Mandantenkommunikation im OWi-Mandat
Arbeitsbereich
Mandantenkommunikation im OWi-Mandat: Mandant versteht Verfahren nicht und benoetigt verstaendliche Erklärung. Normen: BRAO § 43a (Beratungspflicht), § 67 OWiG, § 25 StVG. Prüfraster: Erstgespraeche-Leitfaden, Anhörungsbogen-Empfehlung, Fahrverbot-Erklärung, Punktestand-Abfrage, Terminvorbereitung HV. Output Mandantenbrief-Template, Erklärungsbausteine, Kommunikations-Protokoll. Abgrenzung: Inhaltliche Strategie siehe verkehrsowi-kommandocenter; Anhörung siehe verkehrsowi-anhoerung-bußgeldbescheid. Arbeite entlang dieser konkreten Prüfungslinie und trenne Rolle, Frist, Zuständigkeit, Beweislast und gewünschten Output.
Arbeitsweg
- Rolle, Ziel und gewünschtes Arbeitsprodukt klären: Wer handelt, welche Entscheidung steht an, welche Frist läuft und welcher Output wird gebraucht?
- Fristen und Eilrisiken zuerst markieren: § 67 OWiG Einspruch 2 Wochen, § 31 OWiG Verjährung 3/6 Monate, § 26 StVG Fahrverbot 4 Monate, § 79 OWiG Rechtsbeschwerde 1 Woche.
- Tragende Normen verifizieren: StVG §§ 24, 24a, 25, 26, OWiG §§ 17, 26a, 47, 65, 66, 67, 68, 73, 74, 79, 80, BKatV, BußgeldkatalogVO, StVO, FZV, MessgeräteG — Fundstellen über gesetze-im-internet.de, dejure.org, openJur, BVerfG-/BGH-/EuGH-Datenbank live prüfen; keine Modellwissen-Zitate.
- Zuständige Stelle bestimmen und Adressaten richtig wählen: Betroffener, Verteidiger, Bußgeldstelle (Polizei/Verwaltungsbehörde), Amtsgericht (Bußgeldrichter), OLG-Senat, PTB (Eichbehörde).
- Dokumente und Beweismittel sammeln und auf Lücken prüfen: Zeugenfragebogen, Anhörungsbogen, Bußgeldbescheid, Einspruchsschrift, Messprotokoll, Eichschein, Hauptverhandlungsprotokoll — fehlende Belege durch Akteneinsicht oder Rückfrage beim Mandanten beschaffen, Live-Check für tagesaktuelle Normänderungen und Verwaltungspraxis.
Triage-Erstgespraeches-Leitfaden
Was zuerst klären:
- Zustellungsdatum Bescheid? — Frist sofort berechnen, Mandant informieren.
- Fahrzeug auf Mandanten-Namen? — Halter = OWi-Adressat; wenn nicht Fahrzeugfuehrer: Fahreridentifikation.
- Aktueller Punktestand? — Hat der Mandant eine FAER-Auskunft (§ 30 StVG)?
- Berufliche Folgen eines Fahrverbots? — Existenzgefaehrdung? Arbeitgeber-Bescheinigung möglich?
- Was ist das Ziel? — Freispruch, Einstellung, Fahrverbot-Vermeidung, Tagessatz-Reduzierung?
Kommentar-Warteraum Erstgespraeches-Sprache
- Nicht: "Die Messtoleranz wurde korrekt abgezogen" → Besser: "Von Ihrer gemessenen Geschwindigkeit wird ein Sicherheitsabzug von 3 km/h (bzw. 3%) vorgenommen — das ist gesetzlich vorgeschrieben."
- Nicht: "§ 67 OWiG-Frist" → Besser: "Sie haben ab dem Tag, an dem Sie den Bescheid bekommen haben, 2 Wochen Zeit, Einspruch einzulegen."
- Nicht: "Standardisiertes Messverfahren nach BGH" → Besser: "Das Gericht akzeptiert diese Art der Messung grundsätzlich, aber wir prüfen trotzdem ob technische Fehler vorlagen."
Zentrale Normen
- § 55 OWiG — Schweigerecht des Betroffenen; keine Pflicht zur Aussage
- § 67 OWiG — Einspruchsfrist 2 Wochen
- § 25 StVG — Fahrverbot
- § 4 StVG — Punkte in Flensburg
Mandantenhinweis-Template nach Einspruchseinlegung
Adressat: Mandant — Tonfall: verstaendlich-erklaerend
Sehr geehrte/r Frau/Herr [NAME],
ich bestaedige, dass ich fristgerecht Einspruch gegen den
Bussgeldescheid vom [DATUM] eingelegt habe.
Wie es weitergeht:
Die Behörde prueft nun die Akte. Danach wird entweder:
a) das Verfahren eingestellt (kein Bussgeldbescheid mehr),
b) ein Verhandlungstermin am Amtsgericht angesetzt, oder
c) die Behörde den Bescheid bestaetigt (dann gehen wir
weiter zum Amtsgericht).
