Vertragsparteien aus verschiedenen Ländern streiten über Vertragsrecht und fragen: Nach welchem Recht wird der Vertrag beurteilt? VO (EG) 593/2008 Rom-I
Arbeitsweg
- Rolle, Ziel und gewünschtes Arbeitsprodukt klären: Wer handelt, welche Entscheidung steht an, welche Frist läuft und welcher Output wird gebraucht?
- Fristen und Eilrisiken zuerst markieren: FAO § 5 36 Monate Praxis, CISG Art. 39 angemessene Frist Mängelrüge, Brüssel Ia Art. 35 einstweiliger Rechtsschutz, NYÜ Art. V Anerkennung 3 Jahre.
- Tragende Normen verifizieren: FAO § 14r, Rom I (VO 593/2008), Rom II (VO 864/2007), Brüssel Ia (VO 1215/2012), CISG, UNCITRAL Model Law, INCOTERMS 2020, IPR-G, AWG, AWV, EU-Sanktionsverordnungen — Fundstellen über gesetze-im-internet.de, dejure.org, openJur, BVerfG-/BGH-/EuGH-Datenbank live prüfen; keine Modellwissen-Zitate.
- Zuständige Stelle bestimmen und Adressaten richtig wählen: Internationale Vertragsparteien, ICC, UNCITRAL, Schiedsgericht (DIS, ICC, SCC), nationale Gerichte, Zoll, BAFA, BMWK, EuGH.
- Dokumente und Beweismittel sammeln und auf Lücken prüfen: Internationaler Kaufvertrag, Schiedsklausel, ICC-Schiedsverfahren-Eingabe, Exportlizenz BAFA, Sanktionsprüfung, INCOTERMS-Klausel, Letter of Credit — fehlende Belege durch Akteneinsicht oder Rückfrage beim Mandanten beschaffen, Live-Check für tagesaktuelle Normänderungen und Verwaltungspraxis.
Fokus: Vertragsparteien aus verschiedenen Ländern streiten über Vertragsrecht und fragen: Nach welchem Recht wird der Vertrag beurteilt? VO (EG) 593/2008 Rom-I. Prüfraster: Rechtswahl Art. 3 objektive Anknuepfung Art. 4 charakteristische Leistung Sondervorschriften Verbrauchervertraege Art. 6 Befoerderung Art. 5 Arbeitsvertraege Art. 8 international zwingende Eingriffsnormen Art. 9 ordre public Art. 21. Output: Rechtsanwendbarkeits-Analyse. Abgrenzung zu fachanwalt-iwr-brussels-ia-zuständigkeit (gerichtliche Zuständigkeit) und gerichtsstand-und-rechtswahl-prüfen.
Rom-I-Anwendbarkeit
Kaltstart-Rückfragen
- Sind beide Vertragsparteien Unternehmer oder ist ein Verbraucher beteiligt?
- Wann wurde der Vertrag geschlossen (Stichtag 17.12.2009 für Rom I)?
- Liegt eine ausdrückliche oder konkludente Rechtswahl vor und welche Form hat sie?
- Wo hat der Erbringer der charakteristischen Leistung seinen gewöhnlichen Aufenthalt?
- Liegen Eingriffsnormen (Embargo, Sanktionen, Devisenrecht) am Erfüllungsort vor?
- Was will der Mandant wirklich erreichen? (Nicht: was steht im Standardweg, sondern: welches Ergebnis ist für den Mandanten persoenlich/wirtschaftlich das beste? Manchmal ist der schnellere Vergleich besser als der formal "richtige" Weg.)
Rechtsgrundlagen
- VO (EG) Nr. 593/2008 (Rom I): https://eur-lex.europa.eu/eli/reg/2008/593
- Universelle Anwendung Art. 2 Rom I — auch wenn Recht eines Drittstaates berufen wird.
- Rechtswahl Art. 3 Rom I — frei, formfrei, ggf. konkludent durch Klauselbezug.
- Schranken der Rechtswahl: international zwingende Bestimmungen des objektiv anwendbaren Rechts bei reinem Inlandsfall Art. 3 Abs. 3 Rom I.
