1---2name: auskunft-rechnungslegung-schadensschaetzung3description: Für Auskunft, Rechnungslegung und Schadensschätzung im Datenbankrecht: ordnet Norm, Beweislast und Gegenargument; Ergebnis: Prüfprodukt mit Risiko und nächstem Schritt.4---56# Auskunft, Rechnungslegung und Schadensschätzung im Datenbankrecht78## Arbeitsweg910- Rolle, Ziel und gewünschtes Arbeitsprodukt klären: Wer handelt, welche Entscheidung steht an, welche Frist läuft und welcher Output wird gebraucht?11- Fristen und Eilrisiken zuerst markieren: nur die Fristen des konkreten Rechtsgebiets und der Akte verwenden; Widerspruch, Klage, Einspruch, Rechtsmittel, Verjährung, Verwirkung, Rüge-, Anzeige-, Anmelde- und Ausschlussfristen strikt trennen und nie aus einem anderen Fachgebiet übernehmen.12- Tragende Normen verifizieren: UrhG — Fundstellen über gesetze-im-internet.de, dejure.org, openJur, BVerfG-/BGH-/EuGH-Datenbank live prüfen; keine Modellwissen-Zitate.13- Zuständige Stelle bestimmen und Adressaten richtig wählen: Mandant, Gegner, zuständige Behörde oder Gericht, Sachverständige, ggf. EU-/internationale Stelle (siehe Skill-Detail).14- Dokumente und Beweismittel sammeln und auf Lücken prüfen: Verwaltungsakte, Vertragsurkunden, Schriftsätze, Bescheide, Protokolle, Sachverständigengutachten und externe Beweismittel des Fachgebiets — fehlende Belege durch Akteneinsicht oder Rückfrage beim Mandanten beschaffen, Live-Check für tagesaktuelle Normänderungen und Verwaltungspraxis.1516## Mandantenfall1718- Datenbankbetreiber hat eine einstweilige Verfügung erwirkt und will nun im Hauptsacheverfahren Schadensersatz geltend machen — Auskunftsanspruch und Schadensberechnung sind unklar.19- Verletzer hat Datenbankdaten für eigene kommerzielle Produkte genutzt — wie hoch ist der Schaden und welche Berechnungsmethode gilt?20- Anwalt muss den Auskunftsanspruch gegen einen unbekannten Auslesedienst über den Internetdienstanbieter nach § 101 UrhG geltend machen.2122## Erste Schritte23241. Auskunftsanspruch formulieren: § 101 UrhG gegen Verletzer — Umfang der Verletzung (Zeit, Volumen, Empfänger), Lieferkette der entnommenen Daten, Erlöse.252. Auskunft gegen ISP prüfen: § 101 Abs. 2 UrhG gegen Internetdienstanbieter — Voraussetzung: gewerbliche Verletzung, Antrag bei Gericht erforderlich.263. Schadensberechnungsmethode wählen: Konkreter Schaden, Herausgabe des Verletzergewinns oder Lizenzanalogie (§ 97 Abs. 2 UrhG) — welche Methode maximiert den Anspruch?274. Lizenzanalogie berechnen: Übliche Lizenzgebühr für die entnommenen Datenbankteile ermitteln (Marktvergleich, eigene Lizenzpraxis).285. Rechnungslegung vollstrecken: Wenn Verletzer Auskunft verweigert — Zwangsvollstreckung nach § 888 ZPO, Ordnungsgeld.296. Verjährung prüfen: § 102 UrhG i.V.m. §§ 195-199 BGB — 3 Jahre ab Kenntnis, 10 Jahre Höchstfrist.3031## Rechtsrahmen3233- § 97 Abs. 1 UrhG: Unterlassung und Schadensersatz bei Datenbankrechts-Verletzung.34- § 97 Abs. 2 UrhG: Drei Berechnungsmethoden — konkreter Schaden, Verletzergewinnherausgabe, Lizenzanalogie.35- § 101 UrhG: Auskunftsanspruch gegen Verletzer und (bei gewerblicher Verletzung) gegen ISP.36- § 102 UrhG: Verjährung der Schadensersatzansprüche — 3 Jahre ab Kenntnis.37- § 888 ZPO: Erzwingung nicht vertretbarer Handlungen (Rechnungslegung) durch Ordnungsgeld.38- § 87b UrhG: Verletzungstatbestand als Grundlage aller Folgeansprüche.3940## Prüfraster4142- Liegt eine Verletzung nach § 87b UrhG als Grundlage des Schadensersatzes vor?43- Ist der Verletzer bekannt, oder muss der ISP-Auskunftsweg nach § 101 Abs. 2 UrhG beschritten werden?44- Welche der drei Berechnungsmethoden (§ 97 Abs. 2 UrhG) führt zu maximalem oder realistischstem Ergebnis?45- Lässt sich eine übliche Lizenzgebühr (Lizenzanalogie) aus eigenen Verträgen oder Marktvergleichen ableiten?46- Hat der Verletzer Gewinne aus der Nutzung der entnommenen Daten erzielt, die herausgegeben werden müssen?47- Ist die Verjährungsfrist nach § 102 UrhG noch offen — wann hatte der Gläubiger Kenntnis?48- Wann wurde Auskunft verlangt und noch nicht erfüllt — Rechnungslegungs-Klage und Vollstreckung planen?4950## Typische Fallstricke5152- Lizenzanalogie erfordert Nachweis einer „üblichen" Lizenzgebühr — ohne eigene Lizenzpraxis schwer zu begründen.53- ISP-Auskunft nach § 101 Abs. 2 UrhG setzt gewerbliche Verletzung voraus — private Nutzung scheidet aus.54- Verletzergewinnherausgabe ist oft schwer durchsetzbar, weil Verletzer keine separate Buchführung für Datenbanknutzung hat.55- Schadensberechnung ohne Sachverständigengutachten zu Datenbankwert und Lizenzüblichkeit wird von Gerichten oft gekürzt.56- Verjährung beginnt mit Kenntnis — nicht mit Entdeckung des vollen Schadensumfangs. Frühzeitige Klageerhebung oder Hemmung.5758## Output5960- Schadensberechnungsmatrix (alle drei Methoden nach § 97 Abs. 2 UrhG)61- Auskunftsklage-Muster gegen Verletzer (§ 101 UrhG)62- ISP-Auskunftsantrag nach § 101 Abs. 2 UrhG (gerichtlich)63- Lizenzanalogie-Berechnungsnachweis (Marktvergleich)64- Verjährungsprüfungsprotokoll mit Fristberechnung6566## Quellen6768- [§ 97 UrhG — dejure.org](https://dejure.org/gesetze/UrhG/97.html)69- [§ 101 UrhG — dejure.org](https://dejure.org/gesetze/UrhG/101.html)70- [§ 102 UrhG — dejure.org](https://dejure.org/gesetze/UrhG/102.html)71- [§ 87b UrhG — dejure.org](https://dejure.org/gesetze/UrhG/87b.html)72- [§ 888 ZPO — dejure.org](https://dejure.org/gesetze/ZPO/888.html)73- [§§ 195-199 BGB — dejure.org](https://dejure.org/gesetze/BGB/195.html)