SGB SG
Arbeitsbereich
SGB SG ordnet den Fall über die tragenden Prüfungslinien: Prüfungslinie für fachanwalt sozialrecht sgb ii bescheid, Vergleich vor Sozialgericht § 101 SGG, Mandant hat Sozialleistungsbescheid erhalten und Anwalt. Zuerst wird das Feld bestimmt, das die Akte wirklich trägt; ergänzende Felder kommen nur hinzu, wenn sie dieselbe Frist, Zuständigkeit, Beweislast oder denselben Output berühren.
Prüfungslinien
| Prüfungslinie |
Fokus |
fachanwalt-sozialrecht-sgb-ii-bescheid |
Prüfungslinie für fachanwalt sozialrecht sgb ii bescheid: prüft Normtext, Nutzerangaben, Fristen, Belege und verifizierte Rechtsprechung mit Gericht, Datum, Aktenzeichen und frei prüfbarer Quelle. |
fachanwalt-sozialrecht-vergleich-sg-widerspruchsverhandlung |
Vergleich vor Sozialgericht § 101 SGG. Widerspruchsverhandlung Behörde § 84 SGG. Mediation in Sozialleistungs-Streit zunehmend. Anhörung GdB-Verfahren Vergleich Schwerbehinderung. Korrespondenz Behörde Klagebegründung Vergleichsbereitschaft Gericht. |
fachanwalt-sozialrecht-widerspruch-sozialleistung |
Mandant hat Sozialleistungsbescheid erhalten und Anwalt formuliert Widerspruch. § 84 SGG Widerspruchsfrist ein Monat. Prüfraster: Frist (Bekanntgabe Vier-Tage-Fiktion § 37 Abs. 2 SGB X seit 1.1.2025 PostModG) aufschiebende Wirkung § 86a SGG Antrag § 86b SGG Tatsachen und Rechtsgrundlagen Beweisangebote. Output: Widerspruchsschriftsatz mit Begründung. Abgrenzung zu bescheid-frist-quick-check (Fristkontrolle vorab) und klage-sozialgericht (nach Widerspruchsbescheid). |
hilfsmittelantrag-pruefen |
Mandant benoetigt Hilfsmittel (Rollstuhl Hoerhilfe Prothese Pflegebett Treppenlift) und fragt welcher Kostentraeger zuständig ist und wie Antrag und Widerspruch aussehen. § 33 SGB V Hilfsmittelverzeichnis § 139 SGB V § 40 SGB XI § 47 SGB IX. Prüfraster: Zuständigkeit Krankenkasse/Pflegekasse/Eingliederungstraeger/Sozialhilfe Festbetraege Mehrkostenregelung typische Ablehnungsgründe. Output: Antragsentwurf oder Widerspruchsentwurf Hilfsmittel. Abgrenzung zu eingliederungshilfe-schule (Schule) und pflegegrad-widerspruch (Pflegegrad). |
Arbeitsweg
- Rolle, Ziel und gewünschtes Arbeitsprodukt klären: Wer handelt, welche Entscheidung steht an, welche Frist läuft und welcher Output wird gebraucht?
- Fristen und Eilrisiken zuerst markieren: die im Fachgebiet einschlägigen Verfahrens-, materiellen und Anmeldefristen vorab markieren und nicht aus Modellwissen finalisieren (insbesondere Widerspruch 1 Monat, Klage 1 Monat, Verjährung §§ 195, 199 BGB / spezialgesetzlich).
- Tragende Normen verifizieren: SGG §§ 51, 78, 87, 90, 130a, 144, 160, 183, 193, SGB I, II, III, V, VI, IX, X; § 11. SGB I-XII und Sozialgerichtsbarkeit SGG. Widerspruch; § 84 SGG Klage; § 87 SGG Eilantrag — Fundstellen über gesetze-im-internet.de, dejure.org, openJur, BVerfG-/BGH-/EuGH-Datenbank live prüfen; keine Modellwissen-Zitate.
- Zuständige Stelle bestimmen und Adressaten richtig wählen: Mandant, Gegner, zuständige Behörde oder Gericht, Sachverständige, ggf. EU-/internationale Stelle (siehe Skill-Detail).
- Dokumente und Beweismittel sammeln und auf Lücken prüfen: Verwaltungsakte, Vertragsurkunden, Schriftsätze, Bescheide, Protokolle, Sachverständigengutachten und externe Beweismittel des Fachgebiets — fehlende Belege durch Akteneinsicht oder Rückfrage beim Mandanten beschaffen, Live-Check für tagesaktuelle Normänderungen und Verwaltungspraxis.
Prüfungslinien im Detail
1. fachanwalt-sozialrecht-sgb-ii-bescheid
Fokus: Prüfungslinie für fachanwalt sozialrecht sgb ii bescheid: prüft Normtext, Nutzerangaben, Fristen, Belege und verifizierte Rechtsprechung mit Gericht, Datum, Aktenzeichen und frei prüfbarer Quelle.
SGB-II-Bescheid (Bürgergeld)
Fachlicher Kern — Sozialrecht und Sozialversicherungsrecht
- Problemfokus dieses Skills: Bleibe beim konkreten Titel
SGB-II-Bescheid (Bürgergeld) und löse die dort angelegte Fachfrage; keine Flucht in allgemeines Routing, außer eine echte Frist oder Zuständigkeit ist unklar.
