Regulatory, FDI und Fusionskontrolle
Fachlicher Anker
- Normen: §§ 3, §§ 76, §§ 105.
- Entscheidungs-/Quellenanker: Tragende Rechtsprechung nur mit Gericht, Datum, Aktenzeichen und frei prüfbarer Quelle einsetzen; keine Entscheidung aus Modellwissen erzwingen.
- Quellenhygiene:
references/quellenhygiene.md und references/zitierweise.md beachten.
Fachkern: Regulatory, FDI und Fusionskontrolle
- Corporate-Aufgabe (Regulatory, FDI und Fusionskontrolle): M&A-Transaktion erfordert Clearance.
- Norm-/Dealanker: GmbHG, AktG, HGB, BGB, UmwG, Registerrecht, Beurkundung, Signing/Closing-Mechanik, Beschlusslage, Vollmachten, Datenraum und Haftungsallokation fallbezogen trennen.
- Entscheidende Weiche: Gesellschaftsrechtliche Wirksamkeit, Dealprozess, Mandatsführung, Gremienfreigabe, Dokumentenbeweis und Eskalation nicht vermischen.
- Arbeitsprodukt: Partnerfähiges Memo, Closing-/Action-Liste, Redline-Hinweis oder PMO-Board mit Verantwortlichen und Blockern.
Wann wird dieser Skill aufgerufen
Typische Auslöser:
- "Ich habe hier Regulatory, FDI und Fusionskontrolle und brauche einen belastbaren nächsten Schritt."
- "Bitte prüfe das aus Sicht der Gesellschaft, Geschäftsführung, Gesellschafter oder Inhouse-Rechtsabteilung."
- "Mach daraus eine Beschlussvorlage, Partnernotiz, Mandantenmail oder Organunterlage."
- "Welche Register-, Beschluss-, Compliance- oder Fristpunkte fehlen noch?"
Nicht dieser Skill ist vorrangig, wenn zuerst die Gesellschaftsakte selbst angelegt, die Mandatsrolle bestimmt oder ein unklarer Upload triagiert werden muss. Dann beginne mit /corporate-kanzlei:kommandocenter oder /corporate-kanzlei:matter-file. Wenn der Nutzer nur eine Kurzfassung für interne Abstimmung will, arbeite bewusst kürzer und liefere keine lange Prüfarchitektur.
Voraussetzungen und Kontext laden
Lies zuerst, falls vorhanden, den Matter-Workspace unter ~/.config/claude-fuer-deutsches-recht/corporate-kanzlei/mandate/<slug>/: mandat.md, history.md, chronologie.md, fristen.yaml und den aktuellen Dokumentenlog. Wenn kein Workspace existiert, frage nur die Mindestdaten ab: Gesellschaft, Rechtsform, Rolle, Organstatus, Beschluss-/Registerlage, Frist, gewünschter Output und ob börsen-, konzern- oder regulierungsrelevante Bezüge bestehen.
Benötigte Unterlagen:
- aktueller Vertragsentwurf, Markup, Term Sheet und Annex-/Schedule-Struktur.
- CP-Tracker, Closing Deliverables, Gesellschafter-/Organfreigaben.
- Disclosure Letter, Knowledge-Definition, W&I- oder Garantie-Struktur.
Arbeite mit diesen Variablen: gesellschaft, rolle, organ, beschlussdatum, registerstand, frist_oder_closing, materiality_threshold, owner, source_tag.
Workflow
- Corporate-Kontext fixieren. Bestimme Gesellschaft, Rechtsform, Organrolle, Anlass, Beschluss-/Registerstand und Entscheidungsempfänger. Wenn Rolle oder Rechtsform fehlen, frage genau eine Rückfrage; bei Fristdruck arbeite mit
[Annahme - prüfen] weiter.
- Quellen inventarisieren. Liste Dokumente mit Datum, Version, Quelle, Register-/Urkunden-ID und Vertraulichkeitsstufe. Markiere Uploads als
[Mandant], Register als [Register], Gerichts-/Behördenquellen als [Primärquelle] und Modellwissen als [Modellwissen - prüfen].
- Organ- und Kompetenzebene trennen. Unterscheide Geschäftsführung/Vorstand, Gesellschafterversammlung/Hauptversammlung, Aufsichtsrat/Beirat, Konzernleitung, Notar und Registergericht.
- Materiality-Schwelle setzen. Fehlt eine Vorgabe, arbeite mit Ampel: Nichtigkeit/Unwirksamkeit, Anfechtungs-/Haftungsrisiko, Registerhindernis, Zustimmungserfordernis, Housekeeping.
- Normenprüfung durchführen. Prüfe die unten genannten Normgruppen bezogen auf den konkreten Corporate-Schritt: Zuständigkeit, Form, Frist, Mehrheit, Vollmacht, Registerfähigkeit, Haftung und Beweisquelle.
- Belegkette bauen. Jede wesentliche Aussage braucht Quelle, Dokument, Fundstelle und Unsicherheitsmarker. Keine Fundstelle erfinden. Wenn Registerauszug, BGH-/EuGH-Entscheidung oder Behördenpraxis nicht abrufbar ist, steht
[zu verifizieren].
- Risikomatrix erstellen. Gib pro Punkt aus: Sachverhalt, Rechtsfrage, Norm, Subsumtion, Risikoampel, Rechtsfolge, empfohlene Aktion, Owner, Deadline und Folge-Skill.
