Decision-Briefing — Viele Entscheidungen eines Themas strukturiert abarbeiten
Aus einem Berg offener Entscheidungen wird ein nummeriertes Briefing mit Empfehlungen, das der User blitzschnell per Buchstaben beantworten kann — einzeln oder im Batch.
Wann nutzen?
Immer, sobald mehrere Entscheidungen anstehen — themenunabhängig. Typische Situationen:
- In einem Bereich/Thema haben sich viele offene Entscheidungen angesammelt
- Ein Dokument (Plan, TODO-Liste, Konzept) enthält mehrere unentschiedene Punkte
- Im Gespräch sind nacheinander mehrere Entscheidungsfragen aufgelaufen
- Der Agent hat selbst mehrere Rückfragen an den User — statt sie einzeln zu stellen, als Briefing bündeln
- Der User will offene Punkte schnell und fundiert "wegarbeiten"
Trigger-Wörter: offene Entscheidungen, Entscheidungs-Session, Briefing, abarbeiten, durchgehen, entscheiden wir das mal alles
Abgrenzung: decide liefert Frameworks für EINE Frage. decision-briefing koordiniert die Abarbeitung VIELER Entscheidungen eines Themas — und setzt decide bei komplexen Einzelfällen ein. Ist eine Entscheidung bereits getroffen/analysiert und soll nur noch als executive Kurzform (Pro/Contra, Talking Points, Empfehlung, Link zur Vollanalyse) weitergegeben werden, übernimmt decision-shot die Darstellung — kein Konkurrenzskill, sondern das Ausgabeformat danach.
Kern-UX
Das Herzstück ist das Briefing-Format. Jede Entscheidung wird so vorgelegt, dass die Antwort nur einen Buchstaben kostet:
- Nummerierung:
[E01],[E02], … — stabile Referenz über die ganze Session - Kurze Frage + 1–2 Sätze Kontext
- Optionen als Buchstaben A/B/C/D (2–4 Optionen, mehr nur wenn nötig)
- Markierte Empfehlung mit 1-Satz-Begründung (z.B.
→ Empfehlung: A — weil …) - Optional: Konsequenz-Hinweis (was folgt aus der Wahl)
Antwortformate des Users:
Einzeln: "E01: A" oder "1A"
Batch: "1A 2C 3B" oder "E01: A, E02: C, E03: B"
Vertiefen: "E02: mehr Info" oder "2?"
Vertagen: "E03: später"
Workflow (4 Phasen)
Thema + vorliegende Entscheidungen
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Phase 1: ERFASSEN & INVENTARISIEREN
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v
Phase 2: BRIEFING AUFBEREITEN
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Phase 3: DECISION-SESSION
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v
Phase 4: PROTOKOLL & RÜCKSCHREIBEN
Phase 1: Erfassen & Inventarisieren
Quellen: Was der User nennt, ein vorliegendes Dokument oder der Gesprächskontext. Kein systemweiter Scan — nur das, was vorliegt.
- Alle offenen Entscheidungen als Liste aufstellen (je 1 Zeile: Kurztitel)
- Duplikate erkennen und zusammenführen (gleiche Frage, mehrfach formuliert)
- Abhängigkeiten markieren ("E04 hängt von E01 ab")
- Reihenfolge festlegen: Blocker zuerst (Entscheidungen, von denen andere abhängen), dann nach Dringlichkeit
- Liste dem User kurz zur Bestätigung zeigen ("Habe ich alle? Fehlt etwas?")
Phase 2: Briefing aufbereiten
Pro Entscheidung:
[E01] <Kurze Frage>
Kontext: <1-2 Sätze: Warum steht das an? Was hängt dran?>
A) <Option>
B) <Option>
C) <Option>
→ Empfehlung: <Buchstabe> — <1-Satz-Begruendung>
(optional) Konsequenz: <Was folgt aus der Wahl / naechste Aktion>
Regeln für gute Optionen:
- Optionen müssen sich gegenseitig ausschließen und das Spektrum abdecken
- Bei Bedarf eine Option "Status quo behalten" oder "vertagen" mit aufnehmen
- Die Empfehlung ist transparent begründet — nie versteckt suggestiv
- Bei unklarer Faktenlage: erst klären (oder als offene Frage kennzeichnen), nicht raten
Phase 3: Decision-Session
- Briefing vorlegen — einzeln (eine Entscheidung pro Nachricht) oder als Batch (alle auf einmal); bei >5 Entscheidungen in Blöcken von 3–5
- Buchstaben-Antworten entgegennehmen und quittieren
- Bei "mehr Info"-Antwort: Entscheidung vertiefen (Methoden-Werkzeugkasten unten)
- Bei komplexen Einzelfällen (viele Kriterien, hohe Tragweite): an den decide-Skill eskalieren (Weighted Scoring, Scenario Analysis)
- Vertagte Entscheidungen explizit als offen weiterführen — nicht stillschweigend fallen lassen
Phase 4: Protokoll & Rückschreiben
- Ergebnis-Tabelle erstellen:
| Nr. | Entscheidung | Gewählt | Status |
|------|---------------------|----------|----------|
| E01 | <Kurztitel> | A | getroffen|
| E02 | <Kurztitel> | C | getroffen|
| E03 | <Kurztitel> | — | vertagt |
- Getroffene Entscheidungen in die Quelldokumente/TODO-Dateien eintragen — am Fundort der offenen Frage, z.B.:
ENTSCHEIDUNG: <Frage>
→ GETROFFEN 2026-06-13: Option A (<Kurzfassung>)
→ Nächste Aktion: <falls die Entscheidung eine Folgeaktion impliziert>
- Vertagtes explizit als offen führen (im Quelldokument oder in der TODO-Liste), damit es beim nächsten Briefing wieder auftaucht
Beispiel-Briefing (fiktiv)
Thema: Relaunch einer Vereinswebsite — 3 offene Entscheidungen aus dem Projektplan.
