KI-Richtlinien-Starter
Zweck
Viele Unternehmen haben noch keine schriftliche KI-Nutzungsrichtlinie, oder
arbeiten mit einer veralteten Fassung, die den AI Act (VO (EU) 2024/1689),
DSGVO Art. 22 und den tatsächlichen Tool-Einsatz nicht abbildet.
Dieser Skill produziert einen Entwurf — keinen fertigen Text. Disziplin:
(1) aus veröffentlichten Musterquellen sourcing, nicht aus dem Nichts;
(2) Umfang vor Entwurf klären; (3) jeden Ermessensspielraum mit [prüfen]
kennzeichnen; (4) Adoptionstatus-Signale nicht abschwächen.
Dieser Skill schließt keine Richtlinie ab, verteilt sie nicht und empfiehlt
keine konkrete Position zu den schwierigen Entscheidungspunkten.
Eingaben
- Praxisprofil aus
CLAUDE.md (KI-Rolle, regulatorischer Fußabdruck,
bestehendes Register, Governance-Team, ggf. bestehende Richtlinie)
- Scopegespräch: welche Abschnitte? welche Zielgruppe? welcher Kontext?
Rechtlicher Rahmen
Kernvorschriften
- AI Act Art. 4 KI-VO: KI-Kompetenzverpflichtung — Anbieter und Betreiber
müssen hinreichende KI-Kompetenz ihres Personals sicherstellen; Richtlinie
muss Schulungspflicht abbilden.
- AI Act Art. 9 KI-VO: Risikomanagementsystem für Hochrisiko-KI; interne
Richtlinien müssen Risikoidentifikations- und Mitigationsverfahren beschreiben.
- AI Act Art. 26/29 KI-VO: Betreiberpflichten — menschliche Aufsicht,
Protokollierung, Meldeobliegenheiten; müssen in der Richtlinie operationalisiert
werden.
- DSGVO Art. 22: Vollautomatisierte Einzelentscheidungen nur unter Art. 22
Abs. 2 lit. a–c zulässig; Richtlinie muss Rechtsgrundlage und
Widerspruchsrecht klären.
- § 87 Abs. 1 Nr. 6 BetrVG: Mitbestimmungsrecht des Betriebsrats bei KI-
Tools zur Mitarbeiterüberwachung/-bewertung; vor Richtlinienabschnitt prüfen.
- GeschGehG §§ 2, 4: Schutz von Geschäftsgeheimnissen bei Eingabe
vertraulicher Daten in externe KI-Systeme.
- UrhG § 44b: Text-und-Data-Mining-Schranke; relevant bei KI-Training.
Leitentscheidungen
- EuGH, Urt. v. 07.12.2023 – C-634/21, NJW 2024, 126 (Schufa-Score):
Richtlinie muss Art. 22 Abs. 3 DSGVO-Widerspruchsrecht bei automatisierten
Entscheidungen operationalisieren.
- EuGH, Urt. v. 04.10.2024 – C-203/22 (Dun & Bradstreet): Offenlegungspflicht
bei algorithmischen Entscheidungen in verständlicher Sprache; maßgeblich
für den Transparenz-Abschnitt einer Richtlinie.
- BAG, Urt. v. 13.01.2004 – 9 AZR 603/02, NZA 2004, 784: Mitbestimmungs-
pflicht bei technischen Überwachungssystemen; gilt auch für KI-basierte
Mitarbeiterbewertung.
- BGH, Urt. v. 19.06.2018 – VI ZR 184/17, NJW 2018, 2877: Interne
Organisationspflichten bei technischen Systemen; übertragbar auf
KI-Governance-Richtlinien.
Kommentare
- Wendehorst/Grinzinger, AI Act, 1. Aufl. 2024, Art. 4 Rn. 3 ff.
(KI-Kompetenzverpflichtung; interne Richtliniengestaltung).
- Ehmann/Selmayr, DS-GVO, 3. Aufl. 2024, Art. 22 Rn. 1 ff.
