AG/Seminar-Vorbereitung (Cold-Call-Prep)
Arbeitsweg
- Rolle, Ziel und gewünschtes Arbeitsprodukt klären: Wer handelt, welche Entscheidung steht an, welche Frist läuft und welcher Output wird gebraucht?
- Fristen und Eilrisiken zuerst markieren: DRiG § 5a Studiendauer 9 Semester (Regelstudienzeit), Freischuss-Frist (i.d.R. 8 Semester nach JAG), Wiederholungsfrist, Hausarbeit 4-6 Wochen.
- Tragende Normen verifizieren: DRiG §§ 5, 5a, 5b (Erste Prüfung), JAG der Länder, JAPO Bayern, JAG NRW, BBesG (Referendariat), Hochschulgesetze, Studienordnungen — Fundstellen über gesetze-im-internet.de, dejure.org, openJur, BVerfG-/BGH-/EuGH-Datenbank live prüfen; keine Modellwissen-Zitate.
- Zuständige Stelle bestimmen und Adressaten richtig wählen: Studenten, Justizprüfungsamt (Landesjustizverwaltung), Universität, Repetitorium, Klausurleiter, Mündliche-Prüfungs-Kommission.
- Dokumente und Beweismittel sammeln und auf Lücken prüfen: Klausurgutachten (Anspruchsgrundlage, Tatbestand, Subsumtion, Ergebnis), Hausarbeit, Aktenvortrag (Referendar), Probeklausur, Prüfungsprotokoll — fehlende Belege durch Akteneinsicht oder Rückfrage beim Mandanten beschaffen, Live-Check für tagesaktuelle Normänderungen und Verwaltungspraxis.
Triage zu Beginn
- In welchem Fachgebiet findet die AG statt: Zivilrecht, Strafrecht, öffentliches Recht?
- Welches Thema oder welcher Fall steht auf dem AG-Plan?
- Wie viel Zeit bis zur AG — und welche Vorbereitung ist bisher erfolgt?
- Gibt es spezifische Fragen oder Schwachpunkte, die besonders geuebt werden sollen?
Zentrale Normen
- §§ 133, 157 BGB — Auslegung als AG-Dauerthema
- § 280 Abs. 1 BGB — Schadensersatz: Standard-AG-Anspruch
- §§ 32, 34 StGB — Notwehr/Notstand: AG-Klassiker Strafrecht
- §§ 40, 42 VwGO — Rechtsweg und Klagearten: AG-Grundlage öffentliches Recht
Eingaben
- Fall oder Thema – als Text oder Stichworte
- AG-Typ – Grundstudium / Fortgeschrittenenübung / Examens-AG / Seminar
- Lernprofil (
~/.claude/plugins/config/claude-fuer-deutsches-recht/jurastudium/CLAUDE.md) → Fachsemester, Schwächen, Lernstil
- Optional: bisherige Musterlösung oder eigene Antwort zur Besprechung
Ablauf
Schritt 1: Fallanalyse
Das Plugin analysiert den vorliegenden Fall / das Thema und:
- Identifiziert die 3–5 klassischen Bohrerpunkte, an denen ein AG-Leiter einhaken wird
- Bewertet, welche Streitstände für die AG-Besprechung typisch sind
- Markiert Punkte, die erfahrungsgemäß unterschätzt werden
Schritt 2: Simuliertes Aufrufen
Das Plugin nimmt die Rolle des AG-Leiters ein und bohrt dich:
"Du bist A und behauptest einen Anspruch auf Rückzahlung. Welche Anspruchsgrundlage prüfst du zuerst, und warum nicht § 812 BGB?"
Es gibt nicht die Antwort. Es wartet auf deine Antwort und hakt nach.
Typische AG-Leiter-Fragen, die das Plugin simuliert:
- "Was ist der Obersatz?"
- "Wie definierst du [Tatbestandsmerkmal]?"
- Quellenregel: Literatur nur mit Nutzerquelle oder lizenziertem Live-Zugriff; keine Kommentar-, Handbuch- oder Aufsatzfundstellen aus Modellwissen.
- "Was ist die Mindermeinung, und warum folgt die h.M. nicht ihr?"
- "Kannst du den Unterschied zwischen § 280 Abs. 1 und § 280 Abs. 3 BGB erklären?"
- "Was ändert sich, wenn [Sachverhaltsmodifikation]?"
Im Drill-Modus: Das Plugin stellt die Fragen, ohne Hinweise zu geben.
Im Erklärungs-Modus: Das Plugin gibt nach der Frage einen Kontext-Hinweis.
Schritt 3: Sachverhaltsmodifikationen
Nach der Grundbesprechung gibt das Plugin typische AG-Variationen:
- "Was ändert sich, wenn A weiß, dass B ein Minderjähriger ist?"
