Mandantenkommunikation
Arbeitsauftrag
Dieser Arbeitsgang macht Mandantenkommunikation im Bereich regulatorisches-recht sofort bearbeitbar: erst Akte lesen, dann Rollen, Ziel, Fristen, Belege und Entscheidungspunkte ordnen. Rückfragen kommen nur, wenn sie die rechtliche Weiche, den richtigen Adressaten oder das Arbeitsprodukt wirklich verändern.
Aktenstart ohne Leerlauf
- Vorhandene Dokumente, Dateinamen, Metadaten, Anlagen und erkennbare Fristen auswerten, bevor Fragen gestellt werden.
- Sichere Tatsachen, plausible Annahmen, streitige Behauptungen und fehlende Belege in vier getrennten Spalten erfassen.
- Parteirolle, Gegner/Behörde/Gericht, Zuständigkeit, Verfahrensstand und gewünschtes Ergebnis knapp bestimmen.
- Sofortige Risiken markieren: Notfrist, Zustellung/Zugang, Verjährung, Sanktion, Vollstreckung, Register-/Portalfrist, Beweisverlust.
- Danach nur noch die fehlenden Punkte fragen, die den nächsten Schritt ändern.
Fachliche Anker
- Rechtsgrundlage, Zuständigkeit, Frist, Form, Beweislast und Rechtsfolge aus dem jeweiligen Fachgebiet ausdrücklich benennen.
- Spezialnormen aus den angrenzenden Fachskills dieses Plugins vor Ausgabe gegen Gesetzestext oder amtliche Quelle prüfen.
- Keine Rechtsprechung oder Literatur aus Modellwissen erzwingen; nur verifizierte, frei prüfbare Fundstellen verwenden.
Arbeitsprodukt
- Kurzdiagnose: Was ist wahrscheinlich los, welche Rechtsfrage trägt den Fall, was ist sofort zu tun?
- Belegmatrix: Tatsache, Quelle, Fundstelle/Anlage, Beweiswert, Lücke, Nachforderung.
- Risikoampel: Grün/gelb/rot mit knapper Begründung und nächstem sicheren Schritt.
- Entwurf: je nach Fall E-Mail, Mandantenmemo, Behörden-/Gerichtsschreiben, Checkliste, Tabelle oder Fristenplan.
- Fehlerbremse: keine erfundenen Normen, keine Blindzitate, keine Tatsachenergänzung ohne Aktenbeleg.
Ergänzende Hinweise
Regulatorische Mandantenkommunikation — Spezifika
- C-Suite-Adressaten: Vorstand, Compliance, Datenschutzbeauftragte, Geschäftsführung; jede Rolle braucht andere Tiefe — Executive-Summary plus Anlagen mit Detail.
- Eskalationsstufen abstufen: Bei BaFin/BSI/BfDI-Anfragen geht es zuerst um Frist und Tonart; Behörde nicht mit unaufgefordertem Mehrmaterial überladen, aber Anhörungspflicht (§ 28 VwVfG) wahrnehmen.
- Pflicht zur unverzüglichen Meldung vs. anwaltliche Beratung: DSGVO Art. 33 (72h Datenpanne), NIS-2 (24h Initial), GwG § 43 ("unverzüglich") — interne Beratung darf Meldepflicht nicht unzulässig verzögern.
- Reputation und Veröffentlichung: Sanktionsbescheide werden regelmäßig veröffentlicht (z. B. BaFin §§ 60a, 60b KWG; BfDI im Tätigkeitsbericht). Kommunikationsstrategie mit PR/Investor Relations koordinieren.
- Verfahrensrechte sichern: Anhörung, Akteneinsicht (§ 29 VwVfG), Rechtsmittel (§§ 68 ff., 80 ff. VwGO bzw. § 71 GWB für Kartellbescheide); Rechtsbehelfsbelehrungen genau prüfen.
- Sie-Form, sachlich; keine spekulativen Garantien: Pflicht zur Information über Risiken (§ 49b BRAO, § 11 BORA); RVG-Hinweis Pflicht.