- Objektive Anknuepfung mangels Rechtswahl Art. 4 Rom I — feste Anknuepfungsregeln (Kauf Verkaeuferaufenthalt, Dienstleistung Dienstleistererbringerort, Immobilien Belegenheitsort).
- Auffangregel Art. 4 Abs. 2 Rom I — gewoehnlicher Aufenthalt des Erbringers der charakteristischen Leistung.
- Ausweichklausel Art. 4 Abs. 3 Rom I — offensichtlich engere Verbindung zu anderem Staat.
- Verbrauchervertrag Art. 6 Rom I — bei ausgerichteter Taetigkeit zwingende Verbraucherschutzvorschriften des Verbraucherheimatrechts trotz Rechtswahl.
- Arbeitsvertrag Art. 8 Rom I — gewoehnlicher Arbeitsort; Guenstigkeitsprinzip.
- Eingriffsnormen Art. 9 Rom I — auch im internationalen Wirtschaftsverkehr beachten (EU-Sanktionen Russland VO 833/2014 in der Fassung 16./17. Paket 2025; Energierecht; LkSG).
- ordre public Art. 21 Rom I.
- Brexit-Folge: UK seit 01.01.2021 nicht mehr Rom-I-Vertragsstaat; UK behaelt Rom I in nationaler Form als "assimilated EU law" (Law Applicable to Contractual Obligations and Non-Contractual Obligations (Amendment etc.) (EU Exit) Regulations 2019) — seit Retained EU Law (Revocation and Reform) Act 2023 ggf. Änderungen. Bei DE-Gerichten Art. 20 Rom I (kein Renvoi) beachten.
Beweislast und Frist
- Partei die sich auf Rechtswahl beruft trägt Beweislast für deren Vereinbarung.
- Bei Verbrauchervertrag trägt Unternehmer Beweislast dafür dass keine ausgerichtete Tätigkeit i.S.d. Art. 6 Abs. 1 lit. b Rom I vorlag.
- Verfahrensrechtliche Fristen richten sich nach lex fori.
Prüfschema
1. Sachlicher Anwendungsbereich Art. 1 Rom I
2. Zeitlicher Anwendungsbereich (Vertraege ab 17.12.2009)
3. Rechtswahl Art. 3 Rom I — explizit oder konkludent
4. Sonderkonstellationen:
- Verbrauchervertrag Art. 6 — gewoehnlicher Aufenthalt + ausgerichtete Taetigkeit
- Arbeitsvertrag Art. 8 — gewoehnlicher Arbeitsort
- Befoerderung Art. 5
- Versicherung Art. 7
5. Mangels Rechtswahl Art. 4 Rom I anwenden
6. Ausweichklausel Art. 4 Abs. 3 Rom I pruefen
7. Eingriffsnormen Art. 9 Rom I (lex fori + ggf. Erfuellungsstaat)
8. ordre public Art. 21 Rom I
- Quellenregel: Literatur nur mit Nutzerquelle oder lizenziertem Live-Zugriff; keine Kommentar-, Handbuch- oder Aufsatzfundstellen aus Modellwissen.
Strategische Optionen (vor dem Template entscheiden)
Bevor das Template eins-zu-eins gefuellt wird, ist zu prüfen welche Variante zur Mandantenkonstellation passt. Das Template ist eine moegliche Form — nicht die einzige.
| Konstellation |
Empfohlener Weg |
| Standard — Rechtswahl und Gerichtsstand prüfen |
Gutachten Rom I / Bruessel Ia; Template unten |
| Variante A — Mandant will EU-Gericht vermeiden |
Schiedsklausel als Alternative; Skill fachanwalt-internationales-wirtschaftsrecht-schiedsklausel |
| Variante B — Verbraucher oder Arbeitnehmer beteiligt |
Schutzgerichtsstand Art. 17-22 Bruessel Ia zwingend beachten |
| Variante C — Drittstaaten-Sitz einer Partei |
Hague Convention / HAVÜ 2019 prüfen statt Bruessel Ia |
Wenn die Mandantenkonstellation nicht ins Standardschema passt, ist das Template anzupassen oder durch ein anderes Skill abzuloesen — nicht das Mandat in das Schema zu pressen.
