KG und Personengesellschaften
Fachlicher Anker
- Normen: §§ 3, §§ 76, §§ 105.
- Entscheidungs-/Quellenanker: Tragende Rechtsprechung nur mit Gericht, Datum, Aktenzeichen und frei prüfbarer Quelle einsetzen; keine Entscheidung aus Modellwissen erzwingen.
- Quellenhygiene:
references/quellenhygiene.md und references/zitierweise.md beachten.
Fachkern: KG und Personengesellschaften
- Normen-/Quellenanker: GmbHG, AktG, HGB, UmwG, WpHG/MAR, GWB/FKVO, AWG/AWV, LMA-Finanzierung, Beirats-/Organregeln, SPA/SHA/Term-Sheet-Praxis.
- Entscheidende Weiche: Dealphase, Mandantenrolle, CP/Consent, Haftung, Disclosure, Signing/Closing, Notar/Register, Beirat/Organ und Verhandlungstaktik trennen.
- Arbeitsprodukt: Liefere eine fallbezogene
Norm / Tatsache / Beleg / Wertung / Gegenargument / nächster Schritt-Matrix und einen direkt nutzbaren Textbaustein, wenn der Nutzer einen Entwurf braucht.
Zweck
Dieser Skill führt ein Big-Law Corporate/M&A-Mandat durch den Arbeitsbereich SPA/APA, Disclosure, Signing, Closing und Post-Closing-Mechanik. Er übersetzt die vorhandenen Unterlagen in einen verwertbaren Deal-Befund, trennt gesicherte Tatsachen von Annahmen und zwingt zu einem senior-review-fähigen nächsten Schritt. Adressaten sind Partner, Counsel, Associates, Legal-Operations-Team und Inhouse-Counsel in großvolumigen Transaktionen.
Wann wird dieser Skill aufgerufen
Typische Auslöser:
- "Ich habe hier KG und Personengesellschaften und brauche einen belastbaren nächsten Schritt."
- "Bitte prüfe das für ein M&A-Mandat aus Sicht von Buy-side, Sell-side oder Target."
- "Mach daraus eine Partner-/Mandantenunterlage mit Risiken, Annahmen und offenen Punkten."
- "Welche Dokumente, Registerauszüge, Freigaben oder Fristen fehlen noch?"
Nicht dieser Skill ist vorrangig, wenn zuerst das Mandat selbst angelegt, die Deal-Phase bestimmt oder ein unklarer Upload triagiert werden muss. Dann beginne mit /grosskanzlei-corporate-ma:grosskanzlei-corporate-ma-kommandocenter oder /grosskanzlei-corporate-ma:grosskanzlei-corporate-ma-deal-intake. Wenn der Nutzer ausdrücklich nur eine kurze Sprachfassung, Übersetzung oder E-Mail will, arbeite knapp und route nicht in einen Deep-Dive.
Voraussetzungen und Kontext laden
Lies zuerst, falls vorhanden, den Matter-Workspace unter ~/.config/claude-für-deutsches-recht/grosskanzlei-corporate-ma/mandate/<slug>/: mandat.md, history.md, chronologie.md, fristen.yaml und den aktuellen Dokumentenlog. Wenn kein Workspace existiert, frage nur die Mindestdaten ab: Rolle der Kanzlei, Deal-Typ, Zielgesellschaft, Käufer/Verkäufer, Jurisdiktionen, Signing-/Closing-Zeitplan, Vertraulichkeitsstufe und gewünschtes Output-Format.
Benötigte Unterlagen:
- aktueller Vertragsentwurf, Markup, Term Sheet und Annex-/Schedule-Struktur.
- CP-Tracker, Closing Deliverables, Board-/Shareholder-Approvals.
- Disclosure Letter, Knowledge-Definition, W&I-Underwriting-Liste.
Arbeite mit diesen Variablen: deal_name, rolle, deal_phase, target, gegenpartei, jurisdiktionen, frist_oder_closing, materiality_threshold, owner, source_tag.
Workflow
- Deal-Kontext fixieren. Bestimme Rolle, Phase, Transaktionsstruktur, Zielgesellschaft und Entscheidungsempfänger. Wenn Rolle oder Phase fehlen, frage genau eine Rückfrage; bei Fristdruck arbeite mit
[Annahme - prüfen] weiter.
- Quellen inventarisieren. Liste alle Dokumente mit Datum, Version, Quelle, Datenraum-ID und Vertraulichkeitsstufe. Markiere Uploads als
[Mandant], öffentliche Register als [Register], Gerichts-/Behördenquellen als [Primärquelle] und Modellwissen als [Modellwissen - prüfen].
- Rechts- und Workstream-Schnittstellen trennen. Ordne Punkte in Corporate, Commercial, Tax, Regulatory, Finance, IP/IT, HR, Litigation, Real Estate, ESG und PMO. Vermische DD-Finding, Vertragsfolge und Closing-Aufgabe nicht in einem Satz.
- Materiality-Schwelle setzen. Übernimm Schwellen aus LOI, SPA, DD-Scope oder Kanzlei-Playbook. Fehlt sie, schlage eine vorläufige qualitative Ampel vor: Dealbreaker, Price/Indemnity, Signing/Closing Condition, Disclosure-only, Housekeeping.
- Normenprüfung durchführen. Prüfe die unten genannten Normgruppen nicht abstrakt, sondern bezogen auf den konkreten Deal-Schritt: Wirksamkeit, Zustimmung, Vollzugshindernis, Haftung, Offenlegung, Frist, Beweisquelle.
- Belegkette bauen. Jede wesentliche Aussage braucht Quelle, Dokument, Fundstelle und Unsicherheitsmarker. Keine Fundstelle erfinden. Wenn ein Registerauszug, eine BGH-/EuGH-Entscheidung oder Behördenpraxis nicht abrufbar ist, steht ausdrücklich
[zu verifizieren].
- Risikomatrix erstellen. Gib pro Punkt aus: Sachverhalt, Rechtsfrage, Norm, Subsumtion, Risikoampel, wirtschaftliche Auswirkung, empfohlene Aktion, Owner, Deadline und Folge-Skill.
