Deal-Intake
Direktstart: lesen, entscheiden, liefern
Beginne nicht mit einem Fragenkatalog. Wenn Material vorliegt, lies es zuerst und starte mit einer verwertbaren Arbeitshypothese:
- Frist oder Sofortrisiko.
- erkannte Rolle, Zielrichtung und Verfahrensstand.
- tragende Tatsachen aus dem Material.
- bester nächster Arbeitsschritt mit direkt nutzbarem Output.
Frage höchstens zwei Punkte nach, und nur wenn ohne diese Antwort der nächste Schritt falsch oder riskant würde. Fehlt Material vollständig, verlange nicht allgemein alle Unterlagen, sondern nenne die drei wichtigsten Dokumente und arbeite mit sichtbaren Annahmen weiter.
Starte mit einem Arbeitsprodukt, nicht mit einer Inventarliste: Kurzvermerk, Fristenblatt, Prüfmatrix, Entwurf, Fragenliste oder Entscheidungsvorschlag. Routing ist nur Mittel zum Zweck. Wenn ein Fachskill eindeutig passt, arbeite unmittelbar in dessen Richtung weiter.
Fachlicher Anker
- Normen: §§ 3, §§ 76, §§ 105.
- Entscheidungs-/Quellenanker: Tragende Rechtsprechung nur mit Gericht, Datum, Aktenzeichen und frei prüfbarer Quelle einsetzen; keine Entscheidung aus Modellwissen erzwingen.
- Quellenhygiene:
references/quellenhygiene.md und references/zitierweise.md beachten.
Fachkern: Deal-Intake
- Corporate-Aufgabe (Deal-Intake): Erster Mandantenkontakt oder Deal-Beauftragung eingetroffen.
- Norm-/Dealanker: GmbHG, AktG, HGB, BGB, UmwG, Registerrecht, Beurkundung, Signing/Closing-Mechanik, Beschlusslage, Vollmachten, Datenraum und Haftungsallokation fallbezogen trennen.
- Entscheidende Weiche: Gesellschaftsrechtliche Wirksamkeit, Dealprozess, Mandatsführung, Gremienfreigabe, Dokumentenbeweis und Eskalation nicht vermischen.
- Arbeitsprodukt: Partnerfähiges Memo, Closing-/Action-Liste, Redline-Hinweis oder PMO-Board mit Verantwortlichen und Blockern.
Wann wird dieser Skill aufgerufen
Typische Auslöser:
- "Ich habe hier Deal-Intake und brauche einen belastbaren nächsten Schritt."
- "Bitte prüfe das aus Sicht der Gesellschaft, Geschäftsführung, Gesellschafter oder Inhouse-Rechtsabteilung."
- "Mach daraus eine Beschlussvorlage, Partnernotiz, Mandantenmail oder Organunterlage."
- "Welche Register-, Beschluss-, Compliance- oder Fristpunkte fehlen noch?"
Nicht dieser Skill ist vorrangig, wenn zuerst die Gesellschaftsakte selbst angelegt, die Mandatsrolle bestimmt oder ein unklarer Upload triagiert werden muss. Dann beginne mit /corporate-kanzlei:kommandocenter oder /corporate-kanzlei:matter-file. Wenn der Nutzer nur eine Kurzfassung für interne Abstimmung will, arbeite bewusst kürzer und liefere keine lange Prüfarchitektur.
Voraussetzungen und Kontext laden
Lies zuerst, falls vorhanden, den Matter-Workspace unter ~/.config/claude-fuer-deutsches-recht/corporate-kanzlei/mandate/<slug>/: mandat.md, history.md, chronologie.md, fristen.yaml und den aktuellen Dokumentenlog. Wenn kein Workspace existiert, frage nur die Mindestdaten ab: Gesellschaft, Rechtsform, Rolle, Organstatus, Beschluss-/Registerlage, Frist, gewünschter Output und ob börsen-, konzern- oder regulierungsrelevante Bezüge bestehen.
Benötigte Unterlagen:
- Mandats-/Gesellschaftsprofil, Organigramm, Rollenmatrix und Eskalationskette.
- Kommunikationskanäle, Vertraulichkeitsstufen, Review-Gates und Beschlusskalender.
- Vorlagen für Board Paper, Beschlussvorlage, Statusbericht und Billing Narrative.
Arbeite mit diesen Variablen: gesellschaft, rolle, organ, beschlussdatum, registerstand, frist_oder_closing, materiality_threshold, owner, source_tag.
Workflow
- Corporate-Kontext fixieren. Bestimme Gesellschaft, Rechtsform, Organrolle, Anlass, Beschluss-/Registerstand und Entscheidungsempfänger. Wenn Rolle oder Rechtsform fehlen, frage genau eine Rückfrage; bei Fristdruck arbeite mit
[Annahme - prüfen] weiter.
- Quellen inventarisieren. Liste Dokumente mit Datum, Version, Quelle, Register-/Urkunden-ID und Vertraulichkeitsstufe. Markiere Uploads als
[Mandant], Register als [Register], Gerichts-/Behördenquellen als [Primärquelle] und Modellwissen als [Modellwissen - prüfen].
- Organ- und Kompetenzebene trennen. Unterscheide Geschäftsführung/Vorstand, Gesellschafterversammlung/Hauptversammlung, Aufsichtsrat/Beirat, Konzernleitung, Notar und Registergericht.
- Materiality-Schwelle setzen. Fehlt eine Vorgabe, arbeite mit Ampel: Nichtigkeit/Unwirksamkeit, Anfechtungs-/Haftungsrisiko, Registerhindernis, Zustimmungserfordernis, Housekeeping.
- Normenprüfung durchführen. Prüfe die unten genannten Normgruppen bezogen auf den konkreten Corporate-Schritt: Zuständigkeit, Form, Frist, Mehrheit, Vollmacht, Registerfähigkeit, Haftung und Beweisquelle.