Schreibvorlage Stellungnahme zur Rechtswahl
Sehr geehrte Damen und Herren,
namens und in Vollmacht unserer Mandantschaft nehmen wir wie folgt zum
anwendbaren Recht Stellung:
1. Der Vertrag vom [Datum] enthaelt in Ziffer [X] eine ausdrueckliche
Rechtswahl zugunsten deutschen Rechts. Diese ist nach Art. 3 Abs. 1
Rom-I-VO wirksam.
2. Hilfsweise: Auch ohne Rechtswahl waere deutsches Recht nach Art. 4
Abs. 1 lit. a Rom-I-VO anwendbar weil der Verkaeufer seinen
gewoehnlichen Aufenthalt in Deutschland hat.
3. Die international zwingenden Eingriffsnormen — insbesondere die
Sanktionen der EU-Verordnung [...] — bleiben nach Art. 9 Rom-I-VO
anwendbar.
4. Verbraucherschutzvorschriften Art. 6 Rom-I-VO sind nicht
einschlaegig weil beide Parteien Unternehmer sind.
Mit freundlichen Gruessen
--- vor Versand klären ---
- Welches Verhandlungsziel hat der Mandant? [Bestand / Abfindung / Reputation / Schnelle Loesung]
- Welche Kompromisslinien sind absolut? [Mindestabfindung / Freistellung / Zeugnisformulierung]
- Sind Anschlusswege erwuenscht? [Mediation / Direktgespraech / Settlement vor Klageerhebung]
Übergabe
- Bei Streitigkeit über Rechtswahl: Gerichtsstandsprüfung nach Brüssel-Ia-VO Nr. 1215/2012 vorlegen.
- Bei Verbrauchervertrag: Anwendbarkeit nationalem Verbraucherschutzrecht parallel mitprüfen.
- Bei Eingriffsnormen-Konflikt: Memorandum für Mandantschaft mit Compliance-Bewertung.
Vertiefung: Leitsaetze und Triage Rom I
Ergaenzende Leitsaetze Rom I
Normen-Kette Rom I
- Art. 1-3 Rom I — Anwendungsbereich, Rechtswahl
- Art. 4 Rom I — Objektive Anknuepfung
- Art. 6 Rom I — Verbrauchervertraege
- Art. 8 Rom I — Arbeitsvertraege
- Art. 9 Rom I — Eingriffsnormen
- Art. 21 Rom I — Ordre public
Triage Rom I
Bevor losgelegt wird, klaere:
- Liegt Rechtswahl vor (Art. 3 Rom I)? → Ausdrücklich oder konkludent (Gerichtsstandsklausel?)
- Verbrauchervertrag (Art. 6 Rom I)? → Gewoehnlicher Aufenthalt + ausgerichtete Tätigkeit
- Eingriffsnormen (Art. 9 Rom I)? → Embargo, Sanktionen, Kartellrecht, Marktrecht
- Gibt es Renvoi-Problem (Weiter-/Rueckverweisung)? → Art. 24 Rom I: kein Renvoi
Output-Template Rechtsgutachten Anwendbares Recht
Adressat: Mandant oder Gericht — Tonfall: sachlich-juristisch
Rechtsgutachten: Anwendbares Recht (Rom I)
Vertrag: [BEZEICHNUNG] vom [DATUM]
Parteien: [KLAEGER] (Sitz: [LAND]) ./. [BEKLAGTER] (Sitz: [LAND])
1. Rechtswahl (Art. 3 Rom I):
[JA: [RECHTSORDNUNG] — Nachweis: Klausel X / NEIN: Objektive Anknuepfung]
2. Objektive Anknuepfung Art. 4 Rom I:
Vertragstyp: [KAUF/DIENSTLEISTUNG/...]
