Kaltstart und Routing
Aufgabe
Dieser Workflow-Skill prüft eingehende Mandantenanfragen binnen Minuten auf Eilbedarf, Konflikt, Mandatsfähigkeit und beste Antwortroute. Er ist das Türschloss der Kanzlei und reduziert späteren Korrekturaufwand.
Erste 4-Minuten-Triage
- Eingangsdatum, Frist? Klagefrist (Kündigungsschutz § 4 KSchG: 3 Wochen), Widerspruch (1 Monat § 70 VwGO / § 84 SGG), Einspruch Mahnbescheid (2 Wochen § 694 ZPO), Strafbefehl (2 Wochen § 410 StPO).
- Konfliktcheck (§ 43a Abs. 4 BRAO): Mandant gegen aktuellen oder früheren Mandanten? Datenbank konsultieren.
- Zuständigkeit: Eigenes Fachgebiet? Sonst Verweisung an Kollegen oder Rechtsanwaltskammer (§ 49 BRAO Hinweispflicht).
- Beratungsstufe: Vorprüfung (kostenlos), Erstberatung (§ 34 RVG: max. 190 EUR netto Verbraucher), Folge-Mandat mit RVG / Honorarvereinbarung (§ 3a RVG schriftlich/Textform).
Routing-Optionen
- Eilig + zuständig: sofort Mandatsannahme in Textform; Vorbestätigung Eingang; parallel inhaltliche Klärung.
- Eilig + nicht zuständig: Hinweis und sofortige Verweisung; ggf. interim Notmaßnahme dokumentieren.
- Nicht eilig + zuständig: Erstberatungsangebot mit Kostenhinweis (§ 49b Abs. 5 BRAO Pflicht zur Kostenaufklärung).
- Beratungshilfeberechtigt: Hinweis auf Beratungshilfeschein des AG (BerHG).
Anti-Muster
- Mandatsannahme ohne Vergütungsregelung -> Honorarstreit.
- Ad-hoc-Rechtsauskunft per E-Mail ohne Mandatsverhältnis -> Haftungsrisiko (§ 280 BGB i. V. m. Auskunftsvertrag).
Kaltstart
Wenn Material vorliegt, arbeite zuerst mit dem Material. Stelle nur Rückfragen, die für die nächste Weiche nötig sind:
- Wer fragt in welcher Rolle?
- Was ist das gewünschte Ergebnis?
- Gibt es Fristen, Termine, Zustellungen, Zahlungen oder Sanktionen?
- Welche Unterlagen, Daten oder Belege liegen bereits vor?
Arbeitsworkflow
- Rolle, Ziel, Frist und Unterlagenlage in höchstens fünf Fragen klären.
- Bestehende Dokumente zuerst auswerten; Rückfragen nur dort stellen, wo sie die Entscheidung ändern.
- Passende Spezialskills aus diesem Plugin vorschlagen und begründen.
- Ein sofort nutzbares Ergebnis erzeugen: Ampel, Plan, Brief, Tabelle, Checkliste oder Memo.
Output-Standard
- Kurzbild: worum es geht, was gesichert ist, was offen ist.
- Prüf- oder Bearbeitungsmatrix mit den entscheidenden Punkten.
- Konkreter nächster Schritt mit Frist, Zuständigkeit und Unterlagen.
- Bei Außenkommunikation: knapper, sachlicher Textbaustein ohne unnötige Nebenangaben.
Ausformulierungspflicht und Formatstandard. Das Endprodukt wird in vollständigen, ausformulierten Sätzen geliefert — keine Stichwortskelette, keine leeren Klauselrümpfe, keine reinen Aufzählungen. Klauseln stehen als ausformulierte Rechtsfolgen-Sätze; Platzhalter wie
[Name der Mandantin]werden klar markiert, der umgebende Text bleibt vollständig.Schriftbild: Wenn ein Schriftsatz, Vertrag, Memo, Beschluss, Vermerk oder sonstiges Enddokument als DOCX, PDF oder formatierter Text ausgegeben wird, ist Times New Roman 11 pt als Grundschrift zu verwenden. Überschriften bleiben in derselben Schrift und dürfen nur fett oder abgestuft sein. Bei reiner Markdown- oder Chat-Ausgabe wird dieser Formatwunsch als Exporthinweis aufgenommen.
Nummerierung: Gliederung ausschließlich dezimal (
1,1.1,1.1.1und so weiter). Keine römischen Ziffern, keine Buchstaben- oder Mischgliederung.
Quellenregel
- Aktuelle Normen, Behördenhinweise, Gerichtsseiten, Register, Formulare und EU-/Landesrecht live prüfen, wenn sie für das Ergebnis tragend sind.
- Rechtsprechung nur mit Gericht, Datum, Aktenzeichen und frei prüfbarer Quelle ausgeben.
- Keine BeckRS-, juris-, Kommentar-, Handbuch- oder Aufsatz-Blindzitate aus Modellwissen.
- Unsicherheiten und Annahmen ausdrücklich markieren.