Arzthaftung — Gutachterkommissionen / Schlichtungsstellen
Zweck
Arzthaftungs-Streit hat einen eigenen ADR-Pfad: Gutachterkommissionen und Schlichtungsstellen der Landesärztekammern. Kostenlos, neutral, oft Vergleichsförderlich. Anwaltliche Strategie: erst Schlichtung, dann ggf. Klage.
Eingaben
- Schadensart (Operationsfehler, Diagnosefehler, Aufklärungsmangel)
- Behandelnder Arzt / Klinik
- Versicherer-Status (Berufshaftpflicht Arzt)
- Bisherige Korrespondenz mit Versicherer
- Schadenshöhe
- Verjährungs-Stand (§ 195 BGB, 3 Jahre ab Kenntnis)
Rechtlicher Rahmen
- §§ 630a-h BGB — Patientenrechte (Behandlungsvertrag, Aufklärung, Dokumentation)
- § 630h BGB — Beweislast-Regeln Arzthaftung
- § 287 ZPO — Schätzungsbefugnis Schadenshöhe
- Schlichtungsordnungen der Landesärztekammern (z. B. Norddeutsche Schlichtungsstelle)
- VersR Berufshaftpflicht
- § 84 SGB X — MDK-Verfahren
ADR-Pfade
Pfad 1 — Norddeutsche Schlichtungsstelle für Arzthaftpflichtfragen
- Schleswig-Holstein, Hamburg, Bremen, Niedersachsen, Sachsen-Anhalt, MV, Thüringen
- Kostenlos für Patienten
- Schriftliches Verfahren
- Verfahrens-Dauer 6-18 Monate
- Spruch nicht bindend, aber Vergleichs-fördernd
Pfad 2 — Gutachterkommissionen einzelner Ärztekammern
- Bayern, NRW, Hessen, Berlin etc.
- Ähnliches Verfahren
- Sachverständigen-Gutachten
Pfad 3 — MDK-Verfahren (gesetzliche KV)
- Bei GKV-Patienten
- Medizinischer Dienst der Krankenversicherung
- Begutachtung Behandlungsfehler
Pfad 4 — Direkter Versicherer-Verhandlung
- Berufshaftpflicht Arzt
- Versicherer prüft Schadensmeldung
- Bei Verhandlungsbereitschaft: außergerichtlicher Vergleich
Pfad 5 — Klage Landgericht
- Bei Scheitern ADR
- Schwerpunktkammer Arzthaftung
- Sachverständigen-Beweis
- Verfahrens-Dauer 2-4 Jahre
Workflow
Vorab: Der untenstehende Workflow ist die typische Standardlinie. Wenn die Mandantenlage abweicht (siehe "Strategische Optionen" oben), sind die Schritte entsprechend zu verkuerzen, umzustellen oder durch ein anderes Skill zu ersetzen — der Workflow ist Leitfaden, nicht Pflichtprogramm.
Phase 1 — Beweissicherung
- Patientenakten-Anforderung § 630g BGB
- Bilddokumentation (Op-Berichte, Befunde, Röntgen)
- Gespräch-Dokumentation
- Zeugen-Hinweise
Phase 2 — Schlichtungs-Antrag
- Antrag bei zuständiger Schlichtungsstelle
- Sachverhalts-Schilderung
- Schadens-Bezifferung
- Anlagen (Akten)
Phase 3 — Gutachten-Erstattung
- Sachverständigen-Gutachten zur Behandlungsfehler-Frage
- Beide Parteien können Stellung nehmen
- Schluss-Stellungnahme Schlichtungsstelle
Phase 4 — Vergleichs-Verhandlung mit Versicherer
- Bei positivem Schlichtungsgutachten: Versicherer regelmäßig vergleichsbereit
- Schmerzensgeld nach BGH-Linie (Tabellen, z. B. Hacks)
- Materielle Schäden: Heilbehandlungen, Verdienstausfall, vermehrte Bedürfnisse, Pflege
Phase 5 — Bei Scheitern Klage LG
- LG-Spezialkammer
- Sachverständigen-Wechsel möglich
- Parallel ggf. ärztliche Approbationsverfahren
Strategie und Taktik
- Aufklärungsmangel: Arzt muss beweisen, dass aufgeklärt wurde (Aufklärungsbogen + Gesprächs-Protokoll)
- Dokumentations-Mangel: indizielle Wirkung gegen Arzt
- Schmerzensgeld-Tabellen Hacks/Beck (Orientierung)
- Vermehrte Bedürfnisse § 843 BGB lebenslang Renten-Bewertung
- Versicherer-Strategie: Erstvergleich oft 50 %; nach Schlichtungsgutachten 70-90 %
- Verjährung 3 Jahre ab Kenntnis Schaden + Schädiger
Querverweise
fachanwalt-medizinrecht-orientierung — Triage
fachanwalt-medizinrecht-behandlungsvertrag-630a — Vertiefung
fachanwalt-medizinrecht-off-label-use-erstattung-gkv-long-covid — Sonderfall
fachanwalt-versicherungsrecht-orientierung — Versicherer
Quellen und Updates
Stand: 05/2026. §§ 630a-h BGB seit 2013. Schlichtungsordnungen 2024 aktualisiert. BGH-Linien stabil.
