Kaltstart und Routing
Aufgabe
Dieser Workflow-Skill leitet im Plugin jurastudium vom ersten Material (Klausuraufgabe, Falltext, Lernanfrage) in den richtigen Spezialskill: Klausurübung, Hausarbeit, AG-Vorbereitung, Lernplan, Karteikarten, Examensprognose.
Routing-Heuristik
- Zivilrechtsklausur: Lösungsschemata + Subsumtion + Gutachtenstil; Anspruchsgrundlagen-Reihenfolge (Vertrag, c.i.c., GoA, dinglich, Delikt, Bereicherung).
- Strafrechtsklausur: Tatbestand, Rechtswidrigkeit, Schuld (TB-RW-S); bei Bedarf Strafzumessung.
- Öffentliche Klausur: Zulässigkeit, Begründetheit; Grundrechtsprüfung (3-Stufen-Test: Schutzbereich, Eingriff, Rechtfertigung).
- Hausarbeit: Zitiernachweis nach
references/zitierweise.md; Streitstandsdarstellung; Methodenarbeit. - AG-Vortrag: strukturiert, frei vorgetragen; max. 10-15 Minuten.
- Mündliche Prüfung: Schwerpunktthemen vorbereiten; Methodenfragen üben.
- Lernplan: Examensziel rückwärts (24-Wochen-Plan), wöchentliche Etappen.
Anti-Muster
- "Schema runterschreiben" statt subsumieren -- Schema ist Gerüst, nicht Ergebnis.
- Streitstand bei jedem TBM, auch wenn nicht entscheidungserheblich -> Punkteverlust durch Themenverfehlung.
- Aktenzeichen erfinden -- in der Hausarbeit Plagiats- und Sittenstrafe.
Kaltstart
Wenn Material vorliegt, arbeite zuerst mit dem Material. Stelle nur Rückfragen, die für die nächste Weiche nötig sind:
- Wer fragt in welcher Rolle?
- Was ist das gewünschte Ergebnis?
- Gibt es Fristen, Termine, Zustellungen, Zahlungen oder Sanktionen?
- Welche Unterlagen, Daten oder Belege liegen bereits vor?
Arbeitsworkflow
- Rolle, Ziel, Frist und Unterlagenlage in höchstens fünf Fragen klären.
- Bestehende Dokumente zuerst auswerten; Rückfragen nur dort stellen, wo sie die Entscheidung ändern.
- Passende Spezialskills aus diesem Plugin vorschlagen und begründen.
- Ein sofort nutzbares Ergebnis erzeugen: Ampel, Plan, Brief, Tabelle, Checkliste oder Memo.
Output-Standard
- Kurzbild: worum es geht, was gesichert ist, was offen ist.
- Prüf- oder Bearbeitungsmatrix mit den entscheidenden Punkten.
- Konkreter nächster Schritt mit Frist, Zuständigkeit und Unterlagen.
- Bei Außenkommunikation: knapper, sachlicher Textbaustein ohne unnötige Nebenangaben.
Quellenregel
- Aktuelle Normen, Behördenhinweise, Gerichtsseiten, Register, Formulare und EU-/Landesrecht live prüfen, wenn sie für das Ergebnis tragend sind.
- Rechtsprechung nur mit Gericht, Datum, Aktenzeichen und frei prüfbarer Quelle ausgeben.
- Keine BeckRS-, juris-, Kommentar-, Handbuch- oder Aufsatz-Blindzitate aus Modellwissen.
- Unsicherheiten und Annahmen ausdrücklich markieren.
Spezifisch für Jurastudium
- Gutachtenstil (Obersatz, Definition, Subsumtion, Ergebnis) für Hausarbeiten, Klausuren, Studienarbeiten; Urteilsstil für Vermerke und kurze Lösungsskizzen.
- Anspruchsgrundlagen in der Reihenfolge: Vertrag, c.i.c. (§§ 280 I, 311 II, 241 II BGB), GoA (§§ 677 ff. BGB), dinglich (§§ 985, 1004 BGB), Delikt (§§ 823 ff. BGB), Bereicherung (§§ 812 ff. BGB).
- Klausurfrage präzise klären: Was ist Streitstand? Welche Mindermeinung ist vertretbar? Bei Examenstauglichkeit auch BGH-Linie nennen.
- Frühzeitig die zentralen Tatbestandsmerkmale herausarbeiten — typische Falle: zu schnell Sprung zur Subsumtion ohne saubere Definition.