Was Sie tun koennen:
- Bitte sprechen Sie NICHT mit Polizei oder Behörden
ueber den Vorfall ohne mich zu kontaktieren.
- Wenn Sie neue Unterlagen erhalten, bitte sofort weiterleiten.
- Haben Sie ein Fahrtenbuch oder Notizbuch, das den Tatvorwurf
betrifft? Bitte aufbewahren.
Kostenschaetzung: [RVG-Gebühren]
Mit freundlichen Gruessen
[KANZLEI]
Template Anhörungsbogen-Empfehlung
Adressat: Mandant — Tonfall: klar und eindeutig
Sehr geehrte/r Frau/Herr [NAME],
Sie haben einen Anhörungsbogen erhalten. Meine Empfehlung:
BITTE DEN BOGEN NICHT AUSFULLEN UND NICHT UNTERSCHREIBEN.
Begruendung: Sie muessen nicht antworten. Das Schweigen wird
Ihnen NICHT nachteilig ausgelegt. Unterschreiben Sie den Bogen
nur, wenn er explizit nur Ihre Personalien (Name, Adresse) abfragt
— und auch dann nur nach meiner Ruecksprache.
Falls Sie sich bereits gaeussert haben: Bitte informieren Sie
mich sofort.
Mit freundlichen Gruessen [KANZLEI]
Schritt-für-Schritt-Mandantenbetreuung
- Erstgespraech: Sachverhalt aufnehmen, Frist sofort notieren, Vollmacht einholen.
- Einspruch einlegen: Mandant sofort informieren.
- Akteneinsicht: Ergebnis in verstaendlicher Sprache erklaeren.
- Strategie besprechen: Erfolgsaussichten realistisch einschaetzen.
- Vor der HV: Mandant über Ablauf informieren, Erscheinungspflicht klären.
- Nach der HV / Urteil: Ergebnis erklaeren, Rechtsmitteloptionen darlegen.
Harte Leitplanken
- Mandant immer über Kosten informieren (RVG-Gebühren schriftlich).
- Erfolgsaussichten realistisch kommunizieren — keine Garantien.
- Fristen immer in Mandantenkommunikation vermerken.
- Anwaltliche Endkontrolle bei Mandantenkorrespondenz.
1---2name: mandantenkommunikation-43description: Für Mandantenkommunikation im OWi-Mandat: ordnet Norm, Beweislast und Gegenargument; Ergebnis: Mandantennachricht oder Entscheidungsvorlage.4---5
6# Mandantenkommunikation im OWi-Mandat
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10Mandantenkommunikation im OWi-Mandat: Mandant versteht Verfahren nicht und benoetigt verstaendliche Erklärung. Normen: BRAO § 43a (Beratungspflicht), § 67 OWiG, § 25 StVG. Prüfraster: Erstgespraeche-Leitfaden, Anhörungsbogen-Empfehlung, Fahrverbot-Erklärung, Punktestand-Abfrage, Terminvorbereitung HV. Output Mandantenbrief-Template, Erklärungsbausteine, Kommunikations-Protokoll. Abgrenzung: Inhaltliche Strategie siehe verkehrsowi-kommandocenter; Anhörung siehe verkehrsowi-anhoerung-bußgeldbescheid. Arbeite entlang dieser konkreten Prüfungslinie und trenne Rolle, Frist, Zuständigkeit, Beweislast und gewünschten Output.
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14- Rolle, Ziel und gewünschtes Arbeitsprodukt klären: Wer handelt, welche Entscheidung steht an, welche Frist läuft und welcher Output wird gebraucht?
15- Fristen und Eilrisiken zuerst markieren: § 67 OWiG Einspruch 2 Wochen, § 31 OWiG Verjährung 3/6 Monate, § 26 StVG Fahrverbot 4 Monate, § 79 OWiG Rechtsbeschwerde 1 Woche.
16- Tragende Normen verifizieren: StVG §§ 24, 24a, 25, 26, OWiG §§ 17, 26a, 47, 65, 66, 67, 68, 73, 74, 79, 80, BKatV, BußgeldkatalogVO, StVO, FZV, MessgeräteG — Fundstellen über gesetze-im-internet.de, dejure.org, openJur, BVerfG-/BGH-/EuGH-Datenbank live prüfen; keine Modellwissen-Zitate.
17- Zuständige Stelle bestimmen und Adressaten richtig wählen: Betroffener, Verteidiger, Bußgeldstelle (Polizei/Verwaltungsbehörde), Amtsgericht (Bußgeldrichter), OLG-Senat, PTB (Eichbehörde).
18- Dokumente und Beweismittel sammeln und auf Lücken prüfen: Zeugenfragebogen, Anhörungsbogen, Bußgeldbescheid, Einspruchsschrift, Messprotokoll, Eichschein, Hauptverhandlungsprotokoll — fehlende Belege durch Akteneinsicht oder Rückfrage beim Mandanten beschaffen, Live-Check für tagesaktuelle Normänderungen und Verwaltungspraxis.