Vertiefung — Aktuelle Rechtsprechung und Normen
Paragrafenkette
§§ 630a–630h BGB (Behandlungsvertrag und Patientenrechte) → § 204 Abs. 1 Nr. 4 BGB (Verjährungshemmung durch Schlichtung) → § 203 BGB (Hemmung durch Verhandlungen) → § 116 SGB X (GKV-Regress) → § 66 SGB V (MDK-Unterstützung) → § 287 ZPO (Schadensschätzung).
Quellenregel
Quellenregel: Keine Kommentar-, Handbuch- oder Aufsatzfundstellen aus Modellwissen; Literatur nur mit Nutzerquelle oder lizenziertem Live-Zugriff.
Fristen im Schlichtungsverfahren
| Frist |
Inhalt |
Norm |
| Einleitung Schlichtung |
Verjährungshemmung ab Einreichung |
§ 204 Abs. 1 Nr. 4 BGB |
| Hemmungsende |
6 Monate nach Schlichtungsende |
§ 204 Abs. 2 BGB |
| Verhandlungshemmung |
Während laufender Verhandlungen |
§ 203 BGB |
| MDK-Antrag GKV-Patient |
Formlos, aber vor Klage empfohlen |
§ 66 SGB V |
Triage — Sofortprüfung
Bevor losgelegt wird, kläre:
- Welche Schlichtungsstelle ist zuständig? — Norddeutsche Schlichtungsstelle (SH, HH, HB, NI, ST, MV, TH) oder Gutachterkommission der Landesärztekammer.
- Läuft die Verjährung bald ab? — Schlichtungsantrag sofort stellen um Hemmung § 204 BGB auszulösen; parallel Verjährungsverzicht bei Versicherer beantragen.
- GKV-Patient? — MDK-Gutachten parallel beantragen (§ 66 SGB V); kostenlos für Patient.
- Berufshaftpflichtversicherung des Arztes bekannt? — Versicherer wechselt in Vergleichsbereitschaft nach positivem Schlichtungsgutachten.
Quellenregel: Keine Kommentar-, Handbuch-, Aufsatz- oder Tabellenfundstellen aus Modellwissen; nur Nutzerquelle, amtliche/freie Quelle oder lizenzierte Live-Verifikation verwenden.
Entscheidungsbaum:
- Verjährung in < 3 Monaten → Schlichtungsantrag sofort + Verjährungsverzicht
- Grober Fehler evident → Nach Schlichtungsgutachten direkter Vergleich anstreben
- Ungeklärter Sachverhalt → Schlichtungsverfahren für kostenloses SV-Gutachten nutzen
- Versicherer verweigert Kooperation → LG-Klage; gerichtliches SV-Gutachten
- Was will der Mandant wirklich erreichen? (Nicht: was steht im Standardweg, sondern: welches Ergebnis ist fuer den Mandanten persoenlich/wirtschaftlich das beste? Manchmal ist der schnellere Vergleich besser als der formal "richtige" Weg.)
Schritt-für-Schritt-Workflow
- Verjährung prüfen — Hemmungsmaßnahme sofort wenn nötig.
- Patientenakte anfordern — § 630g BGB; spätestens mit Schlichtungsantrag vorlegen.
- Schlichtungsantrag formulieren — Sachverhalt, Fehlervorwurf, Schadenshöhe, Anlagen.
- MDK bei GKV-Patient — parallel einschalten für kostenloses Gutachten.
- Schlichtungsgutachten abwarten — 6–18 Monate; Verhandlungen in der Zwischenzeit hemmen Verjährung (§ 203 BGB).