- Erfurter Kommentar/Müller-Glöge, 24. Aufl. 2024, § 87 BetrVG Rn. 32 ff.
(Mitbestimmung bei KI-Tools).
- Spindler/Schuster, Recht der elektronischen Medien, 4. Aufl. 2024,
Teil IV Rn. 100 ff. (Compliance-Anforderungen für KI-Nutzungsrichtlinien).
Hinweis: Dieser Skill ersetzt keine anwaltliche Beratung im Einzelfall.
Ablauf
Schritt 1 — Praxisprofil laden
CLAUDE.md lesen. Wenn ## KI-Richtlinien-Verpflichtungen ausgefüllt:
Update-Modus (bestehende Richtlinie als Basis). Wenn leer: Erstfassung.
Schritt 2 — Scopegespräch (VOR dem Entwurf)
Welche Abschnitte soll die KI-Richtlinie enthalten?
- Anwendungsbereich (wer, welche Tools, welche Daten)
- Erlaubte und verbotene Nutzungen (inkl. Art. 5 KI-VO-Verbote)
- Freigabe und Prüfung (Genehmigungsworkflow)
- Offenlegung (Kunden, Mitarbeitende, Dritte; DSGVO Art. 13/14)
- Datenhandhabung (vertrauliche Daten, Anbieter-Training; GeschGehG)
- Schulung und Zertifizierung (Art. 4 KI-VO)
- Vorfälle und Meldung (Art. 73 KI-VO Betreiber-Meldeobliegenheiten)
- Durchsetzung (Verweis auf Disziplinarrahmen)
- Überprüfungsrhythmus und Verantwortung (mind. jährlich)
- Glossar (Hochrisiko-KI gem. Anhang III, DSGVO Art. 22, GeschGeh usw.)
Empfohlenes Startpaket für Erstfassungen: 1, 2, 3, 4, 5, 9.
Dann: Zielgruppe (alle MA / Rechtsabteilung / mit Betriebsrat?) und
Anwendungskontext (Unternehmen / Konzern / Kanzlei / Behörde).
Schritt 3 — Musterquellen recherchieren
Aktuelle veröffentlichte Muster-KI-Richtlinien und Leitlinien suchen:
- Deutschland/EU: AI Act direkt (Art. 4, 9, 26, 29); EDPB Guidelines 01/2022
(Art. 22 DSGVO); DSK-Orientierungshilfen; BSI-Empfehlungen; Bitkom/DAV-
Leitlinien; veröffentlichte Unternehmensrichtlinien aus DAX-Umfeld.
- Jeden verwendeten Quellennachweis im Quellenblock dokumentieren:
Name, URL, Zugriffsdatum, was der Entwurf daraus entnommen hat.
Schritt 4 — Entwurf erstellen
Kopfzeile:
ENTWURF ZUR INTERNEN RECHTLICHEN PRÜFUNG — NICHT ZUR VERTEILUNG
Erstellt für: [Unternehmensname] | Datum: [heute]
Nicht zur Beschlussfassung bis von [Syndikusrechtsanwalt / GC / Compliance
Officer] geprüft, angepasst und freigegeben.
Für jeden Abschnitt: materielle Regeln aus Musterquellen, inline-
Quellenattribution, jeder Schwellenwert/Tool/Anbieter/Kontakt als [prüfen].
Freigabe-Checkliste am Ende:
Ausgabeformat
Strukturiertes Markdown-Dokument: Kopfzeile, Quellenblock, Zusammenfassung
(max. 3 Abs.), gewählte Abschnitte (materielle Regeln + inline-Quellen +
offene Fragen je Abschnitt), Freigabe-Checkliste, Prüfhinweis. Sprache
klar genug für Nicht-Juristen; Präzision liegt in den [prüfen]-Markern.
Beispiel
Anfrage: KI-Richtlinie für 200-Personen-Unternehmen mit Betriebsrat,
Abschnitte 1, 2, 3, 5 und 9. Vorgehen: Betreiberrolle, Deutschland;
AI Act Art. 4/26/29; EDPB Guidelines 01/2022; § 87 Abs. 1 Nr. 6 BetrVG.
