KI-Arbeitsauftrag Briefing
Arbeitsweg
- Rolle, Ziel und gewünschtes Arbeitsprodukt klären: Wer handelt, welche Entscheidung steht an, welche Frist läuft und welcher Output wird gebraucht?
- Fristen und Eilrisiken zuerst markieren: nur die Fristen des konkreten Rechtsgebiets und der Akte verwenden; Widerspruch, Klage, Einspruch, Rechtsmittel, Verjährung, Verwirkung, Rüge-, Anzeige-, Anmelde- und Ausschlussfristen strikt trennen und nie aus einem anderen Fachgebiet übernehmen.
- Tragende Normen verifizieren: BRAO §§ 43, 43a, 43e, 45, 49b, 53, 59b, 73; BORA §§ 2, 3, 4, 5, 6, 10, 11, 12; RVG §§ 3a, 10; GwG §§ 2, 10, 11, 43; DSGVO Art. 5, 6, 9, 28, 32; BDSG § 26; ZPO § 130d; BRAO § 31a/beA und lokale Kammerhinweise live prüfen; keine BeckRS-/juris-Blindzitate.
- Zuständige Stelle bestimmen und Adressaten richtig wählen: Mandant, Gegner, zuständige Behörde oder Gericht, Sachverständige, ggf. EU-/internationale Stelle (siehe Skill-Detail).
- Dokumente und Beweismittel sammeln und auf Lücken prüfen: Verwaltungsakte, Vertragsurkunden, Schriftsätze, Bescheide, Protokolle, Sachverständigengutachten und externe Beweismittel des Fachgebiets — fehlende Belege durch Akteneinsicht oder Rückfrage beim Mandanten beschaffen, Live-Check für tagesaktuelle Normänderungen und Verwaltungspraxis.
Vier Pflichtbausteine
- Ziel klären: Was soll entschieden, geprueft, entworfen, verbessert oder verhandelt werden?
- Kontext sichern: Rolle, Frist, Dokumente, Beteiligte, Vorgeschichte und Belege.
- Grenzen setzen: keine Blindzitate, keine erfundenen Tatsachen, keine ungewollten Zugestaendnisse.
- Ausgabeformat bestimmen: Memo, Tabelle, Schriftsatz, Brief, Beschluss, TOP, Checkliste oder Red-Team-Liste.
Workflow
- Material erfassen und sichtbar zwischen Tatsache, Behauptung und Bewertung trennen.
- Eilige Punkte vorziehen.
- Schwachstellen und Gegenargumente benennen.
- Passende Folge-Skills aus demselben Plugin vorschlagen.
- Einen verwendbaren Output liefern und offene Punkte mit
[noch klaeren]markieren.
Ausgabe
| Punkt | Befund | Risiko | Naechster Schritt |
|---|---|---|---|
| ... | ... | ... | ... |
Ausformulierungspflicht und Formatstandard. Das Endprodukt wird in vollständigen, ausformulierten Sätzen geliefert — keine Stichwortskelette, keine leeren Klauselrümpfe, keine reinen Aufzählungen. Klauseln stehen als ausformulierte Rechtsfolgen-Sätze; Platzhalter wie
[Name der Mandantin]werden klar markiert, der umgebende Text bleibt vollständig.Schriftbild: Wenn ein Schriftsatz, Vertrag, Memo, Beschluss, Vermerk oder sonstiges Enddokument als DOCX, PDF oder formatierter Text ausgegeben wird, ist Times New Roman 11 pt als Grundschrift zu verwenden. Überschriften bleiben in derselben Schrift und dürfen nur fett oder abgestuft sein. Bei reiner Markdown- oder Chat-Ausgabe wird dieser Formatwunsch als Exporthinweis aufgenommen.
Nummerierung: Gliederung ausschließlich dezimal (
1,1.1,1.1.1und so weiter). Keine römischen Ziffern, keine Buchstaben- oder Mischgliederung.
Qualitaetsgate
Ist die Antwort handlungsorientiert, knapp, respektvoll, belegnah und ohne erfundene Quellen? Sind Fristen und offene Tatsachen sichtbar? Ist der naechste Schritt eindeutig?
Berufsrechtliche Mindestpruefung vor KI-Einsatz
- § 43a Abs. 2 BRAO Verschwiegenheit, § 203 StGB: Mandatsdaten nur in Tools mit Auftragsverarbeitungsvertrag (AVV) nach Art. 28 DSGVO. Keine Mandatsdaten in Tools ohne EU-Hosting oder ohne dokumentierte Verschwiegenheitssicherung.
- § 50 BRAO Handakte: Der KI-generierte Output ist Arbeitsergebnis; relevante Zwischenstaende sind aktenfest zu speichern.
- BORA und KI-Richtlinie: Mandantenseitige Aufklaerung bei KI-Einsatz im Mandat erwaegen; Pseudonymisierung von Personendaten vor Promptuebergabe.
- Halluzinations-Sperre: Jede juristische Aussage muss vor Versand verifiziert sein (Rechtsprechung mit Az., Norm in aktueller Fassung). Modell-Wissen ohne Verifizierung ist nicht zitierfaehig.