- Draft oder Review-Gate wählen. Wenn die Tatsachen reichen, liefere den gewünschten Output. Wenn nicht, liefere eine Information-Request-Liste oder ein Senior-Review-Memo mit genau den offenen Entscheidungen.
- Hand-off vorbereiten. Überführe Findings in Datenraum-Q&A, SPA-Markup, CP-Tracker, Board Paper, Mandantenmail oder Closing Bible. Verweise auf den konkreten Anschluss-Skill unten.
- Abschlusskontrolle. Prüfe: keine ungeprüften Aktenzeichen, keine BeckRS-Blindzitate, keine automatische Außenkommunikation, keine vertraulichen Informationen außerhalb des Need-to-know-Kreises.
Pruefraster im Gutachtenstil
Obersatz: Zu prüfen ist, ob der im Skill bearbeitete Deal-Schritt rechtlich tragfähig, praktisch vollziehbar und für die gewählte Mandatsseite taktisch sinnvoll ist.
1. Mandats- und Rollenrahmen. Zunächst muss feststehen, wer vertreten wird. Maßgeblich sind Mandatsvereinbarung, Konfliktprüfung und Vertraulichkeitsrahmen. Ist die Rolle unklar, darf kein parteilicher Vertrags- oder Verhandlungsoutput als final erscheinen; zulässig ist nur eine neutrale Struktur- oder Fragenliste.
2. Wirksamkeit und Corporate Authority. Bei Anteils- und Strukturmaßnahmen sind Vertretungsmacht, Zustimmungserfordernisse, Form und Registerlage zu prüfen. Relevanter Kern:
- BGB §§ 133, 157, 241 Abs. 2, 280, 311 Abs. 2, 433 und 453 für Kaufvertrag und Auslegung.
- GmbHG §§ 15 und 16 für Anteilsübertragung und Gesellschafterliste.
- AktG §§ 76, 93, 111 und 179a für Leitungs-/Kontrollpflichten und Strukturmaßnahmen.
- BGB § 158 für Closing Conditions und Bedingungseintritt.
3. Organpflichten und Business Judgment. Bei Geschäftsleitungs- oder Aufsichtsratsentscheidungen ist zu fragen, ob die Entscheidung auf angemessener Informationsgrundlage, ohne sachfremde Interessen und zum Wohl der Gesellschaft vorbereitet ist. Für die Pflicht zur eigenverantwortlichen Prüfung von Ansprüchen und Organverantwortung ist BGH, 21.04.1997 - II ZR 175/95, ARAG/Garmenbeck, als Leitentscheidung zu markieren: https://dejure.org/1997,161 [dejure.org].
4. Register- und Gesellschafterlistenlogik. Bei GmbH-Anteilen, Einziehung, Vollmachtskette oder Closing-Fähigkeit ist § 16 GmbHG gesondert zu prüfen. Zur Legitimationswirkung der Gesellschafterliste: BGH, 20.11.2018 - II ZR 12/17, abrufbar über BGH-Datenbank und dejure: https://dejure.org/2018,47817 [BGH-Datenbank/dejure.org].
5. Regulatory und Vollzugshindernisse. Wenn Fusionskontrolle, AWV/FDI, MAR, GwG, Sanktionen oder branchenspezifische Genehmigungen berührt sind, lautet der Zwischensatz nicht nur „Risiko“, sondern: Anmeldung erforderlich? Vollzugsverbot? Closing Condition? Long-Stop-Date gefährdet? Bußgeld- oder Nichtigkeitsfolge?
6. Subsumtion. Subsumtion erfolgt dokumentennah: Jede rechtliche Annahme bekommt eine Tatsachenquelle. Beispiel: § 15 GmbHG notarielle Form erfüllt? nur bejahen, wenn Entwurf/Urkunde/Notarbestätigung vorliegt. § 41 GWB Vollzug gesperrt? nur bejahen, wenn Zusammenschluss, Schwellen und fehlende Freigabe geprüft sind.
Zwischenergebnis: Das Ergebnis ist als Ampel zu formulieren: grün mit Beleg, gelb mit offener Information, rot mit Handlungssperre. Rot bedeutet in M&A regelmäßig: nicht signen, nicht closen, nicht offenlegen oder nicht extern versenden, bevor Partner/Spezialist freigegeben hat.
Output-Module
- Deal-Vermerk: Executive Summary, Sachverhalt, Normen, Subsumtion, Risikoampel, Empfehlung.
- Issue List: Tabelle mit Finding, Quelle, Risiko, Vertragsfolge, Preis-/Indemnity-Folge, Owner, Deadline.
- Information Request: präzise Fragen an Mandant, Gegenseite oder Datenraum-Team, jeweils mit Grund und Priorität.
- Drafting-Anschluss: Klauselvorschlag, Markup-Kommentar, Disclosure-Punkt, CP-Formulierung oder Board-Paper-Abschnitt.
- Matter-Update: kurzer Eintrag für
history.md und ggf. Frist-/Owner-Eintrag für fristen.yaml.
Quellen und Zitierregel
Nutze nur frei prüfbare Quellen oder vom Nutzer bereitgestellte/lizenzierte Quellen. Rechtsprechung nur mit Gericht, Entscheidungsdatum, Aktenzeichen und Link auf dejure.org, openjur.de, bundesgerichtshof.de, bundesverfassungsgericht.de, curia.europa.eu oder eur-lex.europa.eu. Keine BeckRS-Alleinzitate, keine anwalt24-Belege, keine erfundenen Randnummern. Quellen-Tags: [Mandant], [Register], [BGH-Datenbank], [dejure.org], [EUR-Lex], [Web-Recherche - prüfen], [Modellwissen - prüfen].
Hand-Off zu anderen Skills
Nach diesem Skill weiter mit:
/grosskanzlei-corporate-ma:grosskanzlei-corporate-ma-spa-apa-entwurf - wenn der Befund in Vertragsentwurf, Markup oder Key-Issues-Liste einfließen soll.
/grosskanzlei-corporate-ma:grosskanzlei-corporate-ma-vertragsmarkup-key-issues - wenn der Befund in Vertragsentwurf, Markup oder Key-Issues-Liste einfließen soll.
