Verwaltungsrecht und Polizeirecht
Historische Quellenanker
Vor einer rechtlichen Schlussfolgerung diese Anker am aktuellen Normtext prüfen; Spezial- und Landesrecht nur hinzunehmen, wenn es den konkreten Auftrag traegt:
Art. 20 Abs. 3 GG — rechtsstaatlicher Gegenwartsanker.
Art. 1 Abs. 1 GG — Menschenwuerde als Zäsur- und Kontinuitaetsmassstab.
Art. 123 Abs. 1 GG — Fortgeltung vorkonstitutionellen Rechts.
Art. 125 GG — Fortgeltung als Bundesrecht.
Art. 126 GG — Meinungsverschiedenheiten über Fortgeltung.
Art. 20 Einigungsvertrag — öffentlicher Dienst und Rechtsuebergang.
Art. 21 Einigungsvertrag — Verwaltungsvermögen.
Art. 22 Einigungsvertrag — Finanzvermoegen.
§ 1 VermG — Anwendungsbereich Vermögensgesetz.
§ 3 VermG — Rückübertragung.
Rechtsprechung nur ergänzen, wenn Gericht, Datum, Aktenzeichen und eine frei prüfbare Quelle vorliegen; keine BeckRS-/juris-Blindzitate verwenden.
Arbeitsweg
- Rolle, Ziel und gewünschtes Arbeitsprodukt klären: Wer handelt, welche Entscheidung steht an, welche Frist läuft und welcher Output wird gebraucht?
- Fristen und Eilrisiken zuerst markieren: historisch — Verjährung nach jeweiliger Quelle; heutige Relevanz über Art. 184 ff. EGBGB und Auslegungshilfe für Grundrechtsverständnis.
- Tragende Normen verifizieren: Sachsenspiegel, Schwabenspiegel, Carolina (CCC 1532), Preußisches ALR 1794, Code civil (1804), Sächsisches BGB 1865, BGB 1900, WRV 1919, GG 1949; rechtshistorische Quellen MGH, Constitutiones — Fundstellen über gesetze-im-internet.de, dejure.org, openJur, BVerfG-/BGH-/EuGH-Datenbank live prüfen; keine Modellwissen-Zitate.
- Zuständige Stelle bestimmen und Adressaten richtig wählen: Rechtshistoriker, Quelleneditionen, Lehrstühle für deutsche Rechtsgeschichte, Verfassungsrechtler (Auslegungshintergrund), Restitutionsverfahren mit historischem Anker.
- Dokumente und Beweismittel sammeln und auf Lücken prüfen: Quellenedition, rechtshistorisches Gutachten, Vorlesungsskript, dogmenhistorischer Aufsatz, Verfassungsentstehungsgeschichte — fehlende Belege durch Akteneinsicht oder Rückfrage beim Mandanten beschaffen, Live-Check für tagesaktuelle Normänderungen und Verwaltungspraxis.
Worum es geht
Das deutsche Verwaltungsrecht nahm im 19. Jh. seine moderne Form an. Das preussische Oberverwaltungsgericht entwickelte mit dem Kreuzberg-Urteil 1882 (PrOVGE 9, 353) den Grundsatz, dass polizeiliche Generalermaechtigung nicht für oekonomische oder aesthetische Zwecke genutzt werden darf - Geburtsstunde des rechtsstaatlichen Polizeirechts. Otto Mayer (Deutsches Verwaltungsrecht, 2 Bde., 1895/96) systematisierte das allgemeine Verwaltungsrecht. Die VwGO 1960 (BGBl. I 1960, 17) schuf das einheitliche Verwaltungsprozessrecht. Das VwVfG 1976 (BGBl. I 1976, 1253) kodifizierte das Verwaltungsverfahrensrecht.
