Kapitalerhöhung und Bezugsrecht
Arbeitsweg
- Rolle, Ziel und gewünschtes Arbeitsprodukt klären: Wer handelt, welche Entscheidung steht an, welche Frist läuft und welcher Output wird gebraucht?
- Fristen und Eilrisiken zuerst markieren: nur die Fristen des konkreten Rechtsgebiets und der Akte verwenden; Widerspruch, Klage, Einspruch, Rechtsmittel, Verjährung, Verwirkung, Rüge-, Anzeige-, Anmelde- und Ausschlussfristen strikt trennen und nie aus einem anderen Fachgebiet übernehmen.
- Tragende Normen verifizieren: GmbHG Paragraf 2, 3, 5, 7-11, 13, 15, 16, 35, 40, 46, 47, 48, 51a, 53, 55, 64, BGB Paragraf 705 ff. n.F., HGB Paragraf 105 ff., AktG/UmwG nur bei einschlägiger Strukturmaßnahme sowie Handelsregister-/Notarformvorgaben live prüfen; keine Modellwissen-Zitate.
- Zuständige Stelle bestimmen und Adressaten richtig wählen: Mandant, Gegner, zuständige Behörde oder Gericht, Sachverständige, ggf. EU-/internationale Stelle (siehe Skill-Detail).
- Dokumente und Beweismittel sammeln und auf Lücken prüfen: Verwaltungsakte, Vertragsurkunden, Schriftsätze, Bescheide, Protokolle, Sachverständigengutachten und externe Beweismittel des Fachgebiets — fehlende Belege durch Akteneinsicht oder Rückfrage beim Mandanten beschaffen, Live-Check für tagesaktuelle Normänderungen und Verwaltungspraxis.
Fachlicher Kern — Gesellschaftsrecht und Corporate Law
- Problemfokus dieses Skills: Bleibe beim konkreten Titel
Kapitalerhöhung und Bezugsrecht und löse die dort angelegte Fachfrage; arbeite mit konkreten Tatbestandsmerkmalen, Beweisfragen und dem unmittelbar benötigten Arbeitsprodukt. Routingfragen bleiben Hilfsmittel, wenn Frist, Zuständigkeit oder Verfahrensart offen sind.
- Normenradar: GmbHG Paragraf 3, 5, 13, 15, 16, 30, 34, 35, 40, 43, 46, 47, 49 ff.; AktG Paragraf 76, 93, 111, 119, 130, 243 ff.; HGB Paragraf 105 ff., 161 ff.; MoPeG/GesRÄndG-Folgen; UmwG; FamFG/Registerrecht; GWB/Fusionskontrolle bei Transaktionen.
- Arbeitsmodus: Erst Gesellschaftsform, Organ, Beschlussweg, Vertretung, Registerlage, wirtschaftliches Ziel und Minderheitenposition sortieren; dann Treuepflicht, Kapitalerhaltung, Haftung, Transaktions-Closing und Beweis-/Vollzugsrisiko prüfen.
- Outputpflicht: Beschluss-/Listenmatrix, Register-To-do, Board-/Beiratsvorlage, Closing-CP-Liste, Treuepflicht-Red-Team, Geschäftsführerhaftungsmemo oder Mandanten-Decision-Paper.
- Fehlerbremse: Tragende Normen/Entscheidungen live oder aus der Akte verifizieren; Rechtsprechung nur mit Gericht, Entscheidungsform, Datum, Aktenzeichen und frei prüfbarer Quelle. Keine BeckRS-, juris-, Kommentar- oder Aufsatz-Blindzitate aus Modellwissen.
