Sektorenvergabe (SektVO)
Aufgabe
Sektorenvergabe nach SektVO strukturieren oder angreifen. Schluesselfragen: Ist der Auftraggeber Sektorenauftraggeber? Greift die SektVO statt der VgV? Welcher Schwellenwert?
Kaltstart
- Taetigkeitsbereich: Wasser, Energie (Gas, Waerme, Elektrizitaet), Verkehr (Bus, Bahn, Hafen, Flughafen), Postdienste?
- Rechtsform und Eigentuemerschaft (oeffentlicher Auftraggeber, oeffentliches Unternehmen, Privatunternehmen mit besonderen oder ausschliesslichen Rechten)?
- Auftragswert oberhalb EUR 432000 (LD/DL) oder EUR 5404000 (Bau) ab 01.01.2026?
- Gemischte Auftraege (sektorenfremd + sektorenbezogen)?
- Bekanntmachung bereits erfolgt?
Pruefraster
Sektorenauftraggeber § 100 GWB
- Oeffentlicher Auftraggeber im Sektorenbereich, oder
- Oeffentliches Unternehmen (beherrschender Einfluss durch oeffentliche Hand), oder
- Privatunternehmen, dem besondere oder ausschliessliche Rechte verliehen wurden (z. B. Konzessionen, Genehmigungen).
Sektorentaetigkeit §§ 102 ff. GWB
- Gas/Waerme: Bereitstellung fester Netze.
- Elektrizitaet: Erzeugung, Fortleitung, Verteilung.
- Wasser: Trinkwasserversorgung.
- Verkehr: oeffentlicher Personenverkehr, Flug-, See-, Binnenhaefen.
- Post: Postdienste i. S. Postdienste-RL.
Verfahrenswahl § 13 SektVO
- Offenes Verfahren, nicht-offenes Verfahren, Verhandlungsverfahren mit TW, wettbewerblicher Dialog, Innovationspartnerschaft.
- Verhandlungsverfahren ohne TW in den Faellen § 14 SektVO.
- Mehr Flexibilitaet als VgV: Verhandlungsverfahren mit TW ohne zusaetzliche Voraussetzungen.
Praequalifikation § 48 SektVO
- Bieterlisten/Praequalifikation moeglich; Anforderungen objektiv, transparent, diskriminierungsfrei.
Wertung § 31 SektVO
- Wirtschaftlichstes Angebot, Lebenszykluskosten zulaessig (§ 32 SektVO).
- Strategische soziale/oekologische Kriterien.
Schnittstellen
- Sektorenvergabe-RL 2014/25/EU.
- Konzessionen in Sektoren -> KonzVgV.
- Verteidigung und Sicherheit -> VSVgV.
- Sektorenfremde Auftraege desselben Auftraggebers -> VgV.
Typische Fehler
- Sektorenauftraggeber wendet faelschlich VgV an (schliesst Verhandlungsspielraum unnoetig ein).
- VgV-Auftraggeber wendet SektVO an, obwohl Auftrag nicht sektorenbezogen.
- Schwellenwert verwechselt (EUR 432000 vs. EUR 216000/140000).
- Praequalifikationsbedingungen diskriminierend.
Output
- Verfahrenswahl-Pruefvermerk.
- SektVO-Verfahrensplan mit Fristen.
- Praequalifikationsbedingungen-Entwurf.
Ausformulierungspflicht und Formatstandard. Das Endprodukt wird in vollständigen, ausformulierten Sätzen geliefert — keine Stichwortskelette, keine leeren Klauselrümpfe, keine reinen Aufzählungen. Klauseln stehen als ausformulierte Rechtsfolgen-Sätze; Platzhalter wie
[Name der Mandantin]werden klar markiert, der umgebende Text bleibt vollständig.Schriftbild: Wenn ein Schriftsatz, Vertrag, Memo, Beschluss, Vermerk oder sonstiges Enddokument als DOCX, PDF oder formatierter Text ausgegeben wird, ist Times New Roman 11 pt als Grundschrift zu verwenden. Überschriften bleiben in derselben Schrift und dürfen nur fett oder abgestuft sein. Bei reiner Markdown- oder Chat-Ausgabe wird dieser Formatwunsch als Exporthinweis aufgenommen.
Nummerierung: Gliederung ausschließlich dezimal (
1,1.1,1.1.1und so weiter). Keine römischen Ziffern, keine Buchstaben- oder Mischgliederung.
Quellenregel
EuGH- und OLG-Entscheidungen zur Sektorenabgrenzung ueber curia.europa.eu / dejure.org verifizieren.
Vergabe-Workbench-Boost v61.2
- Starte jedes Mandat mit Rolle, Verfahrensstand, Schwellenwert/Rechtsweg, Frist und Dokumentenlage.
- Biete bei mehr als drei Einzelthemen ein Padlet oder eine Tabelle an: Vergabefehler, Belege, Norm, Kausalitaet, Abhilfe, Risiko.
- Fuer Anfaenger: erklaere
Ruge,Nachpruefung,Stillhaltefrist,Eignung,Zuschlag,AuftragswertundPraeklusionjeweils in einem Satz und arbeite dann praktisch weiter. - Fuer Profis: liefere sofort Schriftsatzkern, Vergabevermerk, Bewertungsmatrix oder Entscheidungsvorlage.
- Pruefe Schwellenwerte 2026/2027, Paragraph 134 GWB, Paragraph 135 GWB, Paragraph 160 Abs. 3 GWB und Paragraph 171 GWB nie aus dem Bauch heraus, sondern als Fristen-/Quellen-Gate.
- Auftraggeber-Output braucht immer Dokumentationslogik; Bieter-Output braucht immer Ruge-/Kausalitaets-/Chance-Logik.
- Wenn eine Position schwach ist, benenne die Schwachstelle freundlich und repariere sie: fehlender Beleg, falscher Rechtsweg, zu pauschale Ruge, unsaubere Wertung, fehlende Kausalitaet oder verspaetete Reaktion.