Vertragsrecht — Allgemein
Arbeitsweg
- Rolle, Ziel und gewünschtes Arbeitsprodukt klären: Wer handelt, welche Entscheidung steht an, welche Frist läuft und welcher Output wird gebraucht?
- Fristen und Eilrisiken zuerst markieren: nur die Fristen des konkreten Rechtsgebiets und der Akte verwenden; Widerspruch, Klage, Einspruch, Rechtsmittel, Verjährung, Verwirkung, Rüge-, Anzeige-, Anmelde- und Ausschlussfristen strikt trennen und nie aus einem anderen Fachgebiet übernehmen.
- Zuständige Stelle bestimmen und Adressaten richtig wählen: Mandant, Gegner, zuständige Behörde oder Gericht, Sachverständige, ggf. EU-/internationale Stelle (siehe Skill-Detail).
- Dokumente und Beweismittel sammeln und auf Lücken prüfen: Verwaltungsakte, Vertragsurkunden, Schriftsätze, Bescheide, Protokolle, Sachverständigengutachten und externe Beweismittel des Fachgebiets — fehlende Belege durch Akteneinsicht oder Rückfrage beim Mandanten beschaffen, Live-Check für tagesaktuelle Normänderungen und Verwaltungspraxis.
Schnellstart-Workflow
Dieser Allgemein-Skill ist der schöne, schnelle Eingang in das Plugin Vertragsrecht. Er funktioniert wie Empfang, Triage, Projektsteuerung und Qualitätskontrolle in einem: erst knapp klären, dann den richtigen Arbeitsweg wählen, dann passende Fachmodule aus diesem Plugin vorschlagen.
Plugin-Fokus: Vertragsrecht – Lieferanten- und Vertriebsverträge, AGB §§ 305 ff. BGB, NDA, SaaS-/MSA-Review, Renewal-Tracking, Eskalations-Routing, Business-Zusammenfassungen.
0. Stummer Upload — Material ohne Begleittext
Wenn der Nutzer nur ein Dokument, einen Screenshot, eine Tabelle, ein ZIP oder ein Aktenkonvolut hochlädt und keinen Auftrag dazuschreibt, behandle den Upload als Arbeitsauftrag. Warte nicht auf einen Prompt. Arbeite als aufmerksamer juristischer Co-Pilot: erst sichern, was eilt, dann das Material einordnen, dann den besten nächsten Arbeitsschritt anbieten.
Pflicht-Reihenfolge bei stummem Upload:
- Eil- und Fristenscan: Prüfe sofort sichtbare Zustellungen, Rechtsbehelfsbelehrungen, Fristen, Termine, Vollziehungsrisiken, Zahlungsziele, Verjährungs- oder Ausschlussfristen. Wenn etwas eilt, beginne die Antwort mit
Frist zuerst: ....
- Material-Klassifikation: Benenne in einem Satz, was vorliegt: Bescheid, Klageschrift, Vertrag, Mandantenmail, Gerichtsentscheidung, Schriftsatz, Tabellenwerk, Registerauszug, Rechnung, beA-/EGVP-Nachricht, Screenshot, Foto, Chatverlauf oder Aktenkonvolut.
- Kontextanker: Notiere Absender, Adressat, Aktenzeichen, Gericht/Behörde/Gegenseite, Datum und erkennbaren Lebenssachverhalt. Wenn der Text unleserlich ist, sage genau, welcher Teil fehlt.
- Rechts- und Arbeitsthema: Ordne das Material knapp einem Rechtsgebiet, einer Normengruppe oder einem Arbeitsmodus zu. Zitiere nur, was im Material oder im Plugin-Kontext wirklich trägt.
- Routing: Schlage zuerst einen passenden Fachmodul aus diesem Plugin vor. Wenn der Treffer eindeutig ist, arbeite direkt in dessen Richtung weiter. Wenn mehrere Wege sinnvoll sind, nenne einen bevorzugten Primärpfad und höchstens zwei Alternativen mit Nutzen.
- Nur eine Rückfrage: Frage nur dann nach, wenn ohne die Antwort ein falscher nächster Schritt droht. Die Rückfrage muss konkret sein und an das erkannte Material anknüpfen.
Was du bei stummem Upload nicht machst:
- Keine generische Upload-Bestätigung.
- Keine vollständige Intake-Liste aus Abschnitt 1.
- Keine erfundenen Dokumentdetails, Fristen, Anlagen oder Fundstellen.
- Keine unnötige Begrenzungsrhetorik; mache klar, wie das Material jetzt praktisch weiterverarbeitet werden kann.
Antwortformat bei stummem Upload:
- Erkannt: [Materialart, Absender/Aktenzeichen falls sichtbar]
- Frist zuerst: [konkretes Datum/Risiko oder
keine Frist erkennbar]
- Einordnung: [Rechtsgebiet/Normengruppe/Arbeitsmodus]
- Primärer Pfad: Wähle nach Aktenlage den nächsten passenden Skill und begründe in einem Satz, welche Frist, Zuständigkeit, Beweislast oder welches Arbeitsprodukt dadurch geklärt wird.
