ACC3 – Local Counsel briefen
Arbeitsweg
- Rolle, Ziel und gewünschtes Arbeitsprodukt klären: Wer handelt, welche Entscheidung steht an, welche Frist läuft und welcher Output wird gebraucht?
- Fristen und Eilrisiken zuerst markieren: nur die Fristen des konkreten Rechtsgebiets und der Akte verwenden; Widerspruch, Klage, Einspruch, Rechtsmittel, Verjährung, Verwirkung, Rüge-, Anzeige-, Anmelde- und Ausschlussfristen strikt trennen und nie aus einem anderen Fachgebiet übernehmen.
- Tragende Normen verifizieren: LuftVG; LuftSiG — Fundstellen über gesetze-im-internet.de, dejure.org, openJur, BVerfG-/BGH-/EuGH-Datenbank live prüfen; keine Modellwissen-Zitate.
- Zuständige Stelle bestimmen und Adressaten richtig wählen: Mandant, Gegner, zuständige Behörde oder Gericht, Sachverständige, ggf. EU-/internationale Stelle (siehe Skill-Detail).
- Dokumente und Beweismittel sammeln und auf Lücken prüfen: Verwaltungsakte, Vertragsurkunden, Schriftsätze, Bescheide, Protokolle, Sachverständigengutachten und externe Beweismittel des Fachgebiets — fehlende Belege durch Akteneinsicht oder Rückfrage beim Mandanten beschaffen, Live-Check für tagesaktuelle Normänderungen und Verwaltungspraxis.
Mandantenfall
- Deutsche Kanzlei soll in UAE Local Counsel briefen für ACC3-Carrier nach Designierungsverlust.
- Europäischer Carrier fragt nach ACC3-Anforderungen für neuen Drittland-Flughafen.
- Insolvenzverwalter beauftragt Kanzlei in Singapur für Fracht-Rückholung nach Insolvenz eines ACC3.
Erste Schritte
- Sachverhalt strukturieren: Parteien betroffene Luftfahrzeuge/Einrichtungen beteiligte Behörden und laufende Fristen.
- Einschlägige Normen identifizieren: EU-DVO 2015/1998 EU-VO 300/2008 LuftVG InsO Cape Town Convention.
- Register prüfen: LBA-Luftfahrzeugrolle AG-Braunschweig-Pfandrechtsregister ICAO-Cape-Town-Register je nach Fallrelevanz.
- Zuständigkeit klären: LBA vs. Landesbehörde vs. EASA vs. Verwaltungsgericht.
- Fristen sichern: Widerspruch (1 Monat) Klage (1 Monat) Insolvenzantrag (3/6 Wochen).
- Handlungsbedarf dokumentieren: Ampel-Vermerk mit konkreten nächsten Schritten.
Rechtsrahmen
EU-DVO 2015/1998 EU-VO 300/2008 LuftVG InsO Cape Town Convention – die einschlägigen Normen werden je nach Sachverhaltsebene (nationaler Betrieb EU-Recht internationales Recht) herangezogen und zu jedem Normzitat kurz erläutert.
- LuftVG §§ 6 20 29 31 64: Genehmigung Betrieb Register Aufsicht.
- LuftSiG §§ 7-9: Zuverlässigkeitsüberprüfung Sicherheitsprogramme Aufsicht.
- EU-VO 1008/2008 Art. 3-9: Betriebsgenehmigung finanzielle Leistungsfähigkeit Überwachung.
- Kapstadt-Regime nur bei Anwendbarkeit: Vertragsstaatenbezug und Erklärungen anhand des aktuellen UNIDROIT-Status prüfen; Deutschland hat Übereinkommen und Luftfahrzeugprotokoll nur unterzeichnet, nicht ratifiziert. Prioritäten folgen grundsätzlich Artikel 29 des Übereinkommens und Artikel XIV des Protokolls.
- LuftFzgG §§ 1-28: Nationales Pfandrecht Vollstreckung AG Braunschweig.
- InsO §§ 15a 17-19 47 50: Insolvenzantragspflicht Gläubigerrechte.
- VwGO §§ 68 74 80: Widerspruch Klage aufschiebende Wirkung.
- LuftSiG § 3c: Nationale Umsetzung der EU-Sicherheitsarchitektur; Zuständigkeit LBA.
