Mandantenzusammenfassung Vertragsrecht
Arbeitsweg
- Rolle, Ziel und gewünschtes Arbeitsprodukt klären: Wer handelt, welche Entscheidung steht an, welche Frist läuft und welcher Output wird gebraucht?
- Fristen und Eilrisiken zuerst markieren: nur die Fristen des konkreten Rechtsgebiets und der Akte verwenden; Widerspruch, Klage, Einspruch, Rechtsmittel, Verjährung, Verwirkung, Rüge-, Anzeige-, Anmelde- und Ausschlussfristen strikt trennen und nie aus einem anderen Fachgebiet übernehmen.
- Zuständige Stelle bestimmen und Adressaten richtig wählen: Mandant, Gegner, zuständige Behörde oder Gericht, Sachverständige, ggf. EU-/internationale Stelle (siehe Skill-Detail).
- Dokumente und Beweismittel sammeln und auf Lücken prüfen: Verwaltungsakte, Vertragsurkunden, Schriftsätze, Bescheide, Protokolle, Sachverständigengutachten und externe Beweismittel des Fachgebiets — fehlende Belege durch Akteneinsicht oder Rückfrage beim Mandanten beschaffen, Live-Check für tagesaktuelle Normänderungen und Verwaltungspraxis.
Eingaben
- Das fertige Prüfungsmemo (aus
/vertragsrecht:vertragsprüfung)
- Optional: Empfänger (Geschäftsführung, Vorstand, Einkauf, Finance, IT)
- Optional: Kanal (E-Mail, Slack, Jour fixe)
Rechtlicher Rahmen
Grundlagen der rechtssicheren Kommunikation an Mandanten
Zusammenfassungen an Mandanten und interne Nicht-Juristen unterliegen
besonderen Sorgfaltsanforderungen — auch informelle Kurzfassungen erzeugen
Vertrauen beim Empfänger und können haftungsrechtliche Folgen haben, wenn
sie wesentliche Risiken weglassen.
- § 280 Abs. 1 BGB — Pflichtverletzung durch fehlerhafte Beratung;
Schadensersatzpflicht des Anwalts bei falsch oder unvollständig
kommunizierten Risiken
- § 675 BGB i.V.m. §§ 611 ff. BGB — Anwaltsvertrag als Dienstvertrag
mit besonderer Sorgfaltspflicht; vollständige und zutreffende Aufklärung
des Mandanten
- § 43a Abs. 2 BRAO — Mandatsgeheimnis; Weiterleitung von Zusammenfassungen
außerhalb des Vertrauenskreises bedarf der Prüfung (Privilegkreis)
- §§ 164 ff. BGB — Vollmacht; eine Zusammenfassung, die impliziert, der
Vertrag sei unterschriftsreif, kann als Beratungsleistung wirken, auf
die sich der Mandant verlässt
Sorgfaltspflicht bei Risikoangaben
(Aufklärungspflicht bei Vertragsgestaltung; Hinweis auf AGB-Unwirksamkeit
als Bestandteil ordnungsgemäßer Beratung)
Quellenregel
Quellenregel: Keine Kommentar-, Handbuch- oder Aufsatzfundstellen aus Modellwissen; Literatur nur mit Nutzerquelle oder lizenziertem Live-Zugriff.
Ablauf
Schritt 1 — Mandatskontext
Prüfe ## Mandatsarbeitsbereiche im Kanzleiprofil. Wenn aktiviert und
kein aktives Mandat gesetzt: "Für welches Mandat ist diese Zusammenfassung?
(/vertragsrecht:vertragsrecht-mandat-arbeitsbereich wechseln <kürzel> oder kanzleiebene)."
Aktive mandat.md für mandatsspezifischen Kontext laden.
Schritt 2 — Privilegkreis-Check
Vor der Ausgabe prüfen, wohin sie geht. Wenn der Nutzer einen Empfänger
oder Kanal genannt hat:
- Interne Rechtsabteilung / unter anwaltlicher Aufsicht → privilegiertes
Arbeitsergebnis behalten
- Geschäftsführung, Vorstand, Einkauf (intern) → Arbeitergebnis-Kennzeichnung
entfernen oder anpassen; kein Mandatsgeheimnis verletzt, aber Kennzeichnung
täuscht über Privilegstatus
- Gegenseite, externe Berater, Lieferant → ROT; privilegierte Kennzeichnung
entfernen; Mandant darauf hinweisen, dass die Weiterleitung den Privilegstatus
dieser Kommunikation beeinflussen kann
Angebot: (a) privilegierte Version für interne Rechtsabteilung, (b) bereinigte
Version für Weitergabe, (c) beides.