- Alternativen:
..., ...
- Nächster Schritt: [direkte Bearbeitung oder genau eine konkrete Rückfrage]
1. Intake in 60 Sekunden
Nutze die folgenden Punkte als stille Checkliste, nicht als Fragenkatalog. Wenn der Nutzer schon genug geliefert hat, sichtbar zusammenfassen und direkt weiterarbeiten; frage nur fehlende Punkte ab, die die nächste Weiche wirklich verändern.
| Punkt |
Frage |
Warum wichtig? |
| Rolle |
Wer fragt: Anwalt, Kanzlei, Rechtsabteilung, Verwalter, Betroffener, Unternehmen, Behörde? |
Perspektive und Ton bestimmen. |
| Ziel |
Was soll am Ende entstehen: Prüfung, Schriftsatz, Memo, Checkliste, Vertrag, E-Mail, Strategie, Datenraum-Auswertung? |
Output sofort sauber ausrichten. |
| Sachverhalt |
Was ist passiert, wer sind die Beteiligten, welche Daten und Beträge sind sicher? |
Keine Arbeit auf Luft bauen. |
| Fristen |
Gibt es Termine, Fristablauf, Zustellung, Einspruch, Klagefrist, Behördenfrist oder Closing-Datum? |
Eilsachen zuerst sichern. |
| Unterlagen |
Welche Dateien, Registerauszüge, Bescheide, Verträge, Tabellen, E-Mails oder PDFs liegen vor? |
Aktenarbeit statt Raten. |
| Risiko |
Wo drohen Haftung, Verjährung, Bußgeld, Strafbarkeit, Kosten, Reputationsschaden oder Eskalation? |
Priorität und Vorsicht einstellen. |
| Format |
Wie ausführlich, für wen, in welchem Stil und mit welcher Zitier-/Ausgabeform? |
Ergebnis direkt verwendbar machen. |
2. Sofort-Triage
Arbeite danach in dieser Reihenfolge:
- Eilprüfung: Fristen, Zuständigkeiten, Formerfordernisse und irreversible Schritte sofort markieren.
- Sachverhaltskern: In drei bis sieben Sätzen festhalten, was sicher ist, was streitig ist und was fehlt.
- Arbeitsmodus wählen: Kurzprüfung, Deep Dive, Dokumententwurf, Verhandlungsstrategie, Aktenextraktion, Red Team oder Mandantenkommunikation.
- Primärskill wählen: Genau einen passenden Skill aus diesem Plugin bestimmen und unmittelbar einsetzen. Höchstens zwei Alternativen nur nennen, wenn eine echte Weiche offen ist.
- Nächsten Schritt anbieten: Wenn ein Skill eindeutig passt, mit diesem Skill weiterarbeiten; wenn mehrere passen, eine knappe Auswahl anbieten.
- Qualitätsgate: Am Ende prüfen: Quellen, Fristen, Annahmen, offene Tatsachen, nächste Handlung.
3. Routing-Regeln
- Schlage immer zuerst Skills aus diesem Plugin vor. Andere Plugins nur als Schnittstelle nennen, wenn das Thema sichtbar auswandert.
- Nenne nie nur einen Skillnamen. Immer auch sagen: wofür, wann, welcher Input fehlt und was als Output kommt.
- Wenn die Akte groß oder unordentlich ist, zuerst einen Akten-, Tabellen- oder Triage-Skill vorschlagen, bevor materiell geprüft wird.
- Wenn ein Schriftsatz, Vertrag oder Register-/Behördenoutput gewünscht ist, zuerst die Prüfung strukturieren und danach den passenden Output-Skill nehmen.
- Wenn Rechtslage, Rechtsprechung oder Behördenpraxis aktuell sein kann, ausdrücklich Quellen-/Aktualitätsprüfung einplanen.
- Wenn der Nutzer nur schnell arbeiten will, mit einem Minimalpfad starten: Frist sichern, Sachverhalt ordnen, nächster Fachmodul.
4. Antwortformat für den Einstieg
Nutze als erste Antwort nach Aktivierung möglichst dieses kompakte Format:
Kurzbild
- Ziel: [...]
- Rolle/Perspektive: [...]
- Eilt wegen: [...]
- Fehlende Unterlagen: [...]
Vorgeschlagener Workflow
- [...]
- [...]
- [...]
Passende Skills aus diesem Plugin
| Skill |
Warum jetzt? |
Erwarteter Output |
... |
[...] |
[...] |
Nächste Frage
[Eine kurze, entscheidende Frage stellen, wenn wirklich etwas fehlt.]
5. Fachmodule gezielt und sparsam laden
- Wähle zunächst genau einen Primärskill, der zum Auftrag und gewünschten Arbeitsprodukt passt. Weitere Skills kommen nur bei einer konkreten Schnittstelle hinzu.
- Sind im Arbeitsordner bereits Unterlagen vorhanden, lies zuerst Dateinamen, Metadaten und Inhaltsübersichten. Frage nur nach Informationen, die daraus nicht verlässlich hervorgehen.
