Deutsche Rechtsgeschichte: 013 Ns Zeit Unrecht Gesetzgebung Und Justiz
Historische Quellenanker
Vor einer rechtlichen Schlussfolgerung diese Anker am aktuellen Normtext prüfen; Spezial- und Landesrecht nur hinzunehmen, wenn es den konkreten Auftrag traegt:
Art. 20 Abs. 3 GG — rechtsstaatlicher Gegenwartsanker.
Art. 1 Abs. 1 GG — Menschenwuerde als Zäsur- und Kontinuitaetsmassstab.
Art. 123 Abs. 1 GG — Fortgeltung vorkonstitutionellen Rechts.
Art. 125 GG — Fortgeltung als Bundesrecht.
Art. 126 GG — Meinungsverschiedenheiten über Fortgeltung.
Art. 20 Einigungsvertrag — öffentlicher Dienst und Rechtsuebergang.
Art. 21 Einigungsvertrag — Verwaltungsvermögen.
Art. 22 Einigungsvertrag — Finanzvermoegen.
§ 1 VermG — Anwendungsbereich Vermögensgesetz.
§ 3 VermG — Rückübertragung.
Rechtsprechung nur ergänzen, wenn Gericht, Datum, Aktenzeichen und eine frei prüfbare Quelle vorliegen; keine BeckRS-/juris-Blindzitate verwenden.
Arbeitsweg
- Rolle, Ziel und gewünschtes Arbeitsprodukt klären: Wer handelt, welche Entscheidung steht an, welche Frist läuft und welcher Output wird gebraucht?
- Fristen und Eilrisiken zuerst markieren: historisch — Verjährung nach jeweiliger Quelle; heutige Relevanz über Art. 184 ff. EGBGB und Auslegungshilfe für Grundrechtsverständnis.
- Tragende Normen verifizieren: Sachsenspiegel, Schwabenspiegel, Carolina (CCC 1532), Preußisches ALR 1794, Code civil (1804), Sächsisches BGB 1865, BGB 1900, WRV 1919, GG 1949; rechtshistorische Quellen MGH, Constitutiones — Fundstellen über gesetze-im-internet.de, dejure.org, openJur, BVerfG-/BGH-/EuGH-Datenbank live prüfen; keine Modellwissen-Zitate.
- Zuständige Stelle bestimmen und Adressaten richtig wählen: Rechtshistoriker, Quelleneditionen, Lehrstühle für deutsche Rechtsgeschichte, Verfassungsrechtler (Auslegungshintergrund), Restitutionsverfahren mit historischem Anker.
- Dokumente und Beweismittel sammeln und auf Lücken prüfen: Quellenedition, rechtshistorisches Gutachten, Vorlesungsskript, dogmenhistorischer Aufsatz, Verfassungsentstehungsgeschichte — fehlende Belege durch Akteneinsicht oder Rückfrage beim Mandanten beschaffen, Live-Check für tagesaktuelle Normänderungen und Verwaltungspraxis.
Wichtige NS-Gesetze
Machtuebernahme
- 30.01.1933: Hitler wird Reichskanzler.
- 27.02.1933: Reichstagsbrand.
- 28.02.1933: Reichstagsbrandverordnung — Aussetzung der Grundrechte.
- 24.03.1933: Ermaechtigungsgesetz — Reichsregierung kann Gesetze ohne Reichstag erlassen.
Gleichschaltung
- 07.04.1933: Gesetz zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums — Entlassung juedischer und politisch missliebiger Beamter.
- 24.07.1933: Auswanderungsgesetz.
Rassengesetze
- 15.09.1935: Reichsbuergergesetz und Gesetz zum Schutze des deutschen Blutes und der deutschen Ehre (Nuernberger Rassengesetze).
- 11.04.1933 ff.: Definitionen "Volljude", "Halbjude" — institutionalisierte Diskriminierung.
Wehrmacht und Justiz
- 04.10.1933: Schriftleitergesetz.
- 20.12.1934: Heimtueckegesetz.
- 24.04.1934: Volksgerichtshof (Sondergericht für Hochverrat).
Krieg
- 17.08.1939: Verordnung gegen Volksschaedlinge.
- 04.09.1939: Verordnung über ausserordentliche Rundfunkmassnahmen.
- 05.09.1939: Kriegswirtschaftsverordnung.
Holocaust
- 20.01.1942: Wannsee-Konferenz.
Justiz im NS-Staat
- Roland Freisler als Praesident des Volksgerichtshofs 1942-1945.
- "Gesundes Volksempfinden" als Auslegungsregel.
- Aufhebung von Grundrechten und Rechtsstaatlichkeit.
Aufarbeitung nach 1945
- Nuernberger Prozesse 1945/46.
- IMT-Urteil 01.10.1946.
- Folgeprozesse: 12 NMT-Verfahren 1946-1949.
- Bundesentschaedigungsgesetz BEG 1953/56.
Heutige Bedeutung
- Radbruch'sche Formel zur Unrechtsgesetzgebung.
- BVerfG 2 BvR 1488/56 (Suedweststaat / NS-Recht) und Folgejudikate.
- Rehabilitierungsgesetz § 1 WiedergutG.
