LegW: Gesetzesfolgenabschaetzung
Normenanker
Arbeitsfokus: LegW: Gesetzesfolgenabschaetzung. Prüfe diese Anker am Sachverhalt; ergänze nur Normen, die denselben Output, dieselbe Frist oder dieselbe Beweisfrage tragen:
§ 44 Abs. 1 GGO — Darstellung der Gesetzesfolgen.
§ 44 Abs. 4 GGO — Erfüllungsaufwand.
§ 45 GGO — Beteiligung betroffener Kreise.
§ 46 GGO — Rechtsförmlichkeit.
Art. 20 Abs. 3 GG — Rechtsbindung.
Art. 80 Abs. 1 GG — Bestimmtheit bei Verordnungsermächtigungen.
§ 7 Abs. 1 BHO — Wirtschaftlichkeit bei Vollzugskosten.
Rechtsprechung nur ergänzen, wenn Gericht, Datum, Aktenzeichen und eine frei prüfbare Quelle vorliegen; keine BeckRS-/juris-Blindzitate verwenden.
Einstieg
Frage zu Beginn nur ab, was für den naechsten Schritt unverzichtbar ist. Wenn Material vorliegt, mit dem Material arbeiten und nur eine gezielte Rueckfrage stellen.
- Rolle und Ziel: Wer fragt, welche Rolle, welcher gewuenschte Output (Memo, Schriftsatz, Tabelle, Checkliste)?
- Sachverhalt: Welche unstreitigen Tatsachen liegen vor, was ist streitig, was fehlt noch?
- Fristen: Gibt es Termine, Fristen, eilbeduerftige Schritte?
- Unterlagen: Welche Dokumente, Bescheide, Verträge, Auszuege liegen vor?
- Format: Wie ausfuehrlich, für wen, in welcher Tonalitaet?
Prüfraster Gesetzesfolgenabschätzung (GFA)
1. Rechtsgrundlagen
- § 44 GGO (Gemeinsame Geschäftsordnung der Bundesministerien): Verpflichtung zu wesentlichen Folgenabschätzungen.
- NKRG (Gesetz zur Einsetzung eines Nationalen Normenkontrollrats): Erfüllungsaufwand-Pflicht.
- Konzept GFA des Bundesministeriums des Innern (Handbuch GFA, regelmäßig aktualisiert).
- BREG-Beschluss "Bessere Rechtsetzung" (Stand 2018, Aktualisierungen).
- HdR (Handbuch der Rechtsförmlichkeit, 3. Aufl., BMJ) als Begleitwerk.
2. Bestandteile der GFA
| Modul |
Inhalt |
| Erfüllungsaufwand (EA) |
Bürger, Wirtschaft, Verwaltung; Fallzahl x Zeitwert x Häufigkeit; nach Standardkostenmodell (SKM) |
| Sonstige Kosten |
Direkte und indirekte Folgekosten ohne Standardmessgröße |
| Auswirkungen Demografie |
Bevölkerungsentwicklung, Migration, Altersstruktur |
| Auswirkungen Gleichstellung |
Frauen / Männer; Diversity |
| Auswirkungen Nachhaltigkeit |
Deutsche Nachhaltigkeitsstrategie (DNS); 17 SDGs |
| KMU-Test |
Spezifische Wirkungen auf kleine und mittlere Unternehmen |
| Auswirkungen EU-Recht |
Goldplating-Vermeidung; EU-Notifizierung |
| Evaluierung |
Ab welchem Zeitpunkt; durch wen; mit welcher Methodik (oft 3-5 Jahre nach Inkrafttreten) |
3. Methodik Erfüllungsaufwand
- Standardkostenmodell (SKM): Identifikation Informationspflichten / Standardaktivitäten.
- Fallzahl = wie viele Adressaten?
- Häufigkeit = wie oft je Fall?
- Zeit / Kosten je Standardaktivität = empirisch ermittelte Werte.
- Berechnung: Fallzahl × Häufigkeit × (Zeit × Lohnsatz + Sachkosten).
- Lohnsätze Statistisches Bundesamt; differenziert nach Qualifikationsniveau.
4. KMU-Test
- Definition KMU nach EU-Empfehlung 2003/361/EG: bis 250 Beschäftigte und Umsatz bis 50 Mio. Euro oder Bilanzsumme bis 43 Mio. Euro.
- Spezifische Belastungsanalyse: ob KMU überproportional betroffen sind.
- Erleichterungen prüfen: KMU-Bonus, Ausnahmen, Schwellenwerte, Selbstanzeige statt Vorabprüfung.
5. NKR-Prüfung
- NKR (Nationaler Normenkontrollrat) prüft Methodik und Vollständigkeit der EA-Darstellung — nicht politische Bewertung.
- Stellungnahme wird Teil des Gesetzentwurfs für Kabinett und BT/BR.
- Bürokratiekostenindex und One-In-One-Out als politische Zielmarken.
Verfahrensweise (Übersicht)
- Frühe Identifikation Folgen während Konzeptphase.