- Versichererverhandlung nach positivem Gutachten — Schmerzensgeld nach Tabellen; materielle Schäden aufaddieren.
- Bei negativem Gutachten — Privatgutachten für LG-Klage; gerichtlicher Sachverständiger als Gegengewicht.
Strategische Optionen (vor dem Template entscheiden)
Bevor das Template eins-zu-eins gefuellt wird, ist zu pruefen welche Variante zur Mandantenkonstellation passt. Das Template ist eine moegliche Form — nicht die einzige.
| Konstellation |
Empfohlener Weg |
| Standard — Gutachterkommission / AEK-Schlichtung einleiten |
Schlichtungsantrag; Template unten |
| Variante A — Mandant will direkten Klageweg |
Klage ohne vorherige Schlichtung; laengerer Weg aber kein Zwang |
| Variante B — Schlichtungsstelle abgelehnt |
Klage zum LG; Gutachten aus AEK-Verfahren verwertbar |
| Variante C — Mehrere Schadensereignisse |
Konsolidierung oder separate Antraege abwaegen |
Wenn die Mandantenkonstellation nicht ins Standardschema passt, ist das Template anzupassen oder durch ein anderes Skill abzuloesen — nicht das Mandat in das Schema zu pressen.
Output-Template Schlichtungsantrag
Adressat: Schlichtungsstelle/Gutachterkommission — Tonfall: sachlich-juristisch
An die [Norddeutsche Schlichtungsstelle / Gutachterkommission der
Aerztekammer [Bundesland]]
[Adresse]
Antrag auf Schlichtung / Gutachterbestellung
Patientin/Patient: [NAME, Geburtsdatum, Adresse]
Behandelnder Arzt/Klinik: [Name, Adresse, Zeitraum]
Bevollmaechtigte: [Kanzlei, Anschrift]
Sachverhalt:
[Chronologische Darstellung Behandlung, Fehler, Folgen]
Fehlervorwurf:
1. [Spezifischer Fehler, Norm § 630a Abs. 2 BGB]
2. [Beweislastumkehr § 630h Abs. 5 BGB, falls grober Fehler]
Schaeden:
Schmerzensgeld: ca. EUR ____
Materieller Schaden: EUR ____
Anlagen: Patientenakte, Privatgutachten (falls vorhanden), Vollmacht
--- vor Versand klaeren ---
- Welches Verhandlungsziel hat der Mandant? [Bestand / Abfindung / Reputation / Schnelle Loesung]
- Welche Kompromisslinien sind absolut? [Mindestabfindung / Freistellung / Zeugnisformulierung]
- Sind Anschlusswege erwuenscht? [Mediation / Direktgespraech / Settlement vor Klageerhebung]
Ausformulierungspflicht und Formatstandard. Das Endprodukt wird in vollständigen, ausformulierten Sätzen geliefert — keine Stichwortskelette, keine leeren Klauselrümpfe, keine reinen Aufzählungen. Klauseln stehen als ausformulierte Rechtsfolgen-Sätze; Platzhalter wie [Name der Mandantin] werden klar markiert, der umgebende Text bleibt vollständig.
Schriftbild: Wenn ein Schriftsatz, Vertrag, Memo, Beschluss, Vermerk oder sonstiges Enddokument als DOCX, PDF oder formatierter Text ausgegeben wird, ist Times New Roman 11 pt als Grundschrift zu verwenden. Überschriften bleiben in derselben Schrift und dürfen nur fett oder abgestuft sein. Bei reiner Markdown- oder Chat-Ausgabe wird dieser Formatwunsch als Exporthinweis aufgenommen.
Nummerierung: Gliederung ausschließlich dezimal (1, 1.1, 1.1.1 und so weiter). Keine römischen Ziffern, keine Buchstaben- oder Mischgliederung.
Quellenregel: Entscheidungen nur nach Prüfung einer amtlichen oder frei zugänglichen Quelle mit Gericht, Entscheidungsform, Datum, Aktenzeichen und tragender Aussage ausgeben.