/grosskanzlei-corporate-ma:grosskanzlei-corporate-ma-disclosure-schedules - wenn Garantien, Knowledge und Disclosure Letter abgeglichen werden.
/grosskanzlei-corporate-ma:grosskanzlei-corporate-ma-signing-closing-conditions - wenn CPs, Closing Deliverables oder Signing Pack koordiniert werden.
/grosskanzlei-corporate-ma:grosskanzlei-corporate-ma-closing-bible-archiv - wenn CPs, Closing Deliverables oder Signing Pack koordiniert werden.
Was dieser Arbeitsgang nicht macht
- Er ersetzt keine Partnerentscheidung über Deal-Taktik, Signing-Freigabe oder Closing-Freigabe.
- Er führt keine automatische Außenkommunikation an Gegenseite, Behörde, Notar, Datenraumteilnehmer oder Mandant aus.
- Er behauptet keine Registerlage, Behördenpraxis oder Rechtsprechung ohne prüfbare Quelle.
- Er vermischt nicht DD-Finding, Vertragsrisiko und wirtschaftliche Bewertung; diese Ebenen bleiben getrennt.
- Er trifft keine steuerliche, kartellrechtliche, sanktionsrechtliche oder ausländische Rechtsaussage final ohne Spezialisten-Review.
- Er behandelt vertrauliche Daten nur innerhalb des Need-to-know-Kreises und markiert sensible Informationen für Clean-Room oder Insiderlisten.
Berufsrechtliche Hinweise
Vor Mandatsarbeit sind Interessenkonflikte nach § 43a BRAO und § 3 BORA, Verschwiegenheit nach § 43a Abs. 2 BRAO, Vergütungsrahmen nach § 49b BRAO und GwG-Sorgfaltspflichten zu beachten. Bei personenbezogenen Daten gelten DSGVO Art. 5, 6, 25 und 32. Bei Drittakten, Datenräumen, Akteneinsicht oder Clean-Room-Material ist der Zweckbindungsrahmen zu prüfen; Material aus einem Mandat darf nicht stillschweigend in ein anderes Mandat übernommen werden.
Bisheriger Skill-Kern, integriert und weiterzuverwenden
KG und Personengesellschaften
Zweck
Spezialfür KG, GmbH & Co. KG, Fondsvehikel, Kommanditistenwechsel, Einlagen, Haftsumme und Register nach MoPeG und HGB.
Triage — klaere vor Beginn
- Welche Rechtsform liegt vor — OHG, KG, GmbH & Co. KG, PartG, PartGmbB, Limited Partnership?
- Soll eine Kommanditistenstellung uebertragen werden — Anteilsuebertragung, Teileintritt, Erhöhung Einlage?
- Wie hoch ist die Hafteinlage und die tatsaechlich geleistete Einlage — sind Haftungsvoraussetzungen (§§ 171-172 HGB) durch Einlagenrueckgewaehr veraendert worden?
- Sind Vollmachten und Vertretungsregelungen aktuell — wer ist Komplementaer und wie wird er vertreten?
- Gilt das Gesellschaftsregister nach MoPeG (GbR-Register) — Eintragungspflicht für GbR?
- Gibt es Fondsstrukturen (z.B. Investmentkommanditgesellschaft § 124 KAGB)?
Zentrale Rechtsgrundlagen
- §§ 161-177 HGB — KG: Kommanditistenhaftung bis zur Hoehe der Einlage; Haftung erneut auflebt nach Rueckgewaehr (§ 172 Abs. 4 HGB)
- §§ 171-172 HGB — Haftung des Kommanditisten: nur bis zur Einlage; haftet erneut, wenn Einlage herabgesetzt oder zurueckgezahlt wird
- § 706 BGB n.F. (MoPeG) — Gesellschaftsregister für GbR; Eintragungspflicht ab 01.01.2024; Grundstuckserwerb nur als eingetragene GbR (eGbR) moeglich
- §§ 705-740 BGB n.F. (MoPeG) — modernisiertes Personengesellschaftsrecht ab 01.01.2024
- § 124 KAGB — Investmentkommanditgesellschaft (InvKG): Sonderform für Fondsvehikel; Aufsicht BaFin
- §§ 1 Abs. 3, 48 ff. HGB — Prokura und Handelsvollmacht: massgeblich für Vertretung in der KG
- § 16 GmbHG analog für Kommanditistenwechsel — Gesellschafterliste-Gedanke: Eintragung im HR als Legitimationsakt
Aktuelle Rechtsprechung
- Rechtsprechung: keine Entscheidung aus Modellwissen zitieren; vor Ausgabe über offizielle oder frei zugängliche Quelle mit Gericht, Entscheidungsform, Datum, Aktenzeichen und tragender Aussage verifizieren.
Quellenregel
Quellenregel: Keine Kommentar-, Handbuch- oder Aufsatzfundstellen aus Modellwissen; Literatur nur mit Nutzerquelle oder lizenziertem Live-Zugriff.
Schritt-für-Schritt-Workflow
- Rechtsform und Gesellschaftsvertrag pruefen: aktueller HR-Auszug HRA, Gesellschaftsvertrag, Kommanditistenliste
- Haftungslage klaren: Hafteinlage vs. tatsaechlich geleistete Einlage; Einlagenrueckgewaehr-Pruefung (§ 172 Abs. 4 HGB) für alle relevanten Zahlungen der letzten 5 Jahre
- Vertretungsmacht feststellen: Komplementaer (in GmbH & Co. KG: GmbH-Geschaftsfuehrer); Prokura; Gesamtvertretung?
- Kommanditistenwechsel (falls vorgesehen): Abtretungsvertrag, HR-Anmeldung, Gesellschaftsvertrag-Zustimmungspflicht pruefen
- MoPeG-Compliance: GbR-Register geprueft? Bei Grundstucksbesitz: Eintragung als eGbR erforderlich (§ 706 BGB n.F.)
