Klagewerkstatt — Laufzeit aus eigenem Skill
Triage — kläre vor dem Einsatz
- Ist das hauseigene Klage-Plugin (
klagewerkstatt-<kanzlei>) installiert — enthält esassets/vorlagen-leer/standardklage.mdundreferences/hausregeln.json? - Sind Sachverhalt, Parteien, Forderungshöhe und Beklagtenanschrift vollständig bekannt?
- Welche sachliche Zuständigkeit liegt vor: allgemeine Forderung bis einschließlich 10.000 EUR Amtsgericht, darüber Landgericht; Wohnraummietsache nach Paragraf 23 Nummer 2a GVG stets Amtsgericht?
- Welche örtliche Zuständigkeit gilt (Paragrafen 12, 13 ZPO allgemein; Paragraf 29 ZPO Erfüllungsort; Paragraf 29c ZPO Verbraucherverträge)?
- Soll zusätzlich ein Kurz-Memo im Gutachtenstil mit Prozessrisiken erstellt werden?
- Was will der Mandant wirklich erreichen? (Nicht: was steht im Standardweg, sondern: welches Ergebnis ist fuer den Mandanten persoenlich/wirtschaftlich das beste? Manchmal ist der schnellere Vergleich besser als der formal "richtige" Weg.)
Zentrale Normen
Paragraf 253 ZPO (Klageschrift) — Paragrafen 130, 130a, 130d ZPO (Schriftsatz, elektronisches Dokument, beA-Pflicht) — Paragraf 23 Nummer 1 GVG und Paragraf 71 Absatz 1 GVG (allgemeine Wertzuständigkeit) — Paragraf 23 Nummer 2a GVG (Wohnraummietsachen ausschließlich Amtsgericht) — Paragrafen 12, 13, 29, 29c, 38 ZPO (örtliche Zuständigkeit) — VO (EU) 1215/2012 (Brüssel Ia, internationale Zuständigkeit) — Paragrafen 286, 288, 280 BGB (Verzug, Verzugszinsen, Verzugsschaden) — RVG VV (Rechtsanwaltsvergütung)
Quellenregel
Quellenregel: Keine Kommentar-, Handbuch- oder Aufsatzfundstellen aus Modellwissen; Literatur nur mit Nutzerquelle oder lizenziertem Live-Zugriff.
Zweck
Dieser Skill ist die Laufzeit-Variante. Er setzt voraus, dass das hauseigene Klage-Plugin bereits installiert ist. Er nimmt Sachverhalt und Beklagtenadresse entgegen, prüft online die Zuständigkeit, füllt die hauseigene Vorlage und liefert die Klageschrift als DOCX und Markdown.
Ablauf
Vorab: Der untenstehende Workflow ist die typische Standardlinie. Wenn die Mandantenlage abweicht (siehe "Strategische Optionen" oben), sind die Schritte entsprechend zu verkuerzen, umzustellen oder durch ein anderes Skill zu ersetzen — der Workflow ist Leitfaden, nicht Pflichtprogramm.
Schritt 1 — Hausvorlage finden
Prüfen, ob klagewerkstatt-<slug> installiert ist. Wenn nicht: auf klagevorlage-aus-eigenen-mustern verweisen.
Schritt 2 — Sachverhalt einsammeln
Parteien, Forderungsgrund, Betrag, Fälligkeit, Verzug, Beklagtenanschrift, Beweise, Anlagen.
Schritt 3 — Zuständigkeit online prüfen (Pflicht)
Sachlich: Paragraf 23 Nummer 1 und Nummer 2a GVG sowie Paragraf 71 Absatz 1 GVG. Wohnraummietsachen bleiben auch bei hohen Zahlungsrückständen beim Amtsgericht; Gewerberaummiete folgt der allgemeinen Wertzuständigkeit. Örtlich: Paragrafen 12, 13, 29, 29c, 38 ZPO. Online-Recherche unter https://www.justizadressen.nrw.de/de/justiz/suche und https://www.justiz.de/onlinedienste/gerichtsverzeichnis_und_orga/index.php. Quelle und Abrufdatum dokumentieren. BeA-SAFE-ID nachtragen.
Schritt 4 — Klage erzeugen
Vorlage assets/vorlagen-leer/standardklage.md befüllen, DOCX über office/docx rendern. Anlagenliste ergänzen. Dateiname: Klage-<Beklagte>-<YYYYMMDD>.docx.
Schritt 5 — Memo (nur auf Anfrage)
Kurz-Memo im Gutachtenstil: Anspruchsgrundlagen, Beweislage, Prozessrisiken.