- Normenradar: SGB I, IV § 7 und § 7a, V, VI, VII, IX, X §§ 20, 24, 44, 45, 48, 50, 60 ff.; SGB II, XII; SGG §§ 54, 86a, 86b, 87, 90, 103, 109, 144, 151, 160; Pflegebegutachtung/MD-Richtlinien live prüfen.
- Verifizierte Anker: BSG, Urteil vom 05.11.2024 - B 12 BA 3/23 R (Lehrende/Dozenten: Status immer einzelfallabhängig); BSG, Urteil vom 23.04.2024 - B 12 BA 9/22 R (Pilot/Freelancer, Eingliederung und unternehmerisches Risiko); BSG, Urteil vom 01.02.2022 - B 12 KR 37/19 R und Urteil vom 20.02.2024 - B 12 KR 1/22 R (GmbH-Geschäftsführer, Sperrminorität/mittelbare Beteiligung).
- Arbeitsmodus: Immer Verwaltungsakt, Frist, Widerspruch/Klage/eA, Amtsermittlung, medizinische Tatsachen, Mitwirkungspflichten und Beweisgutachten trennen; bei Status § 7 SGB IV: tatsächliche Eingliederung, Weisung, Rechtsmacht und Unternehmerrisiko abgleichen.
- Outputpflicht: Bescheidanalyse in einfacher Sprache, Widerspruch, eA-Antrag, Statusmatrix, medizinische Beweisfragen, Belegliste, Fristenplan oder SG-Schriftsatz.
- Fehlerbremse: Tragende Normen/Entscheidungen live oder aus der Akte verifizieren; Rechtsprechung nur mit Gericht, Entscheidungsform, Datum, Aktenzeichen und frei prüfbarer Quelle. Keine BeckRS-, juris-, Kommentar- oder Aufsatz-Blindzitate aus Modellwissen.
Triage — kläre vor SGB-II-Bearbeitung
- Welcher Bescheid genau (Bewilligungs-, Aufhebungs-, Erstattungsbescheid)? § 40 SGB II i.V.m. §§ 45, 48 SGB X: Unterschied materiell-rechtlich entscheidend.
- Widerspruchsfrist 1 Monat ab Bekanntgabe (§ 84 SGG) — noch offen? Bei abgelaufenem Bescheid: § 44 SGB X-Überprüfungsantrag.
- Aufschiebende Wirkung: SGB-II-Bescheide haben grundsätzlich KEINE aufschiebende Wirkung (§ 39 SGB II) — Eilantrag § 86b SGG notwendig wenn laufende Versorgung gefährdet.
- Hat der Bescheid eine ordnungsgemäße Anhörung nach § 24 SGB X durchlaufen? Bei Aufhebung/Erstattung pruefen. BSG-Linie B 7 AS / B 4 AS — vor Ausgabe Aktenzeichen live in dejure.org pruefen.
- Ist Mandant im Karenzjahr (§ 12 Abs. 3 SGB II)? Dann erweiterte Vermögensschonung.
Aktuelle Rechtsprechung (Stand Mai 2026)
Weitere Rechtsprechung vor Ausgabe live in dejure.org / bsg.bund.de mit Gericht, Datum, Aktenzeichen und tragender Aussage verifizieren.
Quellenregel
Quellenregel: Keine Kommentar-, Handbuch- oder Aufsatzfundstellen aus Modellwissen; Literatur nur mit Nutzerquelle oder lizenziertem Live-Zugriff.
Kaltstart-Rückfragen
- Wer gehört zur Bedarfsgemeinschaft (§ 7 Abs. 3 SGB II) — Ehepartner, Kinder unter 25, Lebenspartner?
- Welcher konkrete Punkt des Bescheids wird angegriffen (Regelbedarf-Stufe, Kosten der Unterkunft, Einkommensanrechnung, Vermögenszurechnung, Sanktion, Aufhebungs- und Erstattungsbescheid)?
- Wurde eine Anhörung nach § 24 SGB X vor Erlass des belastenden Bescheids durchgeführt?
- Droht eine Versorgungslücke — laufende Leistungen gefährdet (einstweiliger Rechtsschutz § 86b SGG notwendig)?
- Wie hoch ist die geltend gemachte Erstattung (§ 50 SGB X), und ist der Zeitraum bekannt?
- Gibt es atypische Mehrbedarfe (z.B. dezentrale Warmwasserbereitung, kostenaufwändige Ernährung, Behinderung)?
- Bei Sanktion: Liegt eine schriftliche Rechtsfolgenbelehrung vor — und ist die Pflichtverletzung tatbestandlich eindeutig?
- Ist der Mandant im Karenzjahr (§ 12 Abs. 3 SGB II — erste zwölf Monate SGB-II-Bezug, Vermögen nur bei Erheblichkeit)?
- Was will der Mandant wirklich erreichen? (Nicht: was steht im Standardweg, sondern: welches Ergebnis ist für den Mandanten persoenlich/wirtschaftlich das beste? Manchmal ist der schnellere Vergleich besser als der formal "richtige" Weg.)
Rechtsgrundlagen
| Norm |
Inhalt |
| § 7 SGB II |
Anspruchsberechtigte; Bedarfsgemeinschaft Abs. 3 |
| § 11 SGB II |
Einkommensbegriff (alles außer explizit Ausgenommenes) |
| § 11a SGB II |
Nicht als Einkommen zu berücksichtigende Einnahmen |
| § 11b SGB II |
Einkommensbereinigung: Werbungskosten, Versicherungspauschalen, Erwