeitabschnitt mindestens **90 Prozent**.
- Bei Unterschreitung max. drei Wochen — danach muss die Quote zwingend über 90 Prozent zurückkehren.
- Im Negativ- und Stress-Szenario diese Prüfung **wiederholen**. Wenn auch das Negativ-Szenario die Schwelle einhaelt: starke Prognose. Wenn nur das Basis-Szenario einhaelt aber das Negativ-Szenario reisst: knappe Prognose — nur mit zusätzlichen verbindlichen Maßnahmen positiv.

## Ausgabe

- `liquiditaet-12-monate.xlsx` mit monatlichen Werten je Szenario.
- `liquiditaet-monatssalden.md` als menschenlesbare Übersicht.
- Hinweis auf Prüfer-Flag bei roten Monaten.
- Empfehlung auf nächsten Skill `fortbestehensprognose-zusammenfuehren`.

## Paragrafenkette 12-Monats-Liquiditaet

§ 17 InsO (Zahlungsunfaehigkeit, 10%-Schwelle) → § 19 Abs. 2 InsO (Fortbestehensprognose — Liquiditaet als Kernbestandteil) → IDW S 11 Rn. 50-65 (Liquiditaetsplanung als Prognosebaustein) → § 15a InsO (Antragspflicht bei negativem Forecast)

## Triage — 12-Monats-Forecast Check

1. **Methode?** Direkte Methode (Cash-In/Cash-Out) bevorzugt für insolvenzrechtliche Beurteilung.
2. **Periode?** Monatsgranularitaet Minimum; Wochen-Granularitaet wenn ZU-nahe.
3. **Annahmen konsistent?** Mit Umsatz- und Kostenplanung aus `annahmen-sammeln-fortfuehrung` abgestimmt?
4. **Engpaesse sichtbar?** Negative Saldi in einzelnen Monaten klar hervorgehoben und mit Gegenmassnahmen unterlegt?

> Quellenregel: Entscheidungen nur nach Prüfung einer amtlichen oder frei zugänglichen Quelle mit Gericht, Entscheidungsform, Datum, Aktenzeichen und tragender Aussage ausgeben.