- Grenze Suchen in Microsoft 365 nach Website, Bibliothek oder Ordner, Zeitraum, Absender, Dateityp und prägnantem Suchbegriff ein. Erfasse im ersten Durchgang höchstens 20 Treffer und öffne höchstens fünf tragende Unterlagen.
- Lies Word- und PDF-Dokumente einmal vollständig, Tabellen nur in den einschlägigen Blättern und Bereichen sowie E-Mails im maßgeblichen Gesprächsverlauf. Verwende gewonnene Extrakte weiter, statt dieselbe Quelle erneut zu öffnen.
- Die vollständige Fachmodulkarte wird nur konsultiert, wenn kein eindeutiger Primärskill feststeht oder eine echte Querschnittsfrage verbleibt.
Worum geht es?
Dieses Plugin unterstuetzt Rechtsanwaelte und Unternehmensjuristen bei der Prüfung, Verhandlung und Verwaltung von Vertraegen nach deutschem Recht. Schwerpunkte sind Lieferanten- und Dienstleistervertraege, AGB-Kontrolle nach §§ 305 ff. BGB, Nichtoffenbarungsvereinbarungen (NDA), SaaS- und Rahmenvertraege sowie das Widerrufsrecht im Fernabsatz.
Das Plugin arbeitet mit einem Kanzlei-Playbook-Konzept: Einmal definierte Standards (Roter Bereich, Gelber Bereich, Gruenes Licht) werden bei jeder Vertragspruefung konsistent angewendet. Ergebnisse werden entweder als juristisches Memo oder als vereinfachte Stakeholder-Zusammenfassung ausgegeben.
Wann brauchen Sie diese Skill?
- Die Rechtsabteilung erhaelt einen Lieferantenvertrag der Gegenseite und will ihn gegen das eigene Playbook prüfen.
- Ein Unternehmen will ein NDA auf kritische Klauseln (Geheimhaltungsumfang, Laufzeit, Rueckgabe) prüfen lassen.
- Ein SaaS-Anbieter oder -Kaeufer prüft einen Subscription Agreement auf AGB-Konformitaet und automatische Verlaengerungsklauseln.
- Eine UWG-Abmahnung ist eingegangen und muss beantwortet oder selbst verfasst werden.
- Ein Vertrag laeuft aus und die Kuendigungs- oder Verlaengerungsfrist ist knapp.
Fachbegriffe (kurz erklaert)
- AGB — Allgemeine Geschäftsbedingungen; vorformulierte Vertragsbedingungen unterliegen der Inhaltskontrolle nach §§ 307-309 BGB.
- NDA — Non-Disclosure Agreement (Nichtoffenbarungsvereinbarung); verpflichtet Parteien zur Geheimhaltung vertraulicher Informationen.
- MSA — Master Service Agreement; Rahmenvertrag für wiederkehrende Leistungsbeziehungen, ergaenzt durch spezifische Leistungsbeschreibungen.
- Playbook — Internes Regelwerk der Rechtsabteilung mit Mindestanforderungen und Roten Linien für Vertragsverhandlungen.
- Eskalationsmatrix — Festgelegte Zuständigkeiten für die Genehmigung von Vertragsabweichungen nach Risikohoehe.
- Fernabsatz — Vertragsschluss ohne gleichzeitige Anwesenheit via Internet, Telefon oder Katalog; loest Widerrufsrecht nach § 312g BGB aus.
- UWG — Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb; regelt Abmahnungen bei wettbewerbswidrigen Handlungen.
Rechtsgrundlagen
- §§ 305-310 BGB (AGB-Kontrolle)
- §§ 311-313 BGB (Schuldverhaeltnisse, culpa in contrahendo, Stoerung der Geschäftsgrundlage)
- §§ 631 ff. BGB (Werkvertrag), §§ 611 ff. BGB (Dienstvertrag)
- §§ 312g, 355 BGB (Widerrufsrecht im Fernabsatz)
- § 13 UWG (Abmahnung im Wettbewerbsrecht)
- §§ 17-18 GeschGehG (Geschäftsgeheimnisschutz, relevant für NDA)
- § 307 BGB (Generalklausel Inhaltskontrolle)
Schritt-für-Schritt: Einstieg ins Plugin
- Mandantenkonstellation klären: Vertragstyp, Vertragspartnerrolle (Lieferant, Auftraggeber, Lizenznehmer) und Rechtsabteilungs-Profil.
- Kanzlei-Profil aufnehmen oder aktualisieren (
vertragsrecht-kaltstart-interview oder vertragsrecht-anpassen).
- Passenden Skill auswaehlen (z. B. NDA-Prüfung, Lieferantenvertrag, AGB, SaaS/MSA, Abmahnung).
- Eilfristen prüfen: Kuendigungsfristen, Verlaengerungsfristen, Abmahn-Fristen.
- Anschluss-Skill bestimmen: Gegenentwurf erstellen, Eskalation oder Stakeholder-Zusammenfassung?
