# Mandantendaten Ki

> Für Mandantendaten und digitale Werkzeuge-Dienstleister (Paragraf 203 StGB, Art. 28 DSGVO): ordnet Norm, Beweislast und Gegenargument; Ergebnis: Prüfprodukt mit Risiko und nächstem Schritt.

- Skill: `klotzkette/mandantendaten-ki` (Agent Skill)
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- Works with: Claude Code, Claude.ai, OpenAI Codex
- Category: Coding & Dev Tools
- Author: Klotzkette (https://skillmd.com/u/klotzkette)
- Updated: 2026-09-08
- Page: https://skillmd.com/skills/klotzkette/mandantendaten-ki

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# Mandantendaten und KI-Dienstleister (§ 203 StGB, Art. 28 DSGVO)

## Zweck

Begleitet die berufsrechtlich und datenschutzrechtlich konforme Einbindung externer IT- und KI-Dienstleister in Kanzlei- und Beratungsprozesse. Im Mittelpunkt stehen (1) die strafrechtliche Compliance nach § 203 StGB n.F., (2) die berufsrechtliche Verschwiegenheitspflicht nach § 43a Abs. 2 BRAO, (3) der datenschutzrechtliche Auftragsverarbeitungsvertrag nach Art. 28 DSGVO sowie (4) spezifische Anforderungen an KI-Systeme (Transfer Impact Assessment, EU-Hosting, Audit-Logs). Anwendungsfälle: Kanzlei möchte CloudDienstleister für E-Mail-Hosting einsetzen; Rechtsanwalt erwägt Nutzung eines KI-Tools zur Dokumentenanalyse; IT-Dienstleister erhält Zugang zu Mandantenakten für Systemwartung.

## Eingaben

Das Modell benötigt:

- **Art des KI-/IT-Dienstleisters**: Name, Sitz (EU/Drittland), Geschäftsmodell, Trainingsnutzung personenbezogener Daten?
- **Verarbeitete Mandantendaten**: Welche Kategorien (Beratungsinhalte, Verfahrensdaten, persönliche Mandanteninformationen, Gesundheitsdaten Art. 9 DSGVO)?
- **Zugriffstiefe**: Reiner Speicherzugriff, aktive Datenverarbeitung, KI-gestützte Analyse (Training?)?
- **Bestehende Verträge**: Liegt bereits ein AVV nach Art. 28 DSGVO vor? AV-Klausel in AGB ausreichend?
- **Internationaler Datentransfer**: Daten in Drittland (USA, UK)? Welche Transfermechanismen (SCCs, Angemessenheitsbeschluss)?
- **Berufsträger**: Rechtsanwalt, Arzt, Steuerberater, Notar, Wirtschaftsprüfer?
- **Bisherige Sicherheitsmaßnahmen**: Verschlüsselung, Zugriffskontrollen, Audit-Logs vorhanden?

## Rechtlicher Rahmen

### Primärnormen

- **§ 203 Abs. 1 Nr. 3 StGB**: Rechtsanwälte als Berufsgeheimnisträger; unbefugte Offenbarung von Geheimnissen strafbar (Freiheitsstrafe bis 1 Jahr oder Geldstrafe).
- **§ 203 Abs. 3 Satz 2 StGB** (i.d.F. Gesetz v. 30.10.2017, BGBl. I S. 3618): Mitwirkende Personen (externe IT-/KI-Dienstleister) sind zulässig, wenn Berufsgeheimnisträger sie zur Geheimhaltung verpflichtet; keine strafrechtliche Verantwortlichkeit des Rechtsanwalts mehr für die bloße Weitergabe an vertraglich gebundene IT-Dienstleister.
- **§ 203 Abs. 4 StGB**: Mitwirkende Personen machen sich selbst strafbar, wenn sie das Geheimnis unbefugt offenbaren.
- **§ 43a Abs. 2 BRAO**: Verschwiegenheitspflicht des Rechtsanwalts gegenüber Mandanten; umfasst alle Informationen aus dem Mandatsverhältnis; gilt auch gegenüber Dritten, die in Kanzleiprozesse eingebunden werden.
- **Art. 28 DSGVO**: Auftragsverarbeitung; Pflicht zum schriftlichen Auftragsverarbeitungsvertrag (AVV); Mindestinhalt nach Art. 28 Abs. 3 DSGVO; Unterauftragnehmer genehmigungspflichtig (Art. 28 Abs. 2 DSGVO).
- **Art. 44 ff. DSGVO**: Internationale Datentransfers; Standardvertragsklauseln (SCCs) als primäres Instrument für Drittländer; Transfer Impact Assessment (TIA) bei Hochrisikoländern nach EuGH "Schrems II".
- **§ 2 Abs. 1 BORA**: Konkretisierung der Verschwiegenheitspflicht; Kanzlei-IT-Systeme müssen angemessene Sicherheit gewährleisten.