Abschnitt 3 (Freigabe): Hinweis, dass neue KI-Tools ggf. Betriebsrats-
Zustimmung erfordern [prüfen — § 87 BetrVG; anwaltliche Prüfung empfohlen].
Risiken und typische Fehler
- Richtliniensprache erfinden: jede materielle Regel aus einer Quelle
belegen oder
[prüfen — adaptiert, keine Direktquelle] kennzeichnen.
- Schwierige Entscheidungen vorwegnehmen: das ist ein
[prüfen], keine
empfohlene Position.
- § 87 BetrVG vergessen: bei Unternehmen mit Betriebsrat immer prüfen.
- Scope-Gespräch überspringen: „einfach alles" ist die Hauptfehlerquelle.
Quellenpflicht
- AI Act Art. 4, 9, 26/29 — VO (EU) 2024/1689.
- DSGVO Art. 22 bei automatisierten Entscheidungen.
- § 87 Abs. 1 Nr. 6 BetrVG bei Mitarbeiter-KI.
- GeschGehG §§ 2, 4 bei Abschnitt zu vertraulichen Daten.
- EuGH C-634/21 (Schufa-Score) beim Abschnitt zu automatisierten
Entscheidungen.
- Wendehorst/Grinzinger, AI Act, 1. Aufl. 2024, Art. 4.
- Ehmann/Selmayr, DS-GVO, 3. Aufl. 2024, Art. 22.
- Erfurter Kommentar/Müller-Glöge, 24. Aufl. 2024, § 87 BetrVG Rn. 32 ff.
Triage zu Beginn
- Existiert bereits eine KI-Nutzungsrichtlinie — vollstaendig oder veraltet (vor KI-VO 2024)?
- Welche Zielgruppe soll die Richtlinie adressieren — alle Mitarbeiter, IT, Fachabteilungen?
- Ist ein Betriebsrat vorhanden — ist § 87 Abs. 1 Nr. 6 BetrVG-Mitbestimmung einzuholen?
- Welche KI-Systeme sind bereits im Einsatz — Inventar aus ki-inventar-Skill vorhanden?
- Welches regulatorische Regime ist massgeblich — KI-VO Hochrisiko, DSGVO Art. 22, DSA?
Output-Template — KI-Nutzungsrichtlinie (Entwurf)
Adressat: Alle Mitarbeiter / Geschaeftsleitung — Tonfall: klar, verbindlich, anwaltlich pruefbeduerftig
KI-NUTZUNGSRICHTLINIE
[UNTERNEHMEN] — Version [VERSIONSNUMMER] — Stand: [DATUM]
ENTWURF — VOR EINSATZ ANWALTLICHE PRUEFUNG ERFORDERLICH
§ 1 Geltungsbereich und Zweck
Diese Richtlinie gilt fuer alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von
[NAME MANDANT] beim Einsatz von KI-Systemen im Rahmen ihrer Taetigkeit.
Zweck ist die Sicherstellung eines rechtssicheren, transparenten und
verantwortungsvollen KI-Einsatzes gemaess KI-VO (VO 2024/1689) und DSGVO.
§ 2 Freigegebene KI-Systeme
Folgende KI-Systeme sind fuer den Einsatz freigegeben:
- [SYSTEM 1]: zulaessige Verwendungszwecke
- [SYSTEM 2]: zulaessige Verwendungszwecke
§ 3 Verbotene Praktiken (Art. 5 KI-VO)
Der Einsatz von KI-Systemen fuer folgende Zwecke ist absolut verboten: [...]
§ 4 Menschliche Aufsicht (Art. 26 KI-VO)
Bei Hochrisiko-Anwendungen ist eine menschliche Pruefung vor jeder
Entscheidung sicherzustellen. Vollautomatisierte Entscheidungen nach
Art. 22 DSGVO sind nur nach Freigabe durch [ROLLE] zulaessig.