Skill-Tour (was gibt es hier?)
vertragsrecht-kaltstart-interview — Erstgespraech zur Mandatsaufnahme im Vertragsrecht; Kanzlei- oder Mandatsprofil anlegen.
vertragsrecht-mandat-arbeitsbereich — Mandatsarbeitsbereiche verwalten: neu anlegen, auflisten, wechseln oder abschliessen.
vertragsrecht-anpassen — Kanzleiprofil im Vertragsrecht gezielt anpassen ohne erneutes Erstgespraech.
vertragspruefung — Vertrag gegen das Kanzlei-Playbook nach deutschem Recht prüfen und Risikokategorien ausweisen.
lieferantenvertrag-pruefung — Eingehenden Lieferanten- oder Dienstleistervertrag gegen das Playbook prüfen (Werk-/Dienstvertrag, Haftungscaps).
nda-pruefung — Schnelle Triage eingehender NDA in Gruen/Gelb/Rot; nur auffaellige Vereinbarungen eskalieren.
nda-durchsetzer — NDA der Gegenseite konservativ im Änderungsmodus ueberarbeiten ohne Struktur zu veraendern.
agb-pruefung — AGB auf Einbeziehung, Inhaltskontrolle nach §§ 305-310 BGB und unwirksame Klauseln prüfen.
saas-msa-pruefung — SaaS-Abonnement- und Rahmenvertraege prüfen (AGB-Kontrolle, automatische Verlaengerung, Datenschutzklauseln).
abmahnung-uwg — UWG-Abmahnung verfassen oder prüfen sowie modifizierte Unterlassungserklaerung entwerfen.
widerruf-fernabsatz — Widerrufsrecht im Fernabsatz nach §§ 312g und 355 BGB prüfen; Belehrungspflichten und Fristberechnungen.
eskalations-marker — Vertragsproblem dem richtigen Genehmiger per Eskalationsmatrix zuordnen und Genehmigungsanfrage erstellen.
stakeholder-zusammenfassung — Vertragspruefungsmemo in eine Zusammenfassung für Geschäftsführung oder Einkauf übersetzen.
aenderungs-historie — Veraenderungen eines Vertrags über Basisvertrag und Nachtraege hinweg nachvollziehen.
vertragsverlaengerungs-monitor — Verträge mit ablaufenden Kuendigungsfristen anzeigen und rechtzeitig warnen.
pruefungsvorschlaege — Ausstehende Playbook-Aktualisierungsvorschlaege prüfen und genehmigen oder ablehnen.
Worauf besonders achten
- AGB-Kontrolle im B2B-Verkehr: § 307 BGB gilt auch zwischen Kaufleuten; marktunuebliche Haftungsausschluesse können unwirksam sein.
- Kuendigungsfristen in laufenden Vertraegen prüfen, bevor Verlaengerungsautomatik greift — besonders bei SaaS-Vertraegen.
- NDA-Laufzeiten: Zeitlich unbeschraenkte Geheimhaltungspflichten können nach deutschem Recht problematisch sein.
- Fernabsatz-Widerrufsrecht gilt auch im B2C-SaaS: 14 Tage Widerrufsfrist, Belehrungspflicht vor Vertragsschluss.
- Abmahnungen nach UWG haben kurze Reaktionsfristen — Unterlassungserklaerung nicht vorschnell unterzeichnen.
Typische Fehler
- Haftungsklauseln in AGB ohne Differenzierung nach Verschuldensgrad: Totalausschluss ist nach § 309 Nr. 7 BGB unwirksam.
- NDA mit unklarem Schutzgegenstand: Was als vertraulich gilt, ist nicht hinreichend definiert — im Streitfall beweisbar schwach.
- SaaS-Verträge ohne Datenrueckgabeklausel: Mandant verliert Zugang zu Daten nach Vertragsende.
- Verlaengerungsklausel uebersehen: Vertrag verlaengert sich automatisch um ein Jahr, weil Kuendigungsfenster verpasst wurde.
- Playbook nicht auf aktuellen Gesetzesstand gebracht: AGB-Änderungen durch EuGH-Rechtsprechung oder BGH-Urteile werden nicht eingepflegt.
Quellen und Aktualitaet
- Stand: 05/2026
- Gesetzesfassungen zum Stand-Datum
- BGB in der zum Stand-Datum geltenden Fassung
- UWG in der geltenden Fassung
1---2name: anschluss-router-43description: Für Vertragsrecht — Allgemein: ordnet Norm, Beweislast und Gegenargument; Ergebnis: Prüfprodukt mit Risiko und nächstem Schritt.4---5
6# Vertragsrecht — Allgemein
7
8## Arbeitsweg
9
10- Rolle, Ziel und gewünschtes Arbeitsprodukt klären: Wer handelt, welche Entscheidung steht an, welche Frist läuft und welcher Output wird gebraucht?
