Rollierende Liquiditätsvorschau 3/6/12 Monate mit Fortführungsprognose (§§ 17, 19 InsO)
Fachlicher Kern — Steuerrecht
- Problemfokus dieses Skills: Bleibe beim konkreten Titel
Rollierende Liquiditätsvorschau 3/6/12 Monate mit Fortführungsprognose (§§ 17, 19 InsO) und löse die dort angelegte Fachfrage; arbeite mit konkreten Tatbestandsmerkmalen, Beweisfragen und dem unmittelbar benötigten Arbeitsprodukt. Routingfragen bleiben Hilfsmittel, wenn Frist, Zuständigkeit oder Verfahrensart offen sind.
- Arbeitsmodus: Erst Steuerart, Zeitraum, Verwaltungsstand, Frist/Festsetzung, Zuständigkeit, Form/Portal und Beleglage klären; dann BMF-Verwaltungslinie von BFH-Rechtsprechung und Gesetz trennen.
- Outputpflicht: Steuerartenmatrix, BMF-Radar, Einspruchsbaustein, ELSTER-/Portal-To-do, Risikoampel, DBA-/GrESt-/USt-Tabelle oder Mandantenmemo.
- Fehlerbremse: Tragende Normen/Entscheidungen live oder aus der Akte verifizieren; Rechtsprechung nur mit Gericht, Entscheidungsform, Datum, Aktenzeichen und frei prüfbarer Quelle. Keine BeckRS-, juris-, Kommentar- oder Aufsatz-Blindzitate aus Modellwissen.
Kernsachverhalt
Krisenhafte GmbH/UG-Mandanten benötigen eine strukturierte, wöchentlich rollierte Liquiditätsvorschau als Grundlage für die insolvenzrechtliche Prüfung nach § 17 InsO und für die Fortführungsprognose nach § 19 InsO. Der Skill erzeugt diese Planung aus dem typischen unstrukturierten Steuerberater-Material (BWA, SuSa, offene Posten, Kontoauszüge) und generiert automatisch eine insolvenzrechtliche Ampel pro Woche.
Kaltstart-Rückfragen
- Welche Stammdaten — Rechtsform, Branche, Mitarbeiterzahl, Jahresumsatz, Stichtag, Hausbank?
- Welche Liquiditätsdaten liegen vor — Kontostand, Kreditlinien (Stand und Limit), offene Forderungen-Liste?
- Welche offenen Verbindlichkeiten bestehen — Kreditorenliste mit Fälligkeitsdatum und Mahnstufe?
- Welche Dauerverpflichtungen — Miete, Lohn, SV-Beiträge (Drittellast), Lohnsteuer, Leasing, Versicherungen?
- Welche Steuerverbindlichkeiten — USt-Voranmeldungsturnus, Körperschaft- und Gewerbesteuer-Vorauszahlungen, Rückstände?
- Welcher Auftragsbestand — zugesagte Aufträge mit Zahlungserwartung, Abschläge, Zahlungsziel?
- Gibt es Kreditverträge mit Covenants (EK-Quote, Leverage) und wann sind diese zu messen?
- Liegt ein Sanierungskonzept IDW S 6 vor oder soll die Vorschau Grundlage dafür sein?
- Was will der Mandant wirklich erreichen? (Nicht: was steht im Standardweg, sondern: welches Ergebnis ist für den Mandanten persoenlich/wirtschaftlich das beste? Manchmal ist der schnellere Vergleich besser als der formal "richtige" Weg.)
Rechtlicher Rahmen
Primärnormen
Paragraf 18 InsO — Drohende Zahlungsunfähigkeit: voraussichtliche Unfähigkeit zur Erfüllung bestehender Zahlungspflichten bei Fälligkeit; in aller Regel gilt ein Prognosezeitraum von 24 Monaten.
Paragraf 19 InsO — Überschuldung: Fortführungsprognose für regelmäßig zwölf Monate; bei negativer Prognose Überschuldungsstatus zu Liquidationswerten.
Paragraf 15a InsO — Antrag ohne schuldhaftes Zögern; drei Wochen bei Zahlungsunfähigkeit und sechs Wochen bei Überschuldung sind nur Höchstzeiträume.
Paragraf 102 StaRUG — Bei einem Auftrag zur Jahresabschlusserstellung prüfen, ob Anhaltspunkte für einen möglichen Insolvenzgrund offenkundig sind und die mögliche Insolvenzreife dem Mandanten vermutlich nicht bewusst ist. Die Liquiditätsvorschau ist nur eine mögliche Belegquelle und kein eigener Auslöser der Norm.