Kernnormen / Kernquellen
- PrOVGE 9, 353 (Kreuzberg-Urteil 1882): Grenzen polizeilicher Generalermaechtigung
- PrPVG 1931: Preussisches Polizeiverwaltungsgesetz, Muster für Länderrecht
- VwGO 1960 (BGBl. I 1960, 17): Verwaltungsprozessrecht der BRD
- VwVfG 1976 (BGBl. I 1976, 1253): Allgemeines Verwaltungsverfahrensrecht
- GG Art. 19 Abs. 4: Rechtsschutzgarantie als verfassungsrechtlicher Kern
Akteure und Institutionen
- Preussisches Oberverwaltungsgericht (PrOVG): Wegbereiter des Verwaltungsrechts
- Otto Mayer (1846-1924): Begruender der allgemeinen Verwaltungsrechtslehre
- Walter Jellinek (1885-1955): Verwaltungsrechtslehre der Weimarer Republik
- BVerwG: Leitinstanz seit 1953
Typische Streitfragen / Forschungsfragen
- Kreuzberg-Urteil 1882: Woher nahm das PrOVG das Recht, polizeiliche Ermaechtigung so eng auszulegen?
- Otto Mayers Verwaltungsrecht: Ist das staatsrechtliche System noch für die heutige Verwaltung tauglich?
- Polizeiliches Ermessen: Wie weit reicht es in Krisenlagen?
- VwGO vs. VwVfG: Wer praegte das Verwaltungsrecht staerker?
- NS-Verwaltungsrecht: Was ueberlebte nach 1945 in der BRD?
Methodik
- Kreuzberg-Urteil 1882: PrOVGE 9, 353 in historischen Entscheidungssammlungen
- VwGO und VwVfG: gesetze-im-internet.de
- Otto Mayer, Deutsches Verwaltungsrecht (2 Bde., 1895/96): historische Edition, Bandangabe und Seite
- BVerwG: bverwg.de für vollstaendige Entscheidungen
1---2name: verwaltungsrecht-und-polizeirecht3description: Für Verwaltungsrecht und Polizeirecht: ordnet Norm, Beweislast und Gegenargument; Ergebnis: Prüfprodukt mit Risiko und nächstem Schritt.4---56# Verwaltungsrecht und Polizeirecht78## Historische Quellenanker910Vor einer rechtlichen Schlussfolgerung diese Anker am aktuellen Normtext prüfen; Spezial- und Landesrecht nur hinzunehmen, wenn es den konkreten Auftrag traegt:1112- `Art. 20 Abs. 3 GG` — rechtsstaatlicher Gegenwartsanker.13- `Art. 1 Abs. 1 GG` — Menschenwuerde als Zäsur- und Kontinuitaetsmassstab.14- `Art. 123 Abs. 1 GG` — Fortgeltung vorkonstitutionellen Rechts.15- `Art. 125 GG` — Fortgeltung als Bundesrecht.16- `Art. 126 GG` — Meinungsverschiedenheiten über Fortgeltung.17- `Art. 20 Einigungsvertrag` — öffentlicher Dienst und Rechtsuebergang.18- `Art. 21 Einigungsvertrag` — Verwaltungsvermögen.19- `Art. 22 Einigungsvertrag` — Finanzvermoegen.20- `§ 1 VermG` — Anwendungsbereich Vermögensgesetz.21- `§ 3 VermG` — Rückübertragung.2223Rechtsprechung nur ergänzen, wenn Gericht, Datum, Aktenzeichen und eine frei prüfbare Quelle vorliegen; keine BeckRS-/juris-Blindzitate verwenden.2425## Arbeitsweg2627- Rolle, Ziel und gewünschtes Arbeitsprodukt klären: Wer handelt, welche Entscheidung steht an, welche Frist läuft und welcher Output wird gebraucht?28- Fristen und Eilrisiken zuerst markieren: historisch — Verjährung nach jeweiliger Quelle; heutige Relevanz über Art. 184 ff. EGBGB und Auslegungshilfe für Grundrechtsverständnis.29- Tragende Normen verifizieren: Sachsenspiegel, Schwabenspiegel, Carolina (CCC 1532), Preußisches ALR 1794, Code civil (1804), Sächsisches BGB 1865, BGB 1900, WRV 1919, GG 1949; rechtshistorische Quellen MGH, Constitutiones — Fundstellen über gesetze-im-internet.de, dejure.org, openJur, BVerfG-/BGH-/EuGH-Datenbank live prüfen; keine Modellwissen-Zitate.30- Zuständige Stelle bestimmen und Adressaten richtig wählen: Rechtshistoriker, Quelleneditionen, Lehrstühle für deutsche Rechtsgeschichte, Verfassungsrechtler (Auslegungshintergrund), Restitutionsverfahren mit historischem Anker.31- Dokumente und Beweismittel sammeln und auf Lücken prüfen: Quellenedition, rechtshistorisches Gutachten, Vorlesungsskript, dogmenhistorischer Aufsatz, Verfassungsentstehungsgeschichte — fehlende Belege durch Akteneinsicht oder Rückfrage beim Mandanten beschaffen, Live-Check für tagesaktuelle Normänderungen und Verwaltungspraxis.3233## Worum es geht3435Das deutsche Verwaltungsrecht nahm im 19. Jh. seine moderne Form an. Das preussische Oberverwaltungsgericht entwickelte mit dem Kreuzberg-Urteil 1882 (PrOVGE 9, 353) den Grundsatz, dass polizeiliche Generalermaechtigung nicht für oekonomische oder aesthetische Zwecke genutzt werden darf - Geburtsstunde des rechtsstaatlichen Polizeirechts. Otto Mayer (Deutsches Verwaltungsrecht, 2 Bde., 1895/96) systematisierte das allgemeine Verwaltungsrecht. Die VwGO 1960 (BGBl. I 1960, 17) schuf das einheitliche Verwaltungsprozessrecht. Das VwVfG 1976 (BGBl. I 1976, 1253) kodifizierte das Verwaltungsverfahrensrecht.3637## Kernnormen / Kernquellen3839- **PrOVGE 9, 353 (Kreuzberg-Urteil 1882)**: Grenzen polizeilicher Generalermaechtigung40- **PrPVG 1931**: Preussisches Polizeiverwaltungsgesetz, Muster für Länderrecht41- **VwGO 1960 (BGBl. I 1960, 17)**: Verwaltungsprozessrecht der BRD42- **VwVfG 1976 (BGBl. I 1976, 1253)**: Allgemeines Verwaltungsverfahrensrecht43- **GG Art. 19 Abs. 4**: Rechtsschutzgarantie als verfassungsrechtlicher Kern4445## Akteure und Institutionen4647- **Preussisches Oberverwaltungsgericht (PrOVG)**: Wegbereiter des Verwaltungsrechts48- **Otto Mayer** (1846-1924): Begruender der allgemeinen Verwaltungsrechtslehre49- **Walter Jellinek** (1885-1955): Verwaltungsrechtslehre der Weimarer Republik50- **BVerwG**: Leitinstanz seit 19535152## Typische Streitfragen / Forschungsfragen53541. Kreuzberg-Urteil 1882: Woher nahm das PrOVG das Recht, polizeiliche Ermaechtigung so eng auszulegen?552. Otto Mayers Verwaltungsrecht: Ist das staatsrechtliche System noch für die heutige Verwaltung tauglich?563. Polizeiliches Ermessen: Wie weit reicht es in Krisenlagen?574. VwGO vs. VwVfG: Wer praegte das Verwaltungsrecht staerker?585. NS-Verwaltungsrecht: Was ueberlebte nach 1945 in der BRD?5960## Methodik6162- Kreuzberg-Urteil 1882: PrOVGE 9, 353 in historischen Entscheidungssammlungen63- VwGO und VwVfG: gesetze-im-internet.de64- Otto Mayer, Deutsches Verwaltungsrecht (2 Bde., 1895/96): historische Edition, Bandangabe und Seite65- BVerwG: bverwg.de für vollstaendige Entscheidungen