1) Rechtsgrundlagen
- Paragraf 55 GmbHG: Erhöhung des Stammkapitals
- Paragraf 55 II GmbHG: Bezugsrecht
- Paragraf 55 IV GmbHG: Bezugsrechtsausschluss
- Paragraf 56 GmbHG: Sacheinlage
2) Bezugsrecht — Grundsatz
Pro-Rata-Recht
- Jeder Gesellschafter hat das Recht, einen seiner Beteiligungsquote entsprechenden Teil der neuen Anteile zu erwerben
- Vermeidet Verwässerung
Beispiel
Vor Erhoehung:
- Gruender A: 60 % (15.000 Anteile)
- Gruender B: 40 % (10.000 Anteile)
Stammkapital: 25.000 EUR
Kapitalerhoehung: + 10.000 EUR (10.000 neue Anteile)
Bezugsrecht:
- Gruender A: 6.000 neue Anteile (60 %)
- Gruender B: 4.000 neue Anteile (40 %)
Nach Erhoehung (alle ziehen mit):
- Gruender A: 21.000 / 35.000 = 60 %
- Gruender B: 14.000 / 35.000 = 40 %
-> Anteilsquoten unveraendert
3) Wenn nicht alle mitziehen
Konstellation
- Gesellschafter B kann oder will nicht mitziehen
- Gründer A zieht voll mit
- Investor I AG nimmt die nicht-ausgeuebten Anteile
Auswirkung
Vor Erhoehung:
- A: 15.000 (60 %)
- B: 10.000 (40 %)
Erhoehung 10.000 Anteile:
- A nimmt 6.000 (Bezugsrecht voll)
- B verzichtet
- Investor I AG nimmt 4.000 (statt B)
Nach Erhoehung:
- A: 21.000 / 35.000 = 60 %
- B: 10.000 / 35.000 = 28,57 % (verwaessert)
- Investor I AG: 4.000 / 35.000 = 11,43 %
Konsequenz für B
- Anteilsquote sinkt von 40 % auf 28,57 %
- Stimmrechte sinken entsprechend
- Bei vorherigen Sondermehrheits-Schwellen: ggf. nicht mehr erreicht
4) Bezugsrechtsausschluss Paragraf 55 IV GmbHG
Voraussetzungen
- 75 %-Mehrheits-Beschluss in GV (Paragraf 53 II GmbHG)
- Sachliche Rechtfertigung
- Verhältnismaessigkeit
- Angemessenheit
Sachliche Rechtfertigung
Bei Series-A-Investor:
- Investor bringt strategisches Know-how oder Marktzugang
- Kapital-Bedürfnis kann nicht durch bestehende Gesellschafter gedeckt werden
- Investor verlangt Mindest-Anteil als Voraussetzung des Einstiegs
Bei Mitarbeiter-Beteiligung:
- ESOP-Programm zur Mitarbeiter-Bindung
- Sachlich gerechtfertigt, wenn Pool angemessen (typisch 5-15 %)
Anfechtungsrisiko
- Bezugsrechtsausschluss ohne sachliche Rechtfertigung: anfechtbar (BGH-Linie Kali+Salz)
- Rechtsprechung nur mit Gericht, Datum, Aktenzeichen, tragender Aussage und frei prüfbarer Quelle verwenden.
5) Streit-Konstellation
Typisch
- Mehrheits-Gesellschafter wollen Investor-Eintritt mit Bezugsrechtsausschluss
- Minderheits-Gesellschafter lehnen ab — Verwässerungs-Angst
- 75 %-Beschluss wird gefasst (Mehrheits-Gesellschafter haben 75 %)
- Minderheits-Gesellschafter klagt auf Anfechtung des Beschlusses
Eilrechtsschutz
- Einstweilige Verfügung auf Anmeldungs-Sperre (Paragraf 16 II HGB)
- Antrag beim Landgericht (Gesellschafts-Sitz)
- Glaubhaftmachung von:
- Wahrscheinlichkeit der Anfechtbarkeit (sachliche Rechtfertigung fehlt)
- Eilbedürftigkeit (Eintragung würde Verwässerung unwiderruflich)
→ gesellschaftsgruender-gesellschafterstreit-eilantraege
6) Beschluss-Vorlage Bezugsrechtsausschluss
TOP X — Kapitalerhoehung um 10.000 EUR mit
Bezugsrechtsausschluss
Beschluss-Vorlage:
"Die Gesellschafterversammlung beschliesst,
a) das Stammkapital der Gesellschaft um 10.000 EUR
auf 35.000 EUR durch Ausgabe von 10.000 neuen
Geschaeftsanteilen der Class A zu erhoehen,
b) das Bezugsrecht der bestehenden Gesellschafter
gemaess Paragraf 55 IV GmbHG ganz auszuschliessen,
c) zur Uebernahme der neuen Anteile die Investor I AG
mit Sitz in [Ort], eingetragen im HR [HRB X], zu
ermaechtigen, gegen Bareinlage des
Nennwerts plus Aufgeld i.H.v. 90.000 EUR pro Anteil
(Gesamtbetrag 100.000 EUR pro Anteil),
d) die naeheren Bedingungen folgen aus dem
Subscription Agreement zwischen der Gesellschaft
und Investor I AG vom [Datum].
