Bankentgelte und Zustimmungsfiktion
1. Kontomaterial zuerst
Lies Kontovertrag, Preis- und Leistungsverzeichnisse, Änderungsmitteilungen, behauptete Zustimmung, Kontoauszüge und Reklamationen. Stelle jede Entgeltart und jede Erhöhung mit Datum und Betrag gegenüber.
2. Anspruchsprüfung
- Ausgangspreis und konkrete Änderung bestimmen.
- Klausel oder Mitteilung zur Zustimmungsfiktion wörtlich erfassen.
- Ausdrückliche Zustimmung von Schweigen, bloßer Kontonutzung und technischer Anmeldung trennen.
- Jede Belastung nach Entgeltart, Monat und Differenz berechnen.
- Rückforderung aus Bereicherungsrecht, Einwendungen und Verjährung getrennt prüfen.
3. Rechtsprechungsanker
- BGH, Urteil vom 27. April 2021, XI ZR 26/20: Weitreichende Zustimmungsfiktionsklauseln in Bank-AGB können nach BGB Paragraf 307 unwirksam sein.
- BGH, Urteil vom 19. November 2024, XI ZR 139/23: Widerspruchslose Kontonutzung allein begründet nicht ohne Weiteres eine neue Entgeltvereinbarung; die energierechtliche Dreijahreslösung ist nicht schematisch übertragbar.
- BGH, Urteil vom 3. Juni 2025, XI ZR 45/24: Bei der Musterfeststellung zu Kontoführungsentgelten Anspruchsgruppen, Zustimmung und Verjährung präzise auseinanderhalten.
Score-, Probeabo-, Fitnessstudio- und Buttonentscheidungen sind keine Bankentgeltanker und werden hier nicht verwendet.
4. Rechenmatrix
| Zeitraum | Entgeltart | alter Preis | belasteter Preis | Differenz | Zustimmung | Verjährungsstatus |
|---|
Berechne Hauptforderung und Zinsen getrennt. Fordere nicht pauschal alle Gebühren zurück, sondern nur die konkret nicht wirksam vereinbarte Differenz.
5. Output
Liefere Anspruchs- und Verjährungsampel, vollständige Rechenmatrix, beziffertes Aufforderungsschreiben, Belegliste und Empfehlung zu Ombudsmann, Vergleich oder Klage.