1---2name: fachanwalt-medizinrecht-gutachterkommission-aek-schlichtung3description: Für Arzthaftung — Gutachterkommissionen / Schlichtungsstellen: ordnet Norm, Beweislast und Gegenargument; Ergebnis: Prüfprodukt mit Risiko und nächstem Schritt.4---56# Arzthaftung — Gutachterkommissionen / Schlichtungsstellen78## Zweck910Arzthaftungs-Streit hat einen eigenen ADR-Pfad: **Gutachterkommissionen und Schlichtungsstellen der Landesärztekammern**. Kostenlos, neutral, oft Vergleichsförderlich. Anwaltliche Strategie: erst Schlichtung, dann ggf. Klage.1112## Eingaben1314- Schadensart (Operationsfehler, Diagnosefehler, Aufklärungsmangel)15- Behandelnder Arzt / Klinik16- Versicherer-Status (Berufshaftpflicht Arzt)17- Bisherige Korrespondenz mit Versicherer18- Schadenshöhe19- Verjährungs-Stand (§ 195 BGB, 3 Jahre ab Kenntnis)2021## Rechtlicher Rahmen2223- **§§ 630a-h BGB** — Patientenrechte (Behandlungsvertrag, Aufklärung, Dokumentation)24- **§ 630h BGB** — Beweislast-Regeln Arzthaftung25- **§ 287 ZPO** — Schätzungsbefugnis Schadenshöhe26- **Schlichtungsordnungen** der Landesärztekammern (z. B. Norddeutsche Schlichtungsstelle)27- **VersR** Berufshaftpflicht28- **§ 84 SGB X** — MDK-Verfahren2930## ADR-Pfade3132### Pfad 1 — Norddeutsche Schlichtungsstelle für Arzthaftpflichtfragen3334- Schleswig-Holstein, Hamburg, Bremen, Niedersachsen, Sachsen-Anhalt, MV, Thüringen35- Kostenlos für Patienten36- Schriftliches Verfahren37- Verfahrens-Dauer 6-18 Monate38- Spruch nicht bindend, aber Vergleichs-fördernd3940### Pfad 2 — Gutachterkommissionen einzelner Ärztekammern4142- Bayern, NRW, Hessen, Berlin etc.43- Ähnliches Verfahren44- Sachverständigen-Gutachten4546### Pfad 3 — MDK-Verfahren (gesetzliche KV)4748- Bei GKV-Patienten49- Medizinischer Dienst der Krankenversicherung50- Begutachtung Behandlungsfehler5152### Pfad 4 — Direkter Versicherer-Verhandlung5354- Berufshaftpflicht Arzt55- Versicherer prüft Schadensmeldung56- Bei Verhandlungsbereitschaft: außergerichtlicher Vergleich5758### Pfad 5 — Klage Landgericht5960- Bei Scheitern ADR61- Schwerpunktkammer Arzthaftung62- Sachverständigen-Beweis63- Verfahrens-Dauer 2-4 Jahre6465## Workflow6667**Vorab:** Der untenstehende Workflow ist die typische Standardlinie. Wenn die Mandantenlage abweicht (siehe "Strategische Optionen" oben), sind die Schritte entsprechend zu verkuerzen, umzustellen oder durch ein anderes Skill zu ersetzen — der Workflow ist Leitfaden, nicht Pflichtprogramm.6869### Phase 1 — Beweissicherung7071- Patientenakten-Anforderung § 630g BGB72- Bilddokumentation (Op-Berichte, Befunde, Röntgen)73- Gespräch-Dokumentation74- Zeugen-Hinweise7576### Phase 2 — Schlichtungs-Antrag7778- Antrag bei zuständiger Schlichtungsstelle79- Sachverhalts-Schilderung80- Schadens-Bezifferung81- Anlagen (Akten)8283### Phase 3 — Gutachten-Erstattung8485- Sachverständigen-Gutachten zur Behandlungsfehler-Frage86- Beide Parteien können Stellung nehmen87- Schluss-Stellungnahme Schlichtungsstelle8889### Phase 4 — Vergleichs-Verhandlung mit Versicherer9091- Bei positivem Schlichtungsgutachten: Versicherer regelmäßig vergleichsbereit92- Schmerzensgeld nach BGH-Linie (Tabellen, z. B. Hacks)93- Materielle Schäden: Heilbehandlungen, Verdienstausfall, vermehrte Bedürfnisse, Pflege9495### Phase 5 — Bei Scheitern Klage LG9697- LG-Spezialkammer98- Sachverständigen-Wechsel möglich99- Parallel ggf. ärztliche Approbationsverfahren100101## Strategie und Taktik102103- **Aufklärungsmangel**: Arzt muss beweisen, dass aufgeklärt wurde (Aufklärungsbogen + Gesprächs-Protokoll)104- **Dokumentations-Mangel**: indizielle Wirkung gegen Arzt105- **Schmerzensgeld-Tabellen** Hacks/Beck (Orientierung)106- **Vermehrte Bedürfnisse** § 843 BGB lebenslang Renten-Bewertung107- **Versicherer-Strategie**: Erstvergleich oft 50 %; nach Schlichtungsgutachten 70-90 %108- **Verjährung 3 Jahre** ab Kenntnis Schaden + Schädiger109110## Querverweise111112- `fachanwalt-medizinrecht-orientierung` — Triage113- `fachanwalt-medizinrecht-behandlungsvertrag-630a` — Vertiefung114- `fachanwalt-medizinrecht-off-label-use-erstattung-gkv-long-covid` — Sonderfall115- `fachanwalt-versicherungsrecht-orientierung` — Versicherer116117## Quellen und Updates118119Stand: 05/2026. §§ 630a-h BGB seit 2013. Schlichtungsordnungen 2024 aktualisiert. BGH-Linien stabil.120121## Vertiefung — Aktuelle Rechtsprechung und Normen122123### Paragrafenkette124125§§ 630a–630h BGB (Behandlungsvertrag und Patientenrechte) → § 204 Abs. 1 Nr. 4 BGB (Verjährungshemmung durch Schlichtung) → § 203 BGB (Hemmung durch Verhandlungen) → § 116 SGB X (GKV-Regress) → § 66 SGB V (MDK-Unterstützung) → § 287 ZPO (Schadensschätzung).126127### Quellenregel128129Quellenregel: Keine Kommentar-, Handbuch- oder Aufsatzfundstellen aus Modellwissen; Literatur nur mit Nutzerquelle oder lizenziertem Live-Zugriff.130### Fristen im Schlichtungsverfahren131132| Frist | Inhalt | Norm |133|---|---|---|134| Einleitung Schlichtung | Verjährungshemmung ab Einreichung | § 204 Abs. 1 Nr. 4 BGB |135| Hemmungsende | 6 Monate nach Schlichtungsende | § 204 Abs. 2 BGB |136| Verhandlungshemmung | Während laufender Verhandlungen | § 203 BGB |137| MDK-Antrag GKV-Patient | Formlos, aber vor Klage empfohlen | § 66 SGB V |138139## Triage — Sofortprüfung140141Bevor losgelegt wird, kläre:1421431. **Welche Schlichtungsstelle ist zuständig?** — Norddeutsche Schlichtungsstelle (SH, HH, HB, NI, ST, MV, TH) oder Gutachterkommission der Landesärztekammer.1442. **Läuft die Verjährung bald ab?** — Schlichtungsantrag sofort stellen um Hemmung § 204 BGB auszulösen; parallel Verjährungsverzicht bei Versicherer beantragen.1453. **GKV-Patient?** — MDK-Gutachten parallel beantragen (§ 66 SGB V); kostenlos für Patient.1464. **Berufshaftpflichtversicherung des Arztes bekannt?** — Versicherer wechselt in Vergleichsbereitschaft nach positivem Schlichtungsgutachten.147Quellenregel: Keine Kommentar-, Handbuch-, Aufsatz- oder Tabellenfundstellen aus Modellwissen; nur Nutzerquelle, amtliche/freie Quelle oder lizenzierte Live-Verifikation verwenden.148149**Entscheidungsbaum:**150- Verjährung in < 3 Monaten → Schlichtungsantrag sofort + Verjährungsverzicht151- Grober Fehler evident → Nach Schlichtungsgutachten direkter Vergleich anstreben152- Ungeklärter Sachverhalt → Schlichtungsverfahren für kostenloses SV-Gutachten nutzen153- Versicherer verweigert Kooperation → LG-Klage; gerichtliches SV-Gutachten154- **Was will der Mandant wirklich erreichen?** (Nicht: was steht im Standardweg, sondern: welches Ergebnis ist fuer den Mandanten persoenlich/wirtschaftlich das beste? Manchmal ist der schnellere Vergleich besser als der formal "richtige" Weg.)155156## Schritt-für-Schritt-Workflow1571581. **Verjährung prüfen** — Hemmungsmaßnahme sofort wenn nötig.1592. **Patientenakte anfordern** — § 630g BGB; spätestens mit Schlichtungsantrag vorlegen.1603. **Schlichtungsantrag formulieren** — Sachverhalt, Fehlervorwurf, Schadenshöhe, Anlagen.1614. **MDK bei GKV-Patient** — parallel einschalten für kostenloses Gutachten.1625. **Schlichtungsgutachten abwarten** — 6–18 Monate; Verhandlungen in der