Charakteristische Leistung: [VERKAEUFER/DIENSTLEISTER]
Gewoehnlicher Aufenthalt Leistungserbringer: [LAND]
→ Anwendbares Recht: [RECHTSORDNUNG]
3. Eingriffsnormen (Art. 9 Rom I):
[KEINE / JA: [BESCHREIBUNG]]
4. Ergebnis:
Auf den vorliegenden Vertrag ist [RECHTSORDNUNG] anwendbar.
Ausformulierungspflicht und Formatstandard. Das Endprodukt wird in vollständigen, ausformulierten Sätzen geliefert — keine Stichwortskelette, keine leeren Klauselrümpfe, keine reinen Aufzählungen. Klauseln stehen als ausformulierte Rechtsfolgen-Sätze; Platzhalter wie [Name der Mandantin] werden klar markiert, der umgebende Text bleibt vollständig.
Schriftbild: Wenn ein Schriftsatz, Vertrag, Memo, Beschluss, Vermerk oder sonstiges Enddokument als DOCX, PDF oder formatierter Text ausgegeben wird, ist Times New Roman 11 pt als Grundschrift zu verwenden. Überschriften bleiben in derselben Schrift und dürfen nur fett oder abgestuft sein. Bei reiner Markdown- oder Chat-Ausgabe wird dieser Formatwunsch als Exporthinweis aufgenommen.
Nummerierung: Gliederung ausschließlich dezimal (1, 1.1, 1.1.1 und so weiter). Keine römischen Ziffern, keine Buchstaben- oder Mischgliederung.
Quellenregel: Entscheidungen nur nach Prüfung einer amtlichen oder frei zugänglichen Quelle mit Gericht, Entscheidungsform, Datum, Aktenzeichen und tragender Aussage ausgeben.
1---2name: rom-i-anwendbarkeit3description: Für Rom I Anwendbarkeit: ordnet Norm, Beweislast und Gegenargument; Ergebnis: Prüfprodukt mit Risiko und nächstem Schritt.4---56# Vertragsparteien aus verschiedenen Ländern streiten über Vertragsrecht und fragen: Nach welchem Recht wird der Vertrag beurteilt? VO (EG) 593/2008 Rom-I789## Arbeitsweg1011- Rolle, Ziel und gewünschtes Arbeitsprodukt klären: Wer handelt, welche Entscheidung steht an, welche Frist läuft und welcher Output wird gebraucht?12- Fristen und Eilrisiken zuerst markieren: FAO § 5 36 Monate Praxis, CISG Art. 39 angemessene Frist Mängelrüge, Brüssel Ia Art. 35 einstweiliger Rechtsschutz, NYÜ Art. V Anerkennung 3 Jahre.13- Tragende Normen verifizieren: FAO § 14r, Rom I (VO 593/2008), Rom II (VO 864/2007), Brüssel Ia (VO 1215/2012), CISG, UNCITRAL Model Law, INCOTERMS 2020, IPR-G, AWG, AWV, EU-Sanktionsverordnungen — Fundstellen über gesetze-im-internet.de, dejure.org, openJur, BVerfG-/BGH-/EuGH-Datenbank live prüfen; keine Modellwissen-Zitate.14- Zuständige Stelle bestimmen und Adressaten richtig wählen: Internationale Vertragsparteien, ICC, UNCITRAL, Schiedsgericht (DIS, ICC, SCC), nationale Gerichte, Zoll, BAFA, BMWK, EuGH.15- Dokumente und Beweismittel sammeln und auf Lücken prüfen: Internationaler Kaufvertrag, Schiedsklausel, ICC-Schiedsverfahren-Eingabe, Exportlizenz BAFA, Sanktionsprüfung, INCOTERMS-Klausel, Letter of Credit — fehlende Belege durch Akteneinsicht oder Rückfrage beim Mandanten beschaffen, Live-Check für tagesaktuelle Normänderungen und Verwaltungspraxis.1617**Fokus:** Vertragsparteien aus verschiedenen Ländern streiten über Vertragsrecht und fragen: Nach welchem Recht wird der Vertrag beurteilt? VO (EG) 593/2008 Rom-I. Prüfraster: Rechtswahl Art. 3 objektive Anknuepfung Art. 4 charakteristische Leistung Sondervorschriften Verbrauchervertraege Art. 6 Befoerderung Art. 5 Arbeitsvertraege Art. 8 international zwingende Eingriffsnormen Art. 9 ordre public Art. 21. Output: Rechtsanwendbarkeits-Analyse. Abgrenzung zu fachanwalt-iwr-brussels-ia-zuständigkeit (gerichtliche Zuständigkeit) und gerichtsstand-und-rechtswahl-prüfen.1819### Rom-I-Anwendbarkeit2021## Kaltstart-Rückfragen22231. Sind beide Vertragsparteien Unternehmer oder ist ein Verbraucher beteiligt?242. Wann wurde der Vertrag geschlossen (Stichtag 17.12.2009 für Rom I)?253. Liegt eine ausdrückliche oder konkludente Rechtswahl vor und welche Form hat sie?264. Wo hat der Erbringer der charakteristischen Leistung seinen gewöhnlichen Aufenthalt?275. Liegen Eingriffsnormen (Embargo, Sanktionen, Devisenrecht) am Erfüllungsort vor?28- **Was will der Mandant wirklich erreichen?** (Nicht: was steht im Standardweg, sondern: welches Ergebnis ist für den Mandanten persoenlich/wirtschaftlich das beste? Manchmal ist der schnellere Vergleich besser als der formal "richtige" Weg.)2930## Rechtsgrundlagen3132- VO (EG) Nr. 593/2008 (Rom I): https://eur-lex.europa.eu/eli/reg/2008/59333- Universelle Anwendung Art. 2 Rom I — auch wenn Recht eines Drittstaates berufen wird.34- Rechtswahl Art. 3 Rom I — frei, formfrei, ggf. konkludent durch Klauselbezug.35- Schranken der Rechtswahl: international zwingende Bestimmungen des objektiv anwendbaren Rechts bei reinem Inlandsfall Art. 3 Abs. 3 Rom I.36- Objektive Anknuepfung mangels Rechtswahl Art. 4 Rom I — feste Anknuepfungsregeln (Kauf Verkaeuferaufenthalt, Dienstleistung Dienstleistererbringerort, Immobilien Belegenheitsort).37- Auffangregel Art. 4 Abs. 2 Rom I — gewoehnlicher Aufenthalt des Erbringers der charakteristischen Leistung.38- Ausweichklausel Art. 4 Abs. 3 Rom I — offensichtlich engere Verbindung zu anderem Staat.39- Verbrauchervertrag Art. 6 Rom I — bei ausgerichteter Taetigkeit zwingende Verbraucherschutzvorschriften des Verbraucherheimatrechts trotz Rechtswahl.40- Arbeitsvertrag Art. 8 Rom I — gewoehnlicher Arbeitsort; Guenstigkeitsprinzip.41- Eingriffsnormen Art. 9 Rom I — auch im internationalen Wirtschaftsverkehr beachten (EU-Sanktionen Russland VO 833/2014 in der Fassung 16./17. Paket 2025; Energierecht; LkSG).42- ordre public Art. 21 Rom I.43- Brexit-Folge: UK seit 01.01.2021 nicht mehr Rom-I-Vertragsstaat; UK behaelt Rom I in nationaler Form als "assimilated EU law" (Law Applicable to Contractual Obligations and Non-Contractual Obligations (Amendment etc.) (EU Exit) Regulations 2019) — seit Retained EU Law (Revocation and Reform) Act 2023 ggf. Änderungen. Bei DE-Gerichten Art. 20 Rom I (kein Renvoi) beachten.4445## Beweislast und Frist4647- Partei die sich auf Rechtswahl beruft trägt Beweislast für deren Vereinbarung.48- Bei Verbrauchervertrag trägt Unternehmer Beweislast dafür dass keine ausgerichtete Tätigkeit i.S.d. Art. 6 Abs. 