# Open Ladenpreis

> Für Verl-008 · Open Access, Creative Commons und Verlagspolitik: ordnet Norm, Beweislast und Gegenargument; Ergebnis: Prüfprodukt mit Risiko und nächstem Schritt.

- Skill: `klotzkette/open-ladenpreis` (Agent Skill)
- Install (CLI): `npx skillmds add klotzkette/open-ladenpreis`
- Raw SKILL.md: https://api.skillmd.com/api/skills/klotzkette/open-ladenpreis/raw
- Safety review: pending
- Works with: Claude Code, Claude.ai, OpenAI Codex
- Category: Coding & Dev Tools
- Author: Klotzkette (https://skillmd.com/u/klotzkette)
- Updated: 2026-09-08
- Page: https://skillmd.com/skills/klotzkette/open-ladenpreis

---


# Verl-008 · Open Access, Creative Commons und Verlagspolitik

## Arbeitsweg

- Rolle, Ziel und gewünschtes Arbeitsprodukt klären: Wer handelt, welche Entscheidung steht an, welche Frist läuft und welcher Output wird gebraucht?
- Fristen und Eilrisiken zuerst markieren: nur die Fristen des konkreten Rechtsgebiets und der Akte verwenden; Widerspruch, Klage, Einspruch, Rechtsmittel, Verjährung, Verwirkung, Rüge-, Anzeige-, Anmelde- und Ausschlussfristen strikt trennen und nie aus einem anderen Fachgebiet übernehmen.
- Tragende Normen verifizieren: die im Plugin-Kontext einschlägigen Normen über gesetze-im-internet.de, dejure.org, eur-lex.europa.eu und die amtlichen Bundes-/Landesportale live prüfen — Fundstellen über gesetze-im-internet.de, dejure.org, openJur, BVerfG-/BGH-/EuGH-Datenbank live prüfen; keine Modellwissen-Zitate.
- Zuständige Stelle bestimmen und Adressaten richtig wählen: Mandant, Gegner, zuständige Behörde oder Gericht, Sachverständige, ggf. EU-/internationale Stelle (siehe Skill-Detail).
- Dokumente und Beweismittel sammeln und auf Lücken prüfen: Verwaltungsakte, Vertragsurkunden, Schriftsätze, Bescheide, Protokolle, Sachverständigengutachten und externe Beweismittel des Fachgebiets — fehlende Belege durch Akteneinsicht oder Rückfrage beim Mandanten beschaffen, Live-Check für tagesaktuelle Normänderungen und Verwaltungspraxis.

## Zweck dieses Skills

Open Access (OA) und Creative-Commons-Lizenzen (CC) verändern das traditionelle Verlagsrechtssystem grundlegend. Kläre, wie OA-Publikationen mit dem Urheberrecht, der Buchpreisbindung und den Verlagspflichten zusammengehen — insbesondere bei Wissenschaftsverlagen, geförderten Werken (DFG, BMBF, EU) und Hybridmodellen.

## Rechtsgrundlagen

| Norm | Inhalt | Quelle |
|------|--------|-------|
| UrhG § 31 | Nutzungsrechtseinräumung; CC-Lizenzen als Standardlizenzen | https://dejure.org/gesetze/UrhG/31.html |
| UrhG § 38 | Zweitveröffentlichungsrecht bei Periodika (§ 38 Abs. 4 UrhG) | https://dejure.org/gesetze/UrhG/38.html |
| UrhG § 32 | Angemessene Vergütung: gilt auch bei OA | https://dejure.org/gesetze/UrhG/32.html |
| BuchPrG § 2 | Preisbindung nur für entgeltlich vertriebene Bücher | https://www.gesetze-im-internet.de/buchprg/__2.html |
| BuchPrG § 6 | Ausnahmen von der Preisbindung | https://www.gesetze-im-internet.de/buchprg/__6.html |
| DSM-RL Art. 17 | Upload-Filter und Haftung von Plattformen | https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/?uri=CELEX:32019L0790 |
| DSM-RL Art. 25 | Verbot der Umgehung des Zweitveröffentlichungsrechts | https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/?uri=CELEX:32019L0790 |

## Open-Access-Modelle im Verlag

### 1. Gold Open Access
- Artikel oder Buch wird **sofort beim Erscheinen** öffentlich zugänglich gemacht (keine Embargofrist).
- Finanzierung: Artikel Processing Charge (APC) oder Book Processing Charge (BPC) vom Autor, Institution oder Förderer.
- Typische CC-Lizenz: CC BY 4.0 (freie Nachnutzung unter Namensnennung).
- Buchpreisbindung: Da kein Entgelt für das OA-Werk erhoben wird → BuchPrG greift nicht (§ 2 BuchPrG: preisgebundene Bücher müssen entgeltlich veräußert werden).