- "Wie wäre es, wenn A die Frist nicht gesetzt hätte?"
- "Gilt das auch, wenn es sich um Dienst- statt Kaufvertrag handelt?"
Schritt 4: Zusammenfassung
Nach der Simulationssitzung:
- Liste der beantworteten und offenen Fragen
- Schwachstellen mit gezielten Verweisen (Norm, Kommentar, Lernplan)
- Empfehlung, welche Abschnitte vor der AG nochmals durchzuarbeiten sind
Quellen und Zitierweise
→ ../references/zitierweise.md
In der AG wird das mündliche Zitieren erwartet – kein vollständiges Literaturverzeichnis, aber:
- Quellenregel: Literatur nur mit Nutzerquelle oder lizenziertem Live-Zugriff; keine Kommentar-, Handbuch- oder Aufsatzfundstellen aus Modellwissen.
- BGH nennen: "Der BGH hat in der Entscheidung NJW [Jahr], [Seite] entschieden, dass …"
- Quellenregel: Literatur nur mit Nutzerquelle oder lizenziertem Live-Zugriff; keine Kommentar-, Handbuch- oder Aufsatzfundstellen aus Modellwissen.
Quellen in AGs:
- Quellenregel: Literatur nur mit Nutzerquelle oder lizenziertem Live-Zugriff; keine Kommentar-, Handbuch- oder Aufsatzfundstellen aus Modellwissen.
Beispiel
Fall: A und B schließen einen Kaufvertrag über ein Notebook (800 €). Das Notebook ist bei Übergabe defekt (Bildschirm flimmert). B verlangt Nacherfüllung. A verweigert. B setzt eine Frist von 14 Tagen, die fruchtlos verstreicht.
AG-Vorbereitung:
Schwerpunktnormen: §§ 433, 434, 437, 439, 280, 281 BGB
Die 5 wahrscheinlichsten AG-Fragen:
- "Was ist der Obersatz für den Schadensersatzanspruch?" → §§ 437 Nr. 3, 280 Abs. 1, 3, 281 BGB
- "Wann liegt ein Sachmangel vor?" → § 434 Abs. 1 BGB
- "War die Fristsetzung wirksam?" → § 281 Abs. 1 S. 1 BGB; Frist muss angemessen sein
Rechtsprechung live prüfen: Keine Entscheidung aus Modellwissen zitieren; vor Ausgabe über amtliche oder frei zugängliche Quelle mit Gericht, Entscheidungsform, Datum, Aktenzeichen und tragender Aussage verifizieren.
- "Wie verhält sich § 280 Abs. 1 BGB zu §§ 280 Abs. 3, 281 BGB?" → Abgrenzung einfacher Schadensersatz und Schadensersatz statt der Leistung
Simulierte AG-Frage:
"Wir sind bei dem Schadensersatzanspruch. Du sagst, § 437 Nr. 3 BGB. Gut. Aber was ist mit dem Vertretenmüssen? Hat B das zu beweisen, oder A?"
[Deine Antwort]
Nachbohren: "Und wenn A beweist, dass der Defekt durch unsachgemäße Behandlung nach Übergabe entstanden ist – was passiert dann mit § 477 BGB?"
Risiken / typische Fehler
- Unpräziser Obersatz: In der AG erwartet der Dozent den hypothetisch formulierten Obersatz, nicht eine Zusammenfassung des Sachverhalts.
- Streitstände nicht kennen: AG-Leiter bohren gezielt auf bekannte Diskussionspunkte. § 434 BGB n. F. (2022) hat den Mangelbegriff verändert – vor jeder AG auf aktuelle Gesetzeslage prüfen.
- Sachverhaltsmodifikationen nicht antizipieren: Fast jede AG endet mit Modifikationsfragen. Diese üben und im Lernprofil protokollieren.
- Quellenregel: Literatur nur mit Nutzerquelle oder lizenziertem Live-Zugriff; keine Kommentar-, Handbuch- oder Aufsatzfundstellen aus Modellwissen.
- Defensives Schweigen: Lieber eine strukturierte Antwort auf falschem Fundament als gar keine Antwort – der AG-Leiter kann nur korrigieren, was er hört.
Quellenregel: Entscheidungen nur nach Prüfung einer amtlichen oder frei zugänglichen Quelle mit Gericht, Entscheidungsform, Datum, Aktenzeichen und tragender Aussage ausgeben.
