KI-Kennzeichnung
Legt das offizielle EU-Label der Europäischen Kommission auf KI-Bilder — sichtbar im Bild, nicht nur in den Metadaten.
Zuerst klären: welches Label?
| Situation | Label | --typ |
|---|---|---|
| Bild vollständig von einer KI erzeugt | AI GENERATED | generated (Standard) |
| Echtes Foto, mit KI nachbearbeitet | AI MODIFIED | modified |
| Nur das AI-Zeichen ohne Zusatz | AI | ai |
Der Unterschied ist inhaltlich, nicht kosmetisch: Wer ein echtes Produktfoto retuschiert, kennzeichnet nicht mit „AI GENERATED".
Anwenden
python ~/.claude/skills/ki-kennzeichnung/ki_label.py <ordner-oder-datei>
Originale bleiben unangetastet, Ergebnisse landen im Unterordner mit-label/.
Optionen, falls nötig:
| Flag | Standard | Zweck |
|---|---|---|
--typ |
generated |
Labelvariante, siehe Tabelle oben |
--position |
ur |
ur/ul/or/ol — unten/oben rechts/links |
--breite |
0.22 |
Labelbreite als Anteil der Bildbreite |
--rand |
0.030 |
Randabstand als Anteil der Bildbreite |
--schwelle |
125 |
ab welcher Helligkeit der Grund als hell gilt |
Das Skript misst pro Bild die Helligkeit genau dort, wo das Label landet, und wählt danach die dunkle oder helle Badge-Variante. Deshalb funktioniert derselbe Aufruf für einen hellen Studio-Freisteller und ein nächtliches Innenraumbild.
Was beim Prüfen des Ergebnisses zählt
Sieh dir mindestens ein helles und ein dunkles Ergebnis tatsächlich an, bevor du „fertig" meldest. Die kritischen Fälle sind Bilder, deren Helligkeit im Zielbereich nahe der Schwelle liegt, und Bilder mit gemischtem Grund unter dem Label (halb heller Boden, halb dunkler Schatten) — dort kann der Kontrast kippen. Gegenmittel: andere Ecke über --position, oder Schwelle anpassen.
Rechtlicher Rahmen — die vier Punkte, die in der Praxis falsch gemacht werden
Ausführlich in references/rechtslage.md. Das Wichtigste:
- Der Plattform-Haken genügt nicht. Das „Made with AI"-Label von Meta, TikTok oder YouTube beruht auf deren Nutzungsbedingungen, nicht auf Art. 50 AI Act. Es erfüllt die gesetzliche Pflicht nicht. Trotzdem setzen — sonst droht Ärger mit der Plattform selbst.
- Metadaten genügen nicht. Der Hinweis muss beim ersten Betrachten erkennbar sein. C2PA-Daten oder SynthID im Hintergrund reichen dafür nicht.
- Ein Hinweis im Anzeigentext ist riskant. Meta kappt den Primärtext nach etwa 125 Zeichen hinter „Mehr anzeigen". Steht der Hinweis dahinter, ist er nicht beim ersten Betrachten sichtbar. Deshalb ins Bild.
- Nicht jedes KI-Bild ist kennzeichnungspflichtig — aber die Auslegung ist offen. Der Streit hängt am Wort „wirklichen" in der Deepfake-Definition. Solange keine Rechtsprechung existiert, ist Kennzeichnen die günstigere Wette: Der Aufwand ist ein Skriptlauf, eine Abmahnung ist vierstellig.
Das ist kein Rechtsrat. Bei größeren Kampagnen gehört der Leitfaden der Wettbewerbszentrale zu KI-generierten Inhalten gelesen.
Der bessere Weg, wo möglich
Kennzeichnung löst ein rechtliches Problem, kein gestalterisches. Sobald echtes Produktmaterial vorliegt, sind echte Fotos die bessere Antwort: kein Auslegungsrisiko, und sie unterscheiden die Marke von allen anderen, die dasselbe Produkt mit denselben Generatoren bewerben. KI-Bilder eignen sich zum schnellen Testen, welche Motive überhaupt ziehen — als Dauerlösung sind sie eine Notlösung.