Schritt 3 — Empfänger bestimmen
Wenn nicht angegeben, fragen:
Für wen ist diese Zusammenfassung? Das bestimmt, was wichtig ist und
was wegfällt.
| Empfänger |
Interessiert an |
Interessiert nicht an |
| Geschäftsführung / Vorstand |
Unterschriftsempfehlung, Hauptrisiken, Eskalationsbedarf |
Paragraphen, Klauselstruktur |
| Einkauf / Beschaffung |
Preis, Verlängerungsmechanik, Genehmigungsweg |
Haftungsstruktur |
| Budget-/Kostenstellenverantwortlicher |
Gesamtkosten, Verlängerungspreisrisiko, außerbilanzielle Verpflichtungen |
Gerichtsstand |
| IT / Datenschutz |
Datenspeicherung, Unterauftragnehmer, AVV, ISO/SOC-Zertifizierung |
Alles andere |
| Geschäftsführer als Sponsor |
Reputationsrisiko, Rechtssicherheit, Zeitplanung |
Einzelheiten |
Schritt 4 — Zusammenfassung erstellen
Längen-Maximum: 200 Wörter (ohne Risikomatrix und Eskalationsstatus).
Wer mehr schreibt, packt Details hinein, die der Empfänger nicht braucht —
dafür ist das Memo da.
Struktur (in dieser Reihenfolge):
Ein Absatz — Urteil und Vertragsinhalt in Geschäftssprache.
Nicht "Dienstleistungsrahmenvertrag für die Bereitstellung
cloudbasierter Analysedienste" — sondern "das ist der Vertrag für
das Dashboard-Tool, das das Marketing-Team angefragt hat."
Ein Absatz — Der Haken, wenn es einen gibt. Was überrascht den
Empfänger später, wenn es ihm jetzt keiner sagt? Beispiel: "Achtung:
der Vertrag verlängert sich automatisch jährlich; Kündigung muss
6 Wochen vorher erfolgen. Ich habe es im Fristen-Tracker eingetragen,
aber Sie sollten das wissen." Bei sauberem Vertrag: "Kein besonderer
Hinweis — alles entspricht Standard."
2–3 Punkte Checkliste — Was der Empfänger konkret tun muss
(höchstens drei Punkte; wenn ein vierter nötig ist, sind die ersten
drei nicht präzise genug).
Eine Zeile Abschluss — Wer genehmigt, bis wann.
Schritt 5 — Risikomatrix (optional, für Eskalationsfälle)
Wenn das Prüfungsmemo ROTE Befunde enthält oder mehrere GELBE Positionen
gleichzeitig betroffen sind, optionale Risikomatrix erstellen:
| Klausel |
Risiko |
Wahrscheinlichkeit |
Handlung |
| [Klausel] |
[Risiko in Geschäftssprache] |
Gering / Mittel / Hoch |
[konkrete Handlung] |
Die Matrix ist vom 200-Wörter-Limit ausgenommen.
Schritt 6 — Eskalationsstatus
Das Prüfungsmemo kann mehrere Genehmigungsadressaten benennen
(GC, CISO, CFO, Geschäftsführung). Vor der Zusammenfassung zählen:
- Wie viele Eskalationsziele hat das Prüfungsmemo genannt?
- Wie viele Eskalationsentwürfe liegen bereits vor?
- Delta = noch nicht eingeleitet.
Kurzer Eskalationsblock in der Zusammenfassung (oberhalb der Checkliste):
Eskalationsstatus: [M] von [N] Eskalationspfaden eingeleitet.
Noch ausstehend:
- [Adressat] — [ein Satz zum Befund]
Wenn alle eingeleitet: [N] von [N] Eskalationspfaden eingeleitet.
Wenn das Prüfungsmemo keine Eskalationen vorsieht: Block weglassen.
Beispiel
Szenario: SaaS-Vertrag für ein Marketing-Tool, Kunden-Seite,
zwei GELBE Befunde (automatische Verlängerung, Preisanpassungsklausel),
kein ROTER Befund. Empfänger: Geschäftsführerin.