Zwischenzeit hemmen Verjährung (§ 203 BGB).1636. **Versichererverhandlung nach positivem Gutachten** — Schmerzensgeld nach Tabellen; materielle Schäden aufaddieren.1647. **Bei negativem Gutachten** — Privatgutachten für LG-Klage; gerichtlicher Sachverständiger als Gegengewicht.165166## Strategische Optionen (vor dem Template entscheiden)167168Bevor das Template eins-zu-eins gefuellt wird, ist zu pruefen welche Variante zur Mandantenkonstellation passt. Das Template ist **eine** moegliche Form — nicht die einzige.169170| Konstellation | Empfohlener Weg |171|---|---|172| Standard — Gutachterkommission / AEK-Schlichtung einleiten | Schlichtungsantrag; Template unten |173| Variante A — Mandant will direkten Klageweg | Klage ohne vorherige Schlichtung; laengerer Weg aber kein Zwang |174| Variante B — Schlichtungsstelle abgelehnt | Klage zum LG; Gutachten aus AEK-Verfahren verwertbar |175| Variante C — Mehrere Schadensereignisse | Konsolidierung oder separate Antraege abwaegen |176177Wenn die Mandantenkonstellation **nicht** ins Standardschema passt, ist das Template anzupassen oder durch ein anderes Skill abzuloesen — nicht das Mandat in das Schema zu pressen.178179180## Output-Template Schlichtungsantrag181182**Adressat:** Schlichtungsstelle/Gutachterkommission — Tonfall: sachlich-juristisch183184```185An die [Norddeutsche Schlichtungsstelle / Gutachterkommission der186Aerztekammer [Bundesland]]187[Adresse]188189Antrag auf Schlichtung / Gutachterbestellung190191Patientin/Patient: [NAME, Geburtsdatum, Adresse]192Behandelnder Arzt/Klinik: [Name, Adresse, Zeitraum]193Bevollmaechtigte: [Kanzlei, Anschrift]194195Sachverhalt:196[Chronologische Darstellung Behandlung, Fehler, Folgen]197198Fehlervorwurf:1991. [Spezifischer Fehler, Norm § 630a Abs. 2 BGB]2002. [Beweislastumkehr § 630h Abs. 5 BGB, falls grober Fehler]201202Schaeden:203Schmerzensgeld: ca. EUR ____204Materieller Schaden: EUR ____205206Anlagen: Patientenakte, Privatgutachten (falls vorhanden), Vollmacht207```208209--- vor Versand klaeren ---2101. Welches Verhandlungsziel hat der Mandant? [Bestand / Abfindung / Reputation / Schnelle Loesung]2112. Welche Kompromisslinien sind absolut? [Mindestabfindung / Freistellung / Zeugnisformulierung]2123. Sind Anschlusswege erwuenscht? [Mediation / Direktgespraech / Settlement vor Klageerhebung]213214<!-- BEGIN ausformulierungspflicht (autogen) -->215> **Ausformulierungspflicht und Formatstandard.** Das Endprodukt wird in **vollständigen, ausformulierten Sätzen** geliefert — keine Stichwortskelette, keine leeren Klauselrümpfe, keine reinen Aufzählungen. Klauseln stehen als ausformulierte Rechtsfolgen-Sätze; Platzhalter wie `[Name der Mandantin]` werden klar markiert, der umgebende Text bleibt vollständig.216>217> **Schriftbild:** Wenn ein Schriftsatz, Vertrag, Memo, Beschluss, Vermerk oder sonstiges Enddokument als DOCX, PDF oder formatierter Text ausgegeben wird, ist **Times New Roman 11 pt** als Grundschrift zu verwenden. Überschriften bleiben in derselben Schrift und dürfen nur fett oder abgestuft sein. Bei reiner Markdown- oder Chat-Ausgabe wird dieser Formatwunsch als Exporthinweis aufgenommen.218>219> **Nummerierung:** Gliederung ausschließlich dezimal (`1`, `1.1`, `1.1.1` und so weiter). Keine römischen Ziffern, keine Buchstaben- oder Mischgliederung.220<!-- END ausformulierungspflicht (autogen) -->221222> Quellenregel: Entscheidungen nur nach Prüfung einer amtlichen oder frei zugänglichen Quelle mit Gericht, Entscheidungsform, Datum, Aktenzeichen und tragender Aussage ausgeben.