Fallstatus: Zielgruppengerechte Fallzusammenfassung
Arbeitsweg
- Rolle, Ziel und gewünschtes Arbeitsprodukt klären: Wer handelt, welche Entscheidung steht an, welche Frist läuft und welcher Output wird gebraucht?
- Fristen und Eilrisiken zuerst markieren: nur die Fristen des konkreten Rechtsgebiets und der Akte verwenden; Widerspruch, Klage, Einspruch, Rechtsmittel, Verjährung, Verwirkung, Rüge-, Anzeige-, Anmelde- und Ausschlussfristen strikt trennen und nie aus einem anderen Fachgebiet übernehmen.
- Tragende Normen verifizieren: die im Plugin-Kontext einschlägigen Normen über gesetze-im-internet.de, dejure.org, eur-lex.europa.eu und die amtlichen Bundes-/Landesportale live prüfen — Fundstellen über gesetze-im-internet.de, dejure.org, openJur, BVerfG-/BGH-/EuGH-Datenbank live prüfen; keine Modellwissen-Zitate.
- Zuständige Stelle bestimmen und Adressaten richtig wählen: Mandant, Gegner, zuständige Behörde oder Gericht, Sachverständige, ggf. EU-/internationale Stelle (siehe Skill-Detail).
- Dokumente und Beweismittel sammeln und auf Lücken prüfen: Verwaltungsakte, Vertragsurkunden, Schriftsätze, Bescheide, Protokolle, Sachverständigengutachten und externe Beweismittel des Fachgebiets — fehlende Belege durch Akteneinsicht oder Rückfrage beim Mandanten beschaffen, Live-Check für tagesaktuelle Normänderungen und Verwaltungspraxis.
Eingaben
- Zielgruppe:
mandant,internodergericht - Fallnotizen — Fakten und Verfahrensstand des Falls
- Aktueller Verfahrensstand — wo im Verfahren befindet sich der Fall?
Rechtlicher Rahmen
Kernvorschriften
- Paragraf 6 Absatz 2 RDG — Die unentgeltliche Rechtsdienstleistung außerhalb enger persönlicher Beziehungen wird durch eine befugte Person, eine Person mit Befähigung zum Richteramt oder unter deren Anleitung erbracht; Art und Umfang der Mitwirkung richten sich nach dem Einzelfall.
- Paragraf 43a Absatz 2 BRAO — Der anleitende Rechtsanwalt wahrt die Verschwiegenheit und verpflichtet mitwirkende Hilfspersonen in Textform, soweit die gesetzlichen Voraussetzungen vorliegen.
- Paragraf 11 BORA sowie Paragrafen 675 und 666 BGB — Im anwaltlich geführten Mandat sind wesentliche Vorgänge angemessen mitzuteilen und Auskünfte über den Bearbeitungsstand zu erteilen.
- Paragrafen 130, 130a und 130d ZPO — Für einen gerichtlichen Schriftsatz sind Inhalt, elektronische Form und der vorgeschriebene Übermittlungsweg gesondert zu prüfen; ein bloßer interner Statusbericht ist noch kein Gerichtsschriftsatz.
Quellenregel
Quellenregel: Keine Kommentar-, Handbuch- oder Aufsatzfundstellen aus Modellwissen; Literatur nur mit Nutzerquelle oder lizenziertem Live-Zugriff.
Ablauf
Modus: Mandantengerichtet
Leser/-in: Der Mandant/die Mandantin. Möglicherweise unter Stress. Vielleicht mit dem rechtlichen Verfahren wenig vertraut. Lesbarkeitsniveau entsprechend den Klinik-Verständlichkeitsstandards (Standard: Hauptschulniveau, kurze Sätze, keine Fachbegriffe ohne Erläuterung).
Einzubeziehen:
- Was ist seit dem letzten Kontakt passiert
- Was als nächstes passiert und wann
- Was der Mandant/die Mandantin tun muss (konkret)
- Wie die Beratungsstelle zu erreichen ist
Nicht einzubeziehen:
- Rechtliche Analyse (das IRSE-Schema interessiert den Mandanten nicht)
- Schwächen des Falls (es sei denn, es ist Zeit für dieses Gespräch — das entscheidet der Supervisor, nicht ein Statusupdate)
- Fachjargon
Prüfvermerk für den Studentenn (nicht für den Mandanten — vor Versand entfernen):
[ENTWURF — erfordert fachliche Prüfung und den vorgesehenen Anleitungsschritt]
Verfahrensrechtlicher Hinweis: Manche Beratungsstellen (insb. unter BRAO-Aufsicht) haben spezifische Unterschriftsblöcke für Briefe unter Studentenn-Aufsicht. Anforderungen mit dem Supervisor klären.