Sachliche Rechtfertigung des Bezugsrechtsausschlusses:
- Investor I AG ist strategischer Investor mit
Marktzugang in Sektor X.
- Der Eintritt des Investors ist Voraussetzung für
die Geschaeftsentwicklung in [Markt].
- Die bestehenden Gesellschafter haben kein
vergleichbares strategisches Engagement.
- Verwaesserung der bestehenden Gesellschafter
betraegt 22 %, was im Rahmen angemessen ist."
7) Bei Sondervetorecht / Golden Share
Konstellation
- Bezugsrechtsausschluss verlangt 75 %-Mehrheit
- Aber: Golden-Share-Inhaber hat Sondervetorecht
- Auch bei 100 %-Zustimmung der anderen kann das Veto den Beschluss blockieren
→ gesellschaftsgruender-golden-share-und-vetorechte
8) Verwässerungs-Schutz im SHA
Anti-Dilution-Klauseln
Bei späterer Erhöhung zu niedrigerem Preis als Erstausgabe:
- Full Ratchet: rueckwirkende Preisanpassung
- Weighted Average broad-based: gewichteter Mittelwert
→ gesellschaftsgruender-gesellschaftervereinbarung
Pflicht zur Mitteilung
- Bezugsrechte müssen den Gesellschaftern mit Frist angeboten werden
- Frist typisch 14-28 Tage
- Bei Verstoß: Anfechtungs-Risiko
9) Typische Erhöhungs-Fehler
- Bezugsrecht nicht offeriert, sondern automatisch ausgeschlossen ohne Beschluss. Anfechtbar.
- Sachliche Rechtfertigung fehlt. Anfechtbar.
- Aufgeld zu niedrig (Down Round ohne Anti-Dilution-Anpassung). Investor I AG koennte Anpassung verlangen.
- 75 %-Mehrheit knapp verfehlt (z.B. durch Stimmverbot Paragraf 47 IV GmbHG). Beschluss unwirksam.
- Sacheinlage ohne Werthaltigkeits-Nachweis. Differenzhaftung.
- Anmeldung HR ohne abgeschlossene Einzahlung. HR beanstandet.
10) Verfahrens-Ablauf
| Schritt |
Aktion |
| 1 |
GV-Einladung mit Beschluss-Vorlage (Frist 1 Woche+) |
| 2 |
GV mit Beschluss (Notar bei Satzungsaenderung) |
| 3 |
Einzahlung Bareinlage (mind. 12.500 EUR vor Anmeldung) |
| 4 |
Anmeldung HR durch Notar |
| 5 |
Eintragung HR |
| 6 |
Aktualisierte Gesellschafterliste |
| 7 |
Transparenzregister-Update |
| 8 |
Aktualisierter Cap Table |
Anschluss
gesellschaftsgruender-genehmigtes-kapital — bei Vorratsbeschluss
gesellschaftsgruender-gesellschafterstreit-eilantraege — bei Streit
gesellschaftsgruender-gv-protokoll-und-versammlungsleiter — Protokoll
gesellschaftsgruender-cap-table — Verwässerungs-Berechnung
Triage zu Beginn
Klaere vor Bearbeitung einer Kapitalerhoehung:
- Art der Erhoehung? Bareinlage (Cash) oder Sacheinlage (Assets, IP, Forderungen)?