### 2. Green Open Access / Zweitveröffentlichung
- Erstveröffentlichung im Verlag (kostenpflichtig); Autor darf nach Embargofrist Zweitversion in Repositorium einstellen (§ 38 Abs. 4 UrhG).
- Embargofrist: 12 Monate bei Periodika.
- Einschränkung: Nur die **angenommene Manuskriptversion** (accepted manuscript), nicht die Verlagsversion (PDF mit Verlagslayout).
- Institutionelle Repositorien (OPUS, Zenodo, PubMed Central) als Veröffentlichungsort.

### 3. Hybrid Open Access
- Abonnement-Zeitschrift mit Option, einzelne Artikel OA freizuschalten (gegen APC).
- Kritik: „Double Dipping" (Verlag kassiert Abo-Gebühr und APC gleichzeitig).
- Transformationsverträge (DEAL-Vertrag in Deutschland): Verlage wie Springer, Wiley, Elsevier vereinbaren Nationwide-Deals mit Max Planck Digital Library.

## Creative-Commons-Lizenzen im Verlagsvertrag

### Lizenztypen und ihre Konsequenzen

| Lizenz | Nachnutzung | Kommerziell | Bearbeitung | Copyleft |
|--------|-------------|-------------|-------------|---------|
| CC BY | Frei | Ja | Ja | Nein |
| CC BY-SA | Frei | Ja | Ja | Ja (ShareAlike) |
| CC BY-NC | Eingeschränkt | Nein | Ja | Nein |
| CC BY-ND | Eingeschränkt | Ja | Nein | Nein |
| CC BY-NC-ND | Eingeschränkt | Nein | Nein | Nein |
| CC0 | Gemeinfreiheit | Ja | Ja | Nein |

### Vertragsrechtliche Einordnung
- CC-Lizenzen sind **bedingungslose Nutzungslizenzen** an alle Dritten; sie können nicht widerrufen werden (Unwiderruflichkeit per Lizenztext).
- Wenn Autor CC BY vergibt, räumt er dem Verlag und gleichzeitig aller Welt dieselben Nutzungsrechte ein → ausschließliche Lizenz im klassischen Sinne nicht mehr möglich.
- Konsequenz: Verlag verliert Exklusivität; wirtschaftlicher Wert des Verlagsvertrags sinkt → Honorar muss angepasst werden.

### Embargos und OA-Transformationsverträge
- DFG-Förderrichtlinie 2023: Geförderte Publikationen müssen CC BY veröffentlicht werden; kein ND oder NC.
- Horizon Europe (EU-Forschungsförderung): CC BY für Artikel, CC BY oder CC BY-SA für Datensätze.
- Verlagsverträge mit Förderempfängern müssen OA-Auflagen einschließen.

## Buchpreisbindung und Open Access

### Grundregel
- BuchPrG bindet den **Ladenpreis** von Büchern, die entgeltlich an Letztverbraucher abgegeben werden.
- Kostenloses OA-Buch (kein Kaufpreis) → kein Anwendungsbereich des BuchPrG.
- **Hybridfall**: OA-Version kostenlos, Printausgabe kostenpflichtig → Printausgabe ist preisgebunden; OA-PDF nicht.

### Risiko: Verdrängung des Printtitels
- Wenn OA-PDF zeitgleich mit Print erscheint und identisch ist → Preisbindung für Print läuft faktisch leer.
- Kein gesetzliches Verbot, aber wirtschaftliches Risiko für Buchhandel; ggf. Streit mit Börsenverein.