- Belegkette bauen. Jede wesentliche Aussage braucht Quelle, Dokument, Fundstelle und Unsicherheitsmarker. Keine Fundstelle erfinden. Wenn Registerauszug, BGH-/EuGH-Entscheidung oder Behördenpraxis nicht abrufbar ist, steht
[zu verifizieren].
- Risikomatrix erstellen. Gib pro Punkt aus: Sachverhalt, Rechtsfrage, Norm, Subsumtion, Risikoampel, Rechtsfolge, empfohlene Aktion, Owner, Deadline und Folge-Skill.
- Draft oder Review-Gate wählen. Wenn die Tatsachen reichen, liefere den gewünschten Output. Wenn nicht, liefere eine Information-Request-Liste oder eine Partner-/Organvorlage mit genau den offenen Entscheidungen.
- Hand-off vorbereiten. Überführe Findings in Beschlussentwurf, Board Paper, Registeranmeldung, SPA-Markup, CP-Tracker, Mandantenmail oder Closing Bible. Verweise auf den konkreten Anschluss-Skill unten.
- Abschlusskontrolle. Prüfe: keine ungeprüften Aktenzeichen, keine BeckRS-Blindzitate, keine automatische Außenkommunikation, keine vertraulichen Informationen außerhalb des Need-to-know-Kreises.
Prüfraster im Gutachtenstil
Obersatz: Zu prüfen ist, ob der im Skill bearbeitete Corporate-Schritt gesellschaftsrechtlich wirksam, registerfähig, organschaftlich vertretbar und für die Mandatsseite praktisch umsetzbar ist.
1. Mandats- und Rollenrahmen. Zunächst muss feststehen, wer vertreten wird: Gesellschaft, Organmitglied, Gesellschafter, Investor, Käufer, Verkäufer oder Konzernmutter. Ist die Rolle unklar, darf kein parteilicher Beschluss-, Vertrags- oder Verhandlungsoutput als final erscheinen; zulässig ist nur eine neutrale Struktur- oder Fragenliste.
2. Zuständigkeit, Form und Corporate Authority. Bei Anteils-, Beschluss- und Strukturmaßnahmen sind Vertretungsmacht, Zustimmungserfordernisse, Mehrheit, Form und Registerlage zu prüfen. Relevanter Kern:
- BRAO § 43a, BORA § 3 und BRAO § 49b für Verschwiegenheit, Konflikt und Honorar.
- GwG §§ 10 ff. für Mandatsannahme und wirtschaftlich Berechtigte.
- DSGVO Art. 5, 6, 25 und 32 für Datenminimierung, Rollen und Sicherheit.
- BGB §§ 611a, 675 und 280 für Beratungs- und Haftungsrahmen.
3. Organ- und Zuständigkeitsprüfung. Nur wenn der konkrete Arbeitsschritt eine Organentscheidung vorbereitet, Zuständigkeit, Zustimmungsvorbehalte, Interessenkonflikte, Informationsgrundlage und Dokumentation prüfen. Der fachlich passende Haftungs- oder Board-Paper-Skill liefert die dafür einschlägige Rechtsprechung; ARAG/Garmenbeck ist kein Universalanker.
4. Register- und Gesellschafterlistenlogik. Nur bei GmbH-Anteilen, Einziehung, Vollmachtskette oder streitiger Legitimation Paragraf 16 und 40 GmbHG sowie Registerstand und materielle Berechtigung getrennt prüfen. Ohne solche Title- oder Legitimationsfrage diesen Prüfstrang auslassen.
5. Vollzugshindernisse. Wenn Fusionskontrolle, AWV/FDI, MAR, GwG, Sanktionen, Bankzustimmung, Satzungszustimmung oder branchenspezifische Genehmigungen berührt sind, muss das Ergebnis lauten: Anmeldung erforderlich? Vollzugsverbot? Registerhindernis? Beschlussmangel? Long-Stop-Date gefährdet? Bußgeld-, Nichtigkeits- oder Haftungsfolge?
6. Subsumtion. Subsumtion erfolgt dokumentennah. Beispiel: § 15 GmbHG notarielle Form erfüllt? nur bejahen, wenn Entwurf/Urkunde/Notarbestätigung vorliegt. § 46 GmbHG Zustimmung erforderlich? nur bejahen, wenn Satzung, Geschäftsordnung und Maßnahme geprüft sind.
Zwischenergebnis: Formuliere als Ampel: grün mit Beleg, gelb mit offener Information, rot mit Handlungssperre. Rot bedeutet im Corporate-Kontext: nicht beschließen, nicht anmelden, nicht signieren, nicht closen oder nicht extern versenden, bevor Partner, Organ oder Spezialist freigegeben hat.
Output-Module
- Corporate-Vermerk: Kurzbild, Sachverhalt, Normen, Subsumtion, Risikoampel, Empfehlung.
- Beschluss-/Board-Paper-Modul: Zuständigkeit, Beschlussvorschlag, Informationsgrundlage, BJR-Dokumentation, Anlagenliste.
- Issue List: Finding, Quelle, Risiko, Rechtsfolge, Register-/Vertragsfolge, Owner, Deadline.
- Information Request: konkrete Fragen an Mandant, Organ, Notar, Registerteam, Steuerberater oder Gegenseite.
- Matter-Update: kurzer Eintrag für
history.md und ggf. Frist-/Owner-Eintrag für fristen.yaml.
Ausformulierungspflicht und Formatstandard. Das Endprodukt wird in vollständigen, ausformulierten Sätzen geliefert — keine Stichwortskelette, keine leeren Klauselrümpfe, keine reinen Aufzählungen. Klauseln stehen als ausformulierte Rechtsfolgen-Sätze; Platzhalter wie [Name der Mandantin] werden klar markiert, der umgebende Text bleibt vollständig.