- Fondsvehikel (§ 124 KAGB): BaFin-Genehmigung, Anlagebedingungen, KAGB-Compliance
- Stimmrechts- und Abstimmungsregeln: Mehrheitserfordernisse im Gesellschaftsvertrag; Stimmrechtsausschluss bei Interessenkonflikten; Protokoll
Entscheidungsbaum
- Einlage unter Hafteinlage → § 172 Abs. 4 HGB → Aussenhaftung wieder aufgelebt → Red Flag
- Kommanditanteilsuebertragung → Gesellschaftsvertrag Zustimmungsklausel? → Ja: Zustimmung aller Gesellschafter
- GbR mit Grundstueck → MoPeG § 706 BGB n.F. → Eintragung als eGbR erforderlich vor Eigentumsuebergang
- InvKG § 124 KAGB → BaFin zuständig → besondere Anforderungen an Verwaltung und Anleger
Output-Template: KG-Checkliste
Adressat: Deal-Team intern — Tonfall sachlich-strukturiert
KG-CHECKLISTE
Gesellschaft: [NAME] — HR-Nr.: [HRA XXXX]
EINLAGEN
Hafteinlage Kommanditist [NAME]: [BETRAG] EUR
Geleistete Einlage: [BETRAG] EUR
Einlagenrueckgewaehr geprueft: [ ] JA [ ] NEIN → § 172 IV HGB
VERTRETUNG
Komplementaer: [NAME] — Einzelvertretungsbefugnis: [ ] JA [ ] NEIN
Prokura: [NAME]
ANTEILSUEBERTRAGUNG
Zustimmung GV erforderlich: [ ] JA [ ] NEIN
Abtretungsvertrag formfrei: [ ] JA — Notarpflicht: [ ] NEIN
REGISTER
HR-Eintrag Kommanditistenwechsel: [ ] OK [ ] TODO
MoPeG eGbR: [ ] nicht relevant [ ] Eintragung erforderlich bis [DATUM]
Rote Schwellen
- Einlagenrueckgewaehr ohne Pruefung: Aussenhaftung des Kommanditisten unerkannt
- Vertretungsmacht unklar: Signing-Vollmacht angreifbar
- MoPeG-Eintragungspflicht versaeumt: Grundstueckserwerb scheitert
Standardausgabe
- KG-Checkliste mit Haftungs- und Vertretungsanalyse
- Offene Punkte als
TODO mit Owner und Eskalationsstufe
Uebergabe an andere Skills
- Gesellschaftsrecht/Register →
grosskanzlei-corporate-ma-gesellschaftsrecht-register
- Transaktionsstruktur →
grosskanzlei-corporate-ma-transaktionsstruktur
- Handelsregisterabruf →
grosskanzlei-corporate-ma-handelsregisterabruf
Vorlagen
- assets/templates/kg-checkliste-einlage-vertretung.md
- assets/templates/kommanditisten-abtretungsvertrag.md
V61 Deal-OS Boost
Dieser Skill arbeitet nicht passiv. Er fuehrt den Nutzer freundlich durch Corporate/M&A-Arbeit, zieht fehlende Struktur nach und macht aus Rohmaterial ein verwertbares Deal-Arbeitsergebnis.
- Anfaenger auffangen: Wenn der Nutzer unsicher wirkt, Begriffe knapp erklaeren, die Aufgabe in kleine Schritte zerlegen und nach jedem Schritt sagen, woran ein Senior die Qualitaet messen wuerde.
- Deal-Phase erkennen: Screening, NDA, Term Sheet, Datenraum, DD, Markup, Signing, Closing, PMI oder Streit einordnen und den Output daran ausrichten.
- Padlet anbieten: Bei chaotischen oder grossen Aufgaben ein Board mit Karten für Parteien, Dokumente, Risiken, Q&A, CPs, Gremien, Register, Owner und Fristen erzeugen.
- Tabellen erzwingen: Bei Review-, DD-, Closing-, Risiko- oder Registeraufgaben mindestens eine Matrix mit Befund, Quelle, Risikoampel, Rechtsfolge, wirtschaftlicher Bedeutung, Owner und naechstem Schritt liefern.
- Schwachstellen reparieren: Juristisch duenne Aussagen, fehlende Belege, falsche Begriffe, unklare Klauselmechanik und unrealistische Timings markieren und direkt bessere Fassungen vorschlagen.
- Aktualitaetsdisziplin: Bei Fusionskontrolle, FDI, FSR, Public M&A, UmwG/UmwStG, StaRUG/InsO, Steuer, Register und Aufsicht immer kenntlich machen, ob ein Live-Check der aktuellen Norm-/Behördenlage erforderlich ist.
- Human-in-the-loop: KI-Ergebnisse als Entwurf behandeln. Kritische Rechtsauffassungen, Fundstellen, Zahlen, Fristen und Vertragsfassungen muessen mit Akte, Gesetz, Register oder offizieller Quelle plausibilisiert werden.
- Naechster Schritt: Nie mit einer abstrakten Zusammenfassung enden, wenn ein konkretes Arbeitspaket moeglich ist: Entwurf, Liste, Frage an Mandant/Gegenseite, Datenraumanforderung, Klausel, Board-Note oder Closing-To-do.
1---2name: kg3description: KG und Personengesellschaften in M&A-Transaktionen: Anwendungsfall Mandat betrifft Kommanditanteilsuebertragung, Fondsvehikel-Struktur, Kommanditistenwechsel oder Einbringung in KG. §§ 161-177 HGB, MoPeG, §§ 20-24 UmwStG Einbringung. Prüfraster Anteilsuebertragung-Modalitaeten, Haftsumme Registeranpassung, Einlagen-Nachweis, Komplementaer-Haftung, steuerliche Transparenz. Output KG-spezifische Transaktionscheckliste mit Registerschritten und steuerlichen Hinweisen. Abgrenzung zu Umwandlungsrecht für Formwechsel und zu Transaktionsstruktur für Gesamtstruktur.4---5
6# KG und Personengesellschaften
7
8## Fachlicher Anker
9
10- **Normen:** §§ 3, §§ 76, §§ 105.
11- **Entscheidungs-/Quellenanker:** Tragende Rechtsprechung nur mit Gericht, Datum, Aktenzeichen und frei prüfbarer Quelle einsetzen; keine Entscheidung aus Modellwissen erzwingen.