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20## Triage-Erstgespraeches-Leitfaden
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22**Was zuerst klären:**
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241. **Zustellungsdatum Bescheid?** — Frist sofort berechnen, Mandant informieren.
252. **Fahrzeug auf Mandanten-Namen?** — Halter = OWi-Adressat; wenn nicht Fahrzeugfuehrer: Fahreridentifikation.
263. **Aktueller Punktestand?** — Hat der Mandant eine FAER-Auskunft (§ 30 StVG)?
274. **Berufliche Folgen eines Fahrverbots?** — Existenzgefaehrdung? Arbeitgeber-Bescheinigung möglich?
285. **Was ist das Ziel?** — Freispruch, Einstellung, Fahrverbot-Vermeidung, Tagessatz-Reduzierung?
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30## Kommentar-Warteraum Erstgespraeches-Sprache
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32- Nicht: "Die Messtoleranz wurde korrekt abgezogen" → Besser: "Von Ihrer gemessenen Geschwindigkeit wird ein Sicherheitsabzug von 3 km/h (bzw. 3%) vorgenommen — das ist gesetzlich vorgeschrieben."
33- Nicht: "§ 67 OWiG-Frist" → Besser: "Sie haben ab dem Tag, an dem Sie den Bescheid bekommen haben, 2 Wochen Zeit, Einspruch einzulegen."
34- Nicht: "Standardisiertes Messverfahren nach BGH" → Besser: "Das Gericht akzeptiert diese Art der Messung grundsätzlich, aber wir prüfen trotzdem ob technische Fehler vorlagen."
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36## Zentrale Normen
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38- **§ 55 OWiG** — Schweigerecht des Betroffenen; keine Pflicht zur Aussage
39- **§ 67 OWiG** — Einspruchsfrist 2 Wochen
40- **§ 25 StVG** — Fahrverbot
41- **§ 4 StVG** — Punkte in Flensburg
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43## Mandantenhinweis-Template nach Einspruchseinlegung
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45**Adressat:** Mandant — Tonfall: verstaendlich-erklaerend
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48Sehr geehrte/r Frau/Herr [NAME],
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50ich bestaedige, dass ich fristgerecht Einspruch gegen den
51Bussgeldescheid vom [DATUM] eingelegt habe.
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53Wie es weitergeht:
54Die Behörde prueft nun die Akte. Danach wird entweder:
55a) das Verfahren eingestellt (kein Bussgeldbescheid mehr),
56b) ein Verhandlungstermin am Amtsgericht angesetzt, oder
57c) die Behörde den Bescheid bestaetigt (dann gehen wir
58 weiter zum Amtsgericht).
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60Was Sie tun koennen:
61- Bitte sprechen Sie NICHT mit Polizei oder Behörden
62 ueber den Vorfall ohne mich zu kontaktieren.
63- Wenn Sie neue Unterlagen erhalten, bitte sofort weiterleiten.
64- Haben Sie ein Fahrtenbuch oder Notizbuch, das den Tatvorwurf
65 betrifft? Bitte aufbewahren.
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67Kostenschaetzung: [RVG-Gebühren]
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69Mit freundlichen Gruessen
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73## Template Anhörungsbogen-Empfehlung
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75**Adressat:** Mandant — Tonfall: klar und eindeutig
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78Sehr geehrte/r Frau/Herr [NAME],
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80Sie haben einen Anhörungsbogen erhalten. Meine Empfehlung:
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82BITTE DEN BOGEN NICHT AUSFULLEN UND NICHT UNTERSCHREIBEN.
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84Begruendung: Sie muessen nicht antworten. Das Schweigen wird
85Ihnen NICHT nachteilig ausgelegt. Unterschreiben Sie den Bogen
86nur, wenn er explizit nur Ihre Personalien (Name, Adresse) abfragt
87— und auch dann nur nach meiner Ruecksprache.
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89Falls Sie sich bereits gaeussert haben: Bitte informieren Sie
90mich sofort.
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92Mit freundlichen Gruessen [KANZLEI]
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95## Schritt-für-Schritt-Mandantenbetreuung
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971. **Erstgespraech:** Sachverhalt aufnehmen, Frist sofort notieren, Vollmacht einholen.
982. **Einspruch einlegen:** Mandant sofort informieren.
993. **Akteneinsicht:** Ergebnis in verstaendlicher Sprache erklaeren.
1004. **Strategie besprechen:** Erfolgsaussichten realistisch einschaetzen.
1015. **Vor der HV:** Mandant über Ablauf informieren, Erscheinungspflicht klären.
1026. **Nach der HV / Urteil:** Ergebnis erklaeren, Rechtsmitteloptionen darlegen.
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104## Harte Leitplanken
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106- Mandant immer über Kosten informieren (RVG-Gebühren schriftlich).
107- Erfolgsaussichten realistisch kommunizieren — keine Garantien.
108- Fristen immer in Mandantenkommunikation vermerken.
109- Anwaltliche Endkontrolle bei Mandantenkorrespondenz.