Leitentscheidungen
| Gericht |
Aktenzeichen |
Datum |
Leitsatz |
Prüfschema Liquiditätsvorschau
Vorab: Der untenstehende ist die typische Standardlinie. Wenn die Mandantenlage abweicht (siehe "Strategische Optionen" oben), sind die Schritte entsprechend zu verkuerzen, umzustellen oder durch ein anderes Skill zu ersetzen — der ist Leitfaden, nicht Pflichtprogramm.
| Schritt |
Prüfungspunkt |
Inhalt |
Ergebnis |
| 1 |
Datenaufnahme |
BWA, SuSa, Kontoauszüge, Kreditorenliste, Debitorenliste, Dauerverpflichtungen |
Datenbasis vollständig |
| 2 |
Eröffnungsbestand Liquidität |
Kontostand, ungenutzte Kreditlinie (ziehungsfähig), Tagesgeld |
Aktiva I-Basis |
| 3 |
Einzahlungs-Buckets |
Kundenforderungen nach Eingangswahrscheinlichkeit; USt-Erstattung; sonstige |
Einzahlungsplan |
| 4 |
Auszahlungs-Buckets |
Personal (Lohn × 1.28 inkl. AG-SV); USt-Zahlung; KSt/GewSt-Vorauszahlungen; Miete; Leasing; Zins+Tilgung; Lieferanten |
Auszahlungsplan |
| 5 |
Wochenraster 13 Wochen |
Spalten: KW, Anfangsbestand, Einzahlungen, Auszahlungen, Endbestand, fällige VB Folgewoche, 3-Wochen-Lücke (kumuliert), Quote, Ampel |
Primäres Instrument § 17 InsO |
| 6 |
3-Wochen-Test § 17 InsO |
Quote = Lücke_3W / fällige VB ≥ 10 %? Nicht binnen 3 Wochen schließbar? |
Ampel Rot/Gelb/Grün |
| 7 |
SV- und Lohnsteuer-Position |
SV-Beiträge (AG+AN-Anteil Drittellast); Lohnsteuer § 41a EStG; separate Zeile; nie aufrechnen |
Passiva I korrekt |
| 9 |
Sensitivitätsanalyse |
Best/Base/Worst: Zahlungseingang 100 %/80 %/60 %; Auftragserfüllung wie geplant/−10 %/−25 % |
Risikoszenario |
| 10 |
Mittel- und Langfristhorizont |
26 Wochen (monatlich aggregiert ab Monat 4), 52 Wochen; Fortführungsprognose-Grundlage |
§ 18 und § 19 InsO |
| 11 |
Fortführungsprognose IDW S 6 |
Krisenstadium; Konzept; integrierte Planung; überwiegende Wahrscheinlichkeit |
§ 19 InsO Stufe 1 |
| 13 |
Indizienkatalog prüfen |
SV-Rückstände, Stundungsanträge, Lastschriftrückläufer, eingestellte Lieferantenzahlungen |
Zahlungseinstellung ohne Deckungslücke möglich |
| 14 |
Ergebnis-Memo |
Ampel-Zusammenfassung; frühester Rot-Eintritt mit Kalenderwoche; Handlungsempfehlung; Tatbestand des Paragrafen 102 StaRUG bejaht, verneint oder offen |
Mandantenkommunikation |
| 15 |
Excel-Export |
Sheets: 13W, 26W, 52W, Fortführungsprognose, Annahmen; Ampel bedingte Formatierung |
Arbeitsunterlage |
Wochenraster-Struktur (Excel-Vorlage)
LIQUIDITÄTSVORSCHAU — [Firma] GmbH
Stand: [Datum]
| KW | Anfangs- | + Einzah- | − Auszah- | End- | Fäll. VB | 3W-Lücke | Quote | Ampel |
| | bestand | lungen | lungen | bestand | Folge-KW | kumuliert | % | |
|----+-----------|-----------|-----------|---------|----------|----------|-------|-------|
| 21 | 18.500 | 42.000 | 47.200 | 13.300 | 61.800 | 48.500 | 78 % | ROT |
| 22 | 13.300 | 51.000 | 45.600 | 18.700 | 38.200 | | | |
| 23 | 18.700 | 145.000* | 44.100 | 119.600 | | | GRÜN | |
*Großauftrag-Eingang; Zahlungseingang-Risiko: Base 100 %, Worst 60 %
Beweislast
| Beweisthema |
Beweislastträger |
Beweismittel |
| Zahlungseingang-Wahrscheinlichkeit |
GF / StB |
Debitorenliste, Mahnstand, DA-Liste |
| Kreditlinie ziehungsfähig |
GF |
Bankbescheinigung über Limit und Valuta |
| SV-Rückstände |
Offen aus Buchhaltung; BG-/KK-Bescheide |
Konto-Auszüge SV-Beitragskonten |
| Fortführungsprognose positiv |
GF / IDW S 6-Gutachter |
Integrierter Finanzplan; Konzept |
Fristen und zeitliche Warnschwellen
| Horizont |
Insolvenzrechtliche Bedeutung |
Handlungspflicht |
| Woche 0–3 |
§ 17 InsO-Stichtag; 3-Wochen-Test |
Sofortige Prüfung Antragspflicht |
| Woche 0–13 |
Zahlungsunfähigkeit; 3-Wochen-Test wöchentlich rollierend |
Wöchentliche Aktualisierung |
| Woche 0–26 |
Mittelfristhorizont; Finanzierungsbedarf |
Bankgespräch; Gesellschafterdarlehen |
| Woche 0–52 |
Fortbestehensprognose § 19 InsO; IDW S 6-Grundlage |
Sanierungskonzept |
| Monate 0–24 |
Paragraf 18 Absatz 2 InsO, drohende Zahlungsunfähigkeit |
Eigenantrag und gerichtliche StaRUG-Instrumente gesondert prüfen |
Typische Fehler
| Fehler |
Korrekte Vorgehensweise |
| Kreditlinie vollständig als Aktiva I |
Nur ziehungsfähiger, nicht gesperrter oder bereits ausgeschöpfter Teil |
| Auftragseingang zu optimistisch ansetzen |
Sensitivitätsanalyse: Worst-Case-Szenario immer einbeziehen; BGH verlangt realistische Annahmen |
| USt-Voranmeldung fehlt in Auszahlungen |
USt monatlich oder quartalsweise je nach Turnus; Dauerfristverlängerung berücksichtigen |
| AdV als Passiva I-Entlastung |
Falsch: AdV § 361 AO hemmt Vollziehung, lässt Forderung materiell bestehen (§ 17 InsO-Relevant) |
| Lohnzahlungen ohne AG-SV-Anteil |
Drittellast: Lohn × 1.28 für Personal-Gesamtkosten |
| 3-Wochen-Frist ab Erkenntnis (StB-Sicht) |
Frist läuft ab Eintritt der Zahlungsunfähigkeit, nicht ab Erstellung der Vorschau |
Strategische Optionen (vor dem Template entscheiden)
Bevor das Template eins-zu-eins gefuellt wird, ist zu prüfen welche Variante zur Mandantenkonstellation passt. Das Template ist eine moegliche Form — nicht die einzige.