### Leitentscheidungen

1. Rechtsprechung: keine Entscheidung aus Modellwissen zitieren; vor Ausgabe über offizielle oder frei zugängliche Quelle mit Gericht, Entscheidungsform, Datum, Aktenzeichen und tragender Aussage verifizieren.

2. Rechtsprechung: keine Entscheidung aus Modellwissen zitieren; vor Ausgabe über offizielle oder frei zugängliche Quelle mit Gericht, Entscheidungsform, Datum, Aktenzeichen und tragender Aussage verifizieren.

### Quellenregel

Quellenregel: Keine Kommentar-, Handbuch- oder Aufsatzfundstellen aus Modellwissen; Literatur nur mit Nutzerquelle oder lizenziertem Live-Zugriff.
## Ablauf

**Schritt 1 – Berufsrechtliche Zulässigkeitsprüfung (§ 203 StGB)**
- Ist der Dienstleister eine "mitwirkende Person" i.S.d. § 203 Abs. 3 Satz 2 StGB?
- Schriftliche Geheimhaltungsvereinbarung vorhanden (Pflicht)?
- Zugang auf das Erforderliche beschränkt (Need-to-know-Prinzip)?
- KI-Training mit Mandantendaten: Kategorisch unzulässig ohne informierte Einwilligung aller Mandanten; keine Ausnahme nach § 203 Abs. 3 StGB.

**Schritt 2 – Berufsrechtliche Compliance (§ 43a Abs. 2 BRAO)**
- Mandant informiert über Einbindung externer Dienste?
- Ggf. Einwilligung des Mandanten (bei sensiblen Verfahrensdaten empfohlen)?
- Sorgfältige Auswahl des Dienstleisters dokumentieren (§ 26 BORA: angemessene Sicherheit).

**Schritt 3 – Datenschutzrechtliche Prüfung (Art. 28 DSGVO)**
- AVV abgeschlossen? Mindestinhalt nach Art. 28 Abs. 3 DSGVO prüfen: Gegenstand, Dauer, Art, Zweck, Kategorien, Pflichten/Rechte.
- Unterauftragnehmer-Liste aktuell? Genehmigung nach Art. 28 Abs. 2 DSGVO (allgemein oder spezifisch)?
- Audit-Rechte vertraglich gesichert (Art. 28 Abs. 3 lit. h DSGVO)?

**Schritt 4 – Internationale Datentransfers (Art. 44 ff. DSGVO)**
- Sitz des Dienstleisters und aller Rechenzentren bestimmen.
- Bei Drittlandtransfer: Transfermechanismus (SCCs, Angemessenheitsbeschluss)?
- Transfer Impact Assessment (TIA) erstellen: Rechtslage im Empfängerland, Zugriffsrechte staatlicher Behörden (CLOUD Act, FISA 702 bei US-Diensten)?
- Ggf. zusätzliche technische Maßnahmen (Ende-zu-Ende-Verschlüsselung, EU-Only-Hosting).