## Verlagspolitik und institutionelle Verhandlungen

### DEAL-Verträge
- Nationwide Open-Access-Abkommen zwischen dt. Hochschulen (MPDL/Allianz) und Verlagen (Springer Nature, Wiley, Elsevier).
- Autoren aus deutschen Institutionen können OA publizieren; Verlag erhält einheitliche Gebühr.
- Auswirkung auf Autorenverträge: Verlag ist zur OA-Freischaltung verpflichtet.

### Plan S (cOAlition S)
- Förderrichtlinie europäischer Forschungsorganisationen: Alle geförderten Publikationen ab sofort OA.
- CC BY zwingend; keine Embargo-Periode.
- Verlage müssen „Plan S-compliant"-Wege anbieten.

## Typische Fallen

- **Unwiderruflichkeit der CC-Lizenz**: Verlag, der CC BY bereits vergeben hat, kann keine exklusive Lizenz mehr einräumen.
- **Zweitveröffentlichungsrecht § 38 Abs. 4 UrhG falsch verstanden**: Gilt nur für Beiträge in Periodika; für Bücher kein gesetzliches Zweitveröffentlichungsrecht.
- **Förderauflagen vergessen**: Verlag schließt exklusiven Verlagsvertrag, obwohl Autor DFG-Mittel hatte und OA-Pflicht besteht.
- **OA und Plagiatsprüfung**: Frei zugängliche Versionen erhöhen Auffindbarkeit von Plagiaten; Verlag sollte Clearance-Klausel beibehalten.
- **BuchPrG bei Hybridverkauf**: Print und OA-PDF gleichzeitig; Buchpreisbindung für Print muss konsequent durchgesetzt werden.

## Checkliste OA-Verlagsvertrag

- [ ] OA-Pflicht aus Fördervertrag eruiert und dokumentiert
- [ ] CC-Lizenztyp und Einschränkungen (NC, ND) mit Förderbedingungen abgeglichen
- [ ] Embargofrist (falls keine Gold OA Pflicht) in Vertrag
- [ ] Zweitveröffentlichungsrecht (§ 38 Abs. 4 UrhG) geregelt
- [ ] BPC/APC-Finanzierung sichergestellt
- [ ] Printausgaben-Preisbindung separat geregelt
- [ ] DEAL-/transformativer Vertrag geprüft

## Quellenreferenzen

- UrhG § 38 Abs. 4: https://dejure.org/gesetze/UrhG/38.html
- BuchPrG §§ 2, 6: https://www.gesetze-im-internet.de/buchprg/
- DSM-RL 2019/790: https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/?uri=CELEX:32019L0790
- Creative Commons Lizenzübersicht: https://creativecommons.org/licenses/
- DEAL-Vertrag Springer Nature: https://www.projekt-deal.de

## Output-Formate

- **OA-Compliance-Check**: Förderauflagen vs. Vertragsklauseln
- **CC-Lizenz-Matrix**: Lizenztyp, Konsequenzen für Verlag und Dritte
- **BuchPrG-Ampel für Hybridwerk**
- **Vertragsklausel OA**: Muster für Zweitveröffentlichungsrecht und Förderauflage
- **DEAL-Konformitätsprüfung**

<!-- BEGIN ausformulierungspflicht (autogen) -->
> **Ausformulierungspflicht und Formatstandard.** Das Endprodukt wird in **vollständigen, ausformulierten Sätzen** geliefert — keine Stichwortskelette, keine leeren Klauselrümpfe, keine reinen Aufzählungen. Klauseln stehen als ausformulierte Rechtsfolgen-Sätze; Platzhalter wie `[Name der Mandantin]` werden klar markiert, der umgebende Text bleibt vollständig.
>
> **Schriftbild:** Wenn ein Schriftsatz, Vertrag, Memo, Beschluss, Vermerk oder sonstiges Enddokument als DOCX, PDF oder formatierter Text ausgegeben wird, ist **Times New Roman 11 pt** als Grundschrift zu verwenden. Überschriften bleiben in derselben Schrift und dürfen nur fett oder abgestuft sein. Bei reiner Markdown- oder Chat-Ausgabe wird dieser Formatwunsch als Exporthinweis aufgenommen.
>
> **Nummerierung:** Gliederung ausschließlich dezimal (`1`, `1.1`, `1.1.1` und so weiter). Keine römischen Ziffern, keine Buchstaben- oder Mischgliederung.
<!-- END ausformulierungspflicht (autogen) -->