- Draft oder Review-Gate wählen. Wenn die Tatsachen reichen, liefere den gewünschten Output. Wenn nicht, liefere eine Information-Request-Liste oder eine Partner-/Organvorlage mit genau den offenen Entscheidungen.
- Hand-off vorbereiten. Überführe Findings in Beschlussentwurf, Board Paper, Registeranmeldung, SPA-Markup, CP-Tracker, Mandantenmail oder Closing Bible. Verweise auf den konkreten Anschluss-Skill unten.
- Abschlusskontrolle. Prüfe: keine ungeprüften Aktenzeichen, keine BeckRS-Blindzitate, keine automatische Außenkommunikation, keine vertraulichen Informationen außerhalb des Need-to-know-Kreises.
Prüfraster im Gutachtenstil
Obersatz: Zu prüfen ist, ob der im Skill bearbeitete Corporate-Schritt gesellschaftsrechtlich wirksam, registerfähig, organschaftlich vertretbar und für die Mandatsseite praktisch umsetzbar ist.
1. Mandats- und Rollenrahmen. Zunächst muss feststehen, wer vertreten wird: Gesellschaft, Organmitglied, Gesellschafter, Investor, Käufer, Verkäufer oder Konzernmutter. Ist die Rolle unklar, darf kein parteilicher Beschluss-, Vertrags- oder Verhandlungsoutput als final erscheinen; zulässig ist nur eine neutrale Struktur- oder Fragenliste.
2. Zuständigkeit, Form und Corporate Authority. Bei Anteils-, Beschluss- und Strukturmaßnahmen sind Vertretungsmacht, Zustimmungserfordernisse, Mehrheit, Form und Registerlage zu prüfen. Relevanter Kern:
- BGB §§ 133, 157, 241 Abs. 2, 280, 311 Abs. 2, 433 und 453 für Kaufvertrag und Auslegung.
- GmbHG §§ 15 und 16 für Anteilsübertragung und Gesellschafterliste.
- AktG §§ 76, 93, 111 und 179a für Leitungs-/Kontrollpflichten und Strukturmaßnahmen.
- BGB § 158 für Closing Conditions und Bedingungseintritt.
3. Organ- und Zuständigkeitsprüfung. Nur wenn der konkrete Arbeitsschritt eine Organentscheidung vorbereitet, Zuständigkeit, Zustimmungsvorbehalte, Interessenkonflikte, Informationsgrundlage und Dokumentation prüfen. Der fachlich passende Haftungs- oder Board-Paper-Skill liefert die dafür einschlägige Rechtsprechung; ARAG/Garmenbeck ist kein Universalanker.
4. Register- und Gesellschafterlistenlogik. Nur bei GmbH-Anteilen, Einziehung, Vollmachtskette oder streitiger Legitimation Paragraf 16 und 40 GmbHG sowie Registerstand und materielle Berechtigung getrennt prüfen. Ohne solche Title- oder Legitimationsfrage diesen Prüfstrang auslassen.
5. Vollzugshindernisse. Wenn Fusionskontrolle, AWV/FDI, MAR, GwG, Sanktionen, Bankzustimmung, Satzungszustimmung oder branchenspezifische Genehmigungen berührt sind, muss das Ergebnis lauten: Anmeldung erforderlich? Vollzugsverbot? Registerhindernis? Beschlussmangel? Long-Stop-Date gefährdet? Bußgeld-, Nichtigkeits- oder Haftungsfolge?
6. Subsumtion. Subsumtion erfolgt dokumentennah. Beispiel: § 15 GmbHG notarielle Form erfüllt? nur bejahen, wenn Entwurf/Urkunde/Notarbestätigung vorliegt. § 46 GmbHG Zustimmung erforderlich? nur bejahen, wenn Satzung, Geschäftsordnung und Maßnahme geprüft sind.
Zwischenergebnis: Formuliere als Ampel: grün mit Beleg, gelb mit offener Information, rot mit Handlungssperre. Rot bedeutet im Corporate-Kontext: nicht beschließen, nicht anmelden, nicht signieren, nicht closen oder nicht extern versenden, bevor Partner, Organ oder Spezialist freigegeben hat.
Output-Module
- Corporate-Vermerk: Kurzbild, Sachverhalt, Normen, Subsumtion, Risikoampel, Empfehlung.
- Beschluss-/Board-Paper-Modul: Zuständigkeit, Beschlussvorschlag, Informationsgrundlage, BJR-Dokumentation, Anlagenliste.
- Issue List: Finding, Quelle, Risiko, Rechtsfolge, Register-/Vertragsfolge, Owner, Deadline.
- Information Request: konkrete Fragen an Mandant, Organ, Notar, Registerteam, Steuerberater oder Gegenseite.
- Matter-Update: kurzer Eintrag für
history.md und ggf. Frist-/Owner-Eintrag für fristen.yaml.
Quellen und Zitierregel
Nutze nur frei prüfbare Quellen oder vom Nutzer bereitgestellte/lizenzierte Quellen. Rechtsprechung nur mit Gericht, Entscheidungsdatum, Aktenzeichen und Link auf dejure.org, openjur.de, bundesgerichtshof.de, bundesverfassungsgericht.de, curia.europa.eu oder eur-lex.europa.eu. Keine BeckRS-Alleinzitate, keine anwalt24-Belege, keine erfundenen Randnummern. Quellen-Tags: [Mandant], [Register], [BGH-Datenbank], [dejure.org], [EUR-Lex], [Web-Recherche - prüfen], [Modellwissen - prüfen].