Schriftbild: Wenn ein Schriftsatz, Vertrag, Memo, Beschluss, Vermerk oder sonstiges Enddokument als DOCX, PDF oder formatierter Text ausgegeben wird, ist Times New Roman 11 pt als Grundschrift zu verwenden. Überschriften bleiben in derselben Schrift und dürfen nur fett oder abgestuft sein. Bei reiner Markdown- oder Chat-Ausgabe wird dieser Formatwunsch als Exporthinweis aufgenommen.
Nummerierung: Gliederung ausschließlich dezimal (1, 1.1, 1.1.1 und so weiter). Keine römischen Ziffern, keine Buchstaben- oder Mischgliederung.
Quellen und Zitierregel
Nutze nur frei prüfbare Quellen oder vom Nutzer bereitgestellte/lizenzierte Quellen. Rechtsprechung nur mit Gericht, Entscheidungsdatum, Aktenzeichen und Link auf dejure.org, openjur.de, bundesgerichtshof.de, bundesverfassungsgericht.de, curia.europa.eu oder eur-lex.europa.eu. Keine BeckRS-Alleinzitate, keine anwalt24-Belege, keine erfundenen Randnummern. Quellen-Tags: [Mandant], [Register], [BGH-Datenbank], [dejure.org], [EUR-Lex], [Web-Recherche - prüfen], [Modellwissen - prüfen].
Hand-Off zu anderen Skills
Nach diesem Skill weiter mit:
/corporate-kanzlei:matter-file - wenn Gesellschaftsprofil, Workstreams, Fristen und Dokumentenlog in eine laufende Akte geschrieben werden sollen.
/corporate-kanzlei:kommandocenter - wenn mehrere Corporate-Workstreams konkurrieren und der nächste Primärpfad neu bestimmt werden muss.
/corporate-kanzlei:steps-plan-pmo - wenn Termine, Beschlüsse, CPs, Freigaben und Owner in einen belastbaren Plan müssen.
/corporate-kanzlei:datenraum-aufbau - wenn Dokumente, Datenraumlücken oder Clean-Room-Fragen der nächste Engpass sind.
Was dieser Arbeitsgang nicht macht
- Er ersetzt keine Partner-, Organ- oder Mandantenentscheidung über Beschluss, Signing, Registeranmeldung oder Closing.
- Er führt keine automatische Außenkommunikation an Gegenseite, Behörde, Notar, Registergericht, Datenraumteilnehmer oder Mandant aus.
- Er behauptet keine Registerlage, Behördenpraxis oder Rechtsprechung ohne prüfbare Quelle.
- Er vermischt nicht Corporate-Befund, Vertragsrisiko und wirtschaftliche Bewertung; diese Ebenen bleiben getrennt.
- Er trifft keine steuerliche, kartellrechtliche, sanktionsrechtliche oder ausländische Rechtsaussage final ohne Spezialisten-Review.
- Er behandelt vertrauliche Daten nur innerhalb des Need-to-know-Kreises und markiert sensible Informationen für Clean-Room oder Insiderlisten.
Berufsrechtliche Hinweise
Vor Mandatsarbeit sind Interessenkonflikte nach § 43a BRAO und § 3 BORA, Verschwiegenheit nach § 43a Abs. 2 BRAO, Vergütungsrahmen nach § 49b BRAO und GwG-Sorgfaltspflichten zu beachten. Bei personenbezogenen Daten gelten DSGVO Art. 5, 6, 25 und 32. Bei Drittakten, Datenräumen, Akteneinsicht oder Clean-Room-Material ist der Zweckbindungsrahmen zu prüfen; Material aus einem Mandat darf nicht stillschweigend in ein anderes Mandat übernommen werden.
Bisheriger Skill-Kern, integriert und weiterzuverwenden
Deal-Intake
Triage — klaere zu Beginn
- Welche Art Transaktion: Share Deal, Asset Deal, Merger, Squeeze-Out, IPO, Carve-Out?
- Mandant: Kaeufer oder Verkaefer? (Perspektive des Skill-Aufrufs)
- Gibt es bereits ein NDA / Confidentiality Agreement? Falls nein: sofort anlegen.
- Sind Insiderinformationen im Spiel? → MAR-Pflichten prüfen (WpHG § 13); Insider-Log anlegen.
- Konfliktpruefung: Bestehende Mandate aller Parteien und Affiliates checken.
- GwG-CDD: Wirtschaftlich Berechtigte, PEP, Sanktionen — vor erster Mandatstaetigkeit.
- Jurisdiktionen: Nur Deutschland oder multinational (dann zusaetzliche Praxis-Regeln)?
