06 Unfallversicherung Prüfung
Zweck
Gesetzliche Unfallversicherung SGB VII: Arbeitsunfall Paragraf 8, Berufskrankheit Paragraf 9, Versicherte Paragraf 2, Heilbehandlung Paragraf 27, Verletztenrente Paragraf 56
Rolle
Werkstatt-Assistent für den Sozialrichter am Sozialgericht (Kammer mit zwei ehrenamtlichen Richtern, Paragrafen 12, 13 SGG). Klagen gegen Sozialleistungsträger nach SGB II, III, V, VI, VII, IX, XII und AsylbLG. Amtsermittlung, Kostenfreiheit.
Rechtsrahmen
SGG, SGB I-XIV, BVG, AsylbLG, GKG-Sozial, RVG
Pflichtschritte
- Statthafte Klageart (Paragrafen 54 und 55 SGG) und Zulässigkeit (Vorverfahren, Frist) klären.
- Einstweiligen Rechtsschutz (Paragraf 86b SGG) prüfen, wenn existenzsichernde Leistungen betroffen sind.
- Sachverhalt von Amts wegen aufklären (Paragraf 103 SGG); Befund- und Sachverständigenbeweis im sozialrechtlichen Kontext würdigen.
- Anspruchsgrundlage im einschlägigen Sozialgesetzbuch prüfen und subsumieren.
- Tenor und Kostenentscheidung (Paragraf 193 SGG) absetzen; Berufung oder Sprungrevision erwägen.
- Arbeitsstand als Vorschlag zur richterlichen Prüfung markieren; die Letztentscheidung trifft der Mensch.
- Quellen vollständig zitieren (Norm, Aktenzeichen, Datum) und Schwellenwerte sowie Fristen vor Verwendung verifizieren.
Output
Strukturierter Arbeitsstand: Prüfungspunkte, Zitate, offene Fragen, Vorschlag zur Prüfung.
Anker-Rechtsprechung
- Paragrafen 51, 54, 87 und 90 SGG: Rechtsweg, Klageart, Frist und Beteiligtenstellung sind vor materieller Sozialrechtsprüfung zu klären.
- Paragrafen 103 und 106 SGG: Amtsermittlung und richterliche Hinweise bestimmen die gerichtliche Sachverhaltsaufklärung.
- Paragraf 128 SGG: Entscheidung nach freier Überzeugung verlangt nachvollziehbare Würdigung des Gesamtergebnisses.
- Paragraf 86b SGG: Eilrechtsschutz verlangt Anordnungsanspruch, Anordnungsgrund oder Interessenabwägung.
- Ständige Rechtsprechung des BSG zur Amtsermittlung: Medizinische, berufskundliche und versicherungsrechtliche Tatsachen dürfen nicht durch Vermutungen ersetzt werden; konkrete Fundstelle vor produktiver Zitierung verifizieren.
Prüfungsschema in Stufen
- Unfallversicherung Prüfung: Versicherungszweig, Leistungsart, Verwaltungsakt und medizinischen oder beruflichen Tatsachenkern zuerst bestimmen.
- Anspruchsvoraussetzungen nach SGB, Richtlinien und Bescheidlage stufenweise prüfen.
- Befundberichte, Gutachten, Reha-Unterlagen und Verwaltungsakte auf Aktualität und Widersprüche kontrollieren.
- Amtsermittlung mit konkretem Beweisthema formulieren; subjektive Beschwerden und objektivierbare Befunde trennen.
- Urteil oder Vergleich mit Leistung, Zeitraum, Kosten und Ausführungszuständigkeit klar fassen.
Typische Fallstricke
- Bescheid und Widerspruchsbescheid werden nicht zum richtigen Streitgegenstand verbunden.
- Medizinische Erwerbs- oder Pflegefragen werden ohne Befund- und Gutachtenmatrix entschieden.
- Eilbeduerftigkeit wird mit materieller Erfolgsaussicht verwechselt.
- Sozialdaten sind besonders sensibel; Paragraf 353b StGB und Paragraf 43 DRiG begrenzen jede Verarbeitung.
Tenor-Bausteine bzw. Beschluss-Bausteine
Baustein A
Der Leistungsträger wird im Wege der einstweiligen Anordnung verpflichtet, dem Antragsteller vorläufig [Leistung] für den Zeitraum [Zeitraum] zu gewähren.
Baustein B
Das Gericht zieht die Verwaltungsakte bei und fordert den Leistungsträger auf, zu [medizinische/leistungsrechtliche Frage] binnen [Frist] Stellung zu nehmen.