Sehr geehrte/r [Mandant/-in],
ich möchte Sie über den aktuellen Stand Ihres Falls informieren.
**Was passiert ist:** [Klares Deutsch. "Wir haben Ihren Widerspruch am [Datum]
beim Amt eingereicht" — nicht "Der fristwahrende Schriftsatz wurde übermittelt."]
**Was als nächstes passiert:** [Was und wann. "Das Amt hat jetzt 3 Monate Zeit,
über Ihren Widerspruch zu entscheiden. Wir erwarten bis spätestens [Datum]
eine Antwort. Falls nichts kommt, melden wir uns."]
**Was Sie tun müssen:** [Konkret und klar. Oder: "Im Moment müssen Sie nichts
tun. Wir melden uns, sobald wir etwas von Ihnen brauchen."]
**So erreichen Sie uns:** [Telefon, Sprechzeiten, Name des Studentenn]
Mit freundlichen Grüßen
[Name des Studentenn]
Studentische/-r Rechtsberater/-in
unter Aufsicht von [Supervisorenname, Rechtsanwalt/-anwältin]
[Name der Beratungsstelle]
Vor Versand: Das Versenden eines Mandantenstatus ist eine folgenschwere Handlung. Die nach Paragraf 6 Absatz 2 RDG erforderliche Anleitung und Mitwirkung müssen dokumentiert sein. Alle internen Vermerke wie [ENTWURF] oder [PRÜFEN] sind aus der Mandantenversion zu entfernen.
Modus: Intern (für den Supervisor)
Leser/-in: Der begleitende Supervisor. Kennt das Recht. Will wissen, wo der Fall steht und was der Studenten von ihm/ihr braucht.
Einzubeziehen:
- Verfahrensstand (wo im Verfahren)
- Was seit dem letzten Check-in getan wurde
- Was als nächstes kommt (Fristen, Termine)
- Fragen, die Supervisoren-Input erfordern
- Einschätzung des Studentenn (wie läuft es, Bedenken)
### Fallstatus: [Mandant] — [Gegenstand] — [Datum]
**Studentenr:** [Name] | **Verfahrensstand:** [Vorberatung / Widerspruch eingereicht /
Klage erhoben / Verhandlung ausstehend / etc.]
## Seit dem letzten Check-in
- [Was wurde getan]
## Kommende Termine und Fristen
| Datum | Was | Handlung erforderlich durch |
|---|---|---|
| [Datum] | [Frist/Termin] | [Studentenr/Supervisor/beide] |
## Supervisoren-Input benötigt
- [Konkrete Frage oder Entscheidungspunkt]
## Einschätzung des Studentenn
[Wie läuft es. Stärken, Bedenken, strategische Fragen. Hier zeigt sich das Denken
des Studentenn.]
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[KI-GESTÜTZTER ENTWURF — Studentenr sollte insb. den Abschnitt Einschätzung
selbst formulieren; das ist sein/ihr Denken, keine Notizenzusammenfassung]
Modus: Gerichts-/Behördengerichtet
Leser/-in: Richter/-in, Rechtspfleger/-in oder Sachbearbeiter/-in der Behörde. Formal. Spezifisch für das Gerichtsbedürfnis (oft auf Anforderung des Gerichts, nach § 273 ZPO oder Ladung zur Statuskonferenz nach § 278a ZPO / behördliche Anforderung nach § 24 VwVfG).
Einzubeziehen:
- Verfahrensgeschichte (kurz)
- Aktueller Stand (Beweisaufnahme/Anträge/außergerichtliche Einigung)
- Offene Punkte
- Vorgeschlagene nächste Schritte (soweit gefragt)
Format: Nach Verfahrensordnung und örtlichen Gepflogenheiten. Rubrum, Schriftsatzform, Unterschriftsblock, ggf. Zustellungsnachweis.