Zentrale Normen
- §§ 43, 45 BRAO — Interessenkollision und Verschwiegenheitspflicht; Pflicht zur Konfliktpruefung
- §§ 2, 10-17 GwG — Geldwaeschepraevention; CDD vor Annahme; wirtschaftlich Berechtigter
- Art. 18 MAR / § 13 WpHG — Insiderliste; Ad-Hoc-Pflicht; Marktmissbrauch; vertrauliche Behandlung
- §§ 3-5 BORA — Berufspflichten; Interessenwiderstreit; Need-to-know
- § 675 BGB — Mandate als Dienstvertrag; Pflicht zur vollstaendigen Information des Mandanten
Deal-Intake-Checkliste
A. Erste Informationen sichern
| Punkt |
Inhalt |
Status |
| Parteien |
Kaeufer, Verkaefer, Zielgesellschaft (vollstaendige Firmennamen, Sitz, Rechtsform) |
|
| Deal-Typ |
Share Deal / Asset Deal / Merger / IPO / Squeeze-Out |
|
| Jurisdiktionen |
Hauptsitz, Tochtergesellschaften, Governing Law SPA |
|
| Zeitplan |
Signing-Ziel; Long Stop Date; exklusive Phase |
|
| Volumen |
Transaktionsvolumen; EV/Equity Value — vertraulich |
|
| Berater-Team |
Investmentbank, Steuerberater, andere Kanzleien |
|
| Ansprechpartner |
Name, Funktion, E-Mail, Mobilnummer |
|
B. Compliance-Checks
| Check |
Ergebnis |
Datum |
| Konfliktpruefung (§ 43a BRAO) |
Frei / Konflikt: [Beschreibung] |
|
| GwG-CDD |
Wirtschaftl. Berechtigter identifiziert; PEP: Ja/Nein; Sanktionen: Frei |
|
| Insider-Prüfung (MAR) |
Insiderinformation: Ja/Nein; Insider-Log angelegt: Ja/Nein |
|
| Clean-Room-Anforderung |
Ja/Nein; wenn Ja: Clean-Team-Protokoll |
|
| NDA unterzeichnet |
Datum; Parteien |
|
Schritt-für-Schritt-Workflow
- Erstgesprach / Erstkontakt — Deal-Parameter erfassen; Vertraulichkeit sicherstellen
- Konfliktpruefung — alle Parteien und bekannte Affiliates im Konfliktsystem prüfen; Senior Partner entscheidet
- GwG-CDD anlegen — Identifizierung wirtschaftlich Berechtigter; PEP-Check; Mittelherkunft
- Insider-Log anlegen — bei borsennotierter Gesellschaft: MAR-konformes Insider-Log; Need-to-know-Liste
- Akte anlegen — Deal-Name, Matter-Nummer, Aktenstruktur, Zugriffsrechte
- IRL aufstellen — erste Information Request List nach Workstreams
- Teamzusammenstellung — federführender Partner, Senior Associate, Junior; Budget-Freigabe
- NDA sichern — falls nicht vorhanden: Standardform schicken; kein Informationsaustausch vorher
- Kick-Off-Call — Agenda, Zeitplan, Workstreams, erste Informationslieferung
Entscheidungsbaum: Insider-Pflichten
Zielgesellschaft borsennotiert oder Konzernteil einer Boersengesellschaft?
→ Ja: Insiderinformation vorhanden?
→ Ja: Insider-Log anlegen (Art. 18 MAR); Ad-Hoc ggf. erforderlich
→ Vertraulichkeit von Mandant einfordern (NDA/MAR-Pflicht)
→ Nein: laufend pruefen; Transaktionsbekanntgabe kann Insiderinformation werden
→ Nein: GwG-Standard-CDD; keine MAR-Pflichten im engeren Sinne
→ aber: Marktmanipulation (Art. 12 MAR) auch bei nicht-borsennotierten moeglich
Output-Template Deal-Karte
Adressat: Deal-Team intern — Tonfall praegnant, strukturiert
DEAL-KARTE
Deal-Name: [CODENAME]
Matter-Nr.: [NUMMER]
Datum: [DATUM]
Vertraulichkeit: [Streng vertraulich / Need-to-know]
PARTEIEN:
Kaeufer: [NAME, Sitz, Rechtsform]
Verkaefer: [NAME, Sitz, Rechtsform]
Zielgesellschaft: [NAME, Sitz, HRB-Nr., Rechtsform]
DEAL-TYP: [Share Deal / Asset Deal / Merge / IPO]
TRANSAKTIONSVOLUMEN: ca. [EUR] (streng vertraulich)
GOVERNING LAW: [Deutsches Recht / Englisches Recht]
TIMELINE:
Signing-Ziel: [DATUM]
Closing-Ziel: [DATUM]
Long Stop Date: [DATUM]
COMPLIANCE-STATUS:
Konfliktpruefung: [Frei | Konflikt: ...]
GwG-CDD: [Vollstaendig | Ausstehend: ...]
Insider-Log: [Angelegt | Nicht erforderlich]
DEAL-TEAM:
Federf. Partner: [NAME]
Senior Associate: [NAME]
Junior: [NAME]
Budget: [EUR]
NÄCHSTE AKTION: [konkrete Aktion] — Verantwortlich: [Name] — Frist: [Datum]
Rote Schwellen
- Konfliktpruefung nicht vor Mandatsannahme → § 43a BRAO; sofortige Niederlegung; Schadensersatz
- Insiderinformation ohne Log und Vertraulichkeitssicherung → Art. 14 MAR; Bussgeld
- GwG-CDD unvollstaendig → § 17 GwG; Ordnungswidrigkeit; Behördenverfahren
- NDA nicht unterzeichnet vor Informationsaustausch → vertrauliche Daten ungeschuetzt
- Akte ohne Zugriffsschutz → Clean-Room-Erfordernis missachtet
Quellen
- §§ 43, 43a, 45 BRAO; §§ 2-17 GwG; Art. 18 MAR; § 13 WpHG
- Literatur nur bei vom Nutzer bereitgestellter oder lizenziert live geprüfter Quelle; keine Kommentarblindzitate.
Quellenregel: Entscheidungen nur nach Prüfung einer amtlichen oder frei zugänglichen Quelle mit Gericht, Entscheidungsform, Datum, Aktenzeichen und tragender Aussage ausgeben.
1---2name: deal-intake-43description: Für Deal-Intake: ordnet Norm, Beweislast und Gegenargument; Ergebnis: Prüfprodukt mit Risiko und nächstem Schritt. Fachgebiet: Corporate-Kanzlei. Route: deal-intake.4---56# Deal-Intake78## Direktstart: lesen, entscheiden, liefern910Beginne nicht mit einem Fragenkatalog. Wenn Material vorliegt, lies es zuerst und starte mit einer verwertbaren Arbeitshypothese:1112- Frist oder Sofortrisiko.13- erkannte Rolle, Zielrichtung und Verfahrensstand.14- tragende Tatsachen aus dem Material.15- bester nächster Arbeitsschritt mit direkt nutzbarem Output.1617Frage höchstens zwei Punkte nach, und nur wenn ohne diese Antwort der nächste Schritt falsch oder riskant würde. Fehlt Material vollständig, verlange nicht allgemein alle Unterlagen, sondern nenne die drei wichtigsten Dokumente und arbeite mit sichtbaren Annahmen weiter.1819Starte mit einem Arbeitsprodukt, nicht mit einer Inventarliste: Kurzvermerk, Fristenblatt, Prüfmatrix, Entwurf, Fragenliste oder Entscheidungsvorschlag. Routing ist nur Mittel zum Zweck. Wenn ein Fachskill eindeutig passt, arbeite unmittelbar in dessen Richtung weiter.2021## Fachlicher Anker2223- **Normen:** §§ 3, §§ 76, §§ 105.24- **Entscheidungs-/Quellenanker:** Tragende Rechtsprechung nur mit Gericht, Datum, Aktenzeichen und frei prüfbarer Quelle einsetzen; keine Entscheidung aus Modellwissen erzwingen.25- **Quellenhygiene:** `references/quellenhygiene.md` und `references/zitierweise.md` beachten.2627## Fachkern: Deal-Intake2829- **Corporate-Aufgabe (Deal-Intake):** Erster Mandantenkontakt oder Deal-Beauftragung eingetroffen.30- **Norm-/Dealanker:** GmbHG, AktG, HGB, BGB, UmwG, Registerrecht, Beurkundung, Signing/Closing-Mechanik, Beschlusslage, Vollmachten, Datenraum und Haftungsallokation fallbezogen trennen.31- **Entscheidende Weiche:** Gesellschaftsrechtliche Wirksamkeit, Dealprozess, Mandatsführung, Gremienfreigabe, Dokumentenbeweis und Eskalation nicht vermischen.32- **Arbeitsprodukt:** Partnerfähiges Memo, Closing-/Action-Liste, Redline-Hinweis oder PMO-Board mit Verantwortlichen und Blockern.3334## Wann wird dieser Skill aufgerufen35Typische Auslöser:36- "Ich habe hier Deal-Intake und brauche einen belastbaren nächsten Schritt."37- "Bitte prüfe das aus Sicht der Gesellschaft, Geschäftsführung, Gesellschafter oder Inhouse-Rechtsabteilung."38- "Mach daraus eine Beschlussvorlage, Partnernotiz, Mandantenmail oder Organunterlage."39- "Welche Register-, Beschluss-, Compliance- oder Fristpunkte fehlen noch?"4041Nicht dieser Skill ist vorrangig, wenn zuerst die Gesellschaftsakte selbst angelegt, die Mandatsrolle bestimmt oder ein unklarer Upload triagiert werden muss. Dann beginne mit `/corporate-kanzlei:kommandocenter` oder `/corporate-kanzlei:matter-file`. Wenn der Nutzer nur eine Kurzfassung für interne Abstimmung will, arbeite bewusst kürzer und liefere keine lange Prüfarchitektur.4243## Voraussetzungen und Kontext laden44Lies zuerst, falls vorhanden, den Matter-Workspace unter `~/.config/claude-fuer-deutsches-recht/corporate-kanzlei/mandate/<slug>/`: `mandat.md`, `history.md`, `chronologie.md`, `fristen.yaml` und den aktuellen Dokumentenlog. Wenn kein Workspace existiert, frage nur die Mindestdaten ab: Gesellschaft, Rechtsform, Rolle, Organstatus, Beschluss-/Registerlage, Frist, gewünschter Output und ob börsen-, konzern- oder regulierungsrelevante Bezüge bestehen.4546Benötigte Unterlagen:47- Mandats-/Gesellschaftsprofil, Organigramm, Rollenmatrix und Eskalationskette.48- Kommunikationskanäle, Vertraulichkeitsstufen, Review-Gates und Beschlusskalender.49- Vorlagen für Board Paper, Beschlussvorlage, Statusbericht und Billing Narrative.5051Arbeite mit diesen Variablen: `gesellschaft`, `rolle`, `organ`, `beschlussdatum`, `registerstand`, `frist_oder_closing`, `materiality_threshold`, `owner`, `source_tag`.5253## Workflow541. **Corporate-Kontext fixieren.** Bestimme Gesellschaft, Rechtsform, Organrolle, Anlass, Beschluss-/Registerstand und Entscheidungsempfänger. Wenn Rolle oder Rechtsform fehlen, frage genau eine Rückfrage; bei Fristdruck arbeite mit `[Annahme - prüfen]` weiter.552. **Quellen inventarisieren.** Liste Dokumente mit Datum, Version, Quelle, Register-/Urkunden-ID und Vertraulichkeitsstufe. Markiere Uploads als `[Mandant]`, Register als `[Register]`, Gerichts-/Behördenquellen als `[Primärquelle]` und Modellwissen als `[Modellwissen - prüfen]`.563. **Organ- und Kompetenzebene trennen.** Unterscheide Geschäftsführung/Vorstand, Gesellschafterversammlung/Hauptversammlung, Aufsichtsrat/Beirat, Konzernleitung, Notar und Registergericht.574. **Materiality-Schwelle setzen.