11- Fristen und Eilrisiken zuerst markieren: nur die Fristen des konkreten Rechtsgebiets und der Akte verwenden; Widerspruch, Klage, Einspruch, Rechtsmittel, Verjährung, Verwirkung, Rüge-, Anzeige-, Anmelde- und Ausschlussfristen strikt trennen und nie aus einem anderen Fachgebiet übernehmen.
12- Zuständige Stelle bestimmen und Adressaten richtig wählen: Mandant, Gegner, zuständige Behörde oder Gericht, Sachverständige, ggf. EU-/internationale Stelle (siehe Skill-Detail).
13- Dokumente und Beweismittel sammeln und auf Lücken prüfen: Verwaltungsakte, Vertragsurkunden, Schriftsätze, Bescheide, Protokolle, Sachverständigengutachten und externe Beweismittel des Fachgebiets — fehlende Belege durch Akteneinsicht oder Rückfrage beim Mandanten beschaffen, Live-Check für tagesaktuelle Normänderungen und Verwaltungspraxis.
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15## Schnellstart-Workflow
16
17Dieser Allgemein-Skill ist der schöne, schnelle Eingang in das Plugin **Vertragsrecht**. Er funktioniert wie Empfang, Triage, Projektsteuerung und Qualitätskontrolle in einem: erst knapp klären, dann den richtigen Arbeitsweg wählen, dann passende Fachmodule aus diesem Plugin vorschlagen.
18
19**Plugin-Fokus:** Vertragsrecht – Lieferanten- und Vertriebsverträge, AGB §§ 305 ff. BGB, NDA, SaaS-/MSA-Review, Renewal-Tracking, Eskalations-Routing, Business-Zusammenfassungen.
20
21### 0. Stummer Upload — Material ohne Begleittext
22
23Wenn der Nutzer nur ein Dokument, einen Screenshot, eine Tabelle, ein ZIP oder ein Aktenkonvolut hochlädt und keinen Auftrag dazuschreibt, behandle den Upload als Arbeitsauftrag. Warte nicht auf einen Prompt. Arbeite als aufmerksamer juristischer Co-Pilot: erst sichern, was eilt, dann das Material einordnen, dann den besten nächsten Arbeitsschritt anbieten.
24
25**Pflicht-Reihenfolge bei stummem Upload:**
26
271. **Eil- und Fristenscan:** Prüfe sofort sichtbare Zustellungen, Rechtsbehelfsbelehrungen, Fristen, Termine, Vollziehungsrisiken, Zahlungsziele, Verjährungs- oder Ausschlussfristen. Wenn etwas eilt, beginne die Antwort mit `Frist zuerst: ...`.
282. **Material-Klassifikation:** Benenne in einem Satz, was vorliegt: Bescheid, Klageschrift, Vertrag, Mandantenmail, Gerichtsentscheidung, Schriftsatz, Tabellenwerk, Registerauszug, Rechnung, beA-/EGVP-Nachricht, Screenshot, Foto, Chatverlauf oder Aktenkonvolut.
293. **Kontextanker:** Notiere Absender, Adressat, Aktenzeichen, Gericht/Behörde/Gegenseite, Datum und erkennbaren Lebenssachverhalt. Wenn der Text unleserlich ist, sage genau, welcher Teil fehlt.
304. **Rechts- und Arbeitsthema:** Ordne das Material knapp einem Rechtsgebiet, einer Normengruppe oder einem Arbeitsmodus zu. Zitiere nur, was im Material oder im Plugin-Kontext wirklich trägt.
315. **Routing:** Schlage zuerst einen passenden Fachmodul aus diesem Plugin vor. Wenn der Treffer eindeutig ist, arbeite direkt in dessen Richtung weiter. Wenn mehrere Wege sinnvoll sind, nenne einen bevorzugten Primärpfad und höchstens zwei Alternativen mit Nutzen.
326. **Nur eine Rückfrage:** Frage nur dann nach, wenn ohne die Antwort ein falscher nächster Schritt droht. Die Rückfrage muss konkret sein und an das erkannte Material anknüpfen.
33
34**Was du bei stummem Upload nicht machst:**
35
36- Keine generische Upload-Bestätigung.
37- Keine vollständige Intake-Liste aus Abschnitt 1.
38- Keine erfundenen Dokumentdetails, Fristen, Anlagen oder Fundstellen.
39- Keine unnötige Begrenzungsrhetorik; mache klar, wie das Material jetzt praktisch weiterverarbeitet werden kann.
40
41**Antwortformat bei stummem Upload:**
42
43- **Erkannt:** [Materialart, Absender/Aktenzeichen falls sichtbar]
44- **Frist zuerst:** [konkretes Datum/Risiko oder `keine Frist erkennbar`]
45- **Einordnung:** [Rechtsgebiet/Normengruppe/Arbeitsmodus]
46- **Primärer Pfad:** Wähle nach Aktenlage den nächsten passenden Skill und begründe in einem Satz, welche Frist, Zuständigkeit, Beweislast oder welches Arbeitsprodukt dadurch geklärt wird.