| Konstellation |
Empfohlener Weg |
| Standard — Liquiditaetsvorschau für 3 bis 12 Monate erstellen |
Vorschau nach Schema; Schriftsatz unten |
| Variante A — Kurzfristige Liquiditaet kritisch Woche noetig |
Kurzfrist-Vorschau separat; dann Mittelfrist ergaenzen |
| Variante B — Saisonales Unternehmen |
Saisonalitaets-Hinweise in Vorschau einarbeiten |
| Variante C — Bankfinanzierung laeuft aus Prolongation noetig |
Bankgespraeche-Version der Vorschau; Stresstest anfuegen |
Wenn die Mandantenkonstellation nicht ins Standardschema passt, ist das Template anzupassen oder durch ein anderes Skill abzuloesen — nicht das Mandat in das Schema zu pressen.
Schriftsatzbausteine
Baustein 1: Memo an GF — Liquiditätsvorschau-Ergebnis
MEMO — VERTRAULICH
An: Geschäftsführung [Firma] GmbH
Von: [Steuerberater/Kanzlei]
Datum: [Datum]
Betreff: Ergebnis Liquiditätsvorschau 13-Wochen — § 17 InsO-Prüfung
1. Ergebnis Ampel-Übersicht:
KW [x]: GRÜN (Quote [y] %)
KW [x+1]: GELB (Quote [z] % — Zahlungsstockung, voraussichtlich
lösbar durch Eingang Rechnung [Rn.] EUR [x] in KW [x+2])
KW [x+3]: ROT (Quote [a] % — Zahlungsunfähigkeit § 17 InsO
droht, falls Eingang Großauftrag ausbleibt)
2. Früheste § 17-InsO-Relevanz: KW [x+3] — [Datum]
3. Handlungsempfehlung:
a) Sofortige anwaltliche Prüfung der Insolvenzreife beauftragen.
b) Bankgespräch zur Linienerweiterung bis [Datum].
c) Auftragseingang [Bezeichnung] sichern/beschleunigen.
d) Bis KW [x+2] Liquiditätslage neu auswerten.
Wir stehen für ein persönliches Besprechungsgespräch zur Verfügung.
Bitte bestätigen Sie Kenntnisnahme dieses Memos schriftlich.
Baustein 2: Fortführungsprognose — Ergebnisübersicht IDW S 6
FORTFÜHRUNGSPROGNOSE — [Firma] GmbH — [Datum]
1. Krisenstadium (IDW S 6):
[Liquiditätskrise / Ertragskrise / Strategiekrise — begründen]
2. Krisenursachen:
Intern: [z.B. gesunkene Marge, Personalkosten]
Extern: [z.B. Nachfragerückgang, Rohstoffpreise]
3. Leitbild des sanierten Unternehmens:
[Kerngeschäft; Restrukturierungsmaßnahmen; Ziel-Geschäftsmodell]
4. Maßnahmen zur Krisenbewältigung:
Innenfinanzierung: [Forderungsabbau, WC-Reduzierung]
Außenfinanzierung: [Gesellschafterdarlehen, Bankgespräch]
Leistungswirtschaftlich: [Kostenabbau, Produktsortiment]
5. Integrierte 24-Monats-Planung:
Monat 1–12: Ergebnis [x]; Cashflow [y]; EK [z]
Monat 13–24: Ergebnis [a]; Cashflow [b]; EK [c]
6. Ergebnis Fortführungsprognose:
[ ] Positiv — überwiegende Wahrscheinlichkeit der Fortführung
[ ] Negativ — Fortführung nicht überwiegend wahrscheinlich
Begründung: [...]
7. Rechtsfolge für § 19 InsO:
Positiv: keine Überschuldung, auch bei negativem Eigenkapital.
