# Produktmarkt Nachfragesubstitution

> Kernschritt jeder Marktabgrenzung: sachlicher Markt aus Nachfragersicht bestimmen. Prüft funktionale Austauschbarkeit Preisreagibilitaet qualitative Unterschiede Verwendungszweck Bedarfsdeckungsaequivalenz. Normen § 18 GWB Art. 102 AEUV EU-Bekanntmachung Marktdefinition 2024 ABl 2024/C 1645. Prüfraster Verallgemeinerungsannahmen fehlende Differenzierungen nach Kundensegmenten SSNIP-Test. Output Nachfragesubstitutions-Memo mit Marktdefinition und Argument-Schwachstellen-Liste. Abgrenzung: produktmarkt-angebotsumstellung für Supply-Side-Perspektive.

- Skill: `thomasmoreai/produktmarkt-nachfragesubstitution` (Agent Skill)
- Install (CLI): `npx skillmds@latest add thomasmoreai/produktmarkt-nachfragesubstitution`
- Raw SKILL.md: https://api.skillmd.com/api/skills/thomasmoreai/produktmarkt-nachfragesubstitution/raw
- Safety review: PASS (external: skill-scanner PASS, skillspector PASS)
- Works with: Claude Code, Claude.ai, OpenAI Codex
- Category: Coding & Dev Tools
- License: Apache-2.0
- Author: ThomasMoreAI (https://skillmd.com/u/thomasmoreai)
- Updated: 2026-09-17
- Page: https://skillmd.com/skills/thomasmoreai/produktmarkt-nachfragesubstitution

---


# Produktmarkt — Nachfragesubstitution

## Rechtlicher Rahmen

Die Nachfragesubstituierbarkeit ist das primäre Instrument der sachlichen Marktabgrenzung. Die Kommission folgt in ihrer Bekanntmachung zur Marktdefinition (2024) dem Grundsatz: Ein Markt umfasst alle Produkte, die aus Sicht der Nachfrager funktionell austauschbar sind.

Einschlägige Prüfmaßstäbe:
- EU-Kommission, Bekanntmachung zur Marktdefinition, ABl. 2024/C 1645 (Nachfolger Bekanntmachung 1997, ABl. C 372/5).
- § 18 Abs. 1 Nr. 1 GWB: Nachfrager können nicht auf andere Anbieter ausweichen.
- EuGH, Rs. 27/76 — *United Brands*: Bananen als eigener Markt wegen Besonderheiten für Kleinkinder, Kranke und ältere Menschen.

## Prüfungsschritte

### 1. Funktionale Austauschbarkeit

- Decken die Produkte denselben Bedarf?
- Können Nachfrager ohne erhebliche Anpassungskosten wechseln?
- Wird derselbe Verwendungszweck erfüllt?

Dokumentation: Auflistung aller Produkte, die als Substitute behauptet werden, mit Begründung für Einschluss/Ausschluss.

### 2. Preisreagibilität

- Führt eine Preiserhöhung von 5–10 Prozent für Produkt A zu einer spürbaren Abwanderung zu Produkt B?
- Sofern Elastizitätsdaten vorhanden: Kreuzpreiselastizität-Schwelle (in der Praxis: > 0,5 als Indiz für Substitution).
- Wenn keine Daten: Begründung der Substitutionsvermutung durch qualitative Indikatoren.

### 3. Qualitative Unterschiede

Checkliste zu trennenden Merkmalen:
- Technische Standards und Normen (z.B. Medizinproduktezulassung)
- Marken- und Wahrnehmungsunterschiede (sog. "commercial reality")
- Regulatorische Anforderungen für Einsatz des Produkts
- Kundensegmentierung (Konsumenten vs. professionelle Verwender)

### 4. Verallgemeinerungscheck

Häufige Fehler:
- Aggregation heterogener Produkte zu einem Markt ohne Begründung.
- Vernachlässigung von Primär- vs. Sekundärmarktstruktur.
- Fehlende Differenzierung nach Kundensegmenten mit unterschiedlichen Ausweichmöglichkeiten.

### 5. Bewertungsmatrix

| Kriterium | Erfüllt | Nicht erfüllt | Offen |
|-----------|---------|--------------|-------|
| Funktionale Deckung | | | |
| Preisreagibilität | | | |
| Qualitative Äquivalenz | | | |
| Kundensegmentierung | | | |
| Methodische Begründung | | | |

## Zwischenergebnis

Stufe: **eng / angemessen / zu weit** — mit Kurzformulierung der Hauptschwäche.

## Leitentscheidungen Nachfragesubstitution

- Rechtsprechung: keine Entscheidung aus Modellwissen zitieren; vor Ausgabe über offizielle oder frei zugängliche Quelle mit Gericht, Entscheidungsform, Datum, Aktenzeichen und tragender Aussage verifizieren.

## Quellenregel

Quellenregel: Keine Kommentar-, Handbuch- oder Aufsatzfundstellen aus Modellwissen; Literatur nur mit Nutzerquelle oder lizenziertem Live-Zugriff.