§ 5 Datenschutz und Vertraulichkeit
Personenbezogene und vertrauliche Daten duerfen nur in KI-Systeme
eingegeben werden, fuer die ein AVV nach Art. 28 DSGVO besteht.
§ 6 Meldepflichten
Sicherheitsvorfaelle und Probleme mit KI-Ausgaben sind unverzueglich
an [ANSPRECHPARTNER] zu melden.
§ 7 Schulung
Alle Mitarbeiter, die KI-Systeme einsetzen, besuchen die verpflichtende
KI-Schulung bis [DATUM] (Art. 4 KI-VO Kompetenzgebot).
Ansprechpartner KI-Governance: [NAME, EMAIL]
Datenschutzbeauftragter: [NAME, EMAIL]
[DATUM] — [UNTERSCHRIFT GESCHAEFTSFUEHRUNG]
1---2name: richtlinien-vorlage3description: Entwirft eine interne KI-Nutzungsrichtlinie auf Basis veröffentlichter Musterrichtlinien und des Praxisprofils — Recherche- und Synthese-Tool, dessen Ausgabe ein Entwurf für die anwaltliche Prüfung und Freigabe ist, keine fertige Richtlinie. Lädt, wenn der Nutzer „KI-Richtlinie entwerfen", „wir brauchen eine KI-Richtlinie", „AI-Act-konforme Richtlinie" oder Ähnliches sagt.4---5
6# KI-Richtlinien-Starter
7
8## Zweck
9
10Viele Unternehmen haben noch keine schriftliche KI-Nutzungsrichtlinie, oder
11arbeiten mit einer veralteten Fassung, die den AI Act (VO (EU) 2024/1689),
12DSGVO Art. 22 und den tatsächlichen Tool-Einsatz nicht abbildet.
13
14Dieser Skill produziert einen **Entwurf** — keinen fertigen Text. Disziplin:
15(1) aus veröffentlichten Musterquellen sourcing, nicht aus dem Nichts;
16(2) Umfang vor Entwurf klären; (3) jeden Ermessensspielraum mit `[prüfen]`
17kennzeichnen; (4) Adoptionstatus-Signale nicht abschwächen.
18
19Dieser Skill schließt keine Richtlinie ab, verteilt sie nicht und empfiehlt
20keine konkrete Position zu den schwierigen Entscheidungspunkten.
21
22## Eingaben
23
24- Praxisprofil aus `CLAUDE.md` (KI-Rolle, regulatorischer Fußabdruck,
25 bestehendes Register, Governance-Team, ggf. bestehende Richtlinie)
26- Scopegespräch: welche Abschnitte? welche Zielgruppe? welcher Kontext?
27
28## Rechtlicher Rahmen
29
30**Kernvorschriften**
31
32- **AI Act Art. 4 KI-VO**: KI-Kompetenzverpflichtung — Anbieter und Betreiber
33 müssen hinreichende KI-Kompetenz ihres Personals sicherstellen; Richtlinie
34 muss Schulungspflicht abbilden.
35- **AI Act Art. 9 KI-VO**: Risikomanagementsystem für Hochrisiko-KI; interne
36 Richtlinien müssen Risikoidentifikations- und Mitigationsverfahren beschreiben.
37- **AI Act Art. 26/29 KI-VO**: Betreiberpflichten — menschliche Aufsicht,
38 Protokollierung, Meldeobliegenheiten; müssen in der Richtlinie operationalisiert
39 werden.
40- **DSGVO Art. 22**: Vollautomatisierte Einzelentscheidungen nur unter Art. 22
41 Abs. 2 lit. a–c zulässig; Richtlinie muss Rechtsgrundlage und
42 Widerspruchsrecht klären.
43- **§ 87 Abs. 1 Nr. 6 BetrVG**: Mitbestimmungsrecht des Betriebsrats bei KI-
44 Tools zur Mitarbeiterüberwachung/-bewertung; vor Richtlinienabschnitt prüfen.
45- **GeschGehG §§ 2, 4**: Schutz von Geschäftsgeheimnissen bei Eingabe
46 vertraulicher Daten in externe KI-Systeme.
47- **UrhG § 44b**: Text-und-Data-Mining-Schranke; relevant bei KI-Training.
48
49**Leitentscheidungen**
50
51- EuGH, Urt. v. 07.12.2023 – C-634/21, NJW 2024, 126 (Schufa-Score):
52 Richtlinie muss Art. 22 Abs. 3 DSGVO-Widerspruchsrecht bei automatisierten
53 Entscheidungen operationalisieren.
54- EuGH, Urt. v. 04.10.2024 – C-203/22 (Dun & Bradstreet): Offenlegungspflicht
55 bei algorithmischen Entscheidungen in verständlicher Sprache; maßgeblich
56 für den Transparenz-Abschnitt einer Richtlinie.
57- BAG, Urt. v. 13.01.2004 – 9 AZR 603/02, NZA 2004, 784: Mitbestimmungs-
58 pflicht bei technischen Überwachungssystemen; gilt auch für KI-basierte
59 Mitarbeiterbewertung.
60- BGH, Urt. v. 19.06.2018 – VI ZR 184/17, NJW 2018, 2877: Interne
61 Organisationspflichten bei technischen Systemen; übertragbar auf
62 KI-Governance-Richtlinien.
63
64**Kommentare**
65
66- Wendehorst/Grinzinger, AI Act, 1. Aufl. 2024, Art. 4 Rn. 3 ff.
67 (KI-Kompetenzverpflichtung; interne Richtliniengestaltung).
68- Ehmann/Selmayr, DS-GVO, 3. Aufl. 2024, Art. 22 Rn. 1 ff.
69- Erfurter Kommentar/Müller-Glöge, 24. Aufl. 2024, § 87 BetrVG Rn. 32 ff.
70 (Mitbestimmung bei KI-Tools).
71- Spindler/Schuster, Recht der elektronischen Medien, 4. Aufl. 2024,
72 Teil IV Rn. 100 ff. (Compliance-Anforderungen für KI-Nutzungsrichtlinien).
73
74*Hinweis: Dieser Skill ersetzt keine anwaltliche Beratung im Einzelfall.*
75
76## Ablauf
77
78**Schritt 1 — Praxisprofil laden**
79
80`CLAUDE.md` lesen. Wenn `## KI-Richtlinien-Verpflichtungen` ausgefüllt:
81Update-Modus (bestehende Richtlinie als Basis). Wenn leer: Erstfassung.
82
83**Schritt 2 — Scopegespräch (VOR dem Entwurf)**
84
85> **Welche Abschnitte soll die KI-Richtlinie enthalten?**
86> 1. Anwendungsbereich (wer, welche Tools, welche Daten)
87> 2. Erlaubte und verbotene Nutzungen (inkl. Art. 5 KI-VO-Verbote)
88> 3. Freigabe und Prüfung (Genehmigungsworkflow)
89> 4. Offenlegung (Kunden, Mitarbeitende, Dritte; DSGVO Art. 13/14)
90> 5. Datenhandhabung (vertrauliche Daten, Anbieter-Training; GeschGehG)
91> 6. Schulung und Zertifizierung (Art. 4 KI-VO)
92> 7. Vorfälle und Meldung (Art. 73 KI-VO Betreiber-Meldeobliegenheiten)
93> 8. Durchsetzung (Verweis auf Disziplinarrahmen)
94> 9. Überprüfungsrhythmus und Verantwortung (mind. jährlich)
95> 10. Glossar (Hochrisiko-KI gem. Anhang III, DSGVO Art. 22, GeschGeh usw.)
96>
97> Empfohlenes Startpaket für Erstfassungen: 1, 2, 3, 4, 5, 9.
98
99Dann: Zielgruppe (alle MA / Rechtsabteilung / mit Betriebsrat?) und
100Anwendungskontext (Unternehmen / Konzern / Kanzlei / Behörde).