1 lit. b Rom I vorlag.49- Verfahrensrechtliche Fristen richten sich nach lex fori.5051## Prüfschema5253```541. Sachlicher Anwendungsbereich Art. 1 Rom I552. Zeitlicher Anwendungsbereich (Vertraege ab 17.12.2009)563. Rechtswahl Art. 3 Rom I — explizit oder konkludent574. Sonderkonstellationen:58 - Verbrauchervertrag Art. 6 — gewoehnlicher Aufenthalt + ausgerichtete Taetigkeit59 - Arbeitsvertrag Art. 8 — gewoehnlicher Arbeitsort60 - Befoerderung Art. 561 - Versicherung Art. 7625. Mangels Rechtswahl Art. 4 Rom I anwenden636. Ausweichklausel Art. 4 Abs. 3 Rom I pruefen647. Eingriffsnormen Art. 9 Rom I (lex fori + ggf. Erfuellungsstaat)658. ordre public Art. 21 Rom I66```6768- Quellenregel: Literatur nur mit Nutzerquelle oder lizenziertem Live-Zugriff; keine Kommentar-, Handbuch- oder Aufsatzfundstellen aus Modellwissen.6970## Strategische Optionen (vor dem Template entscheiden)7172Bevor das Template eins-zu-eins gefuellt wird, ist zu prüfen welche Variante zur Mandantenkonstellation passt. Das Template ist **eine** moegliche Form — nicht die einzige.7374| Konstellation | Empfohlener Weg |75|---|---|76| Standard — Rechtswahl und Gerichtsstand prüfen | Gutachten Rom I / Bruessel Ia; Template unten |77| Variante A — Mandant will EU-Gericht vermeiden | Schiedsklausel als Alternative; Skill fachanwalt-internationales-wirtschaftsrecht-schiedsklausel |78| Variante B — Verbraucher oder Arbeitnehmer beteiligt | Schutzgerichtsstand Art. 17-22 Bruessel Ia zwingend beachten |79| Variante C — Drittstaaten-Sitz einer Partei | Hague Convention / HAVÜ 2019 prüfen statt Bruessel Ia |8081Wenn die Mandantenkonstellation **nicht** ins Standardschema passt, ist das Template anzupassen oder durch ein anderes Skill abzuloesen — nicht das Mandat in das Schema zu pressen.8283## Schreibvorlage Stellungnahme zur Rechtswahl8485```86Sehr geehrte Damen und Herren,8788namens und in Vollmacht unserer Mandantschaft nehmen wir wie folgt zum89anwendbaren Recht Stellung:90911. Der Vertrag vom [Datum] enthaelt in Ziffer [X] eine ausdrueckliche92 Rechtswahl zugunsten deutschen Rechts. Diese ist nach Art. 3 Abs. 193 Rom-I-VO wirksam.94952. Hilfsweise: Auch ohne Rechtswahl waere deutsches Recht nach Art. 496 Abs. 1 lit. a Rom-I-VO anwendbar weil der Verkaeufer seinen97 gewoehnlichen Aufenthalt in Deutschland hat.98993. Die international zwingenden Eingriffsnormen — insbesondere die100 Sanktionen der EU-Verordnung [...] — bleiben nach Art. 9 Rom-I-VO101 anwendbar.1021034. Verbraucherschutzvorschriften Art. 6 Rom-I-VO sind nicht104 einschlaegig weil beide Parteien Unternehmer sind.105106Mit freundlichen Gruessen107```108109--- vor Versand klären ---1101. Welches Verhandlungsziel hat der Mandant? [Bestand / Abfindung / Reputation / Schnelle Loesung]1112. Welche Kompromisslinien sind absolut? [Mindestabfindung / Freistellung / Zeugnisformulierung]1123. Sind Anschlusswege erwuenscht? [Mediation / Direktgespraech / Settlement vor Klageerhebung]113114## Übergabe115116- Bei Streitigkeit über Rechtswahl: Gerichtsstandsprüfung nach Brüssel-Ia-VO Nr. 1215/2012 vorlegen.117- Bei Verbrauchervertrag: Anwendbarkeit nationalem Verbraucherschutzrecht parallel mitprüfen.118- Bei Eingriffsnormen-Konflikt: Memorandum für Mandantschaft mit Compliance-Bewertung.119120## Vertiefung: Leitsaetze und Triage Rom I121122### Ergaenzende Leitsaetze Rom I123124125### Normen-Kette Rom I126- Art. 1-3 Rom I — Anwendungsbereich, Rechtswahl127- Art. 4 Rom I — Objektive Anknuepfung128- Art. 6 Rom I — Verbrauchervertraege129- Art. 8 Rom I — Arbeitsvertraege130- Art. 9 Rom I — Eingriffsnormen131- Art. 21 Rom I — Ordre public132133### Triage Rom I134Bevor losgelegt wird, klaere:1351. Liegt Rechtswahl vor (Art. 3 Rom I)? → Ausdrücklich oder konkludent (Gerichtsstandsklausel?)1362. Verbrauchervertrag (Art. 6 Rom I)? → Gewoehnlicher Aufenthalt + ausgerichtete Tätigkeit1373. Eingriffsnormen (Art. 9 Rom I)? → Embargo, Sanktionen, Kartellrecht, Marktrecht1384. Gibt es Renvoi-Problem (Weiter-/Rueckverweisung)? → Art. 24 Rom I: kein Renvoi139140### Output-Template Rechtsgutachten Anwendbares Recht141**Adressat:** Mandant oder Gericht — Tonfall: sachlich-juristisch142143```144Rechtsgutachten: Anwendbares Recht (Rom I)145Vertrag: [BEZEICHNUNG] vom [DATUM]146Parteien: [KLAEGER] (Sitz: [LAND]) ./. [BEKLAGTER] (Sitz: [LAND])1471481. Rechtswahl (Art. 3 Rom I):149 [JA: [RECHTSORDNUNG] — Nachweis: Klausel X / NEIN: Objektive Anknuepfung]1501512. Objektive Anknuepfung Art. 4 Rom I:152 Vertragstyp: [KAUF/DIENSTLEISTUNG/...]153 Charakteristische Leistung: [VERKAEUFER/DIENSTLEISTER]154 Gewoehnlicher Aufenthalt Leistungserbringer: [LAND]155 → Anwendbares Recht: [RECHTSORDNUNG]1561573. Eingriffsnormen (Art. 9 Rom I):158 [KEINE / JA: [BESCHREIBUNG]]1591604. Ergebnis:161 Auf den vorliegenden Vertrag ist [RECHTSORDNUNG] anwendbar.162```163164<!-- BEGIN ausformulierungspflicht (autogen) -->165> **Ausformulierungspflicht und Formatstandard.** Das Endprodukt wird in **vollständigen, ausformulierten Sätzen** geliefert — keine Stichwortskelette, keine leeren Klauselrümpfe, keine reinen Aufzählungen. Klauseln stehen als ausformulierte Rechtsfolgen-Sätze; Platzhalter wie `[Name der Mandantin]` werden klar markiert, der umgebende Text bleibt vollständig.166>167> **Schriftbild:** Wenn ein Schriftsatz, Vertrag, Memo, Beschluss, Vermerk oder sonstiges Enddokument als DOCX, PDF oder formatierter Text ausgegeben wird, ist **Times New Roman 11 pt** als Grundschrift zu verwenden. Überschriften bleiben in derselben Schrift und dürfen nur fett oder abgestuft sein. Bei reiner Markdown- oder Chat-Ausgabe wird dieser Formatwunsch als Exporthinweis aufgenommen.168>169> **Nummerierung:** Gliederung ausschließlich dezimal (`1`, `1.1`, `1.1.1` und so weiter). Keine römischen Ziffern, keine Buchstaben- oder Mischgliederung.170<!-- END ausformulierungspflicht (autogen) -->171172> Quellenregel: Entscheidungen nur nach Prüfung einer amtlichen oder frei zugänglichen Quelle mit Gericht, Entscheidungsform, Datum, Aktenzeichen und tragender Aussage ausgeben.