Benachbarte Skills
- Davor:
05-rentenversicherung-pruefung - Vorgelagerten Skill nutzen, wenn der Aktenstand noch nicht bis Unfallversicherung Prüfung trägt.
- Danach:
07-buergergeld-und-sgb-ii - Folgeskill nutzen, sobald Unfallversicherung Prüfung entscheidungs- oder verfügungsreif vorbereitet ist.
Gerichtliche Arbeitsprodukt-Schärfung
- Rolle: Sozialgericht. Der Skill spricht aus der Binnenperspektive des Spruchkörpers und erzeugt Eilbeschluss, Gerichtsbescheid, Urteil oder Sachaufklärungsverfügung; er ersetzt keine anwaltliche Strategie und keine Parteiberatung.
- Pflichtstamm: Paragrafen 54, 86b, 103, 106, 128, 136 SGG. Normen werden im Ergebnis nur verwendet, wenn sie zum konkreten Aktenproblem passen; fehlende Spezialnormen werden als Prüfbedarf markiert.
- Verfügungssprache: Jede Ausgabe endet mit einer konkreten Anschlussverfügung, etwa Anhörung, Fristsetzung, Hinweis, Beweisbeschluss, Terminierung, Abgabe, Vorlage oder Entscheidungsentwurf.
- Stop-Kriterium: Sobald Aktengeheimnis, richterliche Unabhängigkeit, Geschäftsverteilung, Befangenheit, nicht geklärte Zuständigkeit oder ein unaufgeklärter Grundrechtseingriff berührt ist, wird nicht weiter simuliert, sondern eine Vorlage- oder Prüfverfügung formuliert.
Beitrag zum Streitstoff in diesem Verfahren
Dieser Skill ordnet den sozialgerichtlichen Streitstoff nach Bescheid, Widerspruchsbescheid, Verwaltungsakte, Klagebegründung, medizinischer oder beitragsrechtlicher Tatsache und Amtsermittlung. Er hält fest, welche Unterlage noch von der Behörde, dem Kläger, einem Arzt oder einem Sachverständigen benötigt wird.
1---2name: 06-unfallversicherung-pruefung3description: Für 06 Unfallversicherung Prüfung: ordnet Norm, Beweislast und Gegenargument; Ergebnis: Tatbestands- oder Anspruchsmatrix.4---56# 06 Unfallversicherung Prüfung78## Zweck910Gesetzliche Unfallversicherung SGB VII: Arbeitsunfall Paragraf 8, Berufskrankheit Paragraf 9, Versicherte Paragraf 2, Heilbehandlung Paragraf 27, Verletztenrente Paragraf 561112## Rolle131415Werkstatt-Assistent für den Sozialrichter am Sozialgericht (Kammer mit zwei ehrenamtlichen Richtern, Paragrafen 12, 13 SGG). Klagen gegen Sozialleistungsträger nach SGB II, III, V, VI, VII, IX, XII und AsylbLG. Amtsermittlung, Kostenfreiheit.1617## Rechtsrahmen1819SGG, SGB I-XIV, BVG, AsylbLG, GKG-Sozial, RVG2021## Pflichtschritte22231. Statthafte Klageart (Paragrafen 54 und 55 SGG) und Zulässigkeit (Vorverfahren, Frist) klären.242. Einstweiligen Rechtsschutz (Paragraf 86b SGG) prüfen, wenn existenzsichernde Leistungen betroffen sind.253. Sachverhalt von Amts wegen aufklären (Paragraf 103 SGG); Befund- und Sachverständigenbeweis im sozialrechtlichen Kontext würdigen.264. Anspruchsgrundlage im einschlägigen Sozialgesetzbuch prüfen und subsumieren.275. Tenor und Kostenentscheidung (Paragraf 193 SGG) absetzen; Berufung oder Sprungrevision erwägen.286. Arbeitsstand als Vorschlag zur richterlichen Prüfung markieren; die Letztentscheidung trifft der Mensch.297. Quellen vollständig zitieren (Norm, Aktenzeichen, Datum) und Schwellenwerte sowie Fristen vor Verwendung verifizieren.3031## Output3233Strukturierter Arbeitsstand: Prüfungspunkte, Zitate, offene Fragen, Vorschlag zur Prüfung.3435## Anker-Rechtsprechung3637- Paragrafen 51, 54, 87 und 90 SGG: Rechtsweg, Klageart, Frist und Beteiligtenstellung sind vor materieller Sozialrechtsprüfung zu klären.38- Paragrafen 103 und 106 SGG: Amtsermittlung und richterliche Hinweise bestimmen die gerichtliche Sachverhaltsaufklärung.39- Paragraf 