- Bezugsrecht ausgeschlossen oder gewahrt? Neuer Investor: typisch Ausschluss; interne Erhoehung: typisch gewahrt.
- Rechtsprechung nur mit Gericht, Datum, Aktenzeichen, tragender Aussage und frei prüfbarer Quelle verwenden.
- 75%-Mehrheit gesichert? Stimmverbot Paragraf 47 IV GmbHG prüfen; Golden-Share-Veto prüfen.
- Anti-Dilution-Klauseln in SHA? Bestehende Investoren-Schutzrechte können durch neue Runde ausgeloest werden.
- Stamm- oder Nennkapital nach Erhoehung? Handelsregister-Eintragung erst nach vollstaendiger Einzahlung möglich.
Aktuelle Rechtsprechung
- Rechtsprechung nur mit Gericht, Datum, Aktenzeichen, tragender Aussage und frei prüfbarer Quelle verwenden.
Output-Template: Kapitalerhoehungs-Beschluss
Adressat: Gesellschafterversammlung GmbH — Tonfall rechtspraezise
BESCHLUSS der Gesellschafterversammlung
der [FIRMA] GmbH vom [DATUM]
TOP [N]: Kapitalerhoehung mit Bezugsrechtsausschluss
Die Gesellschafterversammlung beschliesst:
1. Das Stammkapital der Gesellschaft wird um [BETRAG] EUR
auf [NEUES KAPITAL] EUR erhoeht durch Ausgabe von
[ANZAHL] neuen Geschaeftsanteilen (Class [X]) mit
einem Nennwert von je 1 EUR.
2. Das Bezugsrecht der bestehenden Gesellschafter
wird gemaess Paragraf 55 Abs. 4 GmbHG ausgeschlossen.
Sachliche Rechtfertigung: [BEGRUENDUNG].
3. Zur Uebernahme der neuen Anteile wird [INVESTOR]
zugelassen gegen Bareinlage von [BETRAG] EUR
(Nennwert [BETRAG] EUR + Aufgeld [BETRAG] EUR).
4. Einzahlungsfrist: [DATUM].
Abstimmung: [N] Ja / [N] Nein / [N] Enthaltungen
(= [%] %; erforderlich 75 % = [N] Stimmen)
Beschluss: [ANGENOMMEN / ABGELEHNT]
Ausformulierungspflicht und Formatstandard. Das Endprodukt wird in vollständigen, ausformulierten Sätzen geliefert — keine Stichwortskelette, keine leeren Klauselrümpfe, keine reinen Aufzählungen. Klauseln stehen als ausformulierte Rechtsfolgen-Sätze; Platzhalter wie [Name der Mandantin] werden klar markiert, der umgebende Text bleibt vollständig.
Schriftbild: Wenn ein Schriftsatz, Vertrag, Memo, Beschluss, Vermerk oder sonstiges Enddokument als DOCX, PDF oder formatierter Text ausgegeben wird, ist Times New Roman 11 pt als Grundschrift zu verwenden. Überschriften bleiben in derselben Schrift und dürfen nur fett oder abgestuft sein. Bei reiner Markdown- oder Chat-Ausgabe wird dieser Formatwunsch als Exporthinweis aufgenommen.
Nummerierung: Gliederung ausschließlich dezimal (1, 1.1, 1.1.1 und so weiter). Keine römischen Ziffern, keine Buchstaben- oder Mischgliederung.