** Fehlt eine Vorgabe, arbeite mit Ampel: Nichtigkeit/Unwirksamkeit, Anfechtungs-/Haftungsrisiko, Registerhindernis, Zustimmungserfordernis, Housekeeping.585. **Normenprüfung durchführen.** Prüfe die unten genannten Normgruppen bezogen auf den konkreten Corporate-Schritt: Zuständigkeit, Form, Frist, Mehrheit, Vollmacht, Registerfähigkeit, Haftung und Beweisquelle.596. **Belegkette bauen.** Jede wesentliche Aussage braucht Quelle, Dokument, Fundstelle und Unsicherheitsmarker. Keine Fundstelle erfinden. Wenn Registerauszug, BGH-/EuGH-Entscheidung oder Behördenpraxis nicht abrufbar ist, steht `[zu verifizieren]`.607. **Risikomatrix erstellen.** Gib pro Punkt aus: Sachverhalt, Rechtsfrage, Norm, Subsumtion, Risikoampel, Rechtsfolge, empfohlene Aktion, Owner, Deadline und Folge-Skill.618. **Draft oder Review-Gate wählen.** Wenn die Tatsachen reichen, liefere den gewünschten Output. Wenn nicht, liefere eine Information-Request-Liste oder eine Partner-/Organvorlage mit genau den offenen Entscheidungen.629. **Hand-off vorbereiten.** Überführe Findings in Beschlussentwurf, Board Paper, Registeranmeldung, SPA-Markup, CP-Tracker, Mandantenmail oder Closing Bible. Verweise auf den konkreten Anschluss-Skill unten.6310. **Abschlusskontrolle.** Prüfe: keine ungeprüften Aktenzeichen, keine BeckRS-Blindzitate, keine automatische Außenkommunikation, keine vertraulichen Informationen außerhalb des Need-to-know-Kreises.6465## Prüfraster im Gutachtenstil66**Obersatz:** Zu prüfen ist, ob der im Skill bearbeitete Corporate-Schritt gesellschaftsrechtlich wirksam, registerfähig, organschaftlich vertretbar und für die Mandatsseite praktisch umsetzbar ist.6768**1. Mandats- und Rollenrahmen.** Zunächst muss feststehen, wer vertreten wird: Gesellschaft, Organmitglied, Gesellschafter, Investor, Käufer, Verkäufer oder Konzernmutter. Ist die Rolle unklar, darf kein parteilicher Beschluss-, Vertrags- oder Verhandlungsoutput als final erscheinen; zulässig ist nur eine neutrale Struktur- oder Fragenliste.6970**2. Zuständigkeit, Form und Corporate Authority.** Bei Anteils-, Beschluss- und Strukturmaßnahmen sind Vertretungsmacht, Zustimmungserfordernisse, Mehrheit, Form und Registerlage zu prüfen. Relevanter Kern:71- BRAO § 43a, BORA § 3 und BRAO § 49b für Verschwiegenheit, Konflikt und Honorar.72- GwG §§ 10 ff. für Mandatsannahme und wirtschaftlich Berechtigte.73- DSGVO Art. 5, 6, 25 und 32 für Datenminimierung, Rollen und Sicherheit.74- BGB §§ 611a, 675 und 280 für Beratungs- und Haftungsrahmen.7576**3. Organ- und Zuständigkeitsprüfung.** Nur wenn der konkrete Arbeitsschritt eine Organentscheidung vorbereitet, Zuständigkeit, Zustimmungsvorbehalte, Interessenkonflikte, Informationsgrundlage und Dokumentation prüfen. Der fachlich passende Haftungs- oder Board-Paper-Skill liefert die dafür einschlägige Rechtsprechung; ARAG/Garmenbeck ist kein Universalanker.7778**4. Register- und Gesellschafterlistenlogik.** Nur bei GmbH-Anteilen, Einziehung, Vollmachtskette oder streitiger Legitimation Paragraf 16 und 40 GmbHG sowie Registerstand und materielle Berechtigung getrennt prüfen. Ohne solche Title- oder Legitimationsfrage diesen Prüfstrang auslassen.7980**5. Vollzugshindernisse.** Wenn Fusionskontrolle, AWV/FDI, MAR, GwG, Sanktionen, Bankzustimmung, Satzungszustimmung oder branchenspezifische Genehmigungen berührt sind, muss das Ergebnis lauten: Anmeldung erforderlich? Vollzugsverbot? Registerhindernis? Beschlussmangel? Long-Stop-Date gefährdet? Bußgeld-, Nichtigkeits- oder Haftungsfolge?8182**6. Subsumtion.** Subsumtion erfolgt dokumentennah. Beispiel: `§ 15 GmbHG notarielle Form erfüllt?` nur bejahen, wenn Entwurf/Urkunde/Notarbestätigung vorliegt. `§ 46 GmbHG Zustimmung erforderlich?` nur bejahen, wenn Satzung, Geschäftsordnung und Maßnahme geprüft sind.8384**Zwischenergebnis:** Formuliere als Ampel: grün mit Beleg, gelb mit offener Information, rot mit Handlungssperre. Rot bedeutet im Corporate-Kontext: nicht beschließen, nicht anmelden, nicht signieren, nicht closen oder nicht extern versenden, bevor Partner, Organ oder Spezialist freigegeben hat.8586## Output-Module87- **Corporate-Vermerk:** Kurzbild, Sachverhalt, Normen, Subsumtion, Risikoampel, Empfehlung.88- **Beschluss-/Board-Paper-Modul:** Zuständigkeit, Beschlussvorschlag, Informationsgrundlage, BJR-Dokumentation, Anlagenliste.89- **Issue List:** Finding, Quelle, Risiko, Rechtsfolge, Register-/Vertragsfolge, Owner, Deadline.90- **Information Request:** konkrete Fragen an Mandant, Organ, Notar, Registerteam, Steuerberater oder Gegenseite.91- **Matter-Update:** kurzer Eintrag für `history.md` und ggf. Frist-/Owner-Eintrag für `fristen.yaml`.9293<!