- Detaillierte EA-Berechnung vor Referentenentwurf.
- NKR-Vorabprüfung § 4 NKRG.
- Begründungsteil zum Gesetzentwurf mit GFA-Modulen.
- Evaluation nach Inkrafttreten gemäß vorgegebenem Zeitraum.
Praxisfallen
- Unvollständiger Erfüllungsaufwand: NKR moniert; verzögert Verfahren.
- One-In-One-Out: politische Selbstverpflichtung Bundesregierung; jede zusätzliche Belastung soll durch Abbau anderer Norm kompensiert werden.
- Goldplating = nationale Verschärfung über EU-Vorgabe hinaus; ist begründungspflichtig und politisch sensibel.
- Nachhaltigkeitsprüfung nach DNS: 17 SDGs konkret bewerten, nicht nur als Listenpunkte.
- Evaluierung im Gesetz selbst verankert: oft "nach 5 Jahren Bericht der Bundesregierung an Bundestag".
- Frühe Verbandsbeteiligung verbessert Datenqualität für EA-Berechnung.
Plugin-Kontext
Dieses Fachmodul arbeitet den konkreten Schwerpunkt aus, prüft Aktenlage, Normen, Fristen, Belege und Gegenargumente und erzeugt einen unmittelbar nutzbaren nächsten Schritt.
Output-Module
- Strukturierter Prüfvermerk im Gutachtenstil mit klaren Ueberschriften.
- Tabellen und Checklisten, wo das die Lesbarkeit erhoeht.
- Anschreiben-, Antrags- oder Klageschriftsatz-Geruest, wenn die Aufgabe das verlangt.
- Quellenliste mit Gericht, Datum, Aktenzeichen, frei prüfbarem Link.
Was dieser Arbeitsgang nicht macht
- Kein Ersatz für eine vollstaendige Mandantenberatung.
- Keine Festlegung des Mandanten ohne dessen ausdrueckliche Entscheidung.
- Keine Bewertung von Tatsachen, die nicht durch Unterlagen oder klare Mandantenangaben gedeckt sind.
- Bei erkennbaren Interessenkonflikten oder Berufsrechtsfragen Hinweis an den fallfuehrenden Anwalt.
1---2name: rechtsfolgenabschaetzung-leitfaden3description: Für LegW: Gesetzesfolgenabschätzung: ordnet Norm, Beweislast und Gegenargument; Ergebnis: Prüfprodukt mit Risiko und nächstem Schritt.4---56# LegW: Gesetzesfolgenabschaetzung78## Normenanker910Arbeitsfokus: **LegW: Gesetzesfolgenabschaetzung**. Prüfe diese Anker am Sachverhalt; ergänze nur Normen, die denselben Output, dieselbe Frist oder dieselbe Beweisfrage tragen:1112- `§ 44 Abs. 1 GGO` — Darstellung der Gesetzesfolgen.13- `§ 44 Abs. 4 GGO` — Erfüllungsaufwand.14- `§ 45 GGO` — Beteiligung betroffener Kreise.15- `§ 46 GGO` — Rechtsförmlichkeit.16- `Art. 20 Abs. 3 GG` — Rechtsbindung.17- `Art. 80 Abs. 1 GG` — Bestimmtheit bei Verordnungsermächtigungen.18- `§ 7 Abs. 1 BHO` — Wirtschaftlichkeit bei Vollzugskosten.1920Rechtsprechung nur ergänzen, wenn Gericht, Datum, Aktenzeichen und eine frei prüfbare Quelle vorliegen; keine BeckRS-/juris-Blindzitate verwenden.2122## Einstieg23Frage zu Beginn nur ab, was für den naechsten Schritt unverzichtbar ist. Wenn Material vorliegt, mit dem Material arbeiten und nur eine gezielte Rueckfrage stellen.24251. **Rolle und Ziel:** Wer fragt, welche Rolle, welcher gewuenschte Output (Memo, Schriftsatz, Tabelle, Checkliste)?262. **Sachverhalt:** Welche unstreitigen Tatsachen liegen vor, was ist streitig, was fehlt noch?273. **Fristen:** Gibt es Termine, Fristen, eilbeduerftige Schritte?284. **Unterlagen:** Welche Dokumente, Bescheide, Verträge, Auszuege liegen vor?295. **Format:** Wie ausfuehrlich, für wen, in welcher Tonalitaet?3031## Prüfraster Gesetzesfolgenabschätzung (GFA)3233### 1. Rechtsgrundlagen34- **§ 44 GGO** (Gemeinsame Geschäftsordnung der Bundesministerien): Verpflichtung zu wesentlichen Folgenabschätzungen.35- **NKRG** (Gesetz zur Einsetzung eines Nationalen Normenkontrollrats): Erfüllungsaufwand-Pflicht.36- **Konzept GFA** des Bundesministeriums des Innern (Handbuch GFA, regelmäßig aktualisiert).37- **BREG-Beschluss "Bessere Rechtsetzung"** (Stand 2018, Aktualisierungen).38- **HdR** (Handbuch der Rechtsförmlichkeit, 3. Aufl., BMJ) als