1---2name: kapitalerhoehung-bezugsrecht3description: Für Kapitalerhöhung und Bezugsrecht: ordnet Norm, Beweislast und Gegenargument; Ergebnis: Prüfprodukt mit Risiko und nächstem Schritt.4---56# Kapitalerhöhung und Bezugsrecht78## Arbeitsweg910- Rolle, Ziel und gewünschtes Arbeitsprodukt klären: Wer handelt, welche Entscheidung steht an, welche Frist läuft und welcher Output wird gebraucht?11- Fristen und Eilrisiken zuerst markieren: nur die Fristen des konkreten Rechtsgebiets und der Akte verwenden; Widerspruch, Klage, Einspruch, Rechtsmittel, Verjährung, Verwirkung, Rüge-, Anzeige-, Anmelde- und Ausschlussfristen strikt trennen und nie aus einem anderen Fachgebiet übernehmen.12- Tragende Normen verifizieren: GmbHG Paragraf 2, 3, 5, 7-11, 13, 15, 16, 35, 40, 46, 47, 48, 51a, 53, 55, 64, BGB Paragraf 705 ff. n.F., HGB Paragraf 105 ff., AktG/UmwG nur bei einschlägiger Strukturmaßnahme sowie Handelsregister-/Notarformvorgaben live prüfen; keine Modellwissen-Zitate.13- Zuständige Stelle bestimmen und Adressaten richtig wählen: Mandant, Gegner, zuständige Behörde oder Gericht, Sachverständige, ggf. EU-/internationale Stelle (siehe Skill-Detail).14- Dokumente und Beweismittel sammeln und auf Lücken prüfen: Verwaltungsakte, Vertragsurkunden, Schriftsätze, Bescheide, Protokolle, Sachverständigengutachten und externe Beweismittel des Fachgebiets — fehlende Belege durch Akteneinsicht oder Rückfrage beim Mandanten beschaffen, Live-Check für tagesaktuelle Normänderungen und Verwaltungspraxis.1516## Fachlicher Kern — Gesellschaftsrecht und Corporate Law17- **Problemfokus dieses Skills:** Bleibe beim konkreten Titel `Kapitalerhöhung und Bezugsrecht` und löse die dort angelegte Fachfrage; arbeite mit konkreten Tatbestandsmerkmalen, Beweisfragen und dem unmittelbar benötigten Arbeitsprodukt. Routingfragen bleiben Hilfsmittel, wenn Frist, Zuständigkeit oder Verfahrensart offen sind.18- **Normenradar:** GmbHG Paragraf 3, 5, 13, 15, 16, 30, 34, 35, 40, 43, 46, 47, 49 ff.; AktG Paragraf 76, 93, 111, 119, 130, 243 ff.; HGB Paragraf 105 ff., 161 ff.; MoPeG/GesRÄndG-Folgen; UmwG; FamFG/Registerrecht; GWB/Fusionskontrolle bei Transaktionen.19- **Arbeitsmodus:** Erst Gesellschaftsform, Organ, Beschlussweg, Vertretung, Registerlage, wirtschaftliches Ziel und Minderheitenposition sortieren; dann Treuepflicht, Kapitalerhaltung, Haftung, Transaktions-Closing und Beweis-/Vollzugsrisiko prüfen.20- **Outputpflicht:** Beschluss-/Listenmatrix, Register-To-do, Board-/Beiratsvorlage, Closing-CP-Liste, Treuepflicht-Red-Team, Geschäftsführerhaftungsmemo oder Mandanten-Decision-Paper.21- **Fehlerbremse:** Tragende Normen/Entscheidungen live oder aus der Akte verifizieren; Rechtsprechung nur mit Gericht, Entscheidungsform, Datum, Aktenzeichen und frei prüfbarer Quelle. Keine BeckRS-, juris-, Kommentar- oder Aufsatz-Blindzitate aus Modellwissen.2223## 1) Rechtsgrundlagen2425- **Paragraf 55 GmbHG**: Erhöhung des Stammkapitals26- **Paragraf 55 II GmbHG**: Bezugsrecht27- **Paragraf 55 IV GmbHG**: Bezugsrechtsausschluss28- **Paragraf 56 GmbHG**: Sacheinlage2930## 