- ICAO Annex 17 Std. 4.6: Frachtsicherheitskette; Verantwortung des Luftfrachtführers.
Prüfraster
- Ist zuständige Behörde korrekt adressiert?
- Sind alle Register vollständig abgefragt?
- Laufen Fristen – sind alle gesichert?
- Berührt der Fall einen Vertragsstaat, und bestehen internationale Registrierungen oder eine behördlich erfasste IDERA?
- Ist Insolvenzrisiko bewertet?
- Sind Sicherheitsauflagen auf Verhältnismäßigkeit geprüft?
- Ist der EU-Validator zugelassen und sein Bericht nicht älter als 3 Jahre?
- Sind alle Sub-Auftragnehmer in der Lieferkette als RA oder KC anerkannt?
Typische Fallstricke
- Falsche Behörde adressiert; Frist läuft unbemerkt ab.
- Cape-Town-Register nicht abgefragt; internationale Belastungen unerkannt.
- Insolvenzfrühzeichen ignoriert; Antragspflicht ausgelöst ohne Reaktion.
- Sicherheitsauflage als verhältnismäßig hingenommen ohne eigene Prüfung.
- ACC3-Validierungsbericht abgelaufen; Flights ab EU-Flughafen verboten bis Erneuerung.
- Sub-Auftragnehmer ohne KC-Status in Sicherheitsnachweis gelistet; ungültige Sicherheitserklärung.
Vertiefung Local-Counsel-Koordination
Bei grenzüberschreitenden Luftrechtsfällen ist die Koordination mit ausländischen Anwälten entscheidend:
- Informationspaket: Luftfahrzeugrolle-Auszug Cape-Town-Registerauszug Leasingvertrag AOC-Kopie und Behördenbescheide strukturiert übermitteln.
- Jurisdiktionsfragen: Welches Recht gilt für Sicherungsinteresse (Cape Town)? Welches für Betriebsgenehmigung (nationales Recht)? Klare Abgrenzung im Briefing.
- Fristen synchronisieren: Unterschiedliche Widerspruchs- und Klagfristen in verschiedenen Rechtsordnungen; gemeinsamen Fristenkalender anlegen.
- Haftungsfragen: Local Counsel haftet nach eigenem nationalen Recht; Haftungsfreistellung im Mandat klären.
Quellen
Hinweise für die Praxis
Dieser Skill deckt den Bereich ACC3-Zulassung und Sicherheitsvalidierung Luftfracht Drittstaaten ab. Folgende praktische Hinweise ergänzen die obigen Ausführungen:
- Briefing-Dokument immer auf Englisch und in verständlicher Sprache; kein deutsches Rechtsjargon.
- Zuständigkeit und anwendbares Recht im Briefing klar benennen.
- Honorar- und Haftungsfragen im Vorfeld klären; Engagement-Letter anfordern.
- Regelmäßige Status-Updates vereinbaren; gemeinsamen Fristenkalender führen.
Dokumentationspflichten
Für Mandate im Bereich ACC3-Zulassung und Sicherheitsvalidierung Luftfracht Drittstaaten sind folgende Dokumente regelmäßig anzufordern:
- Aktueller LBA-Luftfahrzeugrolle-Auszug mit Eigentumsangaben
- AG-Braunschweig-Registerauszug (Luftfahrzeugpfandrecht)
- Bei belegtem Vertragsstaatenbezug: aktuelles Search Certificate des International Registry und gegebenenfalls IDERA-Nachweis der nationalen Registerbehörde
- Gültige Betriebsgenehmigung und AOC-Kopie
- Leasingvertrag oder Eigentumsnachweis
- Aktuelle Behördenbescheide und Aufsichtskorrespondenz
1---2name: acc3-local-counsel-briefen3description: Für ACC3 – Local Counsel briefen: erstellt Entwurf mit Antrag, Beweis und Anlagen; Ergebnis: Schriftsatz mit Begründungs- und Anlagenlogik.4---56# ACC3 – Local Counsel briefen78## Arbeitsweg910- Rolle, Ziel und gewünschtes Arbeitsprodukt klären: Wer handelt, welche Entscheidung steht an, welche Frist läuft und welcher Output wird gebraucht?11- Fristen und Eilrisiken zuerst markieren: nur die Fristen des konkreten Rechtsgebiets und der Akte verwenden; Widerspruch, Klage, Einspruch, Rechtsmittel, Verjährung, Verwirkung, Rüge-, Anzeige-, Anmelde- und Ausschlussfristen strikt trennen und nie aus einem anderen Fachgebiet übernehmen.12- Tragende Normen verifizieren: LuftVG; LuftSiG — Fundstellen über gesetze-im-internet.de, dejure.org, openJur, BVerfG-/BGH-/EuGH-Datenbank live prüfen; keine Modellwissen-Zitate.13- Zuständige Stelle bestimmen und Adressaten richtig wählen: Mandant, Gegner, zuständige Behörde oder Gericht, Sachverständige, ggf. EU-/internationale Stelle (siehe Skill-Detail).14- Dokumente und Beweismittel sammeln und auf Lücken prüfen: Verwaltungsakte, Vertragsurkunden, Schriftsätze, Bescheide, Protokolle, Sachverständigengutachten und externe Beweismittel des Fachgebiets — fehlende Belege durch Akteneinsicht oder Rückfrage beim Mandanten beschaffen, Live-Check für tagesaktuelle Normänderungen und Verwaltungspraxis.1516## Mandantenfall1718- Deutsche Kanzlei soll in UAE Local Counsel briefen für ACC3-Carrier nach Designierungsverlust.19- Europäischer Carrier fragt nach ACC3-Anforderungen für neuen Drittland-Flughafen.20- Insolvenzverwalter beauftragt Kanzlei in Singapur für Fracht-Rückholung nach Insolvenz eines ACC3.2122## Erste Schritte23241. Sachverhalt strukturieren: Parteien betroffene Luftfahrzeuge/Einrichtungen beteiligte Behörden und laufende Fristen.252. Einschlägige Normen identifizieren: EU-DVO 2015/1998 EU-VO 300/2008 LuftVG InsO Cape Town Convention.263. Register prüfen: LBA-Luftfahrzeugrolle AG-Braunschweig-Pfandrechtsregister ICAO-Cape-Town-Register je nach Fallrelevanz.274. Zuständigkeit klären: LBA vs. Landesbehörde vs. EASA vs. Verwaltungsgericht.285. Fristen sichern: Widerspruch (1 Monat) Klage (1 Monat) Insolvenzantrag (3/6 Wochen).296. Handlungsbedarf dokumentieren: Ampel-Vermerk mit konkreten nächsten Schritten.3031## Rechtsrahmen3233EU-DVO 2015/1998 EU-VO 300/2008 LuftVG InsO Cape Town Convention – die einschlägigen Normen werden je nach Sachverhaltsebene (nationaler Betrieb EU-Recht internationales Recht) herangezogen und zu jedem Normzitat kurz erläutert.3435- **LuftVG §§ 6 20 29 31 64**: Genehmigung Betrieb Register Aufsicht.36- **LuftSiG §§ 7-9**: Zuverlässigkeitsüberprüfung Sicherheitsprogramme Aufsicht.37- **EU-VO 1008/2008 Art. 3-9**: Betriebsgenehmigung finanzielle Leistungsfähigkeit Überwachung.38- **Kapstadt-Regime nur bei Anwendbarkeit**: Vertragsstaatenbezug und Erklärungen anhand des aktuellen UNIDROIT-Status prüfen; Deutschland hat Übereinkommen und Luftfahrzeugprotokoll nur unterzeichnet, nicht ratifiziert. Prioritäten folgen grundsätzlich Artikel 29 des Übereinkommens und Artikel XIV des Protokolls.39- **LuftFzgG §§ 1-28**: Nationales Pfandrecht Vollstreckung AG Braunschweig.40- **InsO §§ 15a 17-19 47 50**: Insolvenzantragspflicht Gläubigerrechte.41- **VwGO §§ 68 74 80**: Widerspruch Klage aufschiebende Wirkung.42- **LuftSiG § 3c**: Nationale Umsetzung der EU-Sicherheitsarchitektur; Zuständigkeit LBA.43- **ICAO Annex 17 Std. 4.6**: Frachtsicherheitskette; Verantwortung des Luftfrachtführers.4445## Prüfraster46471. Ist zuständige Behörde korrekt adressiert?482. Sind alle Register vollständig abgefragt?493. Laufen Fristen – sind alle gesichert?504. Berührt der Fall einen Vertragsstaat, und bestehen internationale Registrierungen oder eine behördlich erfasste IDERA?515. Ist Insolvenzrisiko bewertet?526. Sind Sicherheitsauflagen auf Verhältnismäßigkeit geprüft?537. Ist der EU-Validator zugelassen und sein Bericht nicht älter als 3 Jahre?548. Sind alle Sub-Auftragnehmer in der Lieferkette als RA oder KC anerkannt?5556## Typische Fallstricke5758- Falsche Behörde adressiert; Frist läuft unbemerkt ab.59- Cape-Town-Register nicht abgefragt; internationale Belastungen unerkannt.60- Insolvenzfrühzeichen ignoriert; Antragspflicht ausgelöst ohne Reaktion.61- Sicherheitsauflage als verhältnismäßig hingenommen ohne eigene Prüfung.62- ACC3-Validierungsbericht abgelaufen; Flights ab EU-Flughafen verboten bis Erneuerung.63- Sub-Auftragnehmer ohne KC-Status in Sicherheitsnachweis gelistet; ungültige Sicherheitserklärung.6465## Vertiefung Local-Counsel-Koordination6667Bei grenzüberschreitenden Luftrechtsfällen ist die Koordination mit ausländischen Anwälten entscheidend:6869- **Informationspaket**: Luftfahrzeugrolle-Auszug Cape-Town-Registerauszug Leasingvertrag AOC-Kopie und Behördenbescheide strukturiert übermitteln.70- **Jurisdiktionsfragen**: Welches Recht gilt für Sicherungsinteresse (Cape Town)? Welches für Betriebsgenehmigung (nationales Recht)? Klare Abgrenzung im Briefing.71- **Fristen synchronisieren**: Unterschiedliche Widerspruchs- und Klagfristen in verschiedenen Rechtsordnungen; gemeinsamen Fristenkalender anlegen.72- **Haftungsfragen**: Local Counsel haftet nach eigenem nationalen Recht; Haftungsfreistellung im Mandat klären.7374## Quellen7576- LuftVG: https://www.gesetze-im-internet.de/luftvg/BJNR006810922.html77- Cape Town Convention: https://www.unidroit.org/instruments/security-interests/aircraft-protocol/78- LuftFzgG: https://www.gesetze-im-internet.de/luftfzgg/79- InsO: https://www.gesetze-im-internet.de/inso/80- EU-DVO 2015/1998: https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/?uri=CELEX%3A32015R199881- LBA ACC3: https://www.lba.de82- ICAO: https://www.icao.int/Security/SFP/Pages/default.aspx8384## Hinweise für die Praxis8586Dieser Skill deckt den Bereich ACC3-Zulassung und Sicherheitsvalidierung Luftfracht Drittstaaten ab. Folgende praktische Hinweise ergänzen die obigen Ausführungen:8788- Briefing-Dokument immer auf Englisch und in verständlicher Sprache; kein deutsches Rechtsjargon.89- Zuständigkeit und anwendbares Recht im Briefing klar benennen.90- Honorar- und Haftungsfragen im Vorfeld klären; Engagement-Letter anfordern.91- Regelmäßige Status-Updates vereinbaren; gemeinsamen Fristenkalender führen.9293### Dokumentationspflichten9495Für Mandate im Bereich ACC3-Zulassung und Sicherheitsvalidierung Luftfracht Drittstaaten sind folgende Dokumente regelmäßig anzufordern:9697- Aktueller LBA-Luftfahrzeugrolle-Auszug mit Eigentumsangaben98- AG-Braunschweig-Registerauszug (Luftfahrzeugpfandrecht)99- Bei belegtem Vertragsstaatenbezug: aktuelles Search Certificate des International Registry und gegebenenfalls IDERA-Nachweis der nationalen Registerbehörde100- Gültige Betriebsgenehmigung und AOC-Kopie101- Leasingvertrag oder Eigentumsnachweis102- Aktuelle Behördenbescheide und Aufsichtskorrespondenz