12- **Quellenhygiene:** `references/quellenhygiene.md` und `references/zitierweise.md` beachten.
13
14## Fachkern: KG und Personengesellschaften
15- **Normen-/Quellenanker:** GmbHG, AktG, HGB, UmwG, WpHG/MAR, GWB/FKVO, AWG/AWV, LMA-Finanzierung, Beirats-/Organregeln, SPA/SHA/Term-Sheet-Praxis.
16- **Entscheidende Weiche:** Dealphase, Mandantenrolle, CP/Consent, Haftung, Disclosure, Signing/Closing, Notar/Register, Beirat/Organ und Verhandlungstaktik trennen.
17- **Arbeitsprodukt:** Liefere eine fallbezogene `Norm / Tatsache / Beleg / Wertung / Gegenargument / nächster Schritt`-Matrix und einen direkt nutzbaren Textbaustein, wenn der Nutzer einen Entwurf braucht.
18
19## Zweck
20Dieser Skill führt ein Big-Law Corporate/M&A-Mandat durch den Arbeitsbereich **SPA/APA, Disclosure, Signing, Closing und Post-Closing-Mechanik**. Er übersetzt die vorhandenen Unterlagen in einen verwertbaren Deal-Befund, trennt gesicherte Tatsachen von Annahmen und zwingt zu einem senior-review-fähigen nächsten Schritt. Adressaten sind Partner, Counsel, Associates, Legal-Operations-Team und Inhouse-Counsel in großvolumigen Transaktionen.
21
22## Wann wird dieser Skill aufgerufen
23Typische Auslöser:
24- "Ich habe hier KG und Personengesellschaften und brauche einen belastbaren nächsten Schritt."
25- "Bitte prüfe das für ein M&A-Mandat aus Sicht von Buy-side, Sell-side oder Target."
26- "Mach daraus eine Partner-/Mandantenunterlage mit Risiken, Annahmen und offenen Punkten."
27- "Welche Dokumente, Registerauszüge, Freigaben oder Fristen fehlen noch?"
28
29Nicht dieser Skill ist vorrangig, wenn zuerst das Mandat selbst angelegt, die Deal-Phase bestimmt oder ein unklarer Upload triagiert werden muss. Dann beginne mit `/grosskanzlei-corporate-ma:grosskanzlei-corporate-ma-kommandocenter` oder `/grosskanzlei-corporate-ma:grosskanzlei-corporate-ma-deal-intake`. Wenn der Nutzer ausdrücklich nur eine kurze Sprachfassung, Übersetzung oder E-Mail will, arbeite knapp und route nicht in einen Deep-Dive.
30
31## Voraussetzungen und Kontext laden
32Lies zuerst, falls vorhanden, den Matter-Workspace unter `~/.config/claude-für-deutsches-recht/grosskanzlei-corporate-ma/mandate/<slug>/`: `mandat.md`, `history.md`, `chronologie.md`, `fristen.yaml` und den aktuellen Dokumentenlog. Wenn kein Workspace existiert, frage nur die Mindestdaten ab: Rolle der Kanzlei, Deal-Typ, Zielgesellschaft, Käufer/Verkäufer, Jurisdiktionen, Signing-/Closing-Zeitplan, Vertraulichkeitsstufe und gewünschtes Output-Format.
33
34Benötigte Unterlagen:
35- aktueller Vertragsentwurf, Markup, Term Sheet und Annex-/Schedule-Struktur.
36- CP-Tracker, Closing Deliverables, Board-/Shareholder-Approvals.
37- Disclosure Letter, Knowledge-Definition, W&I-Underwriting-Liste.
38
39Arbeite mit diesen Variablen: `deal_name`, `rolle`, `deal_phase`, `target`, `gegenpartei`, `jurisdiktionen`, `frist_oder_closing`, `materiality_threshold`, `owner`, `source_tag`.
40
41## Workflow
421. **Deal-Kontext fixieren.** Bestimme Rolle, Phase, Transaktionsstruktur, Zielgesellschaft und Entscheidungsempfänger. Wenn Rolle oder Phase fehlen, frage genau eine Rückfrage; bei Fristdruck arbeite mit `[Annahme - prüfen]` weiter.
432. **Quellen inventarisieren.** Liste alle Dokumente mit Datum, Version, Quelle, Datenraum-ID und Vertraulichkeitsstufe. Markiere Uploads als `[Mandant]`, öffentliche Register als `[Register]`, Gerichts-/Behördenquellen als `[Primärquelle]` und Modellwissen als `[Modellwissen - prüfen]`.
443. **Rechts- und Workstream-Schnittstellen trennen.** Ordne Punkte in Corporate, Commercial, Tax, Regulatory, Finance, IP/IT, HR, Litigation, Real Estate, ESG und PMO. Vermische DD-Finding, Vertragsfolge und Closing-Aufgabe nicht in einem Satz.
454. **Materiality-Schwelle setzen.** Übernimm Schwellen aus LOI, SPA, DD-Scope oder Kanzlei-Playbook. Fehlt sie, schlage eine vorläufige qualitative Ampel vor: Dealbreaker, Price/Indemnity, Signing/Closing Condition, Disclosure-only, Housekeeping.
465. **Normenprüfung durchführen.** Prüfe die unten genannten Normgruppen nicht abstrakt, sondern bezogen auf den konkreten Deal-Schritt: Wirksamkeit, Zustimmung, Vollzugshindernis, Haftung, Offenlegung, Frist, Beweisquelle.
476. **Belegkette bauen.** Jede wesentliche Aussage braucht Quelle, Dokument, Fundstelle und Unsicherheitsmarker. Keine Fundstelle erfinden. Wenn ein Registerauszug, eine BGH-/EuGH-Entscheidung oder Behördenpraxis nicht abrufbar ist, steht ausdrücklich `[zu verifizieren]`.
487. **Risikomatrix erstellen.** Gib pro Punkt aus: Sachverhalt, Rechtsfrage, Norm, Subsumtion, Risikoampel, wirtschaftliche Auswirkung, empfohlene Aktion, Owner, Deadline und Folge-Skill.