Negativ: Überschuldungsstatus mit Liquidationswerten erforderlich.
--- vor Versand klären ---
- Welches Verhandlungsziel hat der Mandant? [Durchsetzung des Anspruchs / Vergleich / Reputationsschutz / schnelle Loesung]
- Welche Kompromisslinien sind absolut? [Mindestforderung / Zeitrahmen / Formerfordernis]
- Sind Anschlusswege erwuenscht? [Mediation / Direktgesprach / Einigung vor Fristablauf]
Schlussabsatz Variante A (kooperativ):
Wir regen eine guetliche Einigung an und stehen für ein klärenden Gesprach zur Verfuegung. Eine einvernehmliche Loesung erspart beiden Seiten Zeit und Kosten.
Schlussabsatz Variante B (formal-streng):
Eine aussergerichtliche Einigung kommt nur in Betracht wenn die Gegenseite innerhalb von [X] Tagen einen akzeptablen Vorschlag unterbreitet. Anderenfalls werden wir alle rechtlichen Schritte einleiten.
Streitwert und Kosten
| Position |
Berechnung |
Hinweis |
| Liquiditätsplanung (laufend) |
Zeithonorar StB; typisch EUR 500–2.000 je Monat |
Als eigenständige Leistung vereinbaren |
| Sanierungskonzept IDW S 6 |
EUR 10.000–50.000+ je nach Komplexität |
WP/StB mit Sanierungserfahrung |
| Insolvenzreife-Gutachten Anwalt |
§ 34 RVG oder Stundensatz; typisch EUR 2.000–8.000 |
Wird durch Liquiditätsvorschau als Datenbasis vorbereitet |
| Excel-Vorlage Erstellung |
Einmalig ca. 4–8 Stunden; dann rollierend 1–2 h/Woche |
— |
Strategische Empfehlung
| Situation |
Empfehlung |
| Grüne Ampeln, kein Paragraf-17-Risiko |
Monatliche Aktualisierung; Tatbestand des Paragrafen 102 StaRUG nur bei Jahresabschlussauftrag prüfen und Ergebnis dokumentieren |
| Gelbe Ampeln — Zahlungsstockung absehbar lösbar |
Bankgespräch; Gesellschafterdarlehen; Debitoren-Beschleunigung; wöchentliche Aktualisierung |
| Rote Ampel — Schwelle des Paragrafen 17 InsO |
Sofortige anwaltliche Prüfung der Antragspflicht; Hinweis nach Paragraf 102 StaRUG nur bei Jahresabschlussauftrag und vollständig erfülltem Tatbestand |
| Großauftrag als einziger Ausweg |
Worst-Case-Szenario ohne Auftrag ausarbeiten; nicht auf Eingang vertrauen ohne Vertrag |
| Kreditlinien ausgeschöpft |
Neue Finanzierungsquellen (Factoring, Gesellschafter, Sale-and-Lease-back) prüfen |
Anschluss-Skills
anw-insolvenzreife-pruefung-17-19-inso — anwaltliche Insolvenzreife-Prüfung mit Datenbasis aus Liquiditätsvorschau
stb-bwa-sus-bilanz-pruefung — vorgelagerte BWA/SuSa-Prüfung
stb-warnschreiben-krisensignale - tatbestandsgebundener Hinweis nach Paragraf 102 StaRUG oder gesonderter vertraglicher Warnhinweis
Quellen
- Paragraf 17 InsO
- Paragraf 18 InsO
- Paragraf 19 InsO
- Paragraf 15a InsO
- Paragraf 102 StaRUG
- Paragraf 19 Absatz 2 InsO: regelmäßiger Zwölfmonatszeitraum seit 01.01.2024; SanInsKG-Sonderregelung ausgelaufen
- IDW S 6 (Sanierungskonzept); IDW S 11 (Insolvenzeröffnungsgründe)
- Quellenregel: Keine Kommentar-, Handbuch-, Aufsatz- oder Tabellenfundstellen aus Modellwissen; nur Nutzerquelle, amtliche/freie Quelle oder lizenzierte Live-Verifikation verwenden.
Quellenregel: Entscheidungen nur nach Prüfung einer amtlichen oder frei zugänglichen Quelle mit Gericht, Entscheidungsform, Datum, Aktenzeichen und tragender Aussage ausgeben.
1---2name: liquiditaetsvorschau-3-6-12-monate-23description: Für Rollierende Liquiditätsvorschau 3/6/12 Monate mit Fortführungsprognose (Paragrafen 17. 19 InsO): ordnet Norm, Beweislast und Gegenargument; Ergebnis: Prüfprodukt mit Risiko und nächstem Schritt. Fachgebiet: Steuerrecht – Steuerberater und Anwälte.4---5
6# Rollierende Liquiditätsvorschau 3/6/12 Monate mit Fortführungsprognose (§§ 17, 19 InsO)
7
8## Fachlicher Kern — Steuerrecht
9- **Problemfokus dieses Skills:** Bleibe beim konkreten Titel `Rollierende Liquiditätsvorschau 3/6/12 Monate mit Fortführungsprognose (§§ 17, 19 InsO)` und löse die dort angelegte Fachfrage; arbeite mit konkreten Tatbestandsmerkmalen, Beweisfragen und dem unmittelbar benötigten Arbeitsprodukt. Routingfragen bleiben Hilfsmittel, wenn Frist, Zuständigkeit oder Verfahrensart offen sind.