Hand-Off zu anderen Skills
Nach diesem Skill weiter mit:
/corporate-kanzlei:spa-apa-entwurf - wenn der Befund in SPA/APA-Entwurf oder Klausellogik einfließen soll.
/corporate-kanzlei:vertragsmarkup-key-issues - wenn Markup-Abweichungen in Key Issues und Verhandlungslinien übersetzt werden müssen.
/corporate-kanzlei:disclosure-schedules - wenn Garantien, Knowledge und Disclosure Letter abgeglichen werden.
/corporate-kanzlei:signing-closing-conditions - wenn CPs, Closing Deliverables oder Signing Pack koordiniert werden.
/corporate-kanzlei:closing-bible-archiv - wenn executed documents, Registerbelege und Closing Bible gesichert werden müssen.
Was dieser Arbeitsgang nicht macht
- Er ersetzt keine Partner-, Organ- oder Mandantenentscheidung über Beschluss, Signing, Registeranmeldung oder Closing.
- Er führt keine automatische Außenkommunikation an Gegenseite, Behörde, Notar, Registergericht, Datenraumteilnehmer oder Mandant aus.
- Er behauptet keine Registerlage, Behördenpraxis oder Rechtsprechung ohne prüfbare Quelle.
- Er vermischt nicht Corporate-Befund, Vertragsrisiko und wirtschaftliche Bewertung; diese Ebenen bleiben getrennt.
- Er trifft keine steuerliche, kartellrechtliche, sanktionsrechtliche oder ausländische Rechtsaussage final ohne Spezialisten-Review.
- Er behandelt vertrauliche Daten nur innerhalb des Need-to-know-Kreises und markiert sensible Informationen für Clean-Room oder Insiderlisten.
Berufsrechtliche Hinweise
Vor Mandatsarbeit sind Interessenkonflikte nach § 43a BRAO und § 3 BORA, Verschwiegenheit nach § 43a Abs. 2 BRAO, Vergütungsrahmen nach § 49b BRAO und GwG-Sorgfaltspflichten zu beachten. Bei personenbezogenen Daten gelten DSGVO Art. 5, 6, 25 und 32. Bei Drittakten, Datenräumen, Akteneinsicht oder Clean-Room-Material ist der Zweckbindungsrahmen zu prüfen; Material aus einem Mandat darf nicht stillschweigend in ein anderes Mandat übernommen werden.
Bisheriger Skill-Kern, integriert und weiterzuverwenden
Regulatory, FDI und Fusionskontrolle
Triage — klaere vor Beginn
- Umsatzschwellen erreicht? → Bundeskartellamt (§§ 35 ff. GWB) oder EU-Kommission (Art. 1 FKVO)?
- Ausländischer Erwerber aus Nicht-EU-Land? → AWG/AWV-Investitionspruefung prüfen
- Branche: Ruestung, Verteidigung, Kritische Infrastruktur, Medien, Gesundheit, Cloud? → SektSchV oder besondere Prüfpflichten
- Timeline: Vollzugsverbot (Standstill Obligation) bis Freigabe; Gunst-Jumping-Risiko?
- Mehrere Jurisdiktionen (USA HSR Act, UK NSI Act, China SAMR)? → Multijurisdiktioneller Koordinationsbedarf
- FDI-Screening: Meldepflicht oder nur Prüfmoeglichkeit des BMWK?
Zentrale Normen
- §§ 35-43 GWB — Zusammenschlusskontrolle; Aufgreifschwellen; Anmeldepflicht
- § 36 GWB — Untersagungsvoraussetzungen; erhebliche Behinderung wirksamen Wettbewerbs
- § 41 GWB — Vollzugsverbot; bis zur Freigabe kein Vollzug; Bussgeld bis 10 % Weltumsatz
- Art. 1-21 FKVO (EG) 139/2004 — EU-Fusionskontrolle; Aufgreifschwellen; Alleinzuständigkeit
- §§ 55 ff. AWG i.V.m. §§ 55 ff. AWV — Aussenhandelsgesetz; Investitionspruefung
- SektSchV (Sicherheitsueberprueefungsverordnung) — Sektoren Kritische Infrastruktur; KRITIS-Unternehmen
- § 56 AWV — Meldefrist 2 Monate ab sicherem Abschluss; Erwerb ab 10 % bei kritischen Sektoren
- Verordnung (EU) 2019/452 — EU-FDI-Screening-Rahmen; nationale Stellen melden an EU-Kommission
Fusionskontrolle: Aufgreifschwellen
Bundeskartellamt (§ 35 GWB)
- Kombinierter Weltumsatz aller Beteiligten > 500 Mio. EUR UND
- Mindestens ein Beteiligter > 25 Mio. EUR Inlandsumsatz UND
- Ein weiterer Beteiligter > 5 Mio. EUR Inlandsumsatz
- ODER: 3. Aufgreifschwelle: Kaufpreis > 400 Mio. EUR + erhebliche Inlandstaetigkeit (§ 35 Ia GWB)
EU-Kommission (Art. 1 FKVO)
- Tier 1: Weltumsatz > 5 Mrd. EUR + EU-Umsatz > 250 Mio. EUR für mind. zwei Beteiligte
- Tier 2: Weltumsatz > 2.5 Mrd. EUR + EU-Umsatz > 100 Mio. EUR in mind. drei Mitgliedstaaten
Vollzugsverbot (§ 41 GWB / Art. 7 FKVO)
Kein Vollzug bis zur Freigabe oder Ablauf der Prüfdauer. Ausnahme: vorherige Genehmigung (Dispensantrag).