VERTRAULICH — ANWALTLICHES ARBEITSERGEBNIS
**TechSoft GmbH SaaS-Lizenzvertrag** — UNTERSCHRIFTSREIF (mit Hinweis)
Das ist der Vertrag für die neue Marketing-Automatisierungsplattform,
die das Team seit Q3 testen möchte. Laufzeit 12 Monate, Jahresgebühr
24.000 €, Datenspeicherung ausschließlich in der EU.
Zwei Punkte, die Sie kennen sollten: Der Vertrag verlängert sich automatisch
um ein Jahr, wenn wir nicht 6 Wochen vorher kündigen — ich habe das im
Fristen-Tracker eingetragen. Außerdem darf TechSoft den Preis bei Verlängerung
um bis zu 5 % erhöhen; das muss in die Budgetplanung für nächstes Jahr.
Eskalationsstatus: kein Eskalationsbedarf nach Playbook-Prüfung.
**Was jetzt zu tun ist:**
- [ ] Verlängerungstermin im Kalender sichern (6 Wochen vor Ende = XX.XX.XXXX)
- [ ] Preisanpassung in Budgetplanung aufnehmen (+max. 5 % ab 2. Jahr)
**Genehmigung:** Unterschrift durch Prokuristin; keine GC-Freigabe erforderlich.
Risiken und typische Fehler
- Fristen-Tracker-Eintragung behaupten ohne Prüfung. Nur dann schreiben
"im Fristen-Tracker eingetragen", wenn
/vertragsrecht:vertragsverlängerungs-monitor
tatsächlich für diesen Vertrag ausgeführt wurde. Andernfalls:
"noch nicht eingetragen — bitte als Handlungspunkt aufnehmen."
- Klauseln trunkieren. Bedingte Klauseln vollständig paraphrasieren —
nie verkürzte Version, die die Bedingung weglässt.
- Privilegkreis ignorieren. Bei Weiterleitung außerhalb der
Rechtsabteilung Kennzeichnung anpassen; darauf hinweisen, dass die
Weiterleitung vertraulicher Rechtsberatung an Dritte den Schutz
dieser Kommunikation beeinflusst.
- Eskalationsadressen weglassen. Auch wenn der Empfänger die Namen
nicht kennt, muss der Eskalationsstatus intern vollständig sein.
Die Zusammenfassung signalisiert dem Anwalt, ob alle Eskalationspfade
beschritten wurden.
- "Kein Risiko" bei sauberem Vertrag nicht sagen. Stattdessen:
"Kein besonderer Hinweis — der Vertrag entspricht unserem Standard
und ist unterzeichnungsreif."
Quellenpflicht
Wenn die Zusammenfassung auf ein spezifisches Risiko hinweist (z. B.
DSGVO-Pflicht, Haftungsobergrenze), muss das zugrundeliegende Prüfungsmemo
die folgenden Quellen enthalten (nicht die Zusammenfassung selbst — die
ist für Nicht-Juristen):
- Gesetzesnorm (z. B. Art. 28 DSGVO, § 309 Nr. 7 BGB)
- BGH-Entscheidung in korrekter Zitierweise
- Keine Kommentar-, Handbuch- oder Aufsatzfundstellen aus Modellwissen zitieren. Literatur nur nutzen, wenn der Nutzer die Quelle bereitstellt oder ein lizenzierter Live-Zugriff sie verifiziert.
Literaturfundstellen nicht beispielhaft erfinden; bei Bedarf Platzhalter "vom Nutzer bereitgestellte/lizenziert live geprüfte Quelle" verwenden.
Hinweis: Dieser Skill ersetzt keine anwaltliche Beratung im konkreten Einzelfall.
Quellenregel: Entscheidungen nur nach Prüfung einer amtlichen oder frei zugänglichen Quelle mit Gericht, Entscheidungsform, Datum, Aktenzeichen und tragender Aussage ausgeben.
1---2name: stakeholder-zusammenfassung3description: Für Mandantenzusammenfassung Vertragsrecht: ordnet Norm, Beweislast und Gegenargument; Ergebnis: Prüfprodukt mit Risiko und nächstem Schritt.4---56# Mandantenzusammenfassung Vertragsrecht78## Arbeitsweg910- Rolle, Ziel und gewünschtes Arbeitsprodukt klären: Wer handelt, welche Entscheidung steht an, welche Frist läuft und welcher Output wird gebraucht?11- Fristen und Eilrisiken zuerst markieren: nur die Fristen des konkreten Rechtsgebiets und der Akte verwenden; Widerspruch, Klage, Einspruch, Rechtsmittel, Verjährung, Verwirkung, Rüge-, Anzeige-, Anmelde- und Ausschlussfristen strikt trennen und nie aus einem anderen Fachgebiet übernehmen.12- Zuständige Stelle bestimmen und Adressaten richtig wählen: Mandant, Gegner, zuständige Behörde oder Gericht, Sachverständige, ggf. EU-/internationale Stelle (siehe Skill-Detail).13- Dokumente und Beweismittel sammeln und auf Lücken prüfen: Verwaltungsakte, Vertragsurkunden, Schriftsätze, Bescheide, Protokolle, Sachverständigengutachten und externe Beweismittel des Fachgebiets — fehlende Belege durch Akteneinsicht oder Rückfrage beim Mandanten beschaffen, Live-Check für tagesaktuelle Normänderungen und Verwaltungspraxis.1415## Eingaben1617- Das fertige Prüfungsmemo (aus `/vertragsrecht:vertragsprüfung`)18- Optional: Empfänger (Geschäftsführung, Vorstand, Einkauf, Finance, IT)19- Optional: Kanal (E-Mail, Slack, Jour fixe)2021## Rechtlicher Rahmen2223### Grundlagen der rechtssicheren Kommunikation an Mandanten2425Zusammenfassungen an Mandanten und interne Nicht-Juristen unterliegen26besonderen Sorgfaltsanforderungen — auch informelle Kurzfassungen erzeugen27Vertrauen beim Empfänger und können haftungsrechtliche Folgen haben, wenn28sie wesentliche Risiken weglassen.2930- § 280 Abs. 1 BGB — Pflichtverletzung durch fehlerhafte Beratung;31 Schadensersatzpflicht des Anwalts bei falsch oder unvollständig32 kommunizierten Risiken33- § 675 BGB i.V.m. §§ 611 ff. BGB — Anwaltsvertrag als Dienstvertrag34 mit besonderer Sorgfaltspflicht; vollständige und zutreffende Aufklärung35 des Mandanten36- § 43a Abs. 2 BRAO — Mandatsgeheimnis; Weiterleitung von Zusammenfassungen37 außerhalb des Vertrauenskreises bedarf der Prüfung (Privilegkreis)38- §§ 164 ff. BGB — Vollmacht; eine Zusammenfassung, die impliziert, der39 Vertrag sei unterschriftsreif, kann als Beratungsleistung wirken, auf40 die sich der Mandant verlässt4142### Sorgfaltspflicht bei Risikoangaben4344 (Aufklärungspflicht bei Vertragsgestaltung; Hinweis auf AGB-Unwirksamkeit45 als Bestandteil ordnungsgemäßer Beratung)4647### Quellenregel4849Quellenregel: Keine Kommentar-, Handbuch- oder Aufsatzfundstellen aus Modellwissen; Literatur nur mit Nutzerquelle oder lizenziertem Live-Zugriff.5051## Ablauf5253### Schritt 1 — Mandatskontext5455Prüfe `## Mandatsarbeitsbereiche` im Kanzleiprofil. Wenn aktiviert und56kein aktives Mandat gesetzt: "Für welches Mandat ist diese Zusammenfassung?57(`/vertragsrecht:vertragsrecht-mandat-arbeitsbereich wechseln <kürzel>` oder `kanzleiebene`)."58Aktive `mandat.md` für mandatsspezifischen Kontext laden.5960### Schritt 2 — Privilegkreis-Check6162Vor der Ausgabe prüfen, wohin sie geht. Wenn der Nutzer einen Empfänger63oder Kanal genannt hat:6465- Interne Rechtsabteilung / unter anwaltlicher Aufsicht → privilegiertes66 Arbeitsergebnis behalten67- Geschäftsführung, Vorstand, Einkauf (intern) → Arbeitergebnis-Kennzeichnung68 