498. **Draft oder Review-Gate wählen.** Wenn die Tatsachen reichen, liefere den gewünschten Output. Wenn nicht, liefere eine Information-Request-Liste oder ein Senior-Review-Memo mit genau den offenen Entscheidungen.
509. **Hand-off vorbereiten.** Überführe Findings in Datenraum-Q&A, SPA-Markup, CP-Tracker, Board Paper, Mandantenmail oder Closing Bible. Verweise auf den konkreten Anschluss-Skill unten.
5110. **Abschlusskontrolle.** Prüfe: keine ungeprüften Aktenzeichen, keine BeckRS-Blindzitate, keine automatische Außenkommunikation, keine vertraulichen Informationen außerhalb des Need-to-know-Kreises.
52
53## Pruefraster im Gutachtenstil
54**Obersatz:** Zu prüfen ist, ob der im Skill bearbeitete Deal-Schritt rechtlich tragfähig, praktisch vollziehbar und für die gewählte Mandatsseite taktisch sinnvoll ist.
55
56**1. Mandats- und Rollenrahmen.** Zunächst muss feststehen, wer vertreten wird. Maßgeblich sind Mandatsvereinbarung, Konfliktprüfung und Vertraulichkeitsrahmen. Ist die Rolle unklar, darf kein parteilicher Vertrags- oder Verhandlungsoutput als final erscheinen; zulässig ist nur eine neutrale Struktur- oder Fragenliste.
57
58**2. Wirksamkeit und Corporate Authority.** Bei Anteils- und Strukturmaßnahmen sind Vertretungsmacht, Zustimmungserfordernisse, Form und Registerlage zu prüfen. Relevanter Kern:
59- BGB §§ 133, 157, 241 Abs. 2, 280, 311 Abs. 2, 433 und 453 für Kaufvertrag und Auslegung.
60- GmbHG §§ 15 und 16 für Anteilsübertragung und Gesellschafterliste.
61- AktG §§ 76, 93, 111 und 179a für Leitungs-/Kontrollpflichten und Strukturmaßnahmen.
62- BGB § 158 für Closing Conditions und Bedingungseintritt.
63
64**3. Organpflichten und Business Judgment.** Bei Geschäftsleitungs- oder Aufsichtsratsentscheidungen ist zu fragen, ob die Entscheidung auf angemessener Informationsgrundlage, ohne sachfremde Interessen und zum Wohl der Gesellschaft vorbereitet ist. Für die Pflicht zur eigenverantwortlichen Prüfung von Ansprüchen und Organverantwortung ist BGH, 21.04.1997 - II ZR 175/95, ARAG/Garmenbeck, als Leitentscheidung zu markieren: https://dejure.org/1997,161 `[dejure.org]`.
65
66**4. Register- und Gesellschafterlistenlogik.** Bei GmbH-Anteilen, Einziehung, Vollmachtskette oder Closing-Fähigkeit ist § 16 GmbHG gesondert zu prüfen. Zur Legitimationswirkung der Gesellschafterliste: BGH, 20.11.2018 - II ZR 12/17, abrufbar über BGH-Datenbank und dejure: https://dejure.org/2018,47817 `[BGH-Datenbank/dejure.org]`.
67
68**5. Regulatory und Vollzugshindernisse.** Wenn Fusionskontrolle, AWV/FDI, MAR, GwG, Sanktionen oder branchenspezifische Genehmigungen berührt sind, lautet der Zwischensatz nicht nur „Risiko“, sondern: Anmeldung erforderlich? Vollzugsverbot? Closing Condition? Long-Stop-Date gefährdet? Bußgeld- oder Nichtigkeitsfolge?
69
70**6. Subsumtion.** Subsumtion erfolgt dokumentennah: Jede rechtliche Annahme bekommt eine Tatsachenquelle. Beispiel: `§ 15 GmbHG notarielle Form erfüllt?` nur bejahen, wenn Entwurf/Urkunde/Notarbestätigung vorliegt. `§ 41 GWB Vollzug gesperrt?` nur bejahen, wenn Zusammenschluss, Schwellen und fehlende Freigabe geprüft sind.
71
72**Zwischenergebnis:** Das Ergebnis ist als Ampel zu formulieren: grün mit Beleg, gelb mit offener Information, rot mit Handlungssperre. Rot bedeutet in M&A regelmäßig: nicht signen, nicht closen, nicht offenlegen oder nicht extern versenden, bevor Partner/Spezialist freigegeben hat.
73
74## Output-Module
75- **Deal-Vermerk:** Executive Summary, Sachverhalt, Normen, Subsumtion, Risikoampel, Empfehlung.
76- **Issue List:** Tabelle mit Finding, Quelle, Risiko, Vertragsfolge, Preis-/Indemnity-Folge, Owner, Deadline.
77- **Information Request:** präzise Fragen an Mandant, Gegenseite oder Datenraum-Team, jeweils mit Grund und Priorität.
78- **Drafting-Anschluss:** Klauselvorschlag, Markup-Kommentar, Disclosure-Punkt, CP-Formulierung oder Board-Paper-Abschnitt.
79- **Matter-Update:** kurzer Eintrag für `history.md` und ggf. Frist-/Owner-Eintrag für `fristen.yaml`.
80
81## Quellen und Zitierregel
82Nutze nur frei prüfbare Quellen oder vom Nutzer bereitgestellte/lizenzierte Quellen. Rechtsprechung nur mit Gericht, Entscheidungsdatum, Aktenzeichen und Link auf `dejure.org`, `openjur.de`, `bundesgerichtshof.de`, `bundesverfassungsgericht.de`, `curia.europa.eu` oder `eur-lex.europa.eu`. Keine BeckRS-Alleinzitate, keine anwalt24-Belege, keine erfundenen Randnummern. Quellen-Tags: `[Mandant]`, `[Register]`, `[BGH-Datenbank]`, `[dejure.org]`, `[EUR-Lex]`, `[Web-Recherche - prüfen]`, `[Modellwissen - prüfen]`.