2) Bezugsrecht — Grundsatz3132### Pro-Rata-Recht3334- Jeder Gesellschafter hat das Recht, einen seiner Beteiligungsquote entsprechenden Teil der neuen Anteile zu erwerben35- Vermeidet Verwässerung3637### Beispiel3839```40Vor Erhoehung:41- Gruender A: 60 % (15.000 Anteile)42- Gruender B: 40 % (10.000 Anteile)43Stammkapital: 25.000 EUR4445Kapitalerhoehung: + 10.000 EUR (10.000 neue Anteile)4647Bezugsrecht:48- Gruender A: 6.000 neue Anteile (60 %)49- Gruender B: 4.000 neue Anteile (40 %)5051Nach Erhoehung (alle ziehen mit):52- Gruender A: 21.000 / 35.000 = 60 %53- Gruender B: 14.000 / 35.000 = 40 %54-> Anteilsquoten unveraendert55```5657## 3) Wenn nicht alle mitziehen5859### Konstellation6061- Gesellschafter B kann oder will nicht mitziehen62- Gründer A zieht voll mit63- Investor I AG nimmt die nicht-ausgeuebten Anteile6465### Auswirkung6667```68Vor Erhoehung:69- A: 15.000 (60 %)70- B: 10.000 (40 %)7172Erhoehung 10.000 Anteile:73- A nimmt 6.000 (Bezugsrecht voll)74- B verzichtet75- Investor I AG nimmt 4.000 (statt B)7677Nach Erhoehung:78- A: 21.000 / 35.000 = 60 %79- B: 10.000 / 35.000 = 28,57 % (verwaessert)80- Investor I AG: 4.000 / 35.000 = 11,43 %81```8283### Konsequenz für B8485- **Anteilsquote sinkt** von 40 % auf 28,57 %86- **Stimmrechte sinken** entsprechend87- Bei vorherigen Sondermehrheits-Schwellen: ggf. nicht mehr erreicht8889## 4) Bezugsrechtsausschluss Paragraf 55 IV GmbHG9091### Voraussetzungen9293- **75 %-Mehrheits-Beschluss** in GV (Paragraf 53 II GmbHG)94- **Sachliche Rechtfertigung**95- **Verhältnismaessigkeit**96- **Angemessenheit**9798### Sachliche Rechtfertigung99100Bei Series-A-Investor:101- Investor bringt strategisches Know-how oder Marktzugang102- Kapital-Bedürfnis kann nicht durch bestehende Gesellschafter gedeckt werden103- Investor verlangt Mindest-Anteil als Voraussetzung des Einstiegs104105Bei Mitarbeiter-Beteiligung:106- ESOP-Programm zur Mitarbeiter-Bindung107- Sachlich gerechtfertigt, wenn Pool angemessen (typisch 5-15 %)108109### Anfechtungsrisiko110111- Bezugsrechtsausschluss ohne sachliche Rechtfertigung: anfechtbar (BGH-Linie Kali+Salz)112- Rechtsprechung nur mit Gericht, Datum, Aktenzeichen, tragender Aussage und frei prüfbarer Quelle verwenden.113114## 5) Streit-Konstellation115116### Typisch117118- **Mehrheits-Gesellschafter** wollen Investor-Eintritt mit Bezugsrechtsausschluss119- **Minderheits-Gesellschafter** lehnen ab — Verwässerungs-Angst120- **75 %-Beschluss** wird gefasst (Mehrheits-Gesellschafter haben 75 %)121- **Minderheits-Gesellschafter** klagt auf Anfechtung des Beschlusses122123### Eilrechtsschutz124125- **Einstweilige Verfügung** auf Anmeldungs-Sperre (Paragraf 16 II HGB)126- Antrag beim **Landgericht** (Gesellschafts-Sitz)127- Glaubhaftmachung von:128 - Wahrscheinlichkeit der Anfechtbarkeit (sachliche Rechtfertigung fehlt)129 - Eilbedürftigkeit (Eintragung würde Verwässerung unwiderruflich)130131→ `gesellschaftsgruender-gesellschafterstreit-eilantraege`132133## 6) Beschluss-Vorlage Bezugsrechtsausschluss134135```136TOP X — Kapitalerhoehung um 10.000 EUR