entfernen oder anpassen; kein Mandatsgeheimnis verletzt, aber Kennzeichnung69 täuscht über Privilegstatus70- Gegenseite, externe Berater, Lieferant → ROT; privilegierte Kennzeichnung71 entfernen; Mandant darauf hinweisen, dass die Weiterleitung den Privilegstatus72 dieser Kommunikation beeinflussen kann7374Angebot: (a) privilegierte Version für interne Rechtsabteilung, (b) bereinigte75Version für Weitergabe, (c) beides.7677### Schritt 3 — Empfänger bestimmen7879Wenn nicht angegeben, fragen:8081> Für wen ist diese Zusammenfassung? Das bestimmt, was wichtig ist und82> was wegfällt.8384| Empfänger | Interessiert an | Interessiert nicht an |85|---|---|---|86| **Geschäftsführung / Vorstand** | Unterschriftsempfehlung, Hauptrisiken, Eskalationsbedarf | Paragraphen, Klauselstruktur |87| **Einkauf / Beschaffung** | Preis, Verlängerungsmechanik, Genehmigungsweg | Haftungsstruktur |88| **Budget-/Kostenstellenverantwortlicher** | Gesamtkosten, Verlängerungspreisrisiko, außerbilanzielle Verpflichtungen | Gerichtsstand |89| **IT / Datenschutz** | Datenspeicherung, Unterauftragnehmer, AVV, ISO/SOC-Zertifizierung | Alles andere |90| **Geschäftsführer als Sponsor** | Reputationsrisiko, Rechtssicherheit, Zeitplanung | Einzelheiten |9192### Schritt 4 — Zusammenfassung erstellen9394**Längen-Maximum: 200 Wörter (ohne Risikomatrix und Eskalationsstatus).**95Wer mehr schreibt, packt Details hinein, die der Empfänger nicht braucht —96dafür ist das Memo da.9798**Struktur (in dieser Reihenfolge):**991001. **Ein Absatz** — Urteil und Vertragsinhalt in Geschäftssprache.101 Nicht "Dienstleistungsrahmenvertrag für die Bereitstellung102 cloudbasierter Analysedienste" — sondern "das ist der Vertrag für103 das Dashboard-Tool, das das Marketing-Team angefragt hat."1041052. **Ein Absatz** — Der Haken, wenn es einen gibt. Was überrascht den106 Empfänger später, wenn es ihm jetzt keiner sagt? Beispiel: "Achtung:107 der Vertrag verlängert sich automatisch jährlich; Kündigung muss108 6 Wochen vorher erfolgen. Ich habe es im Fristen-Tracker eingetragen,109 aber Sie sollten das wissen." Bei sauberem Vertrag: "Kein besonderer110 Hinweis — alles entspricht Standard."1111123. **2–3 Punkte Checkliste** — Was der Empfänger konkret tun muss113 (höchstens drei Punkte; wenn ein vierter nötig ist, sind die ersten114 drei nicht präzise genug).1151164. **Eine Zeile Abschluss** — Wer genehmigt, bis wann.117118### Schritt 5 — Risikomatrix (optional, für Eskalationsfälle)119120Wenn das Prüfungsmemo ROTE Befunde enthält oder mehrere GELBE Positionen121gleichzeitig betroffen sind, optionale Risikomatrix erstellen:122123| Klausel | Risiko | Wahrscheinlichkeit | Handlung |124|---|---|---|---|125| [Klausel] | [Risiko in Geschäftssprache] | Gering / Mittel / Hoch | [konkrete Handlung] |126127Die Matrix ist vom 200-Wörter-Limit ausgenommen.128129### Schritt 6 — Eskalationsstatus130131Das Prüfungsmemo kann mehrere Genehmigungsadressaten benennen132(GC, CISO, CFO, Geschäftsführung). Vor der Zusammenfassung zählen:1331341. Wie viele Eskalationsziele hat das Prüfungsmemo genannt?1352. Wie viele Eskalationsentwürfe liegen bereits vor?1363. Delta = noch nicht eingeleitet.137138Kurzer Eskalationsblock in der Zusammenfassung (oberhalb der Checkliste):139140```141Eskalationsstatus: [M] von [N] Eskalationspfaden eingeleitet.142Noch ausstehend:143- [Adressat] — [ein Satz zum Befund]144```145146Wenn alle eingeleitet: `[N] von [N] Eskalationspfaden eingeleitet.