Steuern und Quellensteuer — Lizenz
Drei Steuerthemen
A. Quellensteuer auf Royalties
| Norm | Inhalt |
|---|---|
| Paragraf 49 I Nr. 6 EStG | Lizenzgebuehren an beschraenkt steuerpflichtige Ausländer: Quellensteuer 15 % |
| Paragraf 50a EStG | Steuerabzug an der Quelle; Schuldner = Lizenznehmer |
| Paragraf 50d EStG | Erstattungs-/Freistellungsverfahren beim Bundeszentralamt für Steuern (BZSt) |
B. DBA-Reduktion
Doppelbesteuerungsabkommen reduzieren regelmaessig die Quellensteuer:
| DBA | Lizenz-Quellensteuer |
|---|---|
| DE-USA | 0 % (Art. 12 DBA-USA bei Antragsverfahren) |
| DE-CH | 0 % (Art. 12 DBA-CH) |
| DE-UK | 0 % (Art. 12 DBA-UK) |
| DE-FR | 0 % (EU-Zinsen-Lizenz-RL 2003/49/EG bei Konzernschwester) |
| DE-NL | 0 % (Art. 12 DBA-NL) |
| DE-China | 10 % |
| DE-Indien | 10 % |
→ Vor Vertragsschluss: DBA prüfen, Freistellungsbescheinigung beantragen.
C. EU-Zinsen-Lizenzgebuehren-Richtlinie (2003/49/EG)
Bei Lizenzen zwischen verbundenen Unternehmen (mindestens 25 % Beteiligung) in EU-Mitgliedstaaten: Quellensteuer 0 %.
D. Umsatzsteuer
- B2B Lizenz innerhalb EU: Reverse-Charge (Paragraf 13b UStG)
- B2C Lizenz: USt-Pflicht im Empfaengerland
- Aussergewoehnliche Geschäftsveraeusserung im Ganzen: Paragraf 1 Ia UStG - bei IP-Voll-Uebertragung ggf. einschlaegig (siehe EuGH Zita Modes C-497/01)
Klausel-Bausteine
A. Quellensteuer-Klausel (Groß-up):
"Paragraf 19 Steuern. (1) Lizenzgebuehren sind ohne Abzug von Steuern, Gebuehren oder anderen Abgaben zu zahlen. (2) Sofern der Lizenznehmer kraft Gesetzes verpflichtet ist, von der Lizenzgebuehr Quellensteuer einzubehalten, erhoeht sich die Lizenzgebuehr um den Betrag der Quellensteuer (Groß-up), so dass der Lizenzgeber den vertraglich vereinbarten Nettobetrag erhaelt. (3) Sofern der Lizenzgeber durch DBA-Anwendung oder die EU-Zinsen-Lizenz-Richtlinie einen reduzierten Quellensteuersatz oder Steuerbefreiung beanspruchen kann, wirkt er bei der Beschaffung der erforderlichen Bescheinigungen mit."
B. Umsatzsteuer:
"(4) Die Lizenzgebuehren sind Nettobetraege. Auf die Lizenzgebuehr ist die gesetzliche Umsatzsteuer hinzuzurechnen. Bei B2B-Konstellationen innerhalb der EU gilt das Reverse-Charge-Verfahren (Paragraf 13b UStG)."
C. Steuer-Erstattung:
"(5) Wird die Quellensteuer rueckwirkend reduziert oder erstattet, fliesst der Erstattungsbetrag dem Lizenzgeber zu, soweit dieser den Groß-up bereits getragen hat."
Prüfroutine vor Vertragsschluss
1. Ist der Lizenzgeber beschraenkt steuerpflichtig (Sitz im Ausland)?
2. Welches DBA gilt?
3. Quellensteuer-Reduktion moeglich?
4. Freistellungsbescheinigung BZSt vorhanden?
5. Gross-up-Klausel im Vertrag?
6. Verbundene Unternehmen? Dann EU-Zinsen-Lizenz-RL pruefen.
7. USt-Behandlung in Anlage E festhalten.
Anschluss
- Verguetungsstruktur:
klausel-verguetung-pauschale-royalty-tiered - Rechtswahl bei Cross-Border:
klausel-rechtswahl-gerichtsstand-schiedsklausel