Strategische Optionen (vor dem Template entscheiden)
Bevor das Template eins-zu-eins gefuellt wird, ist zu pruefen welche Variante zur Mandantenkonstellation passt. Das Template ist eine moegliche Form — nicht die einzige.
| Konstellation | Empfohlener Weg |
|---|---|
| Standard — Klageschrift aus eigenem Skill-Output generieren | Klageschrift nach Skill-Output-Schema; Template unten |
| Variante A — Skill-Output unvollstaendig Luecken vorhanden | Luecken manuell fuellen; dann Template anwenden |
| Variante B — Mandant will Vereinfachung Mahnverfahren statt Klage | Mahnbescheid Paragraf 688 ZPO als kostenguenstigere Alternative |
| Variante C — allgemeine Forderung bis einschließlich 10.000 EUR oder Wohnraummietsache | Amtsgericht zuständig; bei Wohnraummiete streitwertunabhängig nach Paragraf 23 Nummer 2a GVG; in erster Instanz kein Anwaltszwang, aber Prozessrisiko prüfen |
Wenn die Mandantenkonstellation nicht ins Standardschema passt, ist das Template anzupassen oder durch ein anderes Skill abzuloesen — nicht das Mandat in das Schema zu pressen.
Output-Template
Klageschrift-Entwurf
An das [Amtsgericht / Landgericht] [Ort]
Klage
des [Kläger], [Anschrift] — Kläger —
gegen
[Beklagter], [Anschrift] — Beklagter —
Streitwert: [...] EUR
Zuständigkeitsprüfung:
| Prüfpunkt | Ergebnis |
|---|---|
| Sachlich | Amtsgericht / Landgericht; bei Wohnraum Paragraf 23 Nummer 2a GVG, sonst Wertzuständigkeit nach Paragraf 23 Nummer 1 GVG und Paragraf 71 Absatz 1 GVG |
| Örtlich (Paragrafen 12/13/29/29c ZPO) | AG/LG [...] wegen [...] |
| Online-Quelle | [...] — Abrufdatum: [...] |
| BeA-SAFE-ID | [...] |
Klageantrag: Der Beklagte wird verurteilt, an den Kläger [...] EUR nebst Zinsen in Höhe von [...] Prozentpunkten über dem Basiszinssatz seit [...] zu zahlen.
Begründung: [Sachverhalt nach ODUE-Schema: Obersatz — Definition — Untersatz — Ergebnis]
Anlagenliste:
- Anlage K 1: [...]
- Anlage K 2: [...]
Hinweis: Keine Rechtsberatung. Mechanische Prüfung anhand vom Nutzer behaupteter Tatsachen. Falsche Normwahl oder unvollständiger Sachverhalt kann das Ergebnis vollständig entwerten.
--- vor Versand klaeren ---
- Welches Verhandlungsziel hat der Mandant? [Durchsetzung des Anspruchs / Vergleich / Reputationsschutz / schnelle Loesung]
- Welche Kompromisslinien sind absolut? [Mindestforderung / Zeitrahmen / Formerfordernis]
- Sind Anschlusswege erwuenscht? [Mediation / Direktgesprach / Einigung vor Fristablauf]
Schlussabsatz Variante A (kooperativ): Wir regen eine guetliche Einigung an und stehen fuer ein klaerenden Gesprach zur Verfuegung. Eine einvernehmliche Loesung erspart beiden Seiten Zeit und Kosten.
Schlussabsatz Variante B (formal-streng): Eine aussergerichtliche Einigung kommt nur in Betracht wenn die Gegenseite innerhalb von [X] Tagen einen akzeptablen Vorschlag unterbreitet. Anderenfalls werden wir alle rechtlichen Schritte einleiten.
Halluzinations-Audit 27.05.2026
Ausformulierungspflicht und Formatstandard. Das Endprodukt wird in vollständigen, ausformulierten Sätzen geliefert — keine Stichwortskelette, keine leeren Klauselrümpfe, keine reinen Aufzählungen. Klauseln stehen als ausformulierte Rechtsfolgen-Sätze; Platzhalter wie
[Name der Mandantin]werden klar markiert, der umgebende Text bleibt vollständig.Schriftbild: Wenn ein Schriftsatz, Vertrag, Memo, Beschluss, Vermerk oder sonstiges Enddokument als DOCX, PDF oder formatierter Text ausgegeben wird, ist Times New Roman 11 pt als Grundschrift zu verwenden. Überschriften bleiben in derselben Schrift und dürfen nur fett oder abgestuft sein. Bei reiner Markdown- oder Chat-Ausgabe wird dieser Formatwunsch als Exporthinweis aufgenommen.
Nummerierung: Gliederung ausschließlich dezimal (
1,1.1,1.1.1und so weiter). Keine römischen Ziffern, keine Buchstaben- oder Mischgliederung.
Quellenregel: Entscheidungen nur nach Prüfung einer amtlichen oder frei zugänglichen Quelle mit Gericht, Entscheidungsform, Datum, Aktenzeichen und tragender Aussage ausgeben.