10- **Arbeitsmodus:** Erst Steuerart, Zeitraum, Verwaltungsstand, Frist/Festsetzung, Zuständigkeit, Form/Portal und Beleglage klären; dann BMF-Verwaltungslinie von BFH-Rechtsprechung und Gesetz trennen.
11- **Outputpflicht:** Steuerartenmatrix, BMF-Radar, Einspruchsbaustein, ELSTER-/Portal-To-do, Risikoampel, DBA-/GrESt-/USt-Tabelle oder Mandantenmemo.
12- **Fehlerbremse:** Tragende Normen/Entscheidungen live oder aus der Akte verifizieren; Rechtsprechung nur mit Gericht, Entscheidungsform, Datum, Aktenzeichen und frei prüfbarer Quelle. Keine BeckRS-, juris-, Kommentar- oder Aufsatz-Blindzitate aus Modellwissen.
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14## Kernsachverhalt
15
16Krisenhafte GmbH/UG-Mandanten benötigen eine strukturierte, wöchentlich rollierte Liquiditätsvorschau als Grundlage für die insolvenzrechtliche Prüfung nach § 17 InsO und für die Fortführungsprognose nach § 19 InsO. Der Skill erzeugt diese Planung aus dem typischen unstrukturierten Steuerberater-Material (BWA, SuSa, offene Posten, Kontoauszüge) und generiert automatisch eine insolvenzrechtliche Ampel pro Woche.
17
18## Kaltstart-Rückfragen
19
201. Welche Stammdaten — Rechtsform, Branche, Mitarbeiterzahl, Jahresumsatz, Stichtag, Hausbank?
212. Welche Liquiditätsdaten liegen vor — Kontostand, Kreditlinien (Stand und Limit), offene Forderungen-Liste?
223. Welche offenen Verbindlichkeiten bestehen — Kreditorenliste mit Fälligkeitsdatum und Mahnstufe?
234. Welche Dauerverpflichtungen — Miete, Lohn, SV-Beiträge (Drittellast), Lohnsteuer, Leasing, Versicherungen?
245. Welche Steuerverbindlichkeiten — USt-Voranmeldungsturnus, Körperschaft- und Gewerbesteuer-Vorauszahlungen, Rückstände?
256. Welcher Auftragsbestand — zugesagte Aufträge mit Zahlungserwartung, Abschläge, Zahlungsziel?
267. Gibt es Kreditverträge mit Covenants (EK-Quote, Leverage) und wann sind diese zu messen?
278. Liegt ein Sanierungskonzept IDW S 6 vor oder soll die Vorschau Grundlage dafür sein?
28- **Was will der Mandant wirklich erreichen?** (Nicht: was steht im Standardweg, sondern: welches Ergebnis ist für den Mandanten persoenlich/wirtschaftlich das beste? Manchmal ist der schnellere Vergleich besser als der formal "richtige" Weg.)
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30## Rechtlicher Rahmen
31
32### Primärnormen
33
34
35**Paragraf 18 InsO** — Drohende Zahlungsunfähigkeit: voraussichtliche Unfähigkeit zur Erfüllung bestehender Zahlungspflichten bei Fälligkeit; in aller Regel gilt ein Prognosezeitraum von 24 Monaten.
36
37**Paragraf 19 InsO** — Überschuldung: Fortführungsprognose für regelmäßig zwölf Monate; bei negativer Prognose Überschuldungsstatus zu Liquidationswerten.
38
39**Paragraf 15a InsO** — Antrag ohne schuldhaftes Zögern; drei Wochen bei Zahlungsunfähigkeit und sechs Wochen bei Überschuldung sind nur Höchstzeiträume.
40
41**Paragraf 102 StaRUG** — Bei einem Auftrag zur Jahresabschlusserstellung prüfen, ob Anhaltspunkte für einen möglichen Insolvenzgrund offenkundig sind und die mögliche Insolvenzreife dem Mandanten vermutlich nicht bewusst ist. Die Liquiditätsvorschau ist nur eine mögliche Belegquelle und kein eigener Auslöser der Norm.
42
43### Leitentscheidungen
44
45| Gericht | Aktenzeichen | Datum | Leitsatz |
46|---|---|---|---|
47
48## Prüfschema Liquiditätsvorschau
49
50**Vorab:** Der untenstehende ist die typische Standardlinie. Wenn die Mandantenlage abweicht (siehe "Strategische Optionen" oben), sind die Schritte entsprechend zu verkuerzen, umzustellen oder durch ein anderes Skill zu ersetzen — der ist Leitfaden, nicht Pflichtprogramm.