83
84## Hand-Off zu anderen Skills
85Nach diesem Skill weiter mit:
86- `/grosskanzlei-corporate-ma:grosskanzlei-corporate-ma-spa-apa-entwurf` - wenn der Befund in Vertragsentwurf, Markup oder Key-Issues-Liste einfließen soll.
87- `/grosskanzlei-corporate-ma:grosskanzlei-corporate-ma-vertragsmarkup-key-issues` - wenn der Befund in Vertragsentwurf, Markup oder Key-Issues-Liste einfließen soll.
88- `/grosskanzlei-corporate-ma:grosskanzlei-corporate-ma-disclosure-schedules` - wenn Garantien, Knowledge und Disclosure Letter abgeglichen werden.
89- `/grosskanzlei-corporate-ma:grosskanzlei-corporate-ma-signing-closing-conditions` - wenn CPs, Closing Deliverables oder Signing Pack koordiniert werden.
90- `/grosskanzlei-corporate-ma:grosskanzlei-corporate-ma-closing-bible-archiv` - wenn CPs, Closing Deliverables oder Signing Pack koordiniert werden.
91
92## Was dieser Arbeitsgang nicht macht
93- Er ersetzt keine Partnerentscheidung über Deal-Taktik, Signing-Freigabe oder Closing-Freigabe.
94- Er führt keine automatische Außenkommunikation an Gegenseite, Behörde, Notar, Datenraumteilnehmer oder Mandant aus.
95- Er behauptet keine Registerlage, Behördenpraxis oder Rechtsprechung ohne prüfbare Quelle.
96- Er vermischt nicht DD-Finding, Vertragsrisiko und wirtschaftliche Bewertung; diese Ebenen bleiben getrennt.
97- Er trifft keine steuerliche, kartellrechtliche, sanktionsrechtliche oder ausländische Rechtsaussage final ohne Spezialisten-Review.
98- Er behandelt vertrauliche Daten nur innerhalb des Need-to-know-Kreises und markiert sensible Informationen für Clean-Room oder Insiderlisten.
99
100## Berufsrechtliche Hinweise
101Vor Mandatsarbeit sind Interessenkonflikte nach § 43a BRAO und § 3 BORA, Verschwiegenheit nach § 43a Abs. 2 BRAO, Vergütungsrahmen nach § 49b BRAO und GwG-Sorgfaltspflichten zu beachten. Bei personenbezogenen Daten gelten DSGVO Art. 5, 6, 25 und 32. Bei Drittakten, Datenräumen, Akteneinsicht oder Clean-Room-Material ist der Zweckbindungsrahmen zu prüfen; Material aus einem Mandat darf nicht stillschweigend in ein anderes Mandat übernommen werden.
102
103## Bisheriger Skill-Kern, integriert und weiterzuverwenden
104
105# KG und Personengesellschaften
106
107## Zweck
108
109Spezialfür KG, GmbH & Co. KG, Fondsvehikel, Kommanditistenwechsel, Einlagen, Haftsumme und Register nach MoPeG und HGB.
110
111## Triage — klaere vor Beginn
112
1131. Welche Rechtsform liegt vor — OHG, KG, GmbH & Co. KG, PartG, PartGmbB, Limited Partnership?
1142. Soll eine Kommanditistenstellung uebertragen werden — Anteilsuebertragung, Teileintritt, Erhöhung Einlage?
1153. Wie hoch ist die Hafteinlage und die tatsaechlich geleistete Einlage — sind Haftungsvoraussetzungen (§§ 171-172 HGB) durch Einlagenrueckgewaehr veraendert worden?
1164. Sind Vollmachten und Vertretungsregelungen aktuell — wer ist Komplementaer und wie wird er vertreten?
1175. Gilt das Gesellschaftsregister nach MoPeG (GbR-Register) — Eintragungspflicht für GbR?
1186. Gibt es Fondsstrukturen (z.B. Investmentkommanditgesellschaft § 124 KAGB)?
119
120## Zentrale Rechtsgrundlagen
121
122- §§ 161-177 HGB — KG: Kommanditistenhaftung bis zur Hoehe der Einlage; Haftung erneut auflebt nach Rueckgewaehr (§ 172 Abs. 4 HGB)
123- §§ 171-172 HGB — Haftung des Kommanditisten: nur bis zur Einlage; haftet erneut, wenn Einlage herabgesetzt oder zurueckgezahlt wird
124- § 706 BGB n.F. (MoPeG) — Gesellschaftsregister für GbR; Eintragungspflicht ab 01.01.2024; Grundstuckserwerb nur als eingetragene GbR (eGbR) moeglich
125- §§ 705-740 BGB n.F. (MoPeG) — modernisiertes Personengesellschaftsrecht ab 01.01.2024
126- § 124 KAGB — Investmentkommanditgesellschaft (InvKG): Sonderform für Fondsvehikel; Aufsicht BaFin
127- §§ 1 Abs. 3, 48 ff. HGB — Prokura und Handelsvollmacht: massgeblich für Vertretung in der KG
128- § 16 GmbHG analog für Kommanditistenwechsel — Gesellschafterliste-Gedanke: Eintragung im HR als Legitimationsakt
129
130## Aktuelle Rechtsprechung
131
132- Rechtsprechung: keine Entscheidung aus Modellwissen zitieren; vor Ausgabe über offizielle oder frei zugängliche Quelle mit Gericht, Entscheidungsform, Datum, Aktenzeichen und tragender Aussage verifizieren.
133
134## Quellenregel
135
136Quellenregel: Keine Kommentar-, Handbuch- oder Aufsatzfundstellen aus Modellwissen; Literatur nur mit Nutzerquelle oder lizenziertem Live-Zugriff.
137## Schritt-für-Schritt-Workflow
138
1391. **Rechtsform und Gesellschaftsvertrag pruefen:** aktueller HR-Auszug HRA, Gesellschaftsvertrag, Kommanditistenliste
1402. **Haftungslage klaren:** Hafteinlage vs. tatsaechlich geleistete Einlage; Einlagenrueckgewaehr-Pruefung (§ 172 Abs. 4 HGB) für alle relevanten Zahlungen der letzten 5 Jahre
1413. **Vertretungsmacht feststellen:** Komplementaer (in GmbH & Co. KG: GmbH-Geschaftsfuehrer); Prokura; Gesamtvertretung?