-- BEGIN ausformulierungspflicht (autogen) -->94> **Ausformulierungspflicht und Formatstandard.** Das Endprodukt wird in **vollständigen, ausformulierten Sätzen** geliefert — keine Stichwortskelette, keine leeren Klauselrümpfe, keine reinen Aufzählungen. Klauseln stehen als ausformulierte Rechtsfolgen-Sätze; Platzhalter wie `[Name der Mandantin]` werden klar markiert, der umgebende Text bleibt vollständig.95>96> **Schriftbild:** Wenn ein Schriftsatz, Vertrag, Memo, Beschluss, Vermerk oder sonstiges Enddokument als DOCX, PDF oder formatierter Text ausgegeben wird, ist **Times New Roman 11 pt** als Grundschrift zu verwenden. Überschriften bleiben in derselben Schrift und dürfen nur fett oder abgestuft sein. Bei reiner Markdown- oder Chat-Ausgabe wird dieser Formatwunsch als Exporthinweis aufgenommen.97>98> **Nummerierung:** Gliederung ausschließlich dezimal (`1`, `1.1`, `1.1.1` und so weiter). Keine römischen Ziffern, keine Buchstaben- oder Mischgliederung.99<!-- END ausformulierungspflicht (autogen) -->100101## Quellen und Zitierregel102Nutze nur frei prüfbare Quellen oder vom Nutzer bereitgestellte/lizenzierte Quellen. Rechtsprechung nur mit Gericht, Entscheidungsdatum, Aktenzeichen und Link auf `dejure.org`, `openjur.de`, `bundesgerichtshof.de`, `bundesverfassungsgericht.de`, `curia.europa.eu` oder `eur-lex.europa.eu`. Keine BeckRS-Alleinzitate, keine anwalt24-Belege, keine erfundenen Randnummern. Quellen-Tags: `[Mandant]`, `[Register]`, `[BGH-Datenbank]`, `[dejure.org]`, `[EUR-Lex]`, `[Web-Recherche - prüfen]`, `[Modellwissen - prüfen]`.103104## Hand-Off zu anderen Skills105Nach diesem Skill weiter mit:106- `/corporate-kanzlei:matter-file` - wenn Gesellschaftsprofil, Workstreams, Fristen und Dokumentenlog in eine laufende Akte geschrieben werden sollen.107- `/corporate-kanzlei:kommandocenter` - wenn mehrere Corporate-Workstreams konkurrieren und der nächste Primärpfad neu bestimmt werden muss.108- `/corporate-kanzlei:steps-plan-pmo` - wenn Termine, Beschlüsse, CPs, Freigaben und Owner in einen belastbaren Plan müssen.109- `/corporate-kanzlei:datenraum-aufbau` - wenn Dokumente, Datenraumlücken oder Clean-Room-Fragen der nächste Engpass sind.110111## Was dieser Arbeitsgang nicht macht112- Er ersetzt keine Partner-, Organ- oder Mandantenentscheidung über Beschluss, Signing, Registeranmeldung oder Closing.113- Er führt keine automatische Außenkommunikation an Gegenseite, Behörde, Notar, Registergericht, Datenraumteilnehmer oder Mandant aus.114- Er behauptet keine Registerlage, Behördenpraxis oder Rechtsprechung ohne prüfbare Quelle.115- Er vermischt nicht Corporate-Befund, Vertragsrisiko und wirtschaftliche Bewertung; diese Ebenen bleiben getrennt.116- Er trifft keine steuerliche, kartellrechtliche, sanktionsrechtliche oder ausländische Rechtsaussage final ohne Spezialisten-Review.117- Er behandelt vertrauliche Daten nur innerhalb des Need-to-know-Kreises und markiert sensible Informationen für Clean-Room oder Insiderlisten.118119## Berufsrechtliche Hinweise120Vor Mandatsarbeit sind Interessenkonflikte nach § 43a BRAO und § 3 BORA, Verschwiegenheit nach § 43a Abs. 2 BRAO, Vergütungsrahmen nach § 49b BRAO und GwG-Sorgfaltspflichten zu beachten. Bei personenbezogenen Daten gelten DSGVO Art. 5, 6, 25 und 32. Bei Drittakten, Datenräumen, Akteneinsicht oder Clean-Room-Material ist der Zweckbindungsrahmen zu prüfen; Material aus einem Mandat darf nicht stillschweigend in ein anderes Mandat übernommen werden.121122## Bisheriger Skill-Kern, integriert und weiterzuverwenden123124### Deal-Intake125126## Triage — klaere zu Beginn1271281. Welche Art Transaktion: Share Deal, Asset Deal, Merger, Squeeze-Out, IPO, Carve-Out?1292. Mandant: Kaeufer oder Verkaefer? (Perspektive des Skill-Aufrufs)1303. Gibt es bereits ein NDA / Confidentiality Agreement? Falls nein: sofort anlegen.1314. Sind Insiderinformationen im Spiel? → MAR-Pflichten prüfen (WpHG § 13); Insider-Log anlegen.1325. Konfliktpruefung: Bestehende Mandate aller Parteien und Affiliates checken.1336. GwG-CDD: Wirtschaftlich Berechtigte, PEP, Sanktionen — vor erster Mandatstaetigkeit.1347. Jurisdiktionen: Nur Deutschland oder multinational (dann zusaetzliche Praxis-Regeln)?135136## Zentrale Normen137138- **§§ 43, 45 BRAO** — Interessenkollision und Verschwiegenheitspflicht; Pflicht zur Konfliktpruefung139- **§§ 2, 10-17 GwG** — Geldwaeschepraevention; CDD vor Annahme; wirtschaftlich Berechtigter140- **Art. 18 MAR / § 13 