FDI-Screening (AWG/AWV): Sektoren und Schwellen
| Sektor |
Aufgreifschwelle |
Rechtsgrundlage |
| Kritische Infrastruktur (Energie, Wasser, IT, Verkehr) |
10 % Stimmrechte |
§ 56 AWV |
| Medien |
10 % |
§ 56 AWV |
| Gesundheit / Pharma |
10 % |
§ 56 AWV |
| Verteidigung / Ruestung |
10 % |
§ 60 AWV; SektSchV |
| KI / autonome Fahrzeuge / Robotik |
10 % |
§ 56 Ia AWV |
| Sonstige Unternehmen |
25 % |
§ 55 AWV |
Meldefrist: 2 Monate nach Vertragsschluss. Prüfdauer: 4 Monate (verlaengerbar).
Schritt-für-Schritt-Workflow
- Schwellentest — Umsatzzahlen beider Parteien errechnen; GWB/FKVO/Drittlaender-Schwellen prüfen
- FDI-Check — Nationalitaet des Erwerbers; Sektor der Zielgesellschaft; AWV-Schwellen
- Timeline festlegen — Anmeldezeitpunkt (post-Signing); Prüfdauer Phase I (4 Wochen GWB; 25 Werktage FKVO)
- Gun-Jumping-Protokoll — Informationsaustausch beschraenken bis Freigabe; Clean Team wenn noetig
- Anmeldungsformulare — Bundeskartellamt: Formular A/B; EU-Kommission: Form CO/Short Form
- Pre-notification Contacts — informelle Voranfrage bei Behörde; Zeitplan abklaeren
- Anmeldung einreichen — mit vollstaendigen Informationen; Kooperationspflicht
- Phase-II-Risiko bewerten — wenn Bedenken: Abhilfemassnahmen (Auflagen) verhandeln
- Freigabe-Erlangung dokumentiert → dann Closing freigeben
Entscheidungsbaum: Zuständigkeit
Umsaetze erreichen EU-Schwellen (FKVO Tier 1 oder 2)?
→ Ja: EU-Kommission zuständig (One-Stop-Shop)
→ Ausnahme: Art. 9 FKVO Verweisung an nationale Behörde beantragt?
→ Nein: GWB-Schwellen erreicht?
→ Ja: Bundeskartellamt; ggf. simultane Nicht-EU-Anmeldungen
→ Nein: Keine Anmeldepflicht — trotzdem FDI-Screening pruefen!
Output-Template Regulatory-Memo
Adressat: Deal-Team / Mandant — Tonfall praezise, entscheidungsorientiert
REGULATORY MEMO — FUSIONSKONTROLLE UND FDI
Transaktion: [DEAL-NAME]
Datum: [DATUM]
1. FUSIONSKONTROLLE
GWB-Schwellen: [Erreicht Ja/Nein; Details]
FKVO-Schwellen: [Erreicht Ja/Nein; Details]
Drittlaender-Anmeldungen: [USA HSR / UK / China / Sonstige]
Vollzugsverbot: [Ja/Nein; ab wann aufgehoben]
Erste-Phase-Dauer: [X Wochen]
2. FDI-SCREENING
Erwerber-Nationalitaet: [Land]
Zielsektor: [Sektor; AWV-Schwelle]
Meldefrist: [Datum]
Genehmigungspflicht: [Ja/Nein/Unsicher]
3. TIMELINE
| Meilenstein | Datum | Zuständigkeit |
|------------|-------|---------------|
| Signing | [Datum] | Deal-Team |
| Anmeldung | [Datum] | Kartellrecht-Team |
| Phase-I-Frist | [Datum] | Behörde |
| Voraussichtliches Closing | [Datum] | Alle |
4. EMPFEHLUNG
[Strategie; Auflagen-Risiko; Zeitplan-Risiken]
Rote Schwellen
- Vollzugsverbot missachtet — Gun Jumping; Bussgeld bis 10 % Weltumsatz
- FDI-Meldefrist verpasst (2 Monate nach Vertragsschluss) → BMWK kann nachtraegliche Untersagung erwaegen
- Phase-II-Risiko unterschaetzt → Closing verzoegert sich 6-18 Monate
- Drittland-Anmeldungen (USA, China) vergessen → Separates Vollzugsverbot in diesen Ländern
- SektSchV-Prüfung bei Ruestungsunternehmen vergessen → Genehmigungspflicht verpasst
Quellen
- §§ 35-43 GWB; Art. 1-21 FKVO (EG) 139/2004; §§ 55, 56, 60 AWV; Verordnung (EU) 2019/452
- Immenga/Mestmaecker GWB (6. Aufl. 2020) §§ 35 ff.; Ohler AWG/AWV (2021)
Quellenregel: Entscheidungen nur nach Prüfung einer amtlichen oder frei zugänglichen Quelle mit Gericht, Entscheidungsform, Datum, Aktenzeichen und tragender Aussage ausgeben.