Begleitwerk.3940### 2. Bestandteile der GFA4142| Modul | Inhalt |43|---|---|44| **Erfüllungsaufwand (EA)** | Bürger, Wirtschaft, Verwaltung; Fallzahl x Zeitwert x Häufigkeit; nach Standardkostenmodell (SKM) |45| **Sonstige Kosten** | Direkte und indirekte Folgekosten ohne Standardmessgröße |46| **Auswirkungen Demografie** | Bevölkerungsentwicklung, Migration, Altersstruktur |47| **Auswirkungen Gleichstellung** | Frauen / Männer; Diversity |48| **Auswirkungen Nachhaltigkeit** | Deutsche Nachhaltigkeitsstrategie (DNS); 17 SDGs |49| **KMU-Test** | Spezifische Wirkungen auf kleine und mittlere Unternehmen |50| **Auswirkungen EU-Recht** | Goldplating-Vermeidung; EU-Notifizierung |51| **Evaluierung** | Ab welchem Zeitpunkt; durch wen; mit welcher Methodik (oft 3-5 Jahre nach Inkrafttreten) |5253### 3. Methodik Erfüllungsaufwand5455- **Standardkostenmodell** (SKM): Identifikation Informationspflichten / Standardaktivitäten.56- **Fallzahl** = wie viele Adressaten?57- **Häufigkeit** = wie oft je Fall?58- **Zeit / Kosten je Standardaktivität** = empirisch ermittelte Werte.59- **Berechnung**: Fallzahl × Häufigkeit × (Zeit × Lohnsatz + Sachkosten).60- **Lohnsätze** Statistisches Bundesamt; differenziert nach Qualifikationsniveau.6162### 4. KMU-Test6364- **Definition KMU** nach EU-Empfehlung 2003/361/EG: bis 250 Beschäftigte und Umsatz bis 50 Mio. Euro oder Bilanzsumme bis 43 Mio. Euro.65- Spezifische Belastungsanalyse: ob KMU überproportional betroffen sind.66- Erleichterungen prüfen: KMU-Bonus, Ausnahmen, Schwellenwerte, Selbstanzeige statt Vorabprüfung.6768### 5. NKR-Prüfung6970- **NKR** (Nationaler Normenkontrollrat) prüft Methodik und Vollständigkeit der EA-Darstellung — nicht politische Bewertung.71- **Stellungnahme** wird Teil des Gesetzentwurfs für Kabinett und BT/BR.72- **Bürokratiekostenindex** und **One-In-One-Out** als politische Zielmarken.7374## Verfahrensweise (Übersicht)75761. **Frühe Identifikation** Folgen während Konzeptphase.772. **Detaillierte EA-Berechnung** vor Referentenentwurf.783. **NKR-Vorabprüfung** § 4 NKRG.794. **Begründungsteil zum Gesetzentwurf** mit GFA-Modulen.805. **Evaluation** nach Inkrafttreten gemäß vorgegebenem Zeitraum.8182## Praxisfallen8384- **Unvollständiger Erfüllungsaufwand**: NKR moniert; verzögert Verfahren.85- **One-In-One-Out**: politische Selbstverpflichtung Bundesregierung; jede zusätzliche Belastung soll durch Abbau anderer Norm kompensiert werden.86- **Goldplating** = nationale Verschärfung über EU-Vorgabe hinaus; ist begründungspflichtig und politisch sensibel.87- **Nachhaltigkeitsprüfung** nach DNS: 17 SDGs konkret bewerten, nicht nur als Listenpunkte.88- **Evaluierung im Gesetz selbst** verankert: oft "nach 5 Jahren Bericht der Bundesregierung an Bundestag".89- **Frühe Verbandsbeteiligung** verbessert Datenqualität für EA-Berechnung.9091## Plugin-Kontext92Dieses Fachmodul arbeitet den konkreten Schwerpunkt aus, prüft Aktenlage, Normen, Fristen, Belege und Gegenargumente und erzeugt einen unmittelbar nutzbaren nächsten Schritt.9394## Output-Module95- Strukturierter Prüfvermerk im Gutachtenstil mit klaren Ueberschriften.96- Tabellen und Checklisten, wo das die Lesbarkeit erhoeht.97- Anschreiben-, Antrags- oder Klageschriftsatz-Geruest, wenn die Aufgabe das verlangt.98- Quellenliste mit Gericht, Datum, Aktenzeichen, frei prüfbarem Link.99100## Was dieser Arbeitsgang nicht macht101- Kein Ersatz für eine vollstaendige Mandantenberatung.102- Keine Festlegung des Mandanten ohne dessen ausdrueckliche Entscheidung.103- Keine Bewertung von Tatsachen, die nicht durch Unterlagen oder klare Mandantenangaben gedeckt sind.104- Bei erkennbaren Interessenkonflikten oder Berufsrechtsfragen Hinweis an den fallfuehrenden Anwalt.