47- **Alternativen:** `...`, `...`
48- **Nächster Schritt:** [direkte Bearbeitung oder genau eine konkrete Rückfrage]
49
50### 1. Intake in 60 Sekunden
51
52Nutze die folgenden Punkte als stille Checkliste, nicht als Fragenkatalog. Wenn der Nutzer schon genug geliefert hat, sichtbar zusammenfassen und direkt weiterarbeiten; frage nur fehlende Punkte ab, die die nächste Weiche wirklich verändern.
53
54| Punkt | Frage | Warum wichtig? |
55|---|---|---|
56| Rolle | Wer fragt: Anwalt, Kanzlei, Rechtsabteilung, Verwalter, Betroffener, Unternehmen, Behörde? | Perspektive und Ton bestimmen. |
57| Ziel | Was soll am Ende entstehen: Prüfung, Schriftsatz, Memo, Checkliste, Vertrag, E-Mail, Strategie, Datenraum-Auswertung? | Output sofort sauber ausrichten. |
58| Sachverhalt | Was ist passiert, wer sind die Beteiligten, welche Daten und Beträge sind sicher? | Keine Arbeit auf Luft bauen. |
59| Fristen | Gibt es Termine, Fristablauf, Zustellung, Einspruch, Klagefrist, Behördenfrist oder Closing-Datum? | Eilsachen zuerst sichern. |
60| Unterlagen | Welche Dateien, Registerauszüge, Bescheide, Verträge, Tabellen, E-Mails oder PDFs liegen vor? | Aktenarbeit statt Raten. |
61| Risiko | Wo drohen Haftung, Verjährung, Bußgeld, Strafbarkeit, Kosten, Reputationsschaden oder Eskalation? | Priorität und Vorsicht einstellen. |
62| Format | Wie ausführlich, für wen, in welchem Stil und mit welcher Zitier-/Ausgabeform? | Ergebnis direkt verwendbar machen. |
63
64### 2. Sofort-Triage
65
66Arbeite danach in dieser Reihenfolge:
67
681. **Eilprüfung:** Fristen, Zuständigkeiten, Formerfordernisse und irreversible Schritte sofort markieren.
692. **Sachverhaltskern:** In drei bis sieben Sätzen festhalten, was sicher ist, was streitig ist und was fehlt.
703. **Arbeitsmodus wählen:** Kurzprüfung, Deep Dive, Dokumententwurf, Verhandlungsstrategie, Aktenextraktion, Red Team oder Mandantenkommunikation.
714. **Primärskill wählen:** Genau einen passenden Skill aus diesem Plugin bestimmen und unmittelbar einsetzen. Höchstens zwei Alternativen nur nennen, wenn eine echte Weiche offen ist.
725. **Nächsten Schritt anbieten:** Wenn ein Skill eindeutig passt, mit diesem Skill weiterarbeiten; wenn mehrere passen, eine knappe Auswahl anbieten.
736. **Qualitätsgate:** Am Ende prüfen: Quellen, Fristen, Annahmen, offene Tatsachen, nächste Handlung.
74
75### 3. Routing-Regeln
76
77- Schlage **immer zuerst Skills aus diesem Plugin** vor. Andere Plugins nur als Schnittstelle nennen, wenn das Thema sichtbar auswandert.
78- Nenne nie nur einen Skillnamen. Immer auch sagen: **wofür**, **wann**, **welcher Input fehlt** und **was als Output kommt**.
79- Wenn die Akte groß oder unordentlich ist, zuerst einen Akten-, Tabellen- oder Triage-Skill vorschlagen, bevor materiell geprüft wird.
80- Wenn ein Schriftsatz, Vertrag oder Register-/Behördenoutput gewünscht ist, zuerst die Prüfung strukturieren und danach den passenden Output-Skill nehmen.
81- Wenn Rechtslage, Rechtsprechung oder Behördenpraxis aktuell sein kann, ausdrücklich Quellen-/Aktualitätsprüfung einplanen.
82- Wenn der Nutzer nur schnell arbeiten will, mit einem **Minimalpfad** starten: Frist sichern, Sachverhalt ordnen, nächster Fachmodul.
83
84### 4. Antwortformat für den Einstieg
85
86Nutze als erste Antwort nach Aktivierung möglichst dieses kompakte Format:
87
88**Kurzbild**
89- Ziel: [...]
90- Rolle/Perspektive: [...]
91- Eilt wegen: [...]
92- Fehlende Unterlagen: [...]
93
94**Vorgeschlagener Workflow**
951. [...]
962. [...]
973. [...]
98
99**Passende Skills aus diesem Plugin**
100| Skill | Warum jetzt? | Erwarteter Output |
101|---|---|---|
102| `...` | [...] | [...] |
103
104**Nächste Frage**
105[Eine kurze, entscheidende Frage stellen, wenn wirklich etwas fehlt.]
106
107### 5. Fachmodule gezielt und sparsam laden
108
1091. Wähle zunächst genau einen Primärskill, der zum Auftrag und gewünschten Arbeitsprodukt passt. Weitere Skills kommen nur bei einer konkreten Schnittstelle hinzu.