`147Wenn das Prüfungsmemo keine Eskalationen vorsieht: Block weglassen.148149## Beispiel150151**Szenario:** SaaS-Vertrag für ein Marketing-Tool, Kunden-Seite,152zwei GELBE Befunde (automatische Verlängerung, Preisanpassungsklausel),153kein ROTER Befund. Empfänger: Geschäftsführerin.154155```156VERTRAULICH — ANWALTLICHES ARBEITSERGEBNIS157158**TechSoft GmbH SaaS-Lizenzvertrag** — UNTERSCHRIFTSREIF (mit Hinweis)159160Das ist der Vertrag für die neue Marketing-Automatisierungsplattform,161die das Team seit Q3 testen möchte. Laufzeit 12 Monate, Jahresgebühr16224.000 €, Datenspeicherung ausschließlich in der EU.163164Zwei Punkte, die Sie kennen sollten: Der Vertrag verlängert sich automatisch165um ein Jahr, wenn wir nicht 6 Wochen vorher kündigen — ich habe das im166Fristen-Tracker eingetragen. Außerdem darf TechSoft den Preis bei Verlängerung167um bis zu 5 % erhöhen; das muss in die Budgetplanung für nächstes Jahr.168169Eskalationsstatus: kein Eskalationsbedarf nach Playbook-Prüfung.170171**Was jetzt zu tun ist:**172- [ ] Verlängerungstermin im Kalender sichern (6 Wochen vor Ende = XX.XX.XXXX)173- [ ] Preisanpassung in Budgetplanung aufnehmen (+max. 5 % ab 2. Jahr)174175**Genehmigung:** Unterschrift durch Prokuristin; keine GC-Freigabe erforderlich.176```177178## Risiken und typische Fehler179180- **Fristen-Tracker-Eintragung behaupten ohne Prüfung.** Nur dann schreiben181 "im Fristen-Tracker eingetragen", wenn `/vertragsrecht:vertragsverlängerungs-monitor`182 tatsächlich für diesen Vertrag ausgeführt wurde. Andernfalls:183 "noch nicht eingetragen — bitte als Handlungspunkt aufnehmen."184- **Klauseln trunkieren.** Bedingte Klauseln vollständig paraphrasieren —185 nie verkürzte Version, die die Bedingung weglässt.186- **Privilegkreis ignorieren.** Bei Weiterleitung außerhalb der187 Rechtsabteilung Kennzeichnung anpassen; darauf hinweisen, dass die188 Weiterleitung vertraulicher Rechtsberatung an Dritte den Schutz189 dieser Kommunikation beeinflusst.190- **Eskalationsadressen weglassen.** Auch wenn der Empfänger die Namen191 nicht kennt, muss der Eskalationsstatus intern vollständig sein.192 Die Zusammenfassung signalisiert dem Anwalt, ob alle Eskalationspfade193 beschritten wurden.194- **"Kein Risiko" bei sauberem Vertrag nicht sagen.** Stattdessen:195 "Kein besonderer Hinweis — der Vertrag entspricht unserem Standard196 und ist unterzeichnungsreif."197198## Quellenpflicht199200Wenn die Zusammenfassung auf ein spezifisches Risiko hinweist (z. B.201DSGVO-Pflicht, Haftungsobergrenze), muss das zugrundeliegende Prüfungsmemo202die folgenden Quellen enthalten (nicht die Zusammenfassung selbst — die203ist für Nicht-Juristen):204- Gesetzesnorm (z. B. Art. 28 DSGVO, § 309 Nr. 7 BGB)205- BGH-Entscheidung in korrekter Zitierweise206- Keine Kommentar-, Handbuch- oder Aufsatzfundstellen aus Modellwissen zitieren. Literatur nur nutzen, wenn der Nutzer die Quelle bereitstellt oder ein lizenzierter Live-Zugriff sie verifiziert.207 Literaturfundstellen nicht beispielhaft erfinden; bei Bedarf Platzhalter "vom Nutzer bereitgestellte/lizenziert live geprüfte Quelle" verwenden.208209Hinweis: Dieser Skill ersetzt keine anwaltliche Beratung im konkreten Einzelfall.210211> Quellenregel: Entscheidungen nur nach Prüfung einer amtlichen oder frei zugänglichen Quelle mit Gericht, Entscheidungsform, Datum, Aktenzeichen und tragender Aussage ausgeben.