1---2name: ns-zeit-entnazifizierung3description: Für Deutsche Rechtsgeschichte: 013 Ns Zeit Unrecht Gesetzgebung und Justiz: ordnet Norm, Beweislast und Gegenargument; Ergebnis: Prüfprodukt mit Risiko und nächstem Schritt.4---56# Deutsche Rechtsgeschichte: 013 Ns Zeit Unrecht Gesetzgebung Und Justiz78## Historische Quellenanker910Vor einer rechtlichen Schlussfolgerung diese Anker am aktuellen Normtext prüfen; Spezial- und Landesrecht nur hinzunehmen, wenn es den konkreten Auftrag traegt:1112- `Art. 20 Abs. 3 GG` — rechtsstaatlicher Gegenwartsanker.13- `Art. 1 Abs. 1 GG` — Menschenwuerde als Zäsur- und Kontinuitaetsmassstab.14- `Art. 123 Abs. 1 GG` — Fortgeltung vorkonstitutionellen Rechts.15- `Art. 125 GG` — Fortgeltung als Bundesrecht.16- `Art. 126 GG` — Meinungsverschiedenheiten über Fortgeltung.17- `Art. 20 Einigungsvertrag` — öffentlicher Dienst und Rechtsuebergang.18- `Art. 21 Einigungsvertrag` — Verwaltungsvermögen.19- `Art. 22 Einigungsvertrag` — Finanzvermoegen.20- `§ 1 VermG` — Anwendungsbereich Vermögensgesetz.21- `§ 3 VermG` — Rückübertragung.2223Rechtsprechung nur ergänzen, wenn Gericht, Datum, Aktenzeichen und eine frei prüfbare Quelle vorliegen; keine BeckRS-/juris-Blindzitate verwenden.2425## Arbeitsweg2627- Rolle, Ziel und gewünschtes Arbeitsprodukt klären: Wer handelt, welche Entscheidung steht an, welche Frist läuft und welcher Output wird gebraucht?28- Fristen und Eilrisiken zuerst markieren: historisch — Verjährung nach jeweiliger Quelle; heutige Relevanz über Art. 184 ff. EGBGB und Auslegungshilfe für Grundrechtsverständnis.29- Tragende Normen verifizieren: Sachsenspiegel, Schwabenspiegel, Carolina (CCC 1532), Preußisches ALR 1794, Code civil (1804), Sächsisches BGB 1865, BGB 1900, WRV 1919, GG 1949; rechtshistorische Quellen MGH, Constitutiones — Fundstellen über gesetze-im-internet.de, dejure.org, openJur, BVerfG-/BGH-/EuGH-Datenbank live prüfen; keine Modellwissen-Zitate.30- Zuständige Stelle bestimmen und Adressaten richtig wählen: Rechtshistoriker, Quelleneditionen, Lehrstühle für deutsche Rechtsgeschichte, Verfassungsrechtler (Auslegungshintergrund), Restitutionsverfahren mit historischem Anker.31- Dokumente und Beweismittel sammeln und auf Lücken prüfen: Quellenedition, rechtshistorisches Gutachten, Vorlesungsskript, dogmenhistorischer Aufsatz, Verfassungsentstehungsgeschichte — fehlende Belege durch Akteneinsicht oder Rückfrage beim Mandanten beschaffen, Live-Check für tagesaktuelle Normänderungen und Verwaltungspraxis.3233## Wichtige NS-Gesetze3435### Machtuebernahme36- **30.01.1933**: Hitler wird Reichskanzler.37- **27.02.1933**: Reichstagsbrand.38- **28.02.1933**: Reichstagsbrandverordnung — Aussetzung der Grundrechte.39- **24.03.1933**: Ermaechtigungsgesetz — Reichsregierung kann Gesetze ohne Reichstag erlassen.4041### Gleichschaltung42- **07.04.1933**: Gesetz zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums — Entlassung juedischer und politisch missliebiger Beamter.43- **24.07.1933**: Auswanderungsgesetz.4445### Rassengesetze46- **15.09.1935**: **Reichsbuergergesetz** und **Gesetz zum Schutze des deutschen Blutes und der deutschen Ehre** (Nuernberger Rassengesetze).47- **11.04.1933 ff.**: Definitionen "Volljude", "Halbjude" — institutionalisierte Diskriminierung.4849### Wehrmacht und Justiz50- **04.10.1933**: Schriftleitergesetz.51- **20.12.1934**: Heimtueckegesetz.52- **24.04.1934**: Volksgerichtshof (Sondergericht für Hochverrat).5354### Krieg55- **17.08.1939**: Verordnung gegen Volksschaedlinge.56- **04.09.1939**: Verordnung über ausserordentliche Rundfunkmassnahmen.57- **05.09.1939**: Kriegswirtschaftsverordnung.5859### Holocaust60- **20.01.1942**: Wannsee-Konferenz.6162## Justiz im NS-Staat6364- Roland Freisler als Praesident des Volksgerichtshofs 1942-1945.65- "Gesundes Volksempfinden" als Auslegungsregel.66- Aufhebung von Grundrechten und Rechtsstaatlichkeit.6768## Aufarbeitung nach 19456970- Nuernberger Prozesse 1945/46.71- IMT-Urteil 01.10.1946.72- Folgeprozesse: 12 NMT-Verfahren 1946-1949.73- Bundesentschaedigungsgesetz BEG 1953/56.7475## Heutige Bedeutung7677- Radbruch'sche Formel zur Unrechtsgesetzgebung.78- BVerfG 2 BvR 1488/56 (Suedweststaat / NS-Recht) und Folgejudikate.79- Rehabilitierungsgesetz § 1 WiedergutG.