mit137Bezugsrechtsausschluss138139Beschluss-Vorlage:140"Die Gesellschafterversammlung beschliesst,141142a) das Stammkapital der Gesellschaft um 10.000 EUR143 auf 35.000 EUR durch Ausgabe von 10.000 neuen144 Geschaeftsanteilen der Class A zu erhoehen,145146b) das Bezugsrecht der bestehenden Gesellschafter147 gemaess Paragraf 55 IV GmbHG ganz auszuschliessen,148149c) zur Uebernahme der neuen Anteile die Investor I AG150 mit Sitz in [Ort], eingetragen im HR [HRB X], zu151 ermaechtigen, gegen Bareinlage des152 Nennwerts plus Aufgeld i.H.v. 90.000 EUR pro Anteil153 (Gesamtbetrag 100.000 EUR pro Anteil),154155d) die naeheren Bedingungen folgen aus dem156 Subscription Agreement zwischen der Gesellschaft157 und Investor I AG vom [Datum].158159Sachliche Rechtfertigung des Bezugsrechtsausschlusses:160- Investor I AG ist strategischer Investor mit161 Marktzugang in Sektor X.162- Der Eintritt des Investors ist Voraussetzung für163 die Geschaeftsentwicklung in [Markt].164- Die bestehenden Gesellschafter haben kein165 vergleichbares strategisches Engagement.166- Verwaesserung der bestehenden Gesellschafter167 betraegt 22 %, was im Rahmen angemessen ist."168```169170## 7) Bei Sondervetorecht / Golden Share171172### Konstellation173174- Bezugsrechtsausschluss verlangt 75 %-Mehrheit175- Aber: Golden-Share-Inhaber hat Sondervetorecht176- Auch bei 100 %-Zustimmung der anderen kann das Veto den Beschluss blockieren177178→ `gesellschaftsgruender-golden-share-und-vetorechte`179180## 8) Verwässerungs-Schutz im SHA181182### Anti-Dilution-Klauseln183184Bei späterer Erhöhung zu niedrigerem Preis als Erstausgabe:185186- **Full Ratchet**: rueckwirkende Preisanpassung187- **Weighted Average broad-based**: gewichteter Mittelwert188189→ `gesellschaftsgruender-gesellschaftervereinbarung`190191### Pflicht zur Mitteilung192193- Bezugsrechte müssen den Gesellschaftern **mit Frist** angeboten werden194- Frist typisch 14-28 Tage195- Bei Verstoß: Anfechtungs-Risiko196197## 9) Typische Erhöhungs-Fehler1981991. **Bezugsrecht nicht offeriert**, sondern automatisch ausgeschlossen ohne Beschluss. Anfechtbar.2002. **Sachliche Rechtfertigung fehlt**. Anfechtbar.2013. **Aufgeld zu niedrig** (Down Round ohne Anti-Dilution-Anpassung). Investor I AG koennte Anpassung verlangen.2024. **75 %-Mehrheit knapp verfehlt** (z.B. durch Stimmverbot Paragraf 47 IV GmbHG). Beschluss unwirksam.2035. **Sacheinlage ohne Werthaltigkeits-Nachweis**. Differenzhaftung.2046. **Anmeldung HR ohne abgeschlossene Einzahlung**. HR beanstandet.205206## 10) Verfahrens-Ablauf207208| Schritt | Aktion |209|---|---|210| 1 | GV-Einladung mit Beschluss-Vorlage (Frist 1 Woche+) |211| 2 | GV mit Beschluss (Notar bei Satzungsaenderung) |212| 3 | Einzahlung Bareinlage (mind. 12.500 EUR vor Anmeldung) |213| 4 | Anmeldung HR durch Notar |214| 5 | Eintragung HR |215| 6 | Aktualisierte Gesellschafterliste |216| 7 | Transparenzregister-Update |217| 8 | Aktualisierter Cap Table |218219## Anschluss220221- `gesellschaftsgruender-genehmigtes-kapital` — bei Vorratsbeschluss222- `gesellschaftsgruender-gesellschafterstreit-eilantraege` — bei Streit223- `gesellschaftsgruender-gv-protokoll-und-versammlungsleiter` — Protokoll224- `gesellschaftsgruender-cap-table` — Verwässerungs-Berechnung225226## Triage zu Beginn227228Klaere vor Bearbeitung einer Kapitalerhoehung:2292301. **Art der Erhoehung?