1---2name: regulatory-fdi-merger3description: Für Regulatory, FDI und Fusionskontrolle: ordnet Norm, Beweislast und Gegenargument; Ergebnis: Prüfprodukt mit Risiko und nächstem Schritt. Fachgebiet: Corporate-Kanzlei. Route: regulatory-fdi-merger.4---56# Regulatory, FDI und Fusionskontrolle78## Fachlicher Anker910- **Normen:** §§ 3, §§ 76, §§ 105.11- **Entscheidungs-/Quellenanker:** Tragende Rechtsprechung nur mit Gericht, Datum, Aktenzeichen und frei prüfbarer Quelle einsetzen; keine Entscheidung aus Modellwissen erzwingen.12- **Quellenhygiene:** `references/quellenhygiene.md` und `references/zitierweise.md` beachten.1314## Fachkern: Regulatory, FDI und Fusionskontrolle1516- **Corporate-Aufgabe (Regulatory, FDI und Fusionskontrolle):** M&A-Transaktion erfordert Clearance.17- **Norm-/Dealanker:** GmbHG, AktG, HGB, BGB, UmwG, Registerrecht, Beurkundung, Signing/Closing-Mechanik, Beschlusslage, Vollmachten, Datenraum und Haftungsallokation fallbezogen trennen.18- **Entscheidende Weiche:** Gesellschaftsrechtliche Wirksamkeit, Dealprozess, Mandatsführung, Gremienfreigabe, Dokumentenbeweis und Eskalation nicht vermischen.19- **Arbeitsprodukt:** Partnerfähiges Memo, Closing-/Action-Liste, Redline-Hinweis oder PMO-Board mit Verantwortlichen und Blockern.2021## Wann wird dieser Skill aufgerufen22Typische Auslöser:23- "Ich habe hier Regulatory, FDI und Fusionskontrolle und brauche einen belastbaren nächsten Schritt."24- "Bitte prüfe das aus Sicht der Gesellschaft, Geschäftsführung, Gesellschafter oder Inhouse-Rechtsabteilung."25- "Mach daraus eine Beschlussvorlage, Partnernotiz, Mandantenmail oder Organunterlage."26- "Welche Register-, Beschluss-, Compliance- oder Fristpunkte fehlen noch?"2728Nicht dieser Skill ist vorrangig, wenn zuerst die Gesellschaftsakte selbst angelegt, die Mandatsrolle bestimmt oder ein unklarer Upload triagiert werden muss. Dann beginne mit `/corporate-kanzlei:kommandocenter` oder `/corporate-kanzlei:matter-file`. Wenn der Nutzer nur eine Kurzfassung für interne Abstimmung will, arbeite bewusst kürzer und liefere keine lange Prüfarchitektur.2930## Voraussetzungen und Kontext laden31Lies zuerst, falls vorhanden, den Matter-Workspace unter `~/.config/claude-fuer-deutsches-recht/corporate-kanzlei/mandate/<slug>/`: `mandat.md`, `history.md`, `chronologie.md`, `fristen.yaml` und den aktuellen Dokumentenlog. Wenn kein Workspace existiert, frage nur die Mindestdaten ab: Gesellschaft, Rechtsform, Rolle, Organstatus, Beschluss-/Registerlage, Frist, gewünschter Output und ob börsen-, konzern- oder regulierungsrelevante Bezüge bestehen.3233Benötigte Unterlagen:34- aktueller Vertragsentwurf, Markup, Term Sheet und Annex-/Schedule-Struktur.35- CP-Tracker, Closing Deliverables, Gesellschafter-/Organfreigaben.36- Disclosure Letter, Knowledge-Definition, W&I- oder Garantie-Struktur.3738Arbeite mit diesen Variablen: `gesellschaft`, `rolle`, `organ`, `beschlussdatum`, `registerstand`, `frist_oder_closing`, `materiality_threshold`, `owner`, `source_tag`.3940## Workflow411. **Corporate-Kontext fixieren.** Bestimme Gesellschaft, Rechtsform, Organrolle, Anlass, Beschluss-/Registerstand und Entscheidungsempfänger. Wenn Rolle oder Rechtsform fehlen, frage genau eine Rückfrage; bei Fristdruck arbeite mit `[Annahme - prüfen]` weiter.422. **Quellen inventarisieren.** Liste Dokumente mit Datum, Version, Quelle, Register-/Urkunden-ID und Vertraulichkeitsstufe. Markiere Uploads als `[Mandant]`, Register als `[Register]`, Gerichts-/Behördenquellen als `[Primärquelle]` und Modellwissen als `[Modellwissen - prüfen]`.433. **Organ- und Kompetenzebene trennen.** Unterscheide Geschäftsführung/Vorstand, Gesellschafterversammlung/Hauptversammlung, Aufsichtsrat/Beirat, Konzernleitung, Notar und Registergericht.444. **Materiality-Schwelle setzen.** Fehlt eine Vorgabe, arbeite mit Ampel: Nichtigkeit/Unwirksamkeit, Anfechtungs-/Haftungsrisiko, Registerhindernis, Zustimmungserfordernis, Housekeeping.455. **Normenprüfung durchführen.** Prüfe die unten genannten Normgruppen bezogen auf den konkreten Corporate-Schritt: Zuständigkeit, Form, Frist, Mehrheit, Vollmacht, Registerfähigkeit, Haftung und Beweisquelle.466. **Belegkette bauen.