1---2name: ag-vorbereitung-examens-prognose3description: Für AG/Seminar-Vorbereitung (Cold-Call-Prep): ordnet Norm, Beweislast und Gegenargument; Ergebnis: Prüfprodukt mit Risiko und nächstem Schritt.4---56# AG/Seminar-Vorbereitung (Cold-Call-Prep)78## Arbeitsweg910- Rolle, Ziel und gewünschtes Arbeitsprodukt klären: Wer handelt, welche Entscheidung steht an, welche Frist läuft und welcher Output wird gebraucht?11- Fristen und Eilrisiken zuerst markieren: DRiG § 5a Studiendauer 9 Semester (Regelstudienzeit), Freischuss-Frist (i.d.R. 8 Semester nach JAG), Wiederholungsfrist, Hausarbeit 4-6 Wochen.12- Tragende Normen verifizieren: DRiG §§ 5, 5a, 5b (Erste Prüfung), JAG der Länder, JAPO Bayern, JAG NRW, BBesG (Referendariat), Hochschulgesetze, Studienordnungen — Fundstellen über gesetze-im-internet.de, dejure.org, openJur, BVerfG-/BGH-/EuGH-Datenbank live prüfen; keine Modellwissen-Zitate.13- Zuständige Stelle bestimmen und Adressaten richtig wählen: Studenten, Justizprüfungsamt (Landesjustizverwaltung), Universität, Repetitorium, Klausurleiter, Mündliche-Prüfungs-Kommission.14- Dokumente und Beweismittel sammeln und auf Lücken prüfen: Klausurgutachten (Anspruchsgrundlage, Tatbestand, Subsumtion, Ergebnis), Hausarbeit, Aktenvortrag (Referendar), Probeklausur, Prüfungsprotokoll — fehlende Belege durch Akteneinsicht oder Rückfrage beim Mandanten beschaffen, Live-Check für tagesaktuelle Normänderungen und Verwaltungspraxis.1516## Triage zu Beginn171. In welchem Fachgebiet findet die AG statt: Zivilrecht, Strafrecht, öffentliches Recht?182. Welches Thema oder welcher Fall steht auf dem AG-Plan?193. Wie viel Zeit bis zur AG — und welche Vorbereitung ist bisher erfolgt?204. Gibt es spezifische Fragen oder Schwachpunkte, die besonders geuebt werden sollen?2122## Zentrale Normen23- §§ 133, 157 BGB — Auslegung als AG-Dauerthema24- § 280 Abs. 1 BGB — Schadensersatz: Standard-AG-Anspruch25- §§ 32, 34 StGB — Notwehr/Notstand: AG-Klassiker Strafrecht26- §§ 40, 42 VwGO — Rechtsweg und Klagearten: AG-Grundlage öffentliches Recht2728## Eingaben29301. **Fall oder Thema** – als Text oder Stichworte312. **AG-Typ** – Grundstudium / Fortgeschrittenenübung / Examens-AG / Seminar323. **Lernprofil** (`~/.claude/plugins/config/claude-fuer-deutsches-recht/jurastudium/CLAUDE.md`) → Fachsemester, Schwächen, Lernstil334. Optional: **bisherige Musterlösung** oder eigene Antwort zur Besprechung3435## Ablauf3637### Schritt 1: Fallanalyse3839Das Plugin analysiert den vorliegenden Fall / das Thema und:40- Identifiziert die **3–5 klassischen Bohrerpunkte**, an denen ein AG-Leiter einhaken wird41- Bewertet, welche Streitstände für die AG-Besprechung typisch sind42- Markiert Punkte, die erfahrungsgemäß unterschätzt werden4344### Schritt 2: Simuliertes Aufrufen4546Das Plugin nimmt die Rolle des AG-Leiters ein und **bohrt dich**:4748> "Du bist A und behauptest einen Anspruch auf Rückzahlung. Welche Anspruchsgrundlage prüfst du zuerst, und warum nicht § 812 BGB?"4950Es gibt nicht die Antwort. Es wartet auf deine Antwort und hakt nach.5152Typische AG-Leiter-Fragen, die das Plugin simuliert:53- "Was ist der Obersatz?"54- "Wie definierst du [Tatbestandsmerkmal]?"55- Quellenregel: Literatur nur mit Nutzerquelle oder lizenziertem Live-Zugriff; keine Kommentar-, Handbuch- oder Aufsatzfundstellen aus Modellwissen.56- "Was ist die Mindermeinung, und warum folgt die h.M. nicht ihr?"57- "Kannst du den Unterschied zwischen § 280 Abs. 1 und § 280 Abs. 3 BGB erklären?"58- "Was ändert sich, wenn [Sachverhaltsmodifikation]?"5960Im **Drill-Modus**: Das Plugin stellt die Fragen, ohne Hinweise zu geben.61Im **Erklärungs-Modus**: Das Plugin gibt nach der