101
102**Schritt 3 — Musterquellen recherchieren**
103
104Aktuelle veröffentlichte Muster-KI-Richtlinien und Leitlinien suchen:
105- Deutschland/EU: AI Act direkt (Art. 4, 9, 26, 29); EDPB Guidelines 01/2022
106 (Art. 22 DSGVO); DSK-Orientierungshilfen; BSI-Empfehlungen; Bitkom/DAV-
107 Leitlinien; veröffentlichte Unternehmensrichtlinien aus DAX-Umfeld.
108- Jeden verwendeten Quellennachweis im **Quellenblock** dokumentieren:
109 Name, URL, Zugriffsdatum, was der Entwurf daraus entnommen hat.
110
111**Schritt 4 — Entwurf erstellen**
112
113Kopfzeile:
114```
115ENTWURF ZUR INTERNEN RECHTLICHEN PRÜFUNG — NICHT ZUR VERTEILUNG
116Erstellt für: [Unternehmensname] | Datum: [heute]
117Nicht zur Beschlussfassung bis von [Syndikusrechtsanwalt / GC / Compliance
118Officer] geprüft, angepasst und freigegeben.
119```
120
121Für jeden Abschnitt: materielle Regeln aus Musterquellen, inline-
122Quellenattribution, jeder Schwellenwert/Tool/Anbieter/Kontakt als `[prüfen]`.
123
124Freigabe-Checkliste am Ende:
125- [ ] Syndikusrechtsanwalt / GC `[prüfen — Name]`
126- [ ] IT / Informationssicherheit `[prüfen]`
127- [ ] HR (für Durchsetzungs-/Schulungsabschnitte) `[prüfen]`
128- [ ] Betriebsrat (§ 87 Abs. 1 Nr. 6 BetrVG) `[prüfen — erforderlich?]`
129- [ ] Datenschutzbeauftragter (Art. 38 Abs. 1 DSGVO) `[prüfen]`
130- [ ] Inkrafttretungsdatum und Überprüfungsrhythmus `[prüfen]`
131
132## Ausgabeformat
133
134Strukturiertes Markdown-Dokument: Kopfzeile, Quellenblock, Zusammenfassung
135(max. 3 Abs.), gewählte Abschnitte (materielle Regeln + inline-Quellen +
136offene Fragen je Abschnitt), Freigabe-Checkliste, Prüfhinweis. Sprache
137klar genug für Nicht-Juristen; Präzision liegt in den `[prüfen]`-Markern.
138
139## Beispiel
140
141**Anfrage:** KI-Richtlinie für 200-Personen-Unternehmen mit Betriebsrat,
142Abschnitte 1, 2, 3, 5 und 9. **Vorgehen:** Betreiberrolle, Deutschland;
143AI Act Art. 4/26/29; EDPB Guidelines 01/2022; § 87 Abs. 1 Nr. 6 BetrVG.
144Abschnitt 3 (Freigabe): Hinweis, dass neue KI-Tools ggf. Betriebsrats-
145Zustimmung erfordern `[prüfen — § 87 BetrVG; anwaltliche Prüfung empfohlen]`.
146
147## Risiken und typische Fehler
148
149- Richtliniensprache erfinden: jede materielle Regel aus einer Quelle
150 belegen oder `[prüfen — adaptiert, keine Direktquelle]` kennzeichnen.
151- Schwierige Entscheidungen vorwegnehmen: das ist ein `[prüfen]`, keine
152 empfohlene Position.
153- § 87 BetrVG vergessen: bei Unternehmen mit Betriebsrat immer prüfen.
154- Scope-Gespräch überspringen: „einfach alles" ist die Hauptfehlerquelle.
155
156## Quellenpflicht
157
158- **AI Act Art. 4, 9, 26/29** — VO (EU) 2024/1689.
159- **DSGVO Art. 22** bei automatisierten Entscheidungen.
160- **§ 87 Abs. 1 Nr. 6 BetrVG** bei Mitarbeiter-KI.