**Schritt 5 – Technisch-organisatorische Maßnahmen (TOMs)**
- Verschlüsselung at-rest und in-transit (Art. 32 Abs. 1 lit. a DSGVO)?
- Zugangsprotokolle (Audit-Logs) für Mandantendaten?
- Löschkonzept nach Auftragsende?
- Incident-Response-Verfahren bei Datenpannen des Dienstleisters?

**Schritt 6 – Dokumentation und laufende Überwachung**
- Verfahrensverzeichnis nach Art. 30 DSGVO aktualisieren.
- Jährliche Überprüfung des Dienstleisters (Zertifizierungen, Sicherheitsnachweise).
- Geheimhaltungsvereinbarungen und AVV archivieren.

## Ausgabeformat

- **Prüfmemo** (intern): Berufsrechtliche und datenschutzrechtliche Zulässigkeit des konkreten KI-/IT-Dienstleisters.
- **AVV-Checkliste** (tabellarisch): Vorhandene vs. fehlende Klauseln nach Art. 28 Abs. 3 DSGVO.
- **TIA-Grundgerüst**: Länderspezifische Risikoeinschätzung für Drittlandtransfers.
- **Geheimhaltungsverpflichtung** (Vorlage): Vertragsmuster für mitwirkende Personen nach § 203 Abs. 3 Satz 2 StGB.

<!-- BEGIN ausformulierungspflicht (autogen) -->
> **Ausformulierungspflicht und Formatstandard.** Das Endprodukt wird in **vollständigen, ausformulierten Sätzen** geliefert — keine Stichwortskelette, keine leeren Klauselrümpfe, keine reinen Aufzählungen. Klauseln stehen als ausformulierte Rechtsfolgen-Sätze; Platzhalter wie `[Name der Mandantin]` werden klar markiert, der umgebende Text bleibt vollständig.
>
> **Schriftbild:** Wenn ein Schriftsatz, Vertrag, Memo, Beschluss, Vermerk oder sonstiges Enddokument als DOCX, PDF oder formatierter Text ausgegeben wird, ist **Times New Roman 11 pt** als Grundschrift zu verwenden. Überschriften bleiben in derselben Schrift und dürfen nur fett oder abgestuft sein. Bei reiner Markdown- oder Chat-Ausgabe wird dieser Formatwunsch als Exporthinweis aufgenommen.
>
> **Nummerierung:** Gliederung ausschließlich dezimal (`1`, `1.1`, `1.1.1` und so weiter). Keine römischen Ziffern, keine Buchstaben- oder Mischgliederung.
<!-- END ausformulierungspflicht (autogen) -->

## Beispiel

**Sachverhalt**: Rechtsanwalt R möchte einen US-amerikanischen KI-Dienst (Serverstandort: Virginia, USA) für die Analyse von Vertragsunterlagen aus einem laufenden M&A-Mandat nutzen. Der Anbieter schließt in seinen AGB "Training mit Nutzerdaten nicht aus".

**Gutachtenstil**:

- Quellenregel: Literatur nur mit Nutzerquelle oder lizenziertem Live-Zugriff; keine Kommentar-, Handbuch- oder Aufsatzfundstellen aus Modellwissen.

- Quellenregel: Literatur nur mit Nutzerquelle oder lizenziertem Live-Zugriff; keine Kommentar-, Handbuch- oder Aufsatzfundstellen aus Modellwissen.

*Art. 28/44 DSGVO*: Ein AVV nach Art. 28 DSGVO ist abzuschließen; wegen des US-Transfers sind SCCs erforderlich, ergänzt durch TIA angesichts FISA 702-Zugriffsmöglichkeiten. EU-Only-Hosting oder Ende-zu-Ende-Verschlüsselung sind als Schutzmaßnahmen zu vereinbaren.

*Ergebnis*: Der Dienst ist in der beschriebenen Form nicht einsetzbar. Alternativ: EU-basierter Anbieter mit AVV, EU-Hosting und vertraglichem Trainingsverbot.

