# Schriftsatzkern Substantiierung

> Für Klage oder Antrag im gewerblichen Rechtsschutz substantiiert ausformulieren: erstellt Entwurf mit Antrag, Beweis und Anlagen; Ergebnis: Schriftsatz mit Begründungs- und Anlagenlogik.

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- Author: Klotzkette (https://skillmd.com/u/klotzkette)
- Updated: 2026-09-09
- Page: https://skillmd.com/skills/klotzkette/schriftsatzkern-substantiierung-11

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# Klage oder Antrag im gewerblichen Rechtsschutz substantiiert ausformulieren


## Arbeitsweg

- Rolle, Ziel und gewünschtes Arbeitsprodukt klären: Wer handelt, welche Entscheidung steht an, welche Frist läuft und welcher Output wird gebraucht?
- Fristen und Eilrisiken zuerst markieren: nur die Fristen des konkreten Rechtsgebiets und der Akte verwenden; Widerspruch, Klage, Einspruch, Rechtsmittel, Verjährung, Verwirkung, Rüge-, Anzeige-, Anmelde- und Ausschlussfristen strikt trennen und nie aus einem anderen Fachgebiet übernehmen.
- Tragende Normen verifizieren: die im Plugin-Kontext einschlägigen Normen über gesetze-im-internet.de, dejure.org, eur-lex.europa.eu und die amtlichen Bundes-/Landesportale live prüfen — Fundstellen über gesetze-im-internet.de, dejure.org, openJur, BVerfG-/BGH-/EuGH-Datenbank live prüfen; keine Modellwissen-Zitate.
- Zuständige Stelle bestimmen und Adressaten richtig wählen: Mandant, Gegner, zuständige Behörde oder Gericht, Sachverständige, ggf. EU-/internationale Stelle (siehe Skill-Detail).
- Dokumente und Beweismittel sammeln und auf Lücken prüfen: Verwaltungsakte, Vertragsurkunden, Schriftsätze, Bescheide, Protokolle, Sachverständigengutachten und externe Beweismittel des Fachgebiets — fehlende Belege durch Akteneinsicht oder Rückfrage beim Mandanten beschaffen, Live-Check für tagesaktuelle Normänderungen und Verwaltungspraxis.

**Fokus:** Klage oder Antrag im gewerblichen Rechtsschutz substantiiert ausformulieren. § 14 MarkenG § 139 PatG § 8 UWG §§ 253 286 ZPO. Prüfraster: Anspruchsgrundlage Sachverhalt Beweisangebot Streitwert Antrag. Output: Schriftsatzkern Klage- oder Antragsentwurf. Abgrenzung: nicht für außergerichtliche Abmahnungen.

### Schriftsatzkern und Substantiierung im Marken-, Patent-, Design- und Wettbewerbsrecht

## Triage zu Beginn

1. **Schriftsatztyp:** Abmahnung, einstweiliger Verfuegungsantrag, Unterlassungsklage, Loeschungsklage Marke oder Schadensersatzklage?
2. **Anspruchsgrundlage:** §§ 14, 18, 19 MarkenG? §§ 38 ff. DesignG? §§ 3 ff. UWG? §§ 97 ff. UrhG? §§ 139 ff. PatG?
3. **Zuständigkeit:** LG (Markenkammern) oder Spezialgerichte? OLG als Beschwerdegericht?
4. **Fristen:** Klage-/Widerspruchs-/Einspruchs-/Beschwerdefrist eingehalten und notiert?
5. **Beweislage:** Welche Urkunden, Zeugen, Sachverstaendige stehen zur Verfuegung?
6. **Gegnerische Einwaende vorausschauen:** Was wird die Gegenseite entgegenhalten?
- **Was will der Mandant wirklich erreichen?** (Nicht: was steht im Standardweg, sondern: welches Ergebnis ist für den Mandanten persoenlich/wirtschaftlich das beste? Manchmal ist der schnellere Vergleich besser als der formal "richtige" Weg.)

## Zentrale Normen und Paragrafenkette

Markenrecht:
§ 14 Abs. 2 MarkenG (Verletzung) → § 14 Abs. 5 MarkenG (Unterlassung) → § 14 Abs. 6 MarkenG (Schadensersatz) → § 18 MarkenG (Vernichtung/Rueckruf) → § 19 MarkenG (Auskunft) → §§ 195, 199 BGB (Verjährung 3 Jahre)

UWG:
§ 3 UWG (Generalklausel) → § 3a/§ 5/§ 7 UWG (Tatbestand) → § 8 Abs. 1 UWG (Unterlassung) → § 8 Abs. 3 UWG (Aktivlegitimation) → § 9 UWG (Schadensersatz) → § 13 Abs. 3 UWG (Abmahnkosten) → § 8c UWG (Missbrauch)

DesignG:
§ 38 Abs. 1 DesignG (Unterlassung) → § 42 DesignG (Schadensersatz) → § 43 DesignG (Auskunft) → §§ 195, 199 BGB (Verjährung)

## Aufbauschema Schriftsatz

### A. Rubrum

- Parteien (Bezeichnung wie im Vorprozess oder Bescheid, exakte Schreibweise!).
- Zustellungsanschrift Bevollmaechtigte.
- Gericht/Behörde (Zuständigkeit prüfen und im Schriftsatz darstellen, wenn streitig).
- Aktenzeichen; Streitwert.