** Jede wesentliche Aussage braucht Quelle, Dokument, Fundstelle und Unsicherheitsmarker. Keine Fundstelle erfinden. Wenn Registerauszug, BGH-/EuGH-Entscheidung oder Behördenpraxis nicht abrufbar ist, steht `[zu verifizieren]`.477. **Risikomatrix erstellen.** Gib pro Punkt aus: Sachverhalt, Rechtsfrage, Norm, Subsumtion, Risikoampel, Rechtsfolge, empfohlene Aktion, Owner, Deadline und Folge-Skill.488. **Draft oder Review-Gate wählen.** Wenn die Tatsachen reichen, liefere den gewünschten Output. Wenn nicht, liefere eine Information-Request-Liste oder eine Partner-/Organvorlage mit genau den offenen Entscheidungen.499. **Hand-off vorbereiten.** Überführe Findings in Beschlussentwurf, Board Paper, Registeranmeldung, SPA-Markup, CP-Tracker, Mandantenmail oder Closing Bible. Verweise auf den konkreten Anschluss-Skill unten.5010. **Abschlusskontrolle.** Prüfe: keine ungeprüften Aktenzeichen, keine BeckRS-Blindzitate, keine automatische Außenkommunikation, keine vertraulichen Informationen außerhalb des Need-to-know-Kreises.5152## Prüfraster im Gutachtenstil53**Obersatz:** Zu prüfen ist, ob der im Skill bearbeitete Corporate-Schritt gesellschaftsrechtlich wirksam, registerfähig, organschaftlich vertretbar und für die Mandatsseite praktisch umsetzbar ist.5455**1. Mandats- und Rollenrahmen.** Zunächst muss feststehen, wer vertreten wird: Gesellschaft, Organmitglied, Gesellschafter, Investor, Käufer, Verkäufer oder Konzernmutter. Ist die Rolle unklar, darf kein parteilicher Beschluss-, Vertrags- oder Verhandlungsoutput als final erscheinen; zulässig ist nur eine neutrale Struktur- oder Fragenliste.5657**2. Zuständigkeit, Form und Corporate Authority.** Bei Anteils-, Beschluss- und Strukturmaßnahmen sind Vertretungsmacht, Zustimmungserfordernisse, Mehrheit, Form und Registerlage zu prüfen. Relevanter Kern:58- BGB §§ 133, 157, 241 Abs. 2, 280, 311 Abs. 2, 433 und 453 für Kaufvertrag und Auslegung.59- GmbHG §§ 15 und 16 für Anteilsübertragung und Gesellschafterliste.60- AktG §§ 76, 93, 111 und 179a für Leitungs-/Kontrollpflichten und Strukturmaßnahmen.61- BGB § 158 für Closing Conditions und Bedingungseintritt.6263**3. Organ- und Zuständigkeitsprüfung.** Nur wenn der konkrete Arbeitsschritt eine Organentscheidung vorbereitet, Zuständigkeit, Zustimmungsvorbehalte, Interessenkonflikte, Informationsgrundlage und Dokumentation prüfen. Der fachlich passende Haftungs- oder Board-Paper-Skill liefert die dafür einschlägige Rechtsprechung; ARAG/Garmenbeck ist kein Universalanker.6465**4. Register- und Gesellschafterlistenlogik.** Nur bei GmbH-Anteilen, Einziehung, Vollmachtskette oder streitiger Legitimation Paragraf 16 und 40 GmbHG sowie Registerstand und materielle Berechtigung getrennt prüfen. Ohne solche Title- oder Legitimationsfrage diesen Prüfstrang auslassen.6667**5. Vollzugshindernisse.** Wenn Fusionskontrolle, AWV/FDI, MAR, GwG, Sanktionen, Bankzustimmung, Satzungszustimmung oder branchenspezifische Genehmigungen berührt sind, muss das Ergebnis lauten: Anmeldung erforderlich? Vollzugsverbot? Registerhindernis? Beschlussmangel? Long-Stop-Date gefährdet? Bußgeld-, Nichtigkeits- oder Haftungsfolge?6869**6. Subsumtion.** Subsumtion erfolgt dokumentennah. Beispiel: `§ 15 GmbHG notarielle Form erfüllt?` nur bejahen, wenn Entwurf/Urkunde/Notarbestätigung vorliegt. `§ 46 GmbHG Zustimmung erforderlich?` nur bejahen, wenn Satzung, Geschäftsordnung und Maßnahme geprüft sind.7071**Zwischenergebnis:** Formuliere als Ampel: grün mit Beleg, gelb mit offener Information, rot mit Handlungssperre. Rot bedeutet im Corporate-Kontext: nicht beschließen, nicht anmelden, nicht signieren, nicht closen oder nicht extern versenden, bevor Partner, Organ oder Spezialist freigegeben hat.7273## Output-Module74- **Corporate-Vermerk:** Kurzbild, Sachverhalt, Normen, Subsumtion, Risikoampel, Empfehlung.75- **Beschluss-/Board-Paper-Modul:** Zuständigkeit, Beschlussvorschlag, Informationsgrundlage, BJR-Dokumentation, Anlagenliste.76- **Issue List:** Finding, Quelle, Risiko, Rechtsfolge, Register-/Vertragsfolge, Owner, Deadline.77- **Information Request:** konkrete Fragen an Mandant, Organ, Notar, Registerteam, Steuerberater oder Gegenseite.78- **Matter-Update:** kurzer Eintrag für `history.md` und ggf. Frist-/Owner-Eintrag für `fristen.yaml`.7980## Quellen und Zitierregel81Nutze nur frei prüfbare Quellen oder vom Nutzer bereitgestellte/lizenzierte Quellen. Rechtsprechung nur mit Gericht, Entscheidungsdatum, Aktenzeichen und Link auf `dejure.org`, `openjur.de`, `bundesgerichtshof.de`, `bundesverfassungsgericht.de`, `curia.europa.eu` oder `eur-lex.europa.eu`. Keine BeckRS-Alleinzitate, keine anwalt24-Belege, keine erfundenen Randnummern. Quellen-Tags: `[Mandant]`, `[Register]`, `[BGH-Datenbank]`, `[dejure.org]`, `[EUR-Lex]`, `[Web-Recherche - prüfen]`, `[Modellwissen - prüfen]`.8283## Hand-Off zu anderen Skills84Nach diesem Skill weiter mit:85- `/corporate-kanzlei:spa-apa-entwurf` - wenn der Befund in SPA/APA-Entwurf oder Klausellogik einfließen soll.86- `/corporate-kanzlei:vertragsmarkup-key-issues` - wenn Markup-Abweichungen in Key Issues und Verhandlungslinien übersetzt werden müssen.87- `/corporate-kanzlei:disclosure-schedules` - wenn Garantien, Knowledge und Disclosure Letter abgeglichen werden.88- `/corporate-kanzlei:signing-closing-conditions` - wenn CPs, Closing Deliverables oder Signing Pack koordiniert werden.89- `/corporate-kanzlei:closing-bible-archiv` - wenn executed documents, Registerbelege und Closing Bible gesichert werden müssen.9091## Was dieser Arbeitsgang nicht macht92- Er ersetzt keine Partner-, Organ- oder Mandantenentscheidung über Beschluss, Signing, Registeranmeldung oder Closing.93- Er führt keine automatische Außenkommunikation an Gegenseite, Behörde, Notar, Registergericht, Datenraumteilnehmer oder Mandant aus.94- Er behauptet keine Registerlage, Behördenpraxis oder Rechtsprechung ohne prüfbare Quelle.95- Er vermischt nicht Corporate-Befund, Vertragsrisiko und wirtschaftliche Bewertung; diese Ebenen bleiben getrennt.96- Er trifft keine steuerliche, kartellrechtliche, sanktionsrechtliche oder ausländische Rechtsaussage final ohne Spezialisten-Review.97- Er behandelt vertrauliche Daten nur innerhalb des Need-to-know-Kreises und markiert sensible Informationen für Clean-Room oder Insiderlisten.9899## Berufsrechtliche Hinweise100Vor Mandatsarbeit sind Interessenkonflikte nach § 43a BRAO und § 3 BORA, Verschwiegenheit nach § 43a Abs. 2 BRAO, Vergütungsrahmen nach § 49b BRAO und GwG-Sorgfaltspflichten zu beachten. Bei personenbezogenen Daten gelten DSGVO Art. 5, 6, 25 und 32. Bei Drittakten, Datenräumen, Akteneinsicht oder Clean-Room-Material ist der Zweckbindungsrahmen zu prüfen; Material aus einem Mandat darf nicht stillschweigend in ein anderes Mandat übernommen werden.101102## Bisheriger Skill-Kern, integriert und weiterzuverwenden103104### Regulatory, FDI und Fusionskontrolle105106## Triage — klaere vor Beginn1071081. Umsatzschwellen erreicht? → Bundeskartellamt (§§ 35 ff. GWB) oder EU-Kommission (Art. 1 FKVO)?1092. Ausländischer Erwerber aus Nicht-EU-Land? → AWG/AWV-Investitionspruefung prüfen1103. Branche: Ruestung, Verteidigung, Kritische Infrastruktur, Medien, Gesundheit, Cloud? → SektSchV oder besondere Prüfpflichten1114. Timeline: Vollzugsverbot (Standstill Obligation) bis Freigabe; Gunst-Jumping-Risiko?1125. Mehrere Jurisdiktionen (USA HSR Act, UK NSI Act, China SAMR)? → Multijurisdiktioneller Koordinationsbedarf1136. FDI-Screening: Meldepflicht oder nur Prüfmoeglichkeit des BMWK?114115## Zentrale Normen116117- **§§ 35-43 GWB** — Zusammenschlusskontrolle; Aufgreifschwellen; Anmeldepflicht118- **§ 36 GWB** — Untersagungsvoraussetzungen; erhebliche Behinderung wirksamen Wettbewerbs119- **§ 41 GWB** — Vollzugsverbot; bis zur Freigabe kein Vollzug; Bussgeld bis 10 % Weltumsatz120- **Art. 1-21 FKVO (EG) 139/2004** — EU-Fusionskontrolle; Aufgreifschwellen; Alleinzuständigkeit121- **§§ 55 ff. AWG i.V.m. §§ 55 ff. AWV** — Aussenhandelsgesetz; Investitionspruefung122- **SektSchV (Sicherheitsueberprueefungsverordnung)** — Sektoren Kritische Infrastruktur; KRITIS-Unternehmen123- **§ 56 AWV** — Meldefrist 2 Monate ab sicherem Abschluss; Erwerb ab 10 % bei kritischen Sektoren124- **Verordnung (EU) 2019/452** — EU-FDI-Screening-Rahmen; nationale Stellen melden an EU-Kommission125126## Fusionskontrolle: Aufgreifschwellen127128### Bundeskartellamt (§ 35 GWB)129- Kombinierter Weltumsatz aller Beteiligten > 500 Mio. EUR UND130- Mindestens ein Beteiligter > 25 Mio. EUR Inlandsumsatz UND131- Ein weiterer Beteiligter > 5 Mio. EUR Inlandsumsatz132- ODER: 3. Aufgreifschwelle: Kaufpreis > 400 Mio. EUR + erhebliche Inlandstaetigkeit (§ 35 Ia GWB)133134### EU-Kommission (Art. 1 FKVO)135- Tier 1: Weltumsatz > 5 Mrd. EUR + EU-Umsatz > 250 Mio. EUR für mind. zwei Beteiligte136- Tier 2: Weltumsatz > 2.5 Mrd. EUR + EU-Umsatz > 100 Mio. EUR in mind. drei Mitgliedstaaten137138### Vollzugsverbot (§ 41 GWB / Art. 7 FKVO)139Kein Vollzug bis zur Freigabe oder Ablauf der Prüfdauer. Ausnahme: vorherige Genehmigung (Dispensantrag).140141## FDI-Screening (AWG/AWV): Sektoren und Schwellen142143| Sektor | Aufgreifschwelle | Rechtsgrundlage |144|---|---|---|145| Kritische Infrastruktur (Energie, Wasser, IT, Verkehr) | 10 % Stimmrechte | § 56 AWV |146| Medien | 10 % | § 56 AWV |147| Gesundheit / Pharma | 10 % | § 56 AWV |148| Verteidigung / Ruestung | 10 % | § 60 AWV; SektSchV |149| KI / autonome Fahrzeuge / Robotik | 10 % | § 56 Ia AWV |150| Sonstige Unternehmen | 25 % | § 55 AWV |151152Meldefrist: 2 Monate nach Vertragsschluss. Prüfdauer: 4 Monate (verlaengerbar).153154## Schritt-für-Schritt-Workflow1551561. **Schwellentest** — Umsatzzahlen beider Parteien errechnen; GWB/FKVO/Drittlaender-Schwellen prüfen1572. **FDI-Check** — Nationalitaet des Erwerbers; Sektor der Zielgesellschaft; AWV-Schwellen1583. **Timeline festlegen** — Anmeldezeitpunkt (post-Signing); Prüfdauer Phase I (4 Wochen GWB; 25 Werktage FKVO)1594. **Gun-Jumping-Protokoll** — Informationsaustausch beschraenken bis Freigabe; Clean Team wenn noetig1605. **Anmeldungsformulare** — Bundeskartellamt: Formular A/B; EU-Kommission: Form CO/Short Form1616. **Pre-notification Contacts** — informelle Voranfrage bei Behörde; Zeitplan abklaeren1627. **Anmeldung einreichen** — mit vollstaendigen Informationen; Kooperationspflicht1638. **Phase-II-Risiko bewerten** — wenn Bedenken: Abhilfemassnahmen (Auflagen) verhandeln1649. **Freigabe-Erlangung dokumentiert** → dann Closing freigeben165166## Entscheidungsbaum: Zuständigkeit167168```169Umsaetze erreichen EU-Schwellen (FKVO Tier 1 oder 2)?170 → Ja: EU-Kommission zuständig (One-Stop-Shop)171 → Ausnahme: Art. 9 FKVO Verweisung an nationale Behörde beantragt?172 → Nein: GWB-Schwellen erreicht?173 → Ja: Bundeskartellamt; ggf. simultane Nicht-EU-Anmeldungen174 → Nein: Keine Anmeldepflicht — trotzdem FDI-Screening pruefen!175```176177## Output-Template Regulatory-Memo178179**Adressat:** Deal-Team / Mandant — Tonfall praezise, entscheidungsorientiert180181```182REGULATORY MEMO — FUSIONSKONTROLLE UND FDI183Transaktion: [DEAL-NAME]184Datum: [DATUM]1851861. FUSIONSKONTROLLE187 GWB-Schwellen: [Erreicht Ja/Nein; Details]188 FKVO-Schwellen: [Erreicht Ja/Nein; Details]189 Drittlaender-Anmeldungen: [USA HSR / UK / China / Sonstige]190 Vollzugsverbot: [Ja/Nein; ab wann aufgehoben]191 Erste-Phase-Dauer: [X Wochen]1921932. FDI-SCREENING194 Erwerber-Nationalitaet: [Land]195 Zielsektor: [Sektor; AWV-Schwelle]196 Meldefrist: [Datum]197 Genehmigungspflicht: [Ja/Nein/Unsicher]1981993. TIMELINE200 | Meilenstein | Datum | Zuständigkeit |201 |------------|-------|---------------|202 | Signing | [Datum] | Deal-Team |203 | Anmeldung | [Datum] | Kartellrecht-Team |204 | Phase-I-Frist | [Datum] | Behörde |205 | Voraussichtliches Closing | [Datum] | Alle |2062074. EMPFEHLUNG208 [Strategie; Auflagen-Risiko; Zeitplan-Risiken]209```210211## Rote Schwellen212213- Vollzugsverbot missachtet — Gun Jumping; Bussgeld bis 10 % Weltumsatz214- FDI-Meldefrist verpasst (2 Monate nach Vertragsschluss) → BMWK kann nachtraegliche Untersagung erwaegen215- Phase-II-Risiko unterschaetzt → Closing verzoegert sich 6-18 Monate216- Drittland-Anmeldungen (USA, China) vergessen → Separates Vollzugsverbot in diesen Ländern217- SektSchV-Prüfung bei Ruestungsunternehmen vergessen → Genehmigungspflicht verpasst218219## Quellen220221- §§ 35-43 GWB; Art. 1-21 FKVO (EG) 139/2004; §§ 55, 56, 60 AWV; Verordnung (EU) 2019/452222- Immenga/Mestmaecker GWB (6. Aufl. 2020) §§ 35 ff.; Ohler AWG/AWV (2021)223224> Quellenregel: Entscheidungen nur nach Prüfung einer amtlichen oder frei zugänglichen Quelle mit Gericht, Entscheidungsform, Datum, Aktenzeichen und tragender Aussage ausgeben.