51
52| Schritt | Prüfungspunkt | Inhalt | Ergebnis |
53|---|---|---|---|
54| 1 | Datenaufnahme | BWA, SuSa, Kontoauszüge, Kreditorenliste, Debitorenliste, Dauerverpflichtungen | Datenbasis vollständig |
55| 2 | Eröffnungsbestand Liquidität | Kontostand, ungenutzte Kreditlinie (ziehungsfähig), Tagesgeld | Aktiva I-Basis |
56| 3 | Einzahlungs-Buckets | Kundenforderungen nach Eingangswahrscheinlichkeit; USt-Erstattung; sonstige | Einzahlungsplan |
57| 4 | Auszahlungs-Buckets | Personal (Lohn × 1.28 inkl. AG-SV); USt-Zahlung; KSt/GewSt-Vorauszahlungen; Miete; Leasing; Zins+Tilgung; Lieferanten | Auszahlungsplan |
58| 5 | Wochenraster 13 Wochen | Spalten: KW, Anfangsbestand, Einzahlungen, Auszahlungen, Endbestand, fällige VB Folgewoche, 3-Wochen-Lücke (kumuliert), Quote, Ampel | Primäres Instrument § 17 InsO |
59| 6 | 3-Wochen-Test § 17 InsO | Quote = Lücke_3W / fällige VB ≥ 10 %? Nicht binnen 3 Wochen schließbar? | Ampel Rot/Gelb/Grün |
60| 7 | SV- und Lohnsteuer-Position | SV-Beiträge (AG+AN-Anteil Drittellast); Lohnsteuer § 41a EStG; separate Zeile; nie aufrechnen | Passiva I korrekt |
61| 9 | Sensitivitätsanalyse | Best/Base/Worst: Zahlungseingang 100 %/80 %/60 %; Auftragserfüllung wie geplant/−10 %/−25 % | Risikoszenario |
62| 10 | Mittel- und Langfristhorizont | 26 Wochen (monatlich aggregiert ab Monat 4), 52 Wochen; Fortführungsprognose-Grundlage | § 18 und § 19 InsO |
63| 11 | Fortführungsprognose IDW S 6 | Krisenstadium; Konzept; integrierte Planung; überwiegende Wahrscheinlichkeit | § 19 InsO Stufe 1 |
64| 13 | Indizienkatalog prüfen | SV-Rückstände, Stundungsanträge, Lastschriftrückläufer, eingestellte Lieferantenzahlungen | Zahlungseinstellung ohne Deckungslücke möglich |
65| 14 | Ergebnis-Memo | Ampel-Zusammenfassung; frühester Rot-Eintritt mit Kalenderwoche; Handlungsempfehlung; Tatbestand des Paragrafen 102 StaRUG bejaht, verneint oder offen | Mandantenkommunikation |
66| 15 | Excel-Export | Sheets: 13W, 26W, 52W, Fortführungsprognose, Annahmen; Ampel bedingte Formatierung | Arbeitsunterlage |
67
68## Wochenraster-Struktur (Excel-Vorlage)
69
70```
71LIQUIDITÄTSVORSCHAU — [Firma] GmbH
72Stand: [Datum]
73
74| KW | Anfangs- | + Einzah- | − Auszah- | End- | Fäll. VB | 3W-Lücke | Quote | Ampel |
75| | bestand | lungen | lungen | bestand | Folge-KW | kumuliert | % | |
76|----+-----------|-----------|-----------|---------|----------|----------|-------|-------|
77| 21 | 18.500 | 42.000 | 47.200 | 13.300 | 61.800 | 48.500 | 78 % | ROT |
78| 22 | 13.300 | 51.000 | 45.600 | 18.700 | 38.200 | | | |
79| 23 | 18.700 | 145.000* | 44.100 | 119.600 | | | GRÜN | |
80 *Großauftrag-Eingang; Zahlungseingang-Risiko: Base 100 %, Worst 60 %
81```
82
83## Beweislast
84
85| Beweisthema | Beweislastträger | Beweismittel |
86|---|---|---|
87| Zahlungseingang-Wahrscheinlichkeit | GF / StB | Debitorenliste, Mahnstand, DA-Liste |
88| Kreditlinie ziehungsfähig | GF | Bankbescheinigung über Limit und Valuta |
89| SV-Rückstände | Offen aus Buchhaltung; BG-/KK-Bescheide | Konto-Auszüge SV-Beitragskonten |
90| Fortführungsprognose positiv | GF / IDW S 6-Gutachter | Integrierter Finanzplan; Konzept |
91
92## Fristen und zeitliche Warnschwellen
93
94| Horizont | Insolvenzrechtliche Bedeutung | Handlungspflicht |
95|---|---|---|
96| Woche 0–3 | § 17 InsO-Stichtag; 3-Wochen-Test | Sofortige Prüfung Antragspflicht |
97| Woche 0–13 | Zahlungsunfähigkeit; 3-Wochen-Test wöchentlich rollierend | Wöchentliche Aktualisierung |
98| Woche 0–26 | Mittelfristhorizont; Finanzierungsbedarf | Bankgespräch; Gesellschafterdarlehen |
99| Woche 0–52 | Fortbestehensprognose § 19 InsO; IDW S 6-Grundlage | Sanierungskonzept |
100| Monate 0–24 | Paragraf 18 Absatz 2 InsO, drohende Zahlungsunfähigkeit | Eigenantrag und gerichtliche StaRUG-Instrumente gesondert prüfen |
101
102## Typische Fehler
103
104| Fehler | Korrekte Vorgehensweise |
105|---|---|
106| Kreditlinie vollständig als Aktiva I | Nur ziehungsfähiger, nicht gesperrter oder bereits ausgeschöpfter Teil |
107| Auftragseingang zu optimistisch ansetzen | Sensitivitätsanalyse: Worst-Case-Szenario immer einbeziehen; BGH verlangt realistische Annahmen |
108| USt-Voranmeldung fehlt in Auszahlungen | USt monatlich oder quartalsweise je nach Turnus; Dauerfristverlängerung berücksichtigen |
109| AdV als Passiva I-Entlastung | Falsch: AdV § 361 AO hemmt Vollziehung, lässt Forderung materiell bestehen (§ 17 InsO-Relevant) |
110| Lohnzahlungen ohne AG-SV-Anteil | Drittellast: Lohn × 1.28 für Personal-Gesamtkosten |
111| 3-Wochen-Frist ab Erkenntnis (StB-Sicht) | Frist läuft ab Eintritt der Zahlungsunfähigkeit, nicht ab Erstellung der Vorschau |
112
113## Strategische Optionen (vor dem Template entscheiden)
114
115Bevor das Template eins-zu-eins gefuellt wird, ist zu prüfen welche Variante zur Mandantenkonstellation passt. Das Template ist **eine** moegliche Form — nicht die einzige.