1424. **Kommanditistenwechsel (falls vorgesehen):** Abtretungsvertrag, HR-Anmeldung, Gesellschaftsvertrag-Zustimmungspflicht pruefen
1435. **MoPeG-Compliance:** GbR-Register geprueft? Bei Grundstucksbesitz: Eintragung als eGbR erforderlich (§ 706 BGB n.F.)
1446. **Fondsvehikel (§ 124 KAGB):** BaFin-Genehmigung, Anlagebedingungen, KAGB-Compliance
1457. **Stimmrechts- und Abstimmungsregeln:** Mehrheitserfordernisse im Gesellschaftsvertrag; Stimmrechtsausschluss bei Interessenkonflikten; Protokoll
146
147## Entscheidungsbaum
148
149- Einlage unter Hafteinlage → § 172 Abs. 4 HGB → Aussenhaftung wieder aufgelebt → Red Flag
150- Kommanditanteilsuebertragung → Gesellschaftsvertrag Zustimmungsklausel? → Ja: Zustimmung aller Gesellschafter
151- GbR mit Grundstueck → MoPeG § 706 BGB n.F. → Eintragung als eGbR erforderlich vor Eigentumsuebergang
152- InvKG § 124 KAGB → BaFin zuständig → besondere Anforderungen an Verwaltung und Anleger
153
154## Output-Template: KG-Checkliste
155
156**Adressat:** Deal-Team intern — Tonfall sachlich-strukturiert
157
158```
159KG-CHECKLISTE
160Gesellschaft: [NAME] — HR-Nr.: [HRA XXXX]
161
162EINLAGEN
163 Hafteinlage Kommanditist [NAME]: [BETRAG] EUR
164 Geleistete Einlage: [BETRAG] EUR
165 Einlagenrueckgewaehr geprueft: [ ] JA [ ] NEIN → § 172 IV HGB
166
167VERTRETUNG
168 Komplementaer: [NAME] — Einzelvertretungsbefugnis: [ ] JA [ ] NEIN
169 Prokura: [NAME]
170
171ANTEILSUEBERTRAGUNG
172 Zustimmung GV erforderlich: [ ] JA [ ] NEIN
173 Abtretungsvertrag formfrei: [ ] JA — Notarpflicht: [ ] NEIN
174
175REGISTER
176 HR-Eintrag Kommanditistenwechsel: [ ] OK [ ] TODO
177 MoPeG eGbR: [ ] nicht relevant [ ] Eintragung erforderlich bis [DATUM]
178```
179
180## Rote Schwellen
181
182- Einlagenrueckgewaehr ohne Pruefung: Aussenhaftung des Kommanditisten unerkannt
183- Vertretungsmacht unklar: Signing-Vollmacht angreifbar
184- MoPeG-Eintragungspflicht versaeumt: Grundstueckserwerb scheitert
185
186## Standardausgabe
187
188- KG-Checkliste mit Haftungs- und Vertretungsanalyse
189- Offene Punkte als `TODO` mit Owner und Eskalationsstufe
190
191## Uebergabe an andere Skills
192
193- Gesellschaftsrecht/Register → `grosskanzlei-corporate-ma-gesellschaftsrecht-register`
194- Transaktionsstruktur → `grosskanzlei-corporate-ma-transaktionsstruktur`
195- Handelsregisterabruf → `grosskanzlei-corporate-ma-handelsregisterabruf`
196
197## Vorlagen
198
199- assets/templates/kg-checkliste-einlage-vertretung.md
200- assets/templates/kommanditisten-abtretungsvertrag.md
201
202## V61 Deal-OS Boost
203
204Dieser Skill arbeitet nicht passiv. Er fuehrt den Nutzer freundlich durch Corporate/M&A-Arbeit, zieht fehlende Struktur nach und macht aus Rohmaterial ein verwertbares Deal-Arbeitsergebnis.
205
206- **Anfaenger auffangen:** Wenn der Nutzer unsicher wirkt, Begriffe knapp erklaeren, die Aufgabe in kleine Schritte zerlegen und nach jedem Schritt sagen, woran ein Senior die Qualitaet messen wuerde.
207- **Deal-Phase erkennen:** Screening, NDA, Term Sheet, Datenraum, DD, Markup, Signing, Closing, PMI oder Streit einordnen und den Output daran ausrichten.
208- **Padlet anbieten:** Bei chaotischen oder grossen Aufgaben ein Board mit Karten für Parteien, Dokumente, Risiken, Q&A, CPs, Gremien, Register, Owner und Fristen erzeugen.
209- **Tabellen erzwingen:** Bei Review-, DD-, Closing-, Risiko- oder Registeraufgaben mindestens eine Matrix mit Befund, Quelle, Risikoampel, Rechtsfolge, wirtschaftlicher Bedeutung, Owner und naechstem Schritt liefern.
210- **Schwachstellen reparieren:** Juristisch duenne Aussagen, fehlende Belege, falsche Begriffe, unklare Klauselmechanik und unrealistische Timings markieren und direkt bessere Fassungen vorschlagen.
211- **Aktualitaetsdisziplin:** Bei Fusionskontrolle, FDI, FSR, Public M&A, UmwG/UmwStG, StaRUG/InsO, Steuer, Register und Aufsicht immer kenntlich machen, ob ein Live-Check der aktuellen Norm-/Behördenlage erforderlich ist.
212- **Human-in-the-loop:** KI-Ergebnisse als Entwurf behandeln. Kritische Rechtsauffassungen, Fundstellen, Zahlen, Fristen und Vertragsfassungen muessen mit Akte, Gesetz, Register oder offizieller Quelle plausibilisiert werden.
213- **Naechster Schritt:** Nie mit einer abstrakten Zusammenfassung enden, wenn ein konkretes Arbeitspaket moeglich ist: Entwurf, Liste, Frage an Mandant/Gegenseite, Datenraumanforderung, Klausel, Board-Note oder Closing-To-do.