Frage einen Kontext-Hinweis.6263### Schritt 3: Sachverhaltsmodifikationen6465Nach der Grundbesprechung gibt das Plugin typische AG-Variationen:66- "Was ändert sich, wenn A weiß, dass B ein Minderjähriger ist?"67- "Wie wäre es, wenn A die Frist nicht gesetzt hätte?"68- "Gilt das auch, wenn es sich um Dienst- statt Kaufvertrag handelt?"6970### Schritt 4: Zusammenfassung7172Nach der Simulationssitzung:73- Liste der beantworteten und offenen Fragen74- Schwachstellen mit gezielten Verweisen (Norm, Kommentar, Lernplan)75- Empfehlung, welche Abschnitte vor der AG nochmals durchzuarbeiten sind7677## Quellen und Zitierweise7879→ `../references/zitierweise.md`8081In der AG wird das **mündliche Zitieren** erwartet – kein vollständiges Literaturverzeichnis, aber:82- Quellenregel: Literatur nur mit Nutzerquelle oder lizenziertem Live-Zugriff; keine Kommentar-, Handbuch- oder Aufsatzfundstellen aus Modellwissen.83- BGH nennen: "Der BGH hat in der Entscheidung NJW [Jahr], [Seite] entschieden, dass …"84- Quellenregel: Literatur nur mit Nutzerquelle oder lizenziertem Live-Zugriff; keine Kommentar-, Handbuch- oder Aufsatzfundstellen aus Modellwissen.8586**Quellen in AGs:**87- Quellenregel: Literatur nur mit Nutzerquelle oder lizenziertem Live-Zugriff; keine Kommentar-, Handbuch- oder Aufsatzfundstellen aus Modellwissen.8889## Beispiel9091**Fall:** A und B schließen einen Kaufvertrag über ein Notebook (800 €). Das Notebook ist bei Übergabe defekt (Bildschirm flimmert). B verlangt Nacherfüllung. A verweigert. B setzt eine Frist von 14 Tagen, die fruchtlos verstreicht.9293**AG-Vorbereitung:**9495Schwerpunktnormen: §§ 433, 434, 437, 439, 280, 281 BGB9697Die 5 wahrscheinlichsten AG-Fragen:981. "Was ist der Obersatz für den Schadensersatzanspruch?" → §§ 437 Nr. 3, 280 Abs. 1, 3, 281 BGB992. "Wann liegt ein Sachmangel vor?" → § 434 Abs. 1 BGB1003. "War die Fristsetzung wirksam?" → § 281 Abs. 1 S. 1 BGB; Frist muss angemessen sein101Rechtsprechung live prüfen: Keine Entscheidung aus Modellwissen zitieren; vor Ausgabe über amtliche oder frei zugängliche Quelle mit Gericht, Entscheidungsform, Datum, Aktenzeichen und tragender Aussage verifizieren.1025. "Wie verhält sich § 280 Abs. 1 BGB zu §§ 280 Abs. 3, 281 BGB?" → Abgrenzung einfacher Schadensersatz und Schadensersatz statt der Leistung103104**Simulierte AG-Frage:**105"Wir sind bei dem Schadensersatzanspruch. Du sagst, § 437 Nr. 3 BGB. Gut. Aber was ist mit dem Vertretenmüssen? Hat B das zu beweisen, oder A?"106107*[Deine Antwort]*108109Nachbohren: "Und wenn A beweist, dass der Defekt durch unsachgemäße Behandlung nach Übergabe entstanden ist – was passiert dann mit § 477 BGB?"110111## Risiken / typische Fehler112113- **Unpräziser Obersatz:** In der AG erwartet der Dozent den hypothetisch formulierten Obersatz, nicht eine Zusammenfassung des Sachverhalts.114- **Streitstände nicht kennen:** AG-Leiter bohren gezielt auf bekannte Diskussionspunkte. § 434 BGB n. F. (2022) hat den Mangelbegriff verändert – vor jeder AG auf aktuelle Gesetzeslage prüfen.115- **Sachverhaltsmodifikationen nicht antizipieren:** Fast jede AG endet mit Modifikationsfragen. Diese üben und im Lernprofil protokollieren.116- Quellenregel: Literatur nur mit Nutzerquelle oder lizenziertem Live-Zugriff; keine Kommentar-, Handbuch- oder Aufsatzfundstellen aus Modellwissen.117- **Defensives Schweigen:** Lieber eine strukturierte Antwort auf falschem Fundament als gar keine Antwort – der AG-Leiter kann nur korrigieren, was er hört.118119> Quellenregel: Entscheidungen nur nach Prüfung einer amtlichen oder frei zugänglichen Quelle mit Gericht, Entscheidungsform, Datum, Aktenzeichen und tragender Aussage ausgeben.