### B. Antraege

- Leistungsantrag (zu zahlen, zu unterlassen, zu beseitigen, herauszugeben).
- Feststellungsantrag (Feststellungsinteresse darlegen).
- Hilfsantraege staffeln (von eng nach weit oder von hoch nach niedrig).

### C. Tatsachenvortrag

1. **Sachverhalts-Chronologie** mit konkreten Daten (Tag, Uhrzeit, Ort, Personen).
2. **Mandantenseitige Tatsachenbehauptungen** mit Beweisangeboten.
3. **Gegnerisches Verhalten** mit Belegen (Schreiben, Aussage, Verhalten).
4. **Schaden/Folgen** bezifferbar (Hauptforderung, Nebenforderung, Zinsen, Folgekosten).

### D. Rechtliche Wuerdigung

1. **Anspruchsgrundlage** nennen (z.B. § 14 Abs. 2 Nr. 2 MarkenG i.V.m. § 14 Abs. 5 MarkenG).
2. **Tatbestandsmerkmale** durchgehen; jedes Merkmal wird gegen den Tatsachenvortrag gespiegelt.
3. **Einwendungen** der Gegenseite vorwegnehmen und entkraeften.
4. **Rechtsprechungsverweise:** Leitsaetze mit Az. und Rn. konkret zitieren.
5. **Subsumtions-Ergebnis** klar formulieren.

### E. Beweisangebote

- Urkundenbeweis: konkrete Anlage Kxx benennen, Inhalt genau beschreiben.
- Zeugenbeweis: Name, ladungsfaehige Anschrift, Beweisthema in einem Satz.
- Sachverstaendigenbeweis: ggf. Privatgutachten beifuegen, gerichtliches Gutachten beantragen.
- Parteivernehmung als letzte Stufe mit Antrag § 448 ZPO und Indiziengeruest.

### F. Anlagenverzeichnis

- K1, K2 ... durchnummeriert (Antragstellerin/Klägerin).
- Bei Beklagten B1, B2 ...
- Jede Anlage mit Datum, Absender, Empfaenger, Inhaltsbeschreibung in einem Satz.

## Strategische Optionen (vor dem Template entscheiden)

Bevor das Template eins-zu-eins gefuellt wird, ist zu prüfen welche Variante zur Mandantenkonstellation passt. Das Template ist **eine** moegliche Form — nicht die einzige.

| Konstellation | Empfohlener Weg |
|---|---|
| Standard — Schriftsatz im gewerblichen Rechtsschutz substantiieren | Output-Template Markenverletzung als Grundlage; Prüfkette unten |
| Variante A — Patentrecht statt Marken-/Urheberrecht | Technische Sachverhaltsbeschreibung verstaerken; Patentzeichnungen als Anlage |
| Variante B — einstweilige Verfuegung | Kurze Substantiierung; Dringlichkeit und Verfuegungsanspruch im Vordergrund |
| Variante C — Gegenseite hat starke Gegenrechte | Praeventivargumentation aufbauen; Defensivpositionen einbeziehen |

Wenn die Mandantenkonstellation **nicht** ins Standardschema passt, ist das Template anzupassen oder durch ein anderes Skill abzuloesen — nicht das Mandat in das Schema zu pressen.