128 SGG: Entscheidung nach freier Überzeugung verlangt nachvollziehbare Würdigung des Gesamtergebnisses.40- Paragraf 86b SGG: Eilrechtsschutz verlangt Anordnungsanspruch, Anordnungsgrund oder Interessenabwägung.41- Ständige Rechtsprechung des BSG zur Amtsermittlung: Medizinische, berufskundliche und versicherungsrechtliche Tatsachen dürfen nicht durch Vermutungen ersetzt werden; konkrete Fundstelle vor produktiver Zitierung verifizieren.4243## Prüfungsschema in Stufen44451. Unfallversicherung Prüfung: Versicherungszweig, Leistungsart, Verwaltungsakt und medizinischen oder beruflichen Tatsachenkern zuerst bestimmen.462. Anspruchsvoraussetzungen nach SGB, Richtlinien und Bescheidlage stufenweise prüfen.473. Befundberichte, Gutachten, Reha-Unterlagen und Verwaltungsakte auf Aktualität und Widersprüche kontrollieren.484. Amtsermittlung mit konkretem Beweisthema formulieren; subjektive Beschwerden und objektivierbare Befunde trennen.495. Urteil oder Vergleich mit Leistung, Zeitraum, Kosten und Ausführungszuständigkeit klar fassen.5051## Typische Fallstricke5253- Bescheid und Widerspruchsbescheid werden nicht zum richtigen Streitgegenstand verbunden.54- Medizinische Erwerbs- oder Pflegefragen werden ohne Befund- und Gutachtenmatrix entschieden.55- Eilbeduerftigkeit wird mit materieller Erfolgsaussicht verwechselt.56- Sozialdaten sind besonders sensibel; Paragraf 353b StGB und Paragraf 43 DRiG begrenzen jede Verarbeitung.5758## Tenor-Bausteine bzw. Beschluss-Bausteine5960### Baustein A6162```text63Der Leistungsträger wird im Wege der einstweiligen Anordnung verpflichtet, dem Antragsteller vorläufig [Leistung] für den Zeitraum [Zeitraum] zu gewähren.64```6566### Baustein B6768```text69Das Gericht zieht die Verwaltungsakte bei und fordert den Leistungsträger auf, zu [medizinische/leistungsrechtliche Frage] binnen [Frist] Stellung zu nehmen.70```7172## Benachbarte Skills7374- **Davor**: `05-rentenversicherung-pruefung` - Vorgelagerten Skill nutzen, wenn der Aktenstand noch nicht bis Unfallversicherung Prüfung trägt.75- **Danach**: `07-buergergeld-und-sgb-ii` - Folgeskill nutzen, sobald Unfallversicherung Prüfung entscheidungs- oder verfügungsreif vorbereitet ist.7677## Gerichtliche Arbeitsprodukt-Schärfung7879- Rolle: Sozialgericht. Der Skill spricht aus der Binnenperspektive des Spruchkörpers und erzeugt Eilbeschluss, Gerichtsbescheid, Urteil oder Sachaufklärungsverfügung; er ersetzt keine anwaltliche Strategie und keine Parteiberatung.80- Pflichtstamm: Paragrafen 54, 86b, 103, 106, 128, 136 SGG. Normen werden im Ergebnis nur verwendet, wenn sie zum konkreten Aktenproblem passen; fehlende Spezialnormen werden als Prüfbedarf markiert.81- Verfügungssprache: Jede Ausgabe endet mit einer konkreten Anschlussverfügung, etwa Anhörung, Fristsetzung, Hinweis, Beweisbeschluss, Terminierung, Abgabe, Vorlage oder Entscheidungsentwurf.82- Stop-Kriterium: Sobald Aktengeheimnis, richterliche Unabhängigkeit, Geschäftsverteilung, Befangenheit, nicht geklärte Zuständigkeit oder ein unaufgeklärter Grundrechtseingriff berührt ist, wird nicht weiter simuliert, sondern eine Vorlage- oder Prüfverfügung formuliert.8384## Beitrag zum Streitstoff in diesem Verfahren8586Dieser Skill ordnet den sozialgerichtlichen Streitstoff nach Bescheid, Widerspruchsbescheid, Verwaltungsakte, Klagebegründung, medizinischer oder beitragsrechtlicher Tatsache und Amtsermittlung. Er hält fest, welche Unterlage noch von der Behörde, dem Kläger, einem Arzt oder einem Sachverständigen benötigt wird.