/kaltstart-interview
Direktstart: lesen, entscheiden, liefern
Beginne nicht mit einem Fragenkatalog. Wenn Material vorliegt, lies es zuerst und starte mit einer verwertbaren Arbeitshypothese:
- Frist oder Sofortrisiko.
- erkannte Rolle, Zielrichtung und Verfahrensstand.
- tragende Tatsachen aus dem Material.
- bester nächster Arbeitsschritt mit direkt nutzbarem Output.
Frage höchstens zwei Punkte nach, und nur wenn ohne diese Antwort der nächste Schritt falsch oder riskant würde. Fehlt Material vollständig, verlange nicht allgemein alle Unterlagen, sondern nenne die drei wichtigsten Dokumente und arbeite mit sichtbaren Annahmen weiter.
Starte mit einem Arbeitsprodukt, nicht mit einer Inventarliste: Kurzvermerk, Fristenblatt, Prüfmatrix, Entwurf, Fragenliste oder Entscheidungsvorschlag. Routing ist nur Mittel zum Zweck. Wenn ein Fachskill eindeutig passt, arbeite unmittelbar in dessen Richtung weiter.
Triage zu Beginn
- Handelt es sich um eine Neugründung oder eine grundlegende Neuausrichtung der bestehenden Beratungsstelle?
- Welche Rechtsgrundlage gilt für die Beratungsstellenarbeit: § 6 Abs. 2 Nr. 2 RDG, § 8 RDG oder Tätigkeit unter zugelassenem Anwalt?
- Welche Fachbereiche sollen von Anfang an eingerichtet werden (Mietrecht, Sozialrecht, Aufenthaltsrecht)?
- Ist bereits eine CLAUDE.md vorhanden, die abschnittsweise ueberarbeitet werden soll?
Zentrale Normen
- § 6 Abs. 2 Nr. 2 RDG — Voraussetzungen für erlaubnisfreie Rechtsberatung in Beratungsstellen: Anleitungserfordernis und Unentgeltlichkeit
- § 43a Abs. 2 BRAO — Verschwiegenheitspflicht des Anleiters: muss von Beginn an organisatorisch sichergestellt werden
- § 203 Abs. 4 StGB — Einbeziehung Dritter (Studenten): Verschwiegenheitsvereinbarungen als Pflichtbestandteil der Ersteinrichtung
- Art. 30 DSGVO — Verarbeitungsverzeichnis: muss vor Beginn der Datenverarbeitung erstellt werden
Berufsrechtlicher Rahmen
- § 6 Abs. 2 Nr. 2 RDG: Die Organisation der Anleitungsstruktur muss sicherstellen, dass der Volljurist tatsächlich in der Lage ist, die Studentenn anzuleiten. "Formelle" Aufsicht ohne tatsächliche Prüfung genügt nicht; vgl. Krenzler, in: Krenzler (Hrsg.), RDG, 2. Aufl. 2021, § 6 Rn. 52.
- § 43a Abs. 2 BRAO: Verschwiegenheitsorganisation muss bereits bei Einrichtung der Beratungsstelle mitgedacht werden (kein Mandantendaten-Upload in nicht abgesicherte Systeme).
- § 203 Abs. 4 StGB: Einbeziehung Dritter (Studenten, externe IT) erfordert vertragliche Absicherung.
Ablauf
Schritt 0: Bestehendes Profil prüfen
Ist eine CLAUDE.md vorhanden?
- Ja: "Ihr Profil ist bereits eingerichtet. Möchten Sie (a) das Profil anzeigen, (b) einen Abschnitt überarbeiten, oder (c) komplett neu starten (
--redo)?"
- Nein: Mit Schritt 1 beginnen.
Schritt 1: Beratungsstellentyp
Welche Art von Beratungsstelle richten Sie ein?
Optionen (Mehrfachauswahl möglich):
- Universitäre Refugee Law Clinic (RLC) – Schwerpunkt Asyl/Aufenthaltsrecht; § 6 II Nr. 2 RDG
- Studentische Rechtsberatung allgemein – SGB II, Mietrecht, Verbraucherrecht; § 6 II Nr. 2 RDG
- AnwVer / DAV Pro-Bono-Programm – Zugelassene Anwälte, kein RDG-Problem
- Verbraucherzentrale – § 8 Abs. 1 Nr. 4 RDG (Sondererlaubnis)
- Wohlfahrtsverband / Sozialberatung (AWO, Caritas, Diakonie, DRK, Paritätischer) – § 8 Abs. 1 Nr. 4 RDG
- Sonstiges – Bitte beschreiben.
Erfasse auch: Hochschule / Trägerin, Stadt, seit wann aktiv, Anzahl aktiver Studentenr pro Semester.
Schritt 2: Rechtsgrundlage bestätigen
Je nach Typ aus Schritt 1:
| Typ |
Rechtsgrundlage |
Pflichten |
| RLC / studentische Beratung |
§ 6 Abs. 2 Nr. 2 RDG |
Unentgeltlichkeit, Anleitung durch Volljurist zwingend |
| Verbraucherzentrale |
§ 8 Abs. 1 Nr. 4 RDG |
Trägergebundene Erlaubnis; keine Einzelfallklage |
| Sozialberatung (Verbände) |
§ 8 Abs. 1 Nr. 4 RDG |
Satzungsgemäßer Auftrag erforderlich |
| Pro-Bono (zugelassene Anwälte) |
§ 1 BRAO (volle Zulassung) |
BRAO/BORA voll anwendbar |
Bestätigen Sie: "Alle Beratungsleistungen erfolgen unentgeltlich. Die Studentenn stehen unter meiner tatsächlichen Anleitung. Ich nehme meine Aufsichtspflicht wahr." (§ 6 II Nr. 2 RDG)
Schritt 3: Fachbereiche
Welche Rechtsgebiete deckt Ihre Beratungsstelle ab?
Optionen (Mehrfachauswahl):
Schritt 4: Aufsichtsmodell
Wie möchten Sie das Aufsichtsmodell einrichten?
Prüfungsgates (Default, anpassbar):
| Dokument |
Default-Gate |
| Widerspruch (Fristen < 2 Wochen) |
Sofortige Anleiterkonsultation |
| Widerspruch (Frist > 2 Wochen) |
Anleiter prüft vor Versand |
| Klageschrift |
Anleiter prüft und gibt frei (zwingend) |
| Mandantenbrief mit Rechtsrat |
Anleiter prüft vor Versand |
| Intake-Protokoll |
Anleiter nimmt Kenntnis |
| Memo / Rechtsgutachten |
Anleiter prüft inhaltlich |
| Semesterübergabe |
Anleiter muss bestätigen |
Anleiter kann Gates verschärfen (z. B. alle Dokumente) oder – für erfahrene Studenten – für bestimmte Routinedokumente lockern.
Schritt 5: Pädagogikhaltung
Wie lernen Studenten bei Ihnen am besten?
| Haltung |
Beschreibung |
Geeignet für |
| Ausführen |
Das System erstellt vollständige Entwürfe; Studenten analysieren und übergeben |
Erfahrene Studenten (3.–5. Sem.), Routinedokumente |
| Anleiten |
Das System gibt Struktur und Schlüsselpunkte; Studenten füllen aus |
Mittelstufe (2.–3. Sem.) |
| Lehren |
Das System stellt nur Fragen; Studenten erarbeiten Lösung |
Anfangssemester, neue Fachgebiete |
Default für gesamte Beratungsstelle + ggf. Übersteuern je Fachbereich / Dokumenttyp.
Schritt 6: Verschwiegenheitsorganisation
Wie ist die IT-Infrastruktur organisiert?
- Werden Mandantendaten in einem Cloud-System verarbeitet? → Auftragsverarbeitungsvertrag (AVV) nach Art. 28 DSGVO erforderlich.
- Wer hat Zugang zu den Mandantenakten?
- Wie werden Akten nach 5 Jahren gelöscht (§ 50 BRAO Aufbewahrungspflicht)?
- Einweisung der Studentenn in Verschwiegenheitspflichten? → Empfehlung: Schriftliche Verpflichtungserklärung zu § 203 StGB.
Schritt 7: Örtliche Besonderheiten
Welche örtlichen Kontexte sind wichtig?
- Zuständige BAMF-Außenstelle?
- Zuständige Ausländerbehörde?
- Jobcenter-Bezirke / Träger (kommunal oder BA)?
- Sozialgerichte / Verwaltungsgerichte mit Zuständigkeit?
- Kooperationspartner (Dolmetscherdienste, andere Beratungsstellen, Pro-Bono-Initiativen)?
- Qualifizierter Mietspiegel vorhanden? (Relevant: Berlin, Hamburg, München, Frankfurt, Köln)
Schritt 8: CLAUDE.md schreiben
Ausgabe: vollständige, aktualisierte CLAUDE.md mit allen erhobenen Konfigurationswerten. Struktur wie im CLAUDE.md-Template vorgegeben.
Anschließend empfehlen:
/rechtsberatungsstelle:leitfaden-erstellen für jeden konfigurierten Fachbereich
/rechtsberatungsstelle:einarbeitung – Testlauf aus Studentenn-Perspektive
Risiken / typische Fehler
- Anleitungsstruktur nur auf dem Papier: § 6 Abs. 2 Nr. 2 RDG verlangt tatsächliche, nicht nur formelle Anleitung. Ein Anleiter, der monatlich einmal ins Büro schaut, genügt nicht.
- Fachbereiche zu weit gefasst: Eine Beratungsstelle, die alles anbietet, kann nichts gut anbieten. Lieber weniger Bereiche mit klarer Gate-Struktur als viele Bereiche mit Qualitätslücken.
- IT-Sicherheit nicht mitgedacht: Cloud-Systeme ohne AVV verletzen DSGVO Art. 28. Besonders kritisch bei Asylsuchenden (Art. 9 DSGVO: besondere Kategorien).
- Semesterwechsel nicht organisiert: Ohne klare Übergaberegeln fallen Mandate zwischen den Semestern durch.
/rechtsberatungsstelle:semester-übergabe muss im Ablaufplan verankert sein.
Quellenregel: Entscheidungen nur nach Prüfung einer amtlichen oder frei zugänglichen Quelle mit Gericht, Entscheidungsform, Datum, Aktenzeichen und tragender Aussage ausgeben.
1---2name: kaltstart-interview-183description: Für /kaltstart-interview: routet Rolle, Frist, Unterlagen und Fachschritt; Ergebnis: Prüfprodukt mit Risiko und nächstem Schritt. Fachgebiet: Plugin für die studentische Rechtsberatungsstelle.4---5
6# /kaltstart-interview
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8## Direktstart: lesen, entscheiden, liefern
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10Beginne nicht mit einem Fragenkatalog. Wenn Material vorliegt, lies es zuerst und starte mit einer verwertbaren Arbeitshypothese:
11
12- Frist oder Sofortrisiko.
13- erkannte Rolle, Zielrichtung und Verfahrensstand.
14- tragende Tatsachen aus dem Material.
15- bester nächster Arbeitsschritt mit direkt nutzbarem Output.
16
17Frage höchstens zwei Punkte nach, und nur wenn ohne diese Antwort der nächste Schritt falsch oder riskant würde. Fehlt Material vollständig, verlange nicht allgemein alle Unterlagen, sondern nenne die drei wichtigsten Dokumente und arbeite mit sichtbaren Annahmen weiter.
18
19Starte mit einem Arbeitsprodukt, nicht mit einer Inventarliste: Kurzvermerk, Fristenblatt, Prüfmatrix, Entwurf, Fragenliste oder Entscheidungsvorschlag. Routing ist nur Mittel zum Zweck. Wenn ein Fachskill eindeutig passt, arbeite unmittelbar in dessen Richtung weiter.
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21## Triage zu Beginn
221. Handelt es sich um eine Neugründung oder eine grundlegende Neuausrichtung der bestehenden Beratungsstelle?
232. Welche Rechtsgrundlage gilt für die Beratungsstellenarbeit: § 6 Abs. 2 Nr. 2 RDG, § 8 RDG oder Tätigkeit unter zugelassenem Anwalt?
243. Welche Fachbereiche sollen von Anfang an eingerichtet werden (Mietrecht, Sozialrecht, Aufenthaltsrecht)?
254. Ist bereits eine CLAUDE.md vorhanden, die abschnittsweise ueberarbeitet werden soll?
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27## Zentrale Normen
28- § 6 Abs. 2 Nr. 2 RDG — Voraussetzungen für erlaubnisfreie Rechtsberatung in Beratungsstellen: Anleitungserfordernis und Unentgeltlichkeit
29- § 43a Abs. 2 BRAO — Verschwiegenheitspflicht des Anleiters: muss von Beginn an organisatorisch sichergestellt werden
30- § 203 Abs. 4 StGB — Einbeziehung Dritter (Studenten): Verschwiegenheitsvereinbarungen als Pflichtbestandteil der Ersteinrichtung
31- Art. 30 DSGVO — Verarbeitungsverzeichnis: muss vor Beginn der Datenverarbeitung erstellt werden
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33## Berufsrechtlicher Rahmen
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35- § 6 Abs. 2 Nr. 2 RDG: Die Organisation der Anleitungsstruktur muss sicherstellen, dass der Volljurist tatsächlich in der Lage ist, die Studentenn anzuleiten. "Formelle" Aufsicht ohne tatsächliche Prüfung genügt nicht; vgl. Krenzler, in: Krenzler (Hrsg.), RDG, 2. Aufl. 2021, § 6 Rn. 52.
36- § 43a Abs. 2 BRAO: Verschwiegenheitsorganisation muss bereits bei Einrichtung der Beratungsstelle mitgedacht werden (kein Mandantendaten-Upload in nicht abgesicherte Systeme).
37- § 203 Abs. 4 StGB: Einbeziehung Dritter (Studenten, externe IT) erfordert vertragliche Absicherung.
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39## Ablauf
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41### Schritt 0: Bestehendes Profil prüfen
42
43Ist eine `CLAUDE.md` vorhanden?
44- Ja: "Ihr Profil ist bereits eingerichtet. Möchten Sie (a) das Profil anzeigen, (b) einen Abschnitt überarbeiten, oder (c) komplett neu starten (`--redo`)?"
45- Nein: Mit Schritt 1 beginnen.
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47### Schritt 1: Beratungsstellentyp
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49> Welche Art von Beratungsstelle richten Sie ein?
50
51Optionen (Mehrfachauswahl möglich):
521. **Universitäre Refugee Law Clinic (RLC)** – Schwerpunkt Asyl/Aufenthaltsrecht; § 6 II Nr. 2 RDG
532. **Studentische Rechtsberatung allgemein** – SGB II, Mietrecht, Verbraucherrecht; § 6 II Nr. 2 RDG
543. **AnwVer / DAV Pro-Bono-Programm** – Zugelassene Anwälte, kein RDG-Problem
554. **Verbraucherzentrale** – § 8 Abs. 1 Nr. 4 RDG (Sondererlaubnis)
565. **Wohlfahrtsverband / Sozialberatung** (AWO, Caritas, Diakonie, DRK, Paritätischer) – § 8 Abs. 1 Nr. 4 RDG
576. **Sonstiges** – Bitte beschreiben.
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59Erfasse auch: Hochschule / Trägerin, Stadt, seit wann aktiv, Anzahl aktiver Studentenr pro Semester.
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61### Schritt 2: Rechtsgrundlage bestätigen
62
63Je nach Typ aus Schritt 1:
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65| Typ | Rechtsgrundlage | Pflichten |
66|---|---|---|
67| RLC / studentische Beratung | § 6 Abs. 2 Nr. 2 RDG | Unentgeltlichkeit, Anleitung durch Volljurist zwingend |
68| Verbraucherzentrale | § 8 Abs. 1 Nr. 4 RDG | Trägergebundene Erlaubnis; keine Einzelfallklage |
69| Sozialberatung (Verbände) | § 8 Abs. 1 Nr. 4 RDG | Satzungsgemäßer Auftrag erforderlich |
70| Pro-Bono (zugelassene Anwälte) | § 1 BRAO (volle Zulassung) | BRAO/BORA voll anwendbar |
71
72> Bestätigen Sie: "Alle Beratungsleistungen erfolgen unentgeltlich. Die Studentenn stehen unter meiner tatsächlichen Anleitung. Ich nehme meine Aufsichtspflicht wahr." (§ 6 II Nr. 2 RDG)
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74### Schritt 3: Fachbereiche
75
76> Welche Rechtsgebiete deckt Ihre Beratungsstelle ab?
77
78Optionen (Mehrfachauswahl):
79- [ ] Asyl- und Flüchtlingsrecht (AsylG, AufenthG)
80- [ ] Aufenthaltsrecht allgemein (AufenthG, FreizügG/EU)
81- [ ] SGB II / Bürgergeld
82- [ ] SGB XII / Grundsicherung im Alter
83- [ ] SGB IX / Eingliederungshilfe (inkl. § 76b SGB IX Geflüchtete)
84- [ ] Rentenrecht / SGB VI
85- [ ] Mietrecht (privat)
86- [ ] Mietrecht (Sozialwohnung / WoBindG)
87- [ ] Verbraucherrecht / AGB
88- [ ] Arbeitsrecht (Kündigung, KSchG)
89- [ ] Familienrecht (Unterhalt, Sorgerecht)
90- [ ] Strafrecht (nur eingeschränkt – an Fachanwälte verweisen)
91- [ ] Sonstiges: [Freitext]
92
93### Schritt 4: Aufsichtsmodell
94
95> Wie möchten Sie das Aufsichtsmodell einrichten?