116
117| Konstellation | Empfohlener Weg |
118|---|---|
119| Standard — Liquiditaetsvorschau für 3 bis 12 Monate erstellen | Vorschau nach Schema; Schriftsatz unten |
120| Variante A — Kurzfristige Liquiditaet kritisch Woche noetig | Kurzfrist-Vorschau separat; dann Mittelfrist ergaenzen |
121| Variante B — Saisonales Unternehmen | Saisonalitaets-Hinweise in Vorschau einarbeiten |
122| Variante C — Bankfinanzierung laeuft aus Prolongation noetig | Bankgespraeche-Version der Vorschau; Stresstest anfuegen |
123
124Wenn die Mandantenkonstellation **nicht** ins Standardschema passt, ist das Template anzupassen oder durch ein anderes Skill abzuloesen — nicht das Mandat in das Schema zu pressen.
125
126## Schriftsatzbausteine
127
128### Baustein 1: Memo an GF — Liquiditätsvorschau-Ergebnis
129
130```
131MEMO — VERTRAULICH
132An: Geschäftsführung [Firma] GmbH
133Von: [Steuerberater/Kanzlei]
134Datum: [Datum]
135
136Betreff: Ergebnis Liquiditätsvorschau 13-Wochen — § 17 InsO-Prüfung
137
1381. Ergebnis Ampel-Übersicht:
139 KW [x]: GRÜN (Quote [y] %)
140 KW [x+1]: GELB (Quote [z] % — Zahlungsstockung, voraussichtlich
141 lösbar durch Eingang Rechnung [Rn.] EUR [x] in KW [x+2])
142 KW [x+3]: ROT (Quote [a] % — Zahlungsunfähigkeit § 17 InsO
143 droht, falls Eingang Großauftrag ausbleibt)
144
1452. Früheste § 17-InsO-Relevanz: KW [x+3] — [Datum]
146
1473. Handlungsempfehlung:
148 a) Sofortige anwaltliche Prüfung der Insolvenzreife beauftragen.
149 b) Bankgespräch zur Linienerweiterung bis [Datum].
150 c) Auftragseingang [Bezeichnung] sichern/beschleunigen.
151 d) Bis KW [x+2] Liquiditätslage neu auswerten.
152
153Wir stehen für ein persönliches Besprechungsgespräch zur Verfügung.
154Bitte bestätigen Sie Kenntnisnahme dieses Memos schriftlich.
155```
156
157### Baustein 2: Fortführungsprognose — Ergebnisübersicht IDW S 6
158
159```
160FORTFÜHRUNGSPROGNOSE — [Firma] GmbH — [Datum]
161
1621. Krisenstadium (IDW S 6):
163 [Liquiditätskrise / Ertragskrise / Strategiekrise — begründen]
164
1652. Krisenursachen:
166 Intern: [z.B. gesunkene Marge, Personalkosten]
167 Extern: [z.B. Nachfragerückgang, Rohstoffpreise]
168
1693. Leitbild des sanierten Unternehmens:
170 [Kerngeschäft; Restrukturierungsmaßnahmen; Ziel-Geschäftsmodell]
171
1724. Maßnahmen zur Krisenbewältigung:
173 Innenfinanzierung: [Forderungsabbau, WC-Reduzierung]
174 Außenfinanzierung: [Gesellschafterdarlehen, Bankgespräch]
175 Leistungswirtschaftlich: [Kostenabbau, Produktsortiment]
176
1775. Integrierte 24-Monats-Planung:
178 Monat 1–12: Ergebnis [x]; Cashflow [y]; EK [z]
179 Monat 13–24: Ergebnis [a]; Cashflow [b]; EK [c]
180
1816. Ergebnis Fortführungsprognose:
182 [ ] Positiv — überwiegende Wahrscheinlichkeit der Fortführung
183 [ ] Negativ — Fortführung nicht überwiegend wahrscheinlich
184 Begründung: [...]
185
1867. Rechtsfolge für § 19 InsO:
187 Positiv: keine Überschuldung, auch bei negativem Eigenkapital.
188 Negativ: Überschuldungsstatus mit Liquidationswerten erforderlich.
189```
190
191--- vor Versand klären ---
1921. Welches Verhandlungsziel hat der Mandant? [Durchsetzung des Anspruchs / Vergleich / Reputationsschutz / schnelle Loesung]
1932. Welche Kompromisslinien sind absolut? [Mindestforderung / Zeitrahmen / Formerfordernis]
1943. Sind Anschlusswege erwuenscht? [Mediation / Direktgesprach / Einigung vor Fristablauf]
195
196Schlussabsatz Variante A (kooperativ):
197Wir regen eine guetliche Einigung an und stehen für ein klärenden Gesprach zur Verfuegung. Eine einvernehmliche Loesung erspart beiden Seiten Zeit und Kosten.
198
199Schlussabsatz Variante B (formal-streng):
200Eine aussergerichtliche Einigung kommt nur in Betracht wenn die Gegenseite innerhalb von [X] Tagen einen akzeptablen Vorschlag unterbreitet. Anderenfalls werden wir alle rechtlichen Schritte einleiten.
201
202## Streitwert und Kosten
203
204| Position | Berechnung | Hinweis |
205|---|---|---|
206| Liquiditätsplanung (laufend) | Zeithonorar StB; typisch EUR 500–2.000 je Monat | Als eigenständige Leistung vereinbaren |
207| Sanierungskonzept IDW S 6 | EUR 10.000–50.000+ je nach Komplexität | WP/StB mit Sanierungserfahrung |
208| Insolvenzreife-Gutachten Anwalt | § 34 RVG oder Stundensatz; typisch EUR 2.000–8.000 | Wird durch Liquiditätsvorschau als Datenbasis vorbereitet |
209| Excel-Vorlage Erstellung | Einmalig ca. 4–8 Stunden; dann rollierend 1–2 h/Woche | — |
210
211## Strategische Empfehlung
212
213| Situation | Empfehlung |
214|---|---|
215| Grüne Ampeln, kein Paragraf-17-Risiko | Monatliche Aktualisierung; Tatbestand des Paragrafen 102 StaRUG nur bei Jahresabschlussauftrag prüfen und Ergebnis dokumentieren |
216| Gelbe Ampeln — Zahlungsstockung absehbar lösbar | Bankgespräch; Gesellschafterdarlehen; Debitoren-Beschleunigung; wöchentliche Aktualisierung |
217| Rote Ampel — Schwelle des Paragrafen 17 InsO | Sofortige anwaltliche Prüfung der Antragspflicht; Hinweis nach Paragraf 102 StaRUG nur bei Jahresabschlussauftrag und vollständig erfülltem Tatbestand |
218| Großauftrag als einziger Ausweg | Worst-Case-Szenario ohne Auftrag ausarbeiten; nicht auf Eingang vertrauen ohne Vertrag |
219| Kreditlinien ausgeschöpft | Neue Finanzierungsquellen (Factoring, Gesellschafter, Sale-and-Lease-back) prüfen |
220
221## Anschluss-Skills
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223- `anw-insolvenzreife-pruefung-17-19-inso` — anwaltliche Insolvenzreife-Prüfung mit Datenbasis aus Liquiditätsvorschau
224- `stb-bwa-sus-bilanz-pruefung` — vorgelagerte BWA/SuSa-Prüfung
225- `stb-warnschreiben-krisensignale` - tatbestandsgebundener Hinweis nach Paragraf 102 StaRUG oder gesonderter vertraglicher Warnhinweis
226
227## Quellen
228
229- [Paragraf 17 InsO](https://www.gesetze-im-internet.de/inso/__17.html)
230- [Paragraf 18 InsO](https://www.gesetze-im-internet.de/inso/__18.html)
231- [Paragraf 19 InsO](https://www.gesetze-im-internet.de/inso/__19.html)
232- [Paragraf 15a InsO](https://www.gesetze-im-internet.de/inso/__15a.html)
233- [Paragraf 102 StaRUG](https://www.gesetze-im-internet.de/starug/__102.html)
234- Paragraf 19 Absatz 2 InsO: regelmäßiger Zwölfmonatszeitraum seit 01.01.2024; SanInsKG-Sonderregelung ausgelaufen
235- IDW S 6 (Sanierungskonzept); IDW S 11 (Insolvenzeröffnungsgründe)
236- Quellenregel: Keine Kommentar-, Handbuch-, Aufsatz- oder Tabellenfundstellen aus Modellwissen; nur Nutzerquelle, amtliche/freie Quelle oder lizenzierte Live-Verifikation verwenden.
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238> Quellenregel: Entscheidungen nur nach Prüfung einer amtlichen oder frei zugänglichen Quelle mit Gericht, Entscheidungsform, Datum, Aktenzeichen und tragender Aussage ausgeben.