Kartellrecht und Ordoliberalismus
Arbeitsweg
- Rolle, Ziel und gewünschtes Arbeitsprodukt klären: Wer handelt, welche Entscheidung steht an, welche Frist läuft und welcher Output wird gebraucht?
- Fristen und Eilrisiken zuerst markieren: historisch — Verjährung nach jeweiliger Quelle; heutige Relevanz über Art. 184 ff. EGBGB und Auslegungshilfe für Grundrechtsverständnis.
- Tragende Normen verifizieren: Sachsenspiegel, Schwabenspiegel, Carolina (CCC 1532), Preußisches ALR 1794, Code civil (1804), Sächsisches BGB 1865, BGB 1900, WRV 1919, GG 1949; rechtshistorische Quellen MGH, Constitutiones — Fundstellen über gesetze-im-internet.de, dejure.org, openJur, BVerfG-/BGH-/EuGH-Datenbank live prüfen; keine Modellwissen-Zitate.
- Zuständige Stelle bestimmen und Adressaten richtig wählen: Rechtshistoriker, Quelleneditionen, Lehrstühle für deutsche Rechtsgeschichte, Verfassungsrechtler (Auslegungshintergrund), Restitutionsverfahren mit historischem Anker.
- Dokumente und Beweismittel sammeln und auf Lücken prüfen: Quellenedition, rechtshistorisches Gutachten, Vorlesungsskript, dogmenhistorischer Aufsatz, Verfassungsentstehungsgeschichte — fehlende Belege durch Akteneinsicht oder Rückfrage beim Mandanten beschaffen, Live-Check für tagesaktuelle Normänderungen und Verwaltungspraxis.
Worum es geht
Das Kartellrecht in Deutschland begann mit einem liberalen Verstaendnis: Das Reichsgericht erkannte in der Sachsische Holzstoff-Entscheidung 1897 Kartelle als zulässig an. Das NS-Regime foerderte sogar Zwangskartelle. Die Ordoliberalen (Eucken, Boehm) kaempften nach 1945 für ein starkes Kartellverbot. Das GWB vom 27. Juli 1957 (BGBl. I 1957, 1081) schuf das erste effektive Kartellverbot, aber mit Ausnahmen und dem Missbrauchsprinzip statt Verbotsprinzip für Marktbeherrschung. Das EU-Kartellrecht (Art. 81, 82 EGV, heute Art. 101, 102 AEUV) praegt seit den 1960ern das deutsche Kartellrecht. Das Bundeskartellamt (gegr. 1958) setzt das GWB durch.
Kernnormen / Kernquellen
- GWB 1957 (BGBl. I 1957, 1081): Deutsches Kartellrecht, Kartellverbot und Missbrauchsaufsicht
- GWB § 1: Kartellverbot
- GWB § 19: Marktmachtmissbrauch
- AEUV Art. 101: Kartellverbot EU-Recht
- AEUV Art. 102: Missbrauch marktbeherrschender Stellung
- RG-Kohlen-Kartell 1897 (RGZ 38, 155): Historische Leitentscheidung
Akteure und Institutionen
- Franz Boehm (1895-1977): GWB-Vater, Ordoliberalismus
- Ludwig Erhard (1897-1977): Politischer Durchsetzer des GWB
- Bundeskartellamt (BKartA): Aufsichtsbehoerde seit 1958
- EU-Kommission DG Comp: Europaeische Kartellbehoerde
Typische Streitfragen / Forschungsfragen
- GWB 1957: Verbotsprinzip oder Missbrauchsprinzip als richtige Grundlage?
- RG 1897 und Kartellfreiheit: Wie weit war das von heutiger Sichtweise entfernt?
- EU-Kartellrecht vs. GWB: Dual-Track-System oder effektive Einheit?
- Ordoliberalismus: Hat das GWB seine Versprechen erfuellt?
- Digitale Marktmacht: GWB § 19a (2021) als Reaktion auf Google, Apple, Amazon?