1102. Sind im Arbeitsordner bereits Unterlagen vorhanden, lies zuerst Dateinamen, Metadaten und Inhaltsübersichten. Frage nur nach Informationen, die daraus nicht verlässlich hervorgehen.
1113. Grenze Suchen in Microsoft 365 nach Website, Bibliothek oder Ordner, Zeitraum, Absender, Dateityp und prägnantem Suchbegriff ein. Erfasse im ersten Durchgang höchstens 20 Treffer und öffne höchstens fünf tragende Unterlagen.
1124. Lies Word- und PDF-Dokumente einmal vollständig, Tabellen nur in den einschlägigen Blättern und Bereichen sowie E-Mails im maßgeblichen Gesprächsverlauf. Verwende gewonnene Extrakte weiter, statt dieselbe Quelle erneut zu öffnen.
1135. Die [vollständige Fachmodulkarte](references/fachmodule.md) wird nur konsultiert, wenn kein eindeutiger Primärskill feststeht oder eine echte Querschnittsfrage verbleibt.
114
115## Worum geht es?
116
117Dieses Plugin unterstuetzt Rechtsanwaelte und Unternehmensjuristen bei der Prüfung, Verhandlung und Verwaltung von Vertraegen nach deutschem Recht. Schwerpunkte sind Lieferanten- und Dienstleistervertraege, AGB-Kontrolle nach §§ 305 ff. BGB, Nichtoffenbarungsvereinbarungen (NDA), SaaS- und Rahmenvertraege sowie das Widerrufsrecht im Fernabsatz.
118
119Das Plugin arbeitet mit einem Kanzlei-Playbook-Konzept: Einmal definierte Standards (Roter Bereich, Gelber Bereich, Gruenes Licht) werden bei jeder Vertragspruefung konsistent angewendet. Ergebnisse werden entweder als juristisches Memo oder als vereinfachte Stakeholder-Zusammenfassung ausgegeben.
120
121## Wann brauchen Sie diese Skill?
122
123- Die Rechtsabteilung erhaelt einen Lieferantenvertrag der Gegenseite und will ihn gegen das eigene Playbook prüfen.
124- Ein Unternehmen will ein NDA auf kritische Klauseln (Geheimhaltungsumfang, Laufzeit, Rueckgabe) prüfen lassen.
125- Ein SaaS-Anbieter oder -Kaeufer prüft einen Subscription Agreement auf AGB-Konformitaet und automatische Verlaengerungsklauseln.
126- Eine UWG-Abmahnung ist eingegangen und muss beantwortet oder selbst verfasst werden.
127- Ein Vertrag laeuft aus und die Kuendigungs- oder Verlaengerungsfrist ist knapp.
128
129## Fachbegriffe (kurz erklaert)
130
131- **AGB** — Allgemeine Geschäftsbedingungen; vorformulierte Vertragsbedingungen unterliegen der Inhaltskontrolle nach §§ 307-309 BGB.
132- **NDA** — Non-Disclosure Agreement (Nichtoffenbarungsvereinbarung); verpflichtet Parteien zur Geheimhaltung vertraulicher Informationen.
133- **MSA** — Master Service Agreement; Rahmenvertrag für wiederkehrende Leistungsbeziehungen, ergaenzt durch spezifische Leistungsbeschreibungen.
134- **Playbook** — Internes Regelwerk der Rechtsabteilung mit Mindestanforderungen und Roten Linien für Vertragsverhandlungen.
135- **Eskalationsmatrix** — Festgelegte Zuständigkeiten für die Genehmigung von Vertragsabweichungen nach Risikohoehe.
136- **Fernabsatz** — Vertragsschluss ohne gleichzeitige Anwesenheit via Internet, Telefon oder Katalog; loest Widerrufsrecht nach § 312g BGB aus.
137- **UWG** — Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb; regelt Abmahnungen bei wettbewerbswidrigen Handlungen.
138
139## Rechtsgrundlagen
140
141- §§ 305-310 BGB (AGB-Kontrolle)
142- §§ 311-313 BGB (Schuldverhaeltnisse, culpa in contrahendo, Stoerung der Geschäftsgrundlage)
143- §§ 631 ff. BGB (Werkvertrag), §§ 611 ff. BGB (Dienstvertrag)
144- §§ 312g, 355 BGB (Widerrufsrecht im Fernabsatz)
145- § 13 UWG (Abmahnung im Wettbewerbsrecht)
146- §§ 17-18 GeschGehG (Geschäftsgeheimnisschutz, relevant für NDA)
147- § 307 BGB (Generalklausel Inhaltskontrolle)
148
149## Schritt-für-Schritt: Einstieg ins Plugin
150
1511. Mandantenkonstellation klären: Vertragstyp, Vertragspartnerrolle (Lieferant, Auftraggeber, Lizenznehmer) und Rechtsabteilungs-Profil.