WpHG** — Insiderliste; Ad-Hoc-Pflicht; Marktmissbrauch; vertrauliche Behandlung141- **§§ 3-5 BORA** — Berufspflichten; Interessenwiderstreit; Need-to-know142- **§ 675 BGB** — Mandate als Dienstvertrag; Pflicht zur vollstaendigen Information des Mandanten143144## Deal-Intake-Checkliste145146### A. Erste Informationen sichern147148| Punkt | Inhalt | Status |149|---|---|---|150| Parteien | Kaeufer, Verkaefer, Zielgesellschaft (vollstaendige Firmennamen, Sitz, Rechtsform) | |151| Deal-Typ | Share Deal / Asset Deal / Merger / IPO / Squeeze-Out | |152| Jurisdiktionen | Hauptsitz, Tochtergesellschaften, Governing Law SPA | |153| Zeitplan | Signing-Ziel; Long Stop Date; exklusive Phase | |154| Volumen | Transaktionsvolumen; EV/Equity Value — vertraulich | |155| Berater-Team | Investmentbank, Steuerberater, andere Kanzleien | |156| Ansprechpartner | Name, Funktion, E-Mail, Mobilnummer | |157158### B. Compliance-Checks159160| Check | Ergebnis | Datum |161|---|---|---|162| Konfliktpruefung (§ 43a BRAO) | Frei / Konflikt: [Beschreibung] | |163| GwG-CDD | Wirtschaftl. Berechtigter identifiziert; PEP: Ja/Nein; Sanktionen: Frei | |164| Insider-Prüfung (MAR) | Insiderinformation: Ja/Nein; Insider-Log angelegt: Ja/Nein | |165| Clean-Room-Anforderung | Ja/Nein; wenn Ja: Clean-Team-Protokoll | |166| NDA unterzeichnet | Datum; Parteien | |167168## Schritt-für-Schritt-Workflow1691701. **Erstgesprach / Erstkontakt** — Deal-Parameter erfassen; Vertraulichkeit sicherstellen1712. **Konfliktpruefung** — alle Parteien und bekannte Affiliates im Konfliktsystem prüfen; Senior Partner entscheidet1723. **GwG-CDD anlegen** — Identifizierung wirtschaftlich Berechtigter; PEP-Check; Mittelherkunft1734. **Insider-Log anlegen** — bei borsennotierter Gesellschaft: MAR-konformes Insider-Log; Need-to-know-Liste1745. **Akte anlegen** — Deal-Name, Matter-Nummer, Aktenstruktur, Zugriffsrechte1756. **IRL aufstellen** — erste Information Request List nach Workstreams1767. **Teamzusammenstellung** — federführender Partner, Senior Associate, Junior; Budget-Freigabe1778. **NDA sichern** — falls nicht vorhanden: Standardform schicken; kein Informationsaustausch vorher1789. **Kick-Off-Call** — Agenda, Zeitplan, Workstreams, erste Informationslieferung179180## Entscheidungsbaum: Insider-Pflichten181182```183Zielgesellschaft borsennotiert oder Konzernteil einer Boersengesellschaft?184 → Ja: Insiderinformation vorhanden?185 → Ja: Insider-Log anlegen (Art. 18 MAR); Ad-Hoc ggf. erforderlich186 → Vertraulichkeit von Mandant einfordern (NDA/MAR-Pflicht)187 → Nein: laufend pruefen; Transaktionsbekanntgabe kann Insiderinformation werden188 → Nein: GwG-Standard-CDD; keine MAR-Pflichten im engeren Sinne189 → aber: Marktmanipulation (Art. 12 MAR) auch bei nicht-borsennotierten moeglich190```191192## Output-Template Deal-Karte193194**Adressat:** Deal-Team intern — Tonfall praegnant, strukturiert195196```197DEAL-KARTE198Deal-Name: [CODENAME]199Matter-Nr.: [NUMMER]200Datum: [DATUM]201Vertraulichkeit: [Streng vertraulich / Need-to-know]202203PARTEIEN:204Kaeufer: [NAME, Sitz, Rechtsform]205Verkaefer: [NAME, Sitz, Rechtsform]206Zielgesellschaft: [NAME, Sitz, HRB-Nr., Rechtsform]207208DEAL-TYP: [Share Deal / Asset Deal / Merge / IPO]209TRANSAKTIONSVOLUMEN: ca. [EUR] (streng vertraulich)210GOVERNING LAW: [Deutsches Recht / Englisches Recht]211212TIMELINE:213Signing-Ziel: [DATUM]214Closing-Ziel: [DATUM]215Long Stop Date: [DATUM]216217COMPLIANCE-STATUS:218Konfliktpruefung: [Frei | Konflikt: ...]219GwG-CDD: [Vollstaendig | Ausstehend: ...]220Insider-Log: [Angelegt | Nicht erforderlich]221222DEAL-TEAM:223Federf. Partner: [NAME]224Senior Associate: [NAME]225Junior: [NAME]226Budget: [EUR]227228NÄCHSTE AKTION: [konkrete Aktion] — Verantwortlich: [Name] — Frist: [Datum]229```230231## Rote Schwellen232233- Konfliktpruefung nicht vor Mandatsannahme → § 43a BRAO; sofortige Niederlegung; Schadensersatz234- Insiderinformation ohne Log und Vertraulichkeitssicherung → Art. 14 MAR; Bussgeld235- GwG-CDD unvollstaendig → § 17 GwG; Ordnungswidrigkeit; Behördenverfahren236- NDA nicht unterzeichnet vor Informationsaustausch → vertrauliche Daten ungeschuetzt237- Akte ohne Zugriffsschutz → Clean-Room-Erfordernis missachtet238239## Quellen240241- §§ 43, 43a, 45 BRAO; §§ 2-17 GwG; Art. 18 MAR; § 13 WpHG242- Literatur nur bei vom Nutzer bereitgestellter oder lizenziert live geprüfter Quelle; keine Kommentarblindzitate.243244> Quellenregel: Entscheidungen nur nach Prüfung einer amtlichen oder frei zugänglichen Quelle mit Gericht, Entscheidungsform, Datum, Aktenzeichen und tragender Aussage ausgeben.