Methodik
- GWB: gesetze-im-internet.de; historisch RGBl. 1957, 1081
- AEUV: eur-lex.europa.eu
- BKartA-Entscheidungen: bundeskartellamt.de
- RG 1897: RGZ 38, 155 in historischen Entscheidungssammlungen
Output
- Zeitleiste Kartellrecht: RG 1897 bis GWB 2021
- GWB § 1 und Art. 101 AEUV: Gemeinsamkeiten und Unterschiede
- GWB § 19a (2021): Digitale Marktmacht-Regulierung
1---2name: kartellrecht-und-ordoliberalismus3description: Für Kartellrecht und Ordoliberalismus: ordnet Norm, Beweislast und Gegenargument; Ergebnis: Prüfprodukt mit Risiko und nächstem Schritt.4---56# Kartellrecht und Ordoliberalismus78## Arbeitsweg910- Rolle, Ziel und gewünschtes Arbeitsprodukt klären: Wer handelt, welche Entscheidung steht an, welche Frist läuft und welcher Output wird gebraucht?11- Fristen und Eilrisiken zuerst markieren: historisch — Verjährung nach jeweiliger Quelle; heutige Relevanz über Art. 184 ff. EGBGB und Auslegungshilfe für Grundrechtsverständnis.12- Tragende Normen verifizieren: Sachsenspiegel, Schwabenspiegel, Carolina (CCC 1532), Preußisches ALR 1794, Code civil (1804), Sächsisches BGB 1865, BGB 1900, WRV 1919, GG 1949; rechtshistorische Quellen MGH, Constitutiones — Fundstellen über gesetze-im-internet.de, dejure.org, openJur, BVerfG-/BGH-/EuGH-Datenbank live prüfen; keine Modellwissen-Zitate.13- Zuständige Stelle bestimmen und Adressaten richtig wählen: Rechtshistoriker, Quelleneditionen, Lehrstühle für deutsche Rechtsgeschichte, Verfassungsrechtler (Auslegungshintergrund), Restitutionsverfahren mit historischem Anker.14- Dokumente und Beweismittel sammeln und auf Lücken prüfen: Quellenedition, rechtshistorisches Gutachten, Vorlesungsskript, dogmenhistorischer Aufsatz, Verfassungsentstehungsgeschichte — fehlende Belege durch Akteneinsicht oder Rückfrage beim Mandanten beschaffen, Live-Check für tagesaktuelle Normänderungen und Verwaltungspraxis.1516## Worum es geht1718Das Kartellrecht in Deutschland begann mit einem liberalen Verstaendnis: Das Reichsgericht erkannte in der Sachsische Holzstoff-Entscheidung 1897 Kartelle als zulässig an. Das NS-Regime foerderte sogar Zwangskartelle. Die Ordoliberalen (Eucken, Boehm) kaempften nach 1945 für ein starkes Kartellverbot. Das GWB vom 27. Juli 1957 (BGBl. I 1957, 1081) schuf das erste effektive Kartellverbot, aber mit Ausnahmen und dem Missbrauchsprinzip statt Verbotsprinzip für Marktbeherrschung. Das EU-Kartellrecht (Art. 81, 82 EGV, heute Art. 101, 102 AEUV) praegt seit den 1960ern das deutsche Kartellrecht. Das Bundeskartellamt (gegr. 1958) setzt das GWB durch.1920## Kernnormen / Kernquellen2122- **GWB 1957 (BGBl. I 1957, 1081)**: Deutsches Kartellrecht, Kartellverbot und Missbrauchsaufsicht23- **GWB § 1**: Kartellverbot24- **GWB § 19**: Marktmachtmissbrauch25- **AEUV Art. 101**: Kartellverbot EU-Recht26- **AEUV Art. 102**: Missbrauch marktbeherrschender Stellung27- **RG-Kohlen-Kartell 1897 (RGZ 38, 155)**: Historische Leitentscheidung2829## Akteure und Institutionen3031- **Franz Boehm** (1895-1977): GWB-Vater, Ordoliberalismus32- **Ludwig Erhard** (1897-1977): Politischer Durchsetzer des GWB33- **Bundeskartellamt (BKartA)**: Aufsichtsbehoerde seit 195834- **EU-Kommission DG Comp**: Europaeische Kartellbehoerde3536## Typische Streitfragen / Forschungsfragen37381. GWB 1957: Verbotsprinzip oder Missbrauchsprinzip als richtige Grundlage?392. RG 1897 und Kartellfreiheit: Wie weit war das von heutiger Sichtweise entfernt?403. EU-Kartellrecht vs. GWB: Dual-Track-System oder effektive Einheit?414. Ordoliberalismus: Hat das GWB seine Versprechen erfuellt?425. Digitale Marktmacht: GWB § 19a (2021) als Reaktion auf Google, Apple, Amazon?4344## Methodik4546- GWB: gesetze-im-internet.de; historisch RGBl. 1957, 108147- AEUV: eur-lex.europa.eu48- BKartA-Entscheidungen: bundeskartellamt.de49- RG 1897: RGZ 38, 155 in historischen Entscheidungssammlungen5051## Output5253- Zeitleiste Kartellrecht: RG 1897 bis GWB 202154- GWB § 1 und Art. 101 AEUV: Gemeinsamkeiten und Unterschiede55- GWB § 19a (2021): Digitale Marktmacht-Regulierung