## Risiken und typische Fehler

- **KI-Training mit Mandantendaten**: Unzulässig ohne ausdrückliche Einwilligung jedes Mandanten; AGB-Klausel schließt Training nicht aus – Anbieter sorgfältig prüfen.
- **Fehlende Geheimhaltungsvereinbarung**: § 203 Abs. 3 Satz 2 StGB entbindet nur bei schriftlicher Verpflichtung; ohne Vertrag: Strafbarkeit des Rechtsanwalts möglich.
- **AVV-Lücken**: Viele Cloud-Dienste bieten Standard-AVV an, die Unterauftragnehmer-Änderungen ohne spezifische Genehmigung erlauben – Risiko nach Art. 28 Abs. 2 DSGVO.
- **TIA vergessen**: Ohne TIA bei US-Diensten: Verstoß gegen Art. 44 ff. DSGVO; Bußgeld bis 20 Mio. EUR / 4 % Jahresumsatz (Art. 83 Abs. 5 DSGVO).
- **Keine Audit-Logs**: Fehlt ein lückenloses Zugangsprotokoll, kann im Schadensfall nicht nachgewiesen werden, wer auf Mandantendaten zugegriffen hat.
- **Berufsrecht und Strafrecht kumulieren**: § 43a BRAO-Verstöße führen zu Berufsrechtssanktionen (§§ 113 ff. BRAO); § 203 StGB begründet Strafbarkeit; beide Ebenen unabhängig voneinander.

## Quellenpflicht

Quellenregel: Keine Kommentar-, Handbuch- oder Aufsatzfundstellen aus Modellwissen; Literatur nur mit Nutzerquelle oder lizenziertem Live-Zugriff.

## Quellen / Updates

Stand: 05/2026. Aktualität prüfen bei Anpassungen von § 203 StGB, neuen BRAO-Berufsordnungsregeln zur KI-Nutzung, EU-KI-VO-Umsetzungsrechtsakten sowie Änderungen am EU-US Data Privacy Framework (DPF).

**Querverweise:**
- `datenschutzrecht/skills/avv-pruefung/SKILL.md` — AVV-Prüfung für den konkreten KI-Dienstleister
- `datenschutzrecht/skills/drittlandstransfer-pruefung/SKILL.md` — Vollständige TIA-Methodik bei US- oder Drittland-KI-Diensten
- **ki-richtlinie-kanzleien** (geplant ab v3.3.0): Kanzleiweite KI-Nutzungsrichtlinien, Rollen und Freigabeprozesse für den Einsatz von KI-Werkzeugen in der Rechtsberatung. Querverweis sobald Plugin verfügbar.

## Triage zu Beginn

1. Welche Mandatsdaten sollen verarbeitet werden? (personenbezogen oder nur nicht-personenbezogen)
2. Wer ist der KI-Anbieter? (EU/EWR oder Drittland)
3. Ist eine AVV nach Art. 28 DSGVO und eine berufsrechtliche Verschwiegenheitsverpflichtung vorhanden?
4. Werden Mandatsdaten zu Trainingszwecken des Anbieters verwendet? (no-training-Check)

## Output-Template — Mandantendaten-KI-Prüfvermerk

**Adressat:** Kanzlei intern / DSB — Tonfall: sachlich-juristisch

```
Mandantendaten-KI-Prüfvermerk [DATUM]
Kanzlei: [NAME] | Beruf: [BERUF]
KI-Anbieter: [NAME, SITZ]
Produkt: [NAME]

Datenschutz (AVV Art. 28 DSGVO):
AVV vorhanden: ja / nein
TOM-Anlage: vorhanden / fehlend
Drittlandtransfer: ja (TIA?) / nein

Berufsrecht (§ 43e BRAO / Parallelnorm):
Verschwiegenheitsklausel (Textform): ja / nein
Belehrung §§ 203/204 StGB: ja / nein
No-training: ja / nein / unklar

Ergebnis:
DSGVO: GRUEN / GELB / ROT
Berufsrecht: GRUEN / GELB / ROT
Empfehlung: freigegeben / Nachverhandlung erforderlich / nicht freigegeben
```

