# Schriftsatzkern Substantiierung

> Für Substantiierten Schriftsatzkern für steuerrechtliche Verfahren aufbauen: erstellt Entwurf mit Antrag, Beweis und Anlagen; Ergebnis: Schriftsatz mit Begründungs- und Anlagenlogik.

- Skill: `klotzkette/schriftsatzkern-substantiierung-10` (Agent Skill)
- Install (CLI): `npx skillmds add klotzkette/schriftsatzkern-substantiierung-10`
- Raw SKILL.md: https://api.skillmd.com/api/skills/klotzkette/schriftsatzkern-substantiierung-10/raw
- Safety review: pending
- Works with: Claude Code, Claude.ai, OpenAI Codex
- Category: Coding & Dev Tools
- Author: Klotzkette (https://skillmd.com/u/klotzkette)
- Updated: 2026-09-09
- Page: https://skillmd.com/skills/klotzkette/schriftsatzkern-substantiierung-10

---


# Substantiierten Schriftsatzkern für steuerrechtliche Verfahren aufbauen


## Arbeitsweg

- Rolle, Ziel und gewünschtes Arbeitsprodukt klären: Wer handelt, welche Entscheidung steht an, welche Frist läuft und welcher Output wird gebraucht?
- Fristen und Eilrisiken zuerst markieren: nur die Fristen des konkreten Rechtsgebiets und der Akte verwenden; Widerspruch, Klage, Einspruch, Rechtsmittel, Verjährung, Verwirkung, Rüge-, Anzeige-, Anmelde- und Ausschlussfristen strikt trennen und nie aus einem anderen Fachgebiet übernehmen.
- Tragende Normen verifizieren: AO §§ 38, 42, 90, 93, 153, 162, 164, 169-171, 173, 233a, 370-378, UStG, EStG, KStG, GewStG, GrEStG, ErbStG, FGO — Fundstellen über gesetze-im-internet.de, dejure.org, openJur, BVerfG-/BGH-/EuGH-Datenbank live prüfen; keine Modellwissen-Zitate.
- Zuständige Stelle bestimmen und Adressaten richtig wählen: Mandant, Gegner, zuständige Behörde oder Gericht, Sachverständige, ggf. EU-/internationale Stelle (siehe Skill-Detail).
- Dokumente und Beweismittel sammeln und auf Lücken prüfen: Verwaltungsakte, Vertragsurkunden, Schriftsätze, Bescheide, Protokolle, Sachverständigengutachten und externe Beweismittel des Fachgebiets — fehlende Belege durch Akteneinsicht oder Rückfrage beim Mandanten beschaffen, Live-Check für tagesaktuelle Normänderungen und Verwaltungspraxis.

**Fokus:** Substantiierten Schriftsatzkern für steuerrechtliche Verfahren aufbauen. Anwendungsfall Einspruch Klage FG Revision BFH Stundungs- und Erlassantrag müssen begründet und mit Beweisen unterfuettert werden. Tatsachenvortrag-Geruest Anspruchsgrundlagen-Kette Beweisangebote Hilfsanträge. § 76 FGO Amtsermittlung setzt schluessigen Vortrag voraus. Replik- und Duplik-Vorausschau. Output Schriftsatz-Geruest mit Tatsachen Normen Beweismitteln Anträgen. Abgrenzung zu anw-einspruch-finanzamt und anw-klage-finanzgericht fertige Schriftsaetze.

### Schriftsatzkern und Substantiierung im Steuerrecht (Beratung und Prozess)

## Fachlicher Kern — Steuerrecht
- **Problemfokus dieses Skills:** Bleibe beim konkreten Titel `Schriftsatzkern und Substantiierung im Steuerrecht (Beratung und Prozess)` und löse die dort angelegte Fachfrage; arbeite mit konkreten Tatbestandsmerkmalen, Beweisfragen und dem unmittelbar benötigten Arbeitsprodukt. Routingfragen bleiben Hilfsmittel, wenn Frist, Zuständigkeit oder Verfahrensart offen sind.
- **Arbeitsmodus:** Erst Steuerart, Zeitraum, Verwaltungsstand, Frist/Festsetzung, Zuständigkeit, Form/Portal und Beleglage klären; dann BMF-Verwaltungslinie von BFH-Rechtsprechung und Gesetz trennen.
- **Outputpflicht:** Steuerartenmatrix, BMF-Radar, Einspruchsbaustein, ELSTER-/Portal-To-do, Risikoampel, DBA-/GrESt-/USt-Tabelle oder Mandantenmemo.
- **Fehlerbremse:** Tragende Normen/Entscheidungen live oder aus der Akte verifizieren; Rechtsprechung nur mit Gericht, Entscheidungsform, Datum, Aktenzeichen und frei prüfbarer Quelle. Keine BeckRS-, juris-, Kommentar- oder Aufsatz-Blindzitate aus Modellwissen.