[E01] Welches System für die neue Website?
Kontext: Aktuelle Seite ist handgepflegtes HTML; 2 Personen sollen künftig Inhalte pflegen.
A) Static-Site-Generator (schnell, sicher, Pflege via Git)
B) Klassisches CMS mit Admin-Oberfläche
C) Website-Baukasten (gehostet)
→ Empfehlung: B — zwei nicht-technische Redakteure brauchen eine Oberfläche, kein Git.
[E02] Wie wird gehostet?
Kontext: Budget ~10 EUR/Monat, kein eigener Admin im Verein.
A) Shared Hosting beim bestehenden Anbieter
B) Eigener kleiner VPS
C) Managed Hosting passend zum gewählten System
→ Empfehlung: C — am wenigsten Wartungsaufwand ohne Admin; Konsequenz: hängt von E01 ab.
[E03] Wann geht die neue Seite live?
Kontext: Inhalte sind zu 60% migriert; Vereinsjubiläum in 3 Monaten.
A) Sofort als Soft-Launch (Rest nachziehen)
B) Nach vollständiger Inhaltsmigration
C) Zum Jubilaeum als Stichtag
→ Empfehlung: A — umkehrbar und liefert früh Feedback; finale Inhalte folgen.
User antwortet im Batch: "1B 2C 3A" → Ergebnis-Tabelle, dann werden die drei Entscheidungen im Projektplan als GETROFFEN eingetragen.
Methoden-Werkzeugkasten (für "mehr Info" und Vertiefung)
| Methode | Wann | Kurzbeschreibung |
|---|---|---|
| Pro/Contra-Matrix | 2–3 Optionen, schneller Vergleich | Alle Optionen nebeneinander bewerten |
| Nutzwertanalyse | Mehrere Kriterien | Gewichtete Kriterien, Punkte pro Option (quantitativ wenn möglich) |
| Second-Order Thinking | Tragweite unklar | Was sind die Folgen der Folgen? |
| Prämortem | Riskante Entscheidung | "Es ist schiefgegangen — warum?" Schwachstellen vorab finden |
| 10/10/10-Methode | Emotionale/zeitliche Verzerrung | Wie wirkt die Entscheidung in 10 Minuten / 10 Monaten / 10 Jahren? |
Arbeitsprinzipien
- Keine Entscheidungen aufdrängen: Informationen liefern, Empfehlung transparent begründen — der User entscheidet
- Bias-Erkennung: Denkfehler ansprechen, wenn sie sichtbar werden (Confirmation Bias, Sunk Cost)
- Reversibilität beachten: Umkehrbare Entscheidungen schnell entscheiden, finale gründlicher behandeln
- Zeitdruck berücksichtigen: Schnelle Entscheidungen brauchen einfachere Methoden — nicht jede Frage verdient eine Nutzwertanalyse
Session-Provenienz bei erzeugten Artefakten
Erstellt dieser Skill ein wichtiges neues, dauerhaft gespeichertes Briefing, einen Bericht, ein Handoff oder einen Receipt, endet das Artefakt mit genau einer Zeile:
session: <session-id> | <agent>@<host> | YYYY-MM-DD
- Quellenpriorität: explizite Laufzeit-/CLI-Angabe, dann autoritative Provider-Umgebung oder
Hook, sonst
unbekannt. Werte nie erraten. - Ein Subagent verwendet die Session-ID seiner Elternsession.
- Routine-Chat, konsultierte Quelldokumente, Policies,
CLAUDE.md, READMEs und bloß rückgeschriebene Entscheidungen erhalten keinen pauschalen Stempel. Altdateien werden nicht blind nachgestempelt.
Abgrenzung und Synergien
| Funktion | decide |
decision-briefing |
|---|---|---|
| Einzelne Entscheidung mit Framework strukturieren | ✓ | — |
| Viele Entscheidungen eines Themas inventarisieren | — | ✓ |
| Nummeriertes Briefing mit A/B/C-Optionen | — | ✓ |
| Batch-Antworten ("1A 2C 3B") | — | ✓ |
| Rückschreiben in Quelldokumente | — | ✓ |
| Fertige Analyse zu einer einzelnen Frage als Kurzform weitergeben | — | — (siehe decision-shot) |
Synergie: Bei komplexen Einzelfällen innerhalb einer Session wendet decision-briefing die Frameworks aus decide an (Weighted Scoring, Scenario Analysis). Für den größeren Denkprozess davor (Analyse → Ideen → Entscheidung) siehe structured-thinking.
Changelog
1.1.0 (2026-09-09)
- P-018 ergänzt Session-Provenienz für wichtige neu erzeugte Briefings, Berichte, Handoffs und Receipts; Quellenpriorität, Elternsession bei Subagenten und enge Ausschlüsse sind festgelegt.
1.0.0 (2026-06-13)
- Portiert aus dem BACH-Experten
decision-briefingv1.0.0; Scanner-Komponente (scanner.py, sources.json, Marker-Scans) bewusst entfernt — Erfassung erfolgt leichtgewichtig aus dem vorliegenden Kontext
Portiert aus BACH | Standalone-Version ohne Scanner
Siehe auch: decide (Frameworks für eine einzelne Entscheidung) | structured-thinking (Analyse → Ideen → Entscheidung als Meta-Workflow) | decision-shot (fertige Analyse als executive Kurzform mit Link zur Vollversion präsentieren)