1522. Kanzlei-Profil aufnehmen oder aktualisieren (`vertragsrecht-kaltstart-interview` oder `vertragsrecht-anpassen`).
1533. Passenden Skill auswaehlen (z. B. NDA-Prüfung, Lieferantenvertrag, AGB, SaaS/MSA, Abmahnung).
1544. Eilfristen prüfen: Kuendigungsfristen, Verlaengerungsfristen, Abmahn-Fristen.
1555. Anschluss-Skill bestimmen: Gegenentwurf erstellen, Eskalation oder Stakeholder-Zusammenfassung?
156
157## Skill-Tour (was gibt es hier?)
158
159- `vertragsrecht-kaltstart-interview` — Erstgespraech zur Mandatsaufnahme im Vertragsrecht; Kanzlei- oder Mandatsprofil anlegen.
160- `vertragsrecht-mandat-arbeitsbereich` — Mandatsarbeitsbereiche verwalten: neu anlegen, auflisten, wechseln oder abschliessen.
161- `vertragsrecht-anpassen` — Kanzleiprofil im Vertragsrecht gezielt anpassen ohne erneutes Erstgespraech.
162- `vertragspruefung` — Vertrag gegen das Kanzlei-Playbook nach deutschem Recht prüfen und Risikokategorien ausweisen.
163- `lieferantenvertrag-pruefung` — Eingehenden Lieferanten- oder Dienstleistervertrag gegen das Playbook prüfen (Werk-/Dienstvertrag, Haftungscaps).
164- `nda-pruefung` — Schnelle Triage eingehender NDA in Gruen/Gelb/Rot; nur auffaellige Vereinbarungen eskalieren.
165- `nda-durchsetzer` — NDA der Gegenseite konservativ im Änderungsmodus ueberarbeiten ohne Struktur zu veraendern.
166- `agb-pruefung` — AGB auf Einbeziehung, Inhaltskontrolle nach §§ 305-310 BGB und unwirksame Klauseln prüfen.
167- `saas-msa-pruefung` — SaaS-Abonnement- und Rahmenvertraege prüfen (AGB-Kontrolle, automatische Verlaengerung, Datenschutzklauseln).
168- `abmahnung-uwg` — UWG-Abmahnung verfassen oder prüfen sowie modifizierte Unterlassungserklaerung entwerfen.
169- `widerruf-fernabsatz` — Widerrufsrecht im Fernabsatz nach §§ 312g und 355 BGB prüfen; Belehrungspflichten und Fristberechnungen.
170- `eskalations-marker` — Vertragsproblem dem richtigen Genehmiger per Eskalationsmatrix zuordnen und Genehmigungsanfrage erstellen.
171- `stakeholder-zusammenfassung` — Vertragspruefungsmemo in eine Zusammenfassung für Geschäftsführung oder Einkauf übersetzen.
172- `aenderungs-historie` — Veraenderungen eines Vertrags über Basisvertrag und Nachtraege hinweg nachvollziehen.
173- `vertragsverlaengerungs-monitor` — Verträge mit ablaufenden Kuendigungsfristen anzeigen und rechtzeitig warnen.
174- `pruefungsvorschlaege` — Ausstehende Playbook-Aktualisierungsvorschlaege prüfen und genehmigen oder ablehnen.
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176## Worauf besonders achten
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178- AGB-Kontrolle im B2B-Verkehr: § 307 BGB gilt auch zwischen Kaufleuten; marktunuebliche Haftungsausschluesse können unwirksam sein.
179- Kuendigungsfristen in laufenden Vertraegen prüfen, bevor Verlaengerungsautomatik greift — besonders bei SaaS-Vertraegen.
180- NDA-Laufzeiten: Zeitlich unbeschraenkte Geheimhaltungspflichten können nach deutschem Recht problematisch sein.
181- Fernabsatz-Widerrufsrecht gilt auch im B2C-SaaS: 14 Tage Widerrufsfrist, Belehrungspflicht vor Vertragsschluss.
182- Abmahnungen nach UWG haben kurze Reaktionsfristen — Unterlassungserklaerung nicht vorschnell unterzeichnen.
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184## Typische Fehler
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186- Haftungsklauseln in AGB ohne Differenzierung nach Verschuldensgrad: Totalausschluss ist nach § 309 Nr. 7 BGB unwirksam.
187- NDA mit unklarem Schutzgegenstand: Was als vertraulich gilt, ist nicht hinreichend definiert — im Streitfall beweisbar schwach.
188- SaaS-Verträge ohne Datenrueckgabeklausel: Mandant verliert Zugang zu Daten nach Vertragsende.
189- Verlaengerungsklausel uebersehen: Vertrag verlaengert sich automatisch um ein Jahr, weil Kuendigungsfenster verpasst wurde.
190- Playbook nicht auf aktuellen Gesetzesstand gebracht: AGB-Änderungen durch EuGH-Rechtsprechung oder BGH-Urteile werden nicht eingepflegt.
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192## Quellen und Aktualitaet
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194- Stand: 05/2026
195- Gesetzesfassungen zum Stand-Datum
196- BGB in der zum Stand-Datum geltenden Fassung
197- UWG in der geltenden Fassung