## Output-Template Klageschrift Markenverletzung (Auszug)

**Adressat:** LG [ORT] — [Markenkammer] — Tonfall sachlich-juristisch

```
An das Landgericht [ORT]
[Anschrift]

KLAGE

der [NAME MANDANT], [ADRESSE]
— Klaegetin —
Prozessbevollmaechtigte: [KANZLEI, ADRESSE]

gegen

[BEKLAGTE], [ADRESSE]
— Beklagte —

wegen Markenverletzung und Schadensersatz

Streitwert: [BETRAG] EUR

Wir zeigen die anwaltliche Vertretung der Klaegerin an und erheben Klage
mit den folgenden Antraegen:

I. ANTRAEGE

1. Die Beklagte wird verurteilt, es bei Meidung eines für jeden Fall der
 Zuwiderhandlung festzusetzenden Ordnungsgeldes bis zu 250.000 EUR, ersatzweise
 Ordnungshaft, zu unterlassen, im geschaeftlichen Verkehr das Zeichen [ZEICHEN]
 für Waren/Dienstleistungen der Klasse [X] zu benutzen.

2. Die Beklagte wird verurteilt, der Klaegerin Auskunft zu erteilen ueber
 [UMFANG AUSKUNFTSANSPRUCH § 19 MarkenG].

3. Die Beklagte wird verurteilt, an die Klaegerin Schadensersatz in Hoehe
 von [BETRAG] EUR nebst Zinsen zu zahlen (hilfsweise: Schadensersatz nach
 Lizenzanalogie in einer durch das Gericht nach § 287 ZPO zu schaetzenden Hoehe).

II. BEGRUENDUNG

A. Sachverhalt

[CHRONOLOGISCHE SACHVERHALTSDARSTELLUNG mit konkreten Daten, Orten, Personen]

Beweis: [ANLAGE K1 — Registrierungsnachweis Marke]
 [ANLAGE K2 — Verwendungsbeispiel der Beklagten vom TT.MM.JJJJ]
 [ANLAGE K3 — Eidesstattliche Versicherung]

B. Rechtliche Wuerdigung

1. Verwechslungsgefahr § 9 Abs. 1 Nr. 2 i.V.m. § 14 Abs. 2 Nr. 2 MarkenG
 [...]

[ORT, DATUM]
[KANZLEI / NAME, UNTERSCHRIFT]

ANLAGENVERZEICHNIS
K1: Registerauszug Marke [DPMA-AZ] vom [DATUM]
K2: Screenshot/Produkt-Aufnahme Beklagte vom [DATUM]
K3: Eidesstattliche Versicherung [NAME] vom [DATUM]
```

--- vor Versand klären ---
1. Welches Verhandlungsziel hat der Mandant? [Bestand / Abfindung / Reputation / Schnelle Loesung]
2. Welche Kompromisslinien sind absolut? [Mindestabfindung / Freistellung / Zeugnisformulierung]
3. Sind Anschlusswege erwuenscht? [Mediation / Direktgespraech / Settlement vor Klageerhebung]

<!-- BEGIN ausformulierungspflicht (autogen) -->
> **Ausformulierungspflicht und Formatstandard.** Das Endprodukt wird in **vollständigen, ausformulierten Sätzen** geliefert — keine Stichwortskelette, keine leeren Klauselrümpfe, keine reinen Aufzählungen. Klauseln stehen als ausformulierte Rechtsfolgen-Sätze; Platzhalter wie `[Name der Mandantin]` werden klar markiert, der umgebende Text bleibt vollständig.
>
> **Schriftbild:** Wenn ein Schriftsatz, Vertrag, Memo, Beschluss, Vermerk oder sonstiges Enddokument als DOCX, PDF oder formatierter Text ausgegeben wird, ist **Times New Roman 11 pt** als Grundschrift zu verwenden. Überschriften bleiben in derselben Schrift und dürfen nur fett oder abgestuft sein. Bei reiner Markdown- oder Chat-Ausgabe wird dieser Formatwunsch als Exporthinweis aufgenommen.
>
> **Nummerierung:** Gliederung ausschließlich dezimal (`1`, `1.1`, `1.1.1` und so weiter). Keine römischen Ziffern, keine Buchstaben- oder Mischgliederung.
<!-- END ausformulierungspflicht (autogen) -->

## Prüfkette vor Versand

1. Antrag tenoriert (urteilstauglich, vollstreckbar)?
2. Jede Tatbestandsmerkmal-Subsumtion mit eigener Tatsache + Beweis hinterlegt?
3. Frist eingehalten (Eingangsstempel/elektronische Uebermittlung)?
4. Zuständigkeit positiv festgestellt?
5. Streitwert plausibel, ggf. Anlage Streitwert-Berechnung?
6. Anlagenverzeichnis vollstaendig und nummerisch konsistent?
7. beA-/EGVP-Konformitaet (PDF/A, ERVV-Signatur)?
8. Vier-Augen-Prüfung durch Sozius oder Senior-Anwaeltin?

## Substantiierungs-Fallen im gewerblichen Rechtsschutz

- **Pauschaltatsachen** ohne konkrete Daten ("seit Jahren", "regelmaessig") werden vom Gericht uebergangen.
- **Beweisangebot zur falschen Tatsache:** Beweisthema deckt nur Teilaussage ab.
- **Verspaeteter Vortrag** § 296 ZPO: Ruegepflicht-Fristen beachten.
- **Anspruchskonkurrenz** nicht vollstaendig ausgeschoepft: MarkenG + UWG + UrhG können kumulieren.
- **Verwechslungs-Analyse zu kurz**: alle drei Dimensionen (klanglich, schriftbildlich, begrifflich) bearbeiten.

## Cross-Refs

- `erstgespraech-mandatsannahme` — Tatsachen-Grundlage und Streitwertskizze
- `vergleichsverhandlung-strategie` — paralleler Vergleichsversuch
- `fachanwalt-gewerblicher-rechtsschutz-abmahnung-uwg` — UWG-spezifische Bausteine

> Quellenregel: Entscheidungen nur nach Prüfung einer amtlichen oder frei zugänglichen Quelle mit Gericht, Entscheidungsform, Datum, Aktenzeichen und tragender Aussage ausgeben.