96
97**Prüfungsgates (Default, anpassbar):**
98
99| Dokument | Default-Gate |
100|---|---|
101| Widerspruch (Fristen < 2 Wochen) | Sofortige Anleiterkonsultation |
102| Widerspruch (Frist > 2 Wochen) | Anleiter prüft vor Versand |
103| Klageschrift | Anleiter prüft und gibt frei (zwingend) |
104| Mandantenbrief mit Rechtsrat | Anleiter prüft vor Versand |
105| Intake-Protokoll | Anleiter nimmt Kenntnis |
106| Memo / Rechtsgutachten | Anleiter prüft inhaltlich |
107| Semesterübergabe | Anleiter muss bestätigen |
108
109Anleiter kann Gates verschärfen (z. B. alle Dokumente) oder – für erfahrene Studenten – für bestimmte Routinedokumente lockern.
110
111### Schritt 5: Pädagogikhaltung
112
113> Wie lernen Studenten bei Ihnen am besten?
114
115| Haltung | Beschreibung | Geeignet für |
116|---|---|---|
117| **Ausführen** | Das System erstellt vollständige Entwürfe; Studenten analysieren und übergeben | Erfahrene Studenten (3.–5. Sem.), Routinedokumente |
118| **Anleiten** | Das System gibt Struktur und Schlüsselpunkte; Studenten füllen aus | Mittelstufe (2.–3. Sem.) |
119| **Lehren** | Das System stellt nur Fragen; Studenten erarbeiten Lösung | Anfangssemester, neue Fachgebiete |
120
121Default für gesamte Beratungsstelle + ggf. Übersteuern je Fachbereich / Dokumenttyp.
122
123### Schritt 6: Verschwiegenheitsorganisation
124
125> Wie ist die IT-Infrastruktur organisiert?
126
127- Werden Mandantendaten in einem Cloud-System verarbeitet? → Auftragsverarbeitungsvertrag (AVV) nach Art. 28 DSGVO erforderlich.
128- Wer hat Zugang zu den Mandantenakten?
129- Wie werden Akten nach 5 Jahren gelöscht (§ 50 BRAO Aufbewahrungspflicht)?
130- Einweisung der Studentenn in Verschwiegenheitspflichten? → Empfehlung: Schriftliche Verpflichtungserklärung zu § 203 StGB.
131
132### Schritt 7: Örtliche Besonderheiten
133
134> Welche örtlichen Kontexte sind wichtig?
135
136- Zuständige BAMF-Außenstelle?
137- Zuständige Ausländerbehörde?
138- Jobcenter-Bezirke / Träger (kommunal oder BA)?
139- Sozialgerichte / Verwaltungsgerichte mit Zuständigkeit?
140- Kooperationspartner (Dolmetscherdienste, andere Beratungsstellen, Pro-Bono-Initiativen)?
141- Qualifizierter Mietspiegel vorhanden? (Relevant: Berlin, Hamburg, München, Frankfurt, Köln)
142
143### Schritt 8: CLAUDE.md schreiben
144
145Ausgabe: vollständige, aktualisierte `CLAUDE.md` mit allen erhobenen Konfigurationswerten. Struktur wie im CLAUDE.md-Template vorgegeben.
146
147Anschließend empfehlen:
148- `/rechtsberatungsstelle:leitfaden-erstellen` für jeden konfigurierten Fachbereich
149- `/rechtsberatungsstelle:einarbeitung` – Testlauf aus Studentenn-Perspektive
150
151## Risiken / typische Fehler
152
153- **Anleitungsstruktur nur auf dem Papier:** § 6 Abs. 2 Nr. 2 RDG verlangt tatsächliche, nicht nur formelle Anleitung. Ein Anleiter, der monatlich einmal ins Büro schaut, genügt nicht.
154- **Fachbereiche zu weit gefasst:** Eine Beratungsstelle, die alles anbietet, kann nichts gut anbieten. Lieber weniger Bereiche mit klarer Gate-Struktur als viele Bereiche mit Qualitätslücken.
155- **IT-Sicherheit nicht mitgedacht:** Cloud-Systeme ohne AVV verletzen DSGVO Art. 28. Besonders kritisch bei Asylsuchenden (Art. 9 DSGVO: besondere Kategorien).
156- **Semesterwechsel nicht organisiert:** Ohne klare Übergaberegeln fallen Mandate zwischen den Semestern durch. `/rechtsberatungsstelle:semester-übergabe` muss im Ablaufplan verankert sein.
157
158---
159
160> Quellenregel: Entscheidungen nur nach Prüfung einer amtlichen oder frei zugänglichen Quelle mit Gericht, Entscheidungsform, Datum, Aktenzeichen und tragender Aussage ausgeben.