# Digitale Dividende Wirkungsmessung

> Anleitung zur Messung und sinnvollen Verwendung der durch Digitalisierung freigesetzten Ressourcen (digitale Dividende) in einer Verwaltungseinheit, etwa eingesparte Bearbeitungszeit nach Einfuehrung eines Fachverfahrens. Methodik Ausgangsmessung Wirkungsmessung Verwendungsplanung Kommunikation. Output ausformulierter Bericht mit Kennzahlen und Verwendungsvorschlag fuer die freigesetzten Ressourcen.

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- Author: markusbegerow (https://skillmd.com/u/markusbegerow)
- Updated: 2026-09-17
- Page: https://skillmd.com/skills/markusbegerow/digitale-dividende-wirkungsmessung

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> Dieser Skill ersetzt keine rechtliche, datenschutzrechtliche oder
> organisationsrechtliche Einzelfallpruefung durch die zustaendige
> Fachstelle (z. B. Personalrat, Gleichstellungsbeauftragte,
> Organisationsreferat) und keine verbindliche Entscheidung der
> zustaendigen Behoerde. Die Ausgabe ist eine Arbeitshilfe ohne Gewaehr. Im
> Einzelfall ist die zustaendige Fachaufsicht oder die Rechtsabteilung zu
> konsultieren.

# Messung und Verwendung der digitalen Dividende

## Zweck / Anwendungsfall

Unterstuetzung bei der Messung der sogenannten digitalen Dividende — also
der durch ein Digitalisierungsvorhaben freigesetzten Ressourcen, etwa
eingesparte Bearbeitungszeit, reduzierte Medienbrueche oder geringerer
Korrekturaufwand — und bei der Erarbeitung eines Vorschlags, wie diese
Ressourcen sinnvoll innerhalb der Organisationseinheit verwendet werden
koennen (z. B. Abbau von Rueckstaenden, Qualitaetsverbesserung,
Weiterbildung, statt unreflektierter Stellenstreichung).

## Eingaben

- Digitalisierungsvorhaben, dessen Wirkung gemessen werden soll
  (Fachverfahren, Prozessaenderung, Automatisierung).
- Verfuegbare Daten zur Ausgangslage (Bearbeitungszeiten, Fallzahlen,
  Personaleinsatz vor der Umstellung), soweit vorhanden.
- Zeitpunkt und Umfang der bisherigen Einfuehrung (Pilotphase,
  Teilrollout, vollstaendiger Regelbetrieb).
- Ziel der Verwendung der freigesetzten Ressourcen, soweit bereits
  politisch oder organisatorisch vorgegeben (z. B. Haushaltskonsolidierung,
  Qualitaetsoffensive, Rueckstandsabbau).
- Beteiligungsstrukturen (Personalrat, Fuehrungsebene), die bei der
  Verwendungsentscheidung einzubinden sind.

## Ablauf / Checkliste

1. Sachverhalt aufbereiten: Digitalisierungsvorhaben, betroffene
   Organisationseinheit und Zeitraum der Betrachtung zusammenfassen.
2. Ausgangsmessung einordnen: pruefen, ob belastbare Daten zur Situation
   vor der Umstellung vorliegen (Bearbeitungszeit je Fall,
   Personalbindung, Fehlerquote); fehlende Datenbasis als Luecke
   benennen.
3. Wirkungsgroessen festlegen: messbare Indikatoren fuer die digitale
   Dividende definieren (z. B. eingesparte Bearbeitungsminuten je Fall,
   reduzierte Durchlaufzeit, geringerer Nacharbeitsaufwand).
4. Erhebung durchfuehren bzw. einordnen: wie und in welchem Turnus die
   Kennzahlen erhoben werden (Fachverfahrensstatistik, Stichproben,
   Mitarbeiterbefragung).
5. Verwendungsoptionen strukturieren: typische Verwendungsrichtungen
   gegenueberstellen (Rueckstandsabbau, Qualitaetsverbesserung,
   Weiterbildung, neue Aufgaben, Personalplanung) und deren jeweilige
   Vor- und Nachteile benennen.
6. Beteiligung einordnen: pruefen, ob die Verwendungsentscheidung
   mitbestimmungspflichtig ist oder den Personalrat sowie die
   Fuehrungsebene fruehzeitig einbeziehen sollte (als Pruefhinweis, keine
   abschliessende Rechtspruefung).
7. Schnittstelle zur Kommunikation herstellen: Hinweis auf Skill
   `changemanagement-digitalisierungsprojekt-ablauf`, um die Verwendung
   der digitalen Dividende intern nachvollziehbar zu kommunizieren und
   Sorgen vor Stellenabbau sachlich zu begegnen.
8. Wirkungskontrolle planen: in welchem Abstand die Kennzahlen erneut
   erhoben und mit der Verwendungsentscheidung abgeglichen werden.
9. Ergebnis ausformulieren mit Kennzahlenuebersicht, Verwendungsvorschlag
   und verbleibenden Datenluecken.

## Quellenpflicht

Verbindlich: `../../../references/zitierweise-verwaltung.md`. Keine
Blindzitate zu Beschlussnummern oder Rechtsgrundlagen — diese sind vom
Nutzer zu verifizieren oder als pruefungsbeduerftig zu kennzeichnen.

## Ausgabeformat

- Vollstaendig ausformulierte Pruefung im Pruefberichtsstil, kein reines
  Stichpunkt-Endergebnis.
- Stand-Datum angeben.
- Klar abgegrenztes Ergebnis am Ende ("Ergebnis: ...").
- Hinweis auf verbleibende Unsicherheiten, insbesondere bei unsicherer
  Datenbasis.

## Beispiele

Beispiel (fiktiv): Ein Landratsamt hat die Bearbeitung von Antraegen auf
Wohngeld auf ein elektronisches Fachverfahren umgestellt. Die
Ausgangsmessung zeigt eine durchschnittliche Bearbeitungszeit von 35
Minuten je Fall vor der Umstellung; sechs Monate nach Einfuehrung liegt
sie bei 22 Minuten. Die freigesetzte Zeit von rechnerisch rund 1,5
Vollzeitstellen wird je zur Haelfte fuer den Abbau eines bestehenden
Bearbeitungsrueckstands und fuer eine intensivere Erstberatung der
Antragstellenden verwendet. Der Personalrat wird vor der endgueltigen
Verwendungsentscheidung ueber den Vorschlag informiert.

## Normen und Standards

- Haushaltsrechtliche Vorgaben zur Wirtschaftlichkeit und Sparsamkeit der
  Verwaltung (z. B. Landeshaushaltsordnung, Fundstelle vor Verwendung
  verifizieren).
- Einschlaegiges Personalvertretungsrecht zur Beteiligung bei
  personalwirksamen Auswirkungen von Digitalisierungsmassnahmen
  (Fundstelle vor Verwendung verifizieren).
- Interne Controlling- und Kennzahlenkonzepte der Behoerde, soweit
  vorhanden.