** Bareinlage (Cash) oder Sacheinlage (Assets, IP, Forderungen)?2312. **Bezugsrecht ausgeschlossen oder gewahrt?** Neuer Investor: typisch Ausschluss; interne Erhoehung: typisch gewahrt.2323. Rechtsprechung nur mit Gericht, Datum, Aktenzeichen, tragender Aussage und frei prüfbarer Quelle verwenden.2334. **75%-Mehrheit gesichert?** Stimmverbot Paragraf 47 IV GmbHG prüfen; Golden-Share-Veto prüfen.2345. **Anti-Dilution-Klauseln in SHA?** Bestehende Investoren-Schutzrechte können durch neue Runde ausgeloest werden.2356. **Stamm- oder Nennkapital nach Erhoehung?** Handelsregister-Eintragung erst nach vollstaendiger Einzahlung möglich.236237## Aktuelle Rechtsprechung238239- Rechtsprechung nur mit Gericht, Datum, Aktenzeichen, tragender Aussage und frei prüfbarer Quelle verwenden.240241## Output-Template: Kapitalerhoehungs-Beschluss242243**Adressat:** Gesellschafterversammlung GmbH — Tonfall rechtspraezise244245```246BESCHLUSS der Gesellschafterversammlung247der [FIRMA] GmbH vom [DATUM]248249TOP [N]: Kapitalerhoehung mit Bezugsrechtsausschluss250251Die Gesellschafterversammlung beschliesst:2522531. Das Stammkapital der Gesellschaft wird um [BETRAG] EUR254 auf [NEUES KAPITAL] EUR erhoeht durch Ausgabe von255 [ANZAHL] neuen Geschaeftsanteilen (Class [X]) mit256 einem Nennwert von je 1 EUR.2572582. Das Bezugsrecht der bestehenden Gesellschafter259 wird gemaess Paragraf 55 Abs. 4 GmbHG ausgeschlossen.260 Sachliche Rechtfertigung: [BEGRUENDUNG].2612623. Zur Uebernahme der neuen Anteile wird [INVESTOR]263 zugelassen gegen Bareinlage von [BETRAG] EUR264 (Nennwert [BETRAG] EUR + Aufgeld [BETRAG] EUR).2652664. Einzahlungsfrist: [DATUM].267268Abstimmung: [N] Ja / [N] Nein / [N] Enthaltungen269(= [%] %; erforderlich 75 % = [N] Stimmen)270Beschluss: [ANGENOMMEN / ABGELEHNT]271```272273<!-- BEGIN ausformulierungspflicht (autogen) -->274> **Ausformulierungspflicht und Formatstandard.** Das Endprodukt wird in **vollständigen, ausformulierten Sätzen** geliefert — keine Stichwortskelette, keine leeren Klauselrümpfe, keine reinen Aufzählungen. Klauseln stehen als ausformulierte Rechtsfolgen-Sätze; Platzhalter wie `[Name der Mandantin]` werden klar markiert, der umgebende Text bleibt vollständig.275>276> **Schriftbild:** Wenn ein Schriftsatz, Vertrag, Memo, Beschluss, Vermerk oder sonstiges Enddokument als DOCX, PDF oder formatierter Text ausgegeben wird, ist **Times New Roman 11 pt** als Grundschrift zu verwenden. Überschriften bleiben in derselben Schrift und dürfen nur fett oder abgestuft sein. Bei reiner Markdown- oder Chat-Ausgabe wird dieser Formatwunsch als Exporthinweis aufgenommen.277>278> **Nummerierung:** Gliederung ausschließlich dezimal (`1`, `1.1`, `1.1.1` und so weiter). Keine römischen Ziffern, keine Buchstaben- oder Mischgliederung.279<!-- END ausformulierungspflicht (autogen) -->