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KI-GESTÜTZTER ENTWURF — erfordert studentische Analyse und Supervisoren-Prüfung
Gerichtliche und behördliche Schriftstücke IMMER vor Einreichung mit Supervisor
abstimmen (§ 6 Abs. 2 RDG)
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[Rubrum nach Verfahrensordnung — PRÜFEN gegen aktuelle Gerichts-/Behördenregeln]
SACHSTANDSBERICHT / STATUSMITTEILUNG
[Partei/Antragsteller] zeigt den Verfahrensstand gemäß [Anforderung des Gerichts
vom [Datum] / § [X] ZPO/VwGO/VwVfG / im Hinblick auf den Termin vom [Datum]] an.
1. Verfahrensgeschichte: [kurz]
2. Aktueller Stand: [Beweisaufnahme / Antragsstand / Einigungsgespräche]
3. Offene Punkte: [was ausstehend ist]
4. Vorgeschlagene nächste Schritte: [soweit relevant]
[Unterschriftsblock — Studentenr unter Aufsicht von [Supervisor, Rechtsanwalt/-anwältin]]
[Zustellungsnachweis falls eingereicht]
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[PRÜFEN: Rubrum, örtliche Formvorgaben für Statusberichte, Zustellungserfordernisse
— nach aktuellen Regeln des zuständigen Gerichts / der zuständigen Behörde]
Supervisionen-Routing
Entsprechend der Klinik-Konfiguration:
- Mandantengerichtet → in der Regel Flag-Trigger (Mandantenkommunikation)
- Intern → kein Flag (geht ohnehin an den Supervisor)
- Gerichts-/Behördengerichtet → immer geflaggt, wenn formelle Prüfwarteschlange aktiviert (gerichtliche/behördliche Einreichungen)
Beispiel
Szenario: Mandantin Erdem, Widerspruch gegen Nebenkostennachforderung. Widerspruch eingereicht 01.04.2026. Bestätigung vom Vermieter erwartet.
/status mandant→ "Wir haben Ihren Widerspruch gegen die Nebenkostenabrechnung am 01.04.2026 beim Vermieter eingereicht. Der Vermieter hat jetzt zwei Monate Zeit zu antworten. Sie müssen bis dahin nichts tun."/status intern→ Verfahrensstand: Widerspruch eingereicht; Frist Vermieter-Antwort ca. 01.06.2026; Supervisoren-Input: Soll Klage vorbereitet werden, falls keine Antwort kommt?/status gericht→ (noch nicht relevant, da kein Gerichtsverfahren)
Risiken und typische Fehler
- Mandantenbrief mit Fachjargon: Formulierungen wie "Der Schuldner ist mit der Leistung in Verzug" sind für Mandanten unverständlich. Konkrete, einfache Sprache verwenden.
- Strategische Hinweise an Mandanten ohne Supervisorengespräch: Schlechte Nachrichten (z. B. geringer Erfolgsaussichten) oder strategische Optionen gehören in das Supervisorengespräch, nicht in einen Statusbrief.
- Gerichtlicher Statusbericht ohne Supervisoren-Freigabe: Verstoß gegen § 6 Abs. 2 RDG. Jedes nach außen gehende Schriftstück wird vom Supervisor freigegeben.
- Falsche Datumsangaben: Fristen- und Terminangaben im Mandantenbrief müssen mit
deadlines.yamlabgeglichen werden. - Studentische Einschätzung im internen Bericht KI-generiert: Der Abschnitt "Einschätzung des Studentenn" ist persönliches Denken. Die KI kann ihn strukturieren; schreiben muss ihn der Studenten selbst.
Quellenpflicht
Statusberichte enthalten keine zitierten Normen als Primärbelege — das obliegt den zugrunde liegenden Gutachten (/memo). Rechtliche Behauptungen in Statusberichten müssen durch verifizierte Gutachten gedeckt sein, auf die der Bericht verweist. Kein Status-Schriftstück enthält ungeprüfte Rechtsbehauptungen.
Hinweis: Dieser Skill ersetzt keine anwaltliche Beratung im konkreten Einzelfall.
Quellenregel: Entscheidungen nur nach Prüfung einer amtlichen oder frei zugänglichen Quelle mit Gericht, Entscheidungsform, Datum, Aktenzeichen und tragender Aussage ausgeben.