## Fachkern: Schriftsatzkern und Substantiierung im Steuerrecht (Beratung und Prozess)

- **Spezialfrage (Schriftsatzkern und Substantiierung im Steuerrecht (Beratung und Prozess)):** Substantiierten Schriftsatzkern für steuerrechtliche Verfahren aufbauen. Anwendungsfall Einspruch Klage FG Revision BFH Stundungs- und Erlassantrag müssen begründet und mit Beweisen unterfuettert werden. Tatsachenvortrag-Geruest Anspruchsgrundlagen-Kette Beweisangebote Hilfsanträge. § 76 FGO Amtsermittlung setzt schluessigen Vortrag voraus. Replik- und Duplik-Vorausschau. Output Schriftsatz-Geruest mit Tatsachen Normen Beweismitteln Anträgen. Abgrenzung zu anw-einspruch-finanzamt und anw-klage-finanzgericht fertige Schriftsaetze.
- **Arbeitsweise:** Erst Sachverhalt, Norm, Frist, Zuständigkeit und Beweis klären; Rechtsprechung nur verifiziert als tragenden Beleg einsetzen.

## Wann dieser Arbeitsgang greift

- Es soll ein vollwertiger Schriftsatz im Bereich Steuerrecht (Beratung und Prozess) erstellt werden, typischerweise: Einspruch, Klage FG, Revision BFH, Stundungs-/Erlassantrag.
- Die Mandatsannahme und ggf. Vergleichsverhandlung sind abgeschlossen oder gescheitert.
- Klage-, Widerspruchs-, Einspruchs-, Rechtsmittel-Frist ist bekannt und im Kalender eingetragen.

## Aufbauschema

### A. Rubrum

- Parteien (Bezeichnung wie im Vorprozess oder Bescheid, exakte Schreibweise!).
- Zustellungsanschrift Bevollmaechtigte.
- Gericht/Behörde (Zuständigkeit prüfen und im Schriftsatz darstellen, wenn streitig).
- Aktenzeichen (Bezugs-Az., neues Az. nach Eingang).
- Streitwert/Gegenstandswert.

### B. Antraege

Klassischer Antrag-Block; je nach Verfahrenstyp:

- Leistungsantrag (zu zahlen, zu unterlassen, zu beseitigen, herauszugeben).
- Feststellungsantrag (Feststellungsinteresse darlegen).
- Gestaltungsantrag (Aufhebung, Anfechtung, Scheidung).
- Hilfsantraege staffeln (von eng nach weit oder von hoch nach niedrig).

### C. Tatsachenvortrag

Der Substantiierungs-Kern; pro Anspruchsgrundlage in AO, FGO, EStG, KStG, UStG, GewStG, ErbStG, BewG eine eigene Tatsachen-Sequenz:

1. **Sachverhalts-Chronologie** mit konkreten Daten (Tag, Uhrzeit, Ort, Personen).
2. **Mandantenseitige Tatsachenbehauptungen** mit Beweisangeboten.
3. **Gegnerisches Verhalten** mit Belegen (Schreiben, Aussage, Verhalten).
4. **Schaden/Folgen** bezifferbar (Hauptforderung, Nebenforderung, Zinsen, Folgekosten).

### D. Rechtliche Wuerdigung

Anspruchsaufbau klassisch:

1. **Anspruchsgrundlage** nennen (z.B. § X iVm § Y).
2. **Tatbestandsmerkmale** durchgehen; jedes Merkmal wird gegen den Tatsachenvortrag gespiegelt.
3. **Einwendungen** der Gegenseite vorwegnehmen und entkraeften.
4. **Rechtsprechungs-Verweise:** BAG/BGH/BVerfG/EuGH/BFH je nach Fachgebiet; bei Steuerrecht (Beratung und Prozess) typischerweise die letzte hoechstrichterliche Linie zitieren.
5. **Subsumtion-Ergebnis** klar formulieren.

### E. Beweisangebote

Pflichtbestandteil, ohne den Substantiierung nicht ausreicht:

- Urkundenbeweis: konkrete Anlage Kxx benennen, Inhalt nicht nur "Vertrag" sondern "Vertrag vom TT.MM.JJJJ, dort § X Abs. Y, Anlage K1".
- Zeugenbeweis: Name, ladungsfaehige Anschrift, Beweisthema in einem Satz.
- Sachverstaendigenbeweis: ggf. Privatgutachten mit anfuegen, gerichtliches Gutachten beantragen.
- Parteivernehmung als letzte Stufe, mit Antrag § 448 ZPO und Indiziengeruest.
- Inaugenscheinnahme: bei Sache vor Ort (Mietraum, Baustelle, Fahrzeug, Hardware).

### F. Anlagenverzeichnis

- K1, K2 ... durchnummeriert (Antragstellerin/Klägerin).
- Bei Beklagten B1, B2 ...
- Jede Anlage mit Datum, Absender, Empfaenger, Inhaltsbeschreibung in einem Satz.
- Pflicht-Erwaehnung im Tatsachenvortrag.

## Substantiierungs-Fallen im Steuerrecht (Beratung und Prozess)

- **Pauschaltatsachen** ohne konkrete Daten ("seit Jahren", "regelmaessig", "in mehreren Faellen") werden vom Gericht uebergangen.
- **Beweisangebot zur falschen Tatsache:** Beweisthema deckt nur Teilaussage ab.
- **Selbst-widersprueche** zwischen Schriftsatz und Anlage ("Im Vertrag steht doch was anderes").
- **Verspaeteter Vortrag** § 296 ZPO/§ 87b VwGO: Rueglich-Fristen beachten, Verschulden vermeiden.
- **Anspruchskonkurrenz** zwischen mehreren Grundlagen: nicht eine wegfallen lassen.

## Prüfkette vor Versand

1. Antragsformulierung tenoriert (urteilstauglich, vollstreckbar)?
2. Jede Tatbestandsmerkmal-Subsumtion mit eigener Tatsache + Beweis hinterlegt?
3. Frist eingehalten (Eingangsstempel/elektronische Uebermittlung)?
4. Zuständigkeit positiv festgestellt?
5. Streitwert plausibel, ggf. mit Anlage Streitwert-Berechnung?
6. Anlagenverzeichnis vollstaendig und nummerisch konsistent?
7. beA-/EGVP-/EBO-Konformitaet (PDF/A, ERVV-Signatur)?
8. Vier-Augen-Prüfung durch Sozius oder Senior-Anwaeltin?

## Rechtsprechungs-Werkzeugkasten

- BVerfG, BGH, BAG, BFH, BVerwG, EuGH und die jeweils massgeblichen Fachsenate für Steuerrecht (Beratung und Prozess).
- AO, FGO, EStG, KStG, UStG, GewStG, ErbStG, BewG sowie Verordnungen/Richtlinien dazu.
- Aktuelle Reform- und Gesetzgebungslage einbeziehen.

## Pflicht-Output

1. **Schriftsatz** mit Rubrum, Antraegen, Tatsachenvortrag, Rechtsausfuehrung, Beweisangeboten, Anlagenverzeichnis.
2. **Anlagen-Konvolut** numerisch geordnet, jede Anlage einzeln benannt.
3. **Frist-Doku** mit Eingangsbestaetigung (beA-Eingangsnachricht, EB).
4. **Streitwertskizze** (eigenes Memo, falls > 1 Anspruch).
5. **Mandanten-Erinnerung** mit Naechster-Schritt-Aufgaben (Zeuginnen vorbereiten, Sachverstaendiger?).

## Beispiel-Anspruchsgrundlagen im Steuerrecht (Beratung und Prozess)

Drei haeufig gebrauchte Anspruchsgrundlagen aus AO, FGO, EStG, KStG, UStG, GewStG, ErbStG, BewG und ihre Substantiierungs-Anforderungen:

### Grundlage 1

- Tatbestandsmerkmal 1: konkrete Tatsache + Beweis.
- Tatbestandsmerkmal 2: konkrete Tatsache + Beweis.
- Tatbestandsmerkmal 3: konkrete Tatsache + Beweis.
- Rechtsfolge: konkreter Antrag.

### Grundlage 2

Analog - jede Tatsache braucht ein Beweisangebot.

### Grundlage 3 (Auffanggrundlage / Sekundaeranspruch)

Hilfsweise vortragen, klar als Hilfsantrag/Hilfsvortrag kennzeichnen.

## Antrags-Muster nach Verfahrenstyp

Typische Antraege in Steuerrecht (Beratung und Prozess) (Einspruch, Klage FG, Revision BFH, Stundungs-/Erlassantrag):

- Hauptantrag (Leistung/Feststellung/Gestaltung).
- Hilfsantrag (z.B. für den Fall, dass Hauptforderung verjaehrt ist).
- Annex-Antraege (Zinsen, Nebenforderungen, Kosten).
- Streitwert-Antrag (falls Streitwert streitig).

## Beweisaufnahme - was das Gericht sehen will

### Urkundenbeweis

- Anlage K1: Bezeichnung, Datum, kurze Inhaltsbeschreibung.
- Im Tatsachenvortrag: "Diese Behauptung beruht auf dem als Anlage K1 vorgelegten Schreiben der Beklagten vom TT.MM.JJJJ, dort Seite Y, Absatz Z."

### Zeugenbeweis

- Form: "Beweis: Aussage der Zeugin Name, ladungsfaehige Anschrift, zum Beweisthema (konkret in einem Satz)."
- Mehrere Zeuginnen zum gleichen Thema: Indiziengeruest staerken.
- Keine Beweisermittlung über Zeugnis - das Beweisthema muss konkret sein.

### Sachverstaendigenbeweis

- Bei Steuerrecht (Beratung und Prozess)-typischen Streitfaellen oft notwendig (Bauwerk, IT-System, Anlagebewertung, medizinische Frage).
- Privatgutachten als Anlage K vorlegen + zugleich gerichtliches Gutachten beantragen.
- Verfahrensoekonomie: Sachverstaendigen-Kosten frueh mit Mandantin besprechen.

### Parteivernehmung (§ 448 ZPO)

- Letzte Stufe, nur wenn andere Beweismittel ausgeschoepft.
- Indiziengeruest vortragen, das eine gewisse Wahrscheinlichkeit der Behauptung tragt.

## Replik-/Duplik-Vorausschau

Schon im Klageschriftsatz die wahrscheinlichen Einwaende der Gegenseite vorwegnehmen:

- Verjährung -> Hemmungstatbestand vortragen.
- Erfuellung/Aufrechnung -> rechtzeitige Tatsachenbasis schaffen.
- Formmangel -> Heilung/Schutz-Argument bereit halten.
- Treuwidrigkeit -> Indiziengeruest gegen Treuwidrigkeits-Vorwurf.

## Elektronische Einreichung (beA, EGVP, EBO, ELSTER)

- PDF/A-2 oder PDF/A-3, mit eingebetteten Schriften.
- Strukturdatensatz nach ERVV pflicht-konform (Sender, Empfaenger, Az., Versanddatum).
- Qualifizierte elektronische Signatur (qeS) der einreichenden RA-Person oder einfacher elektronischer Versand über beA (sicherer Uebermittlungsweg).
- Eingangsbestaetigung aufbewahren - Datum der Einreichung ist Fristwahrungs-Beweis.
- 1.10.2026 / 1.10.2027 - ZVollstrDigitG-Änderungen im Vollstreckungsbereich; in Steuerrecht (Beratung und Prozess) ggf. spezifische ERV-Pflichten beachten.

## Schriftsatz-Stil

- Aktiv, kurze Saetze, klare Subsumtion.
- Keine Floskeln ("Die Klage ist zulässig und begruendet" als Ueberschrift, aber dann substantiieren).
- Mandanten- und Beweismittel-Zitate woertlich, in Anfuehrungszeichen, mit Anlage-Verweis.
- Keine Gefuehlsausbrueche - sachlich auch bei provokanter Gegenseite.

## Vier-Augen-Check

Vor Versand:

- [ ] Antrag tenorierungsfaehig
- [ ] Frist gewahrt mit Reserve
- [ ] Jede Tatsache hat Beweis
- [ ] Anlagen vollstaendig und nummeriert
- [ ] Rechtsprechungs-Zitat aktuell
- [ ] Streitwert plausibel
- [ ] beA/EGVP-konform
- [ ] Senior-/Sozius-Freigabe

## Cross-Refs

- `erstgespraech-mandatsannahme` (im selben Plugin) für die Tatsachen-Grundlage und Streitwertskizze.
- `vergleichsverhandlung-strategie` (im selben Plugin) für parallelen Vergleichsversuch (Gueteverhandlung, Mediation).

> Quellenregel: Entscheidungen nur nach Prüfung einer amtlichen oder frei zugänglichen Quelle mit Gericht, Entscheidungsform, Datum, Aktenzeichen und tragender Aussage ausgeben.