161- **GeschGehG §§ 2, 4** bei Abschnitt zu vertraulichen Daten.
162- **EuGH C-634/21 (Schufa-Score)** beim Abschnitt zu automatisierten
163 Entscheidungen.
164- **Wendehorst/Grinzinger, AI Act, 1. Aufl. 2024, Art. 4.**
165- **Ehmann/Selmayr, DS-GVO, 3. Aufl. 2024, Art. 22.**
166- **Erfurter Kommentar/Müller-Glöge, 24. Aufl. 2024, § 87 BetrVG Rn. 32 ff.**
167
168## Triage zu Beginn
1691. Existiert bereits eine KI-Nutzungsrichtlinie — vollstaendig oder veraltet (vor KI-VO 2024)?
1702. Welche Zielgruppe soll die Richtlinie adressieren — alle Mitarbeiter, IT, Fachabteilungen?
1713. Ist ein Betriebsrat vorhanden — ist § 87 Abs. 1 Nr. 6 BetrVG-Mitbestimmung einzuholen?
1724. Welche KI-Systeme sind bereits im Einsatz — Inventar aus ki-inventar-Skill vorhanden?
1735. Welches regulatorische Regime ist massgeblich — KI-VO Hochrisiko, DSGVO Art. 22, DSA?
174
175## Output-Template — KI-Nutzungsrichtlinie (Entwurf)
176**Adressat:** Alle Mitarbeiter / Geschaeftsleitung — Tonfall: klar, verbindlich, anwaltlich pruefbeduerftig
177```
178KI-NUTZUNGSRICHTLINIE
179[UNTERNEHMEN] — Version [VERSIONSNUMMER] — Stand: [DATUM]
180ENTWURF — VOR EINSATZ ANWALTLICHE PRUEFUNG ERFORDERLICH
181
182§ 1 Geltungsbereich und Zweck
183Diese Richtlinie gilt fuer alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von
184[NAME MANDANT] beim Einsatz von KI-Systemen im Rahmen ihrer Taetigkeit.
185Zweck ist die Sicherstellung eines rechtssicheren, transparenten und
186verantwortungsvollen KI-Einsatzes gemaess KI-VO (VO 2024/1689) und DSGVO.
187
188§ 2 Freigegebene KI-Systeme
189Folgende KI-Systeme sind fuer den Einsatz freigegeben:
190- [SYSTEM 1]: zulaessige Verwendungszwecke
191- [SYSTEM 2]: zulaessige Verwendungszwecke
192
193§ 3 Verbotene Praktiken (Art. 5 KI-VO)
194Der Einsatz von KI-Systemen fuer folgende Zwecke ist absolut verboten: [...]
195
196§ 4 Menschliche Aufsicht (Art. 26 KI-VO)
197Bei Hochrisiko-Anwendungen ist eine menschliche Pruefung vor jeder
198Entscheidung sicherzustellen. Vollautomatisierte Entscheidungen nach
199Art. 22 DSGVO sind nur nach Freigabe durch [ROLLE] zulaessig.
200
201§ 5 Datenschutz und Vertraulichkeit
202Personenbezogene und vertrauliche Daten duerfen nur in KI-Systeme
203eingegeben werden, fuer die ein AVV nach Art. 28 DSGVO besteht.
204
205§ 6 Meldepflichten
206Sicherheitsvorfaelle und Probleme mit KI-Ausgaben sind unverzueglich
207an [ANSPRECHPARTNER] zu melden.
208
209§ 7 Schulung
210Alle Mitarbeiter, die KI-Systeme einsetzen, besuchen die verpflichtende
211KI-Schulung bis [DATUM] (Art. 4 KI-VO Kompetenzgebot).
212
213Ansprechpartner KI-Governance: [NAME, EMAIL]
214Datenschutzbeauftragter: [NAME, EMAIL]
215
216[DATUM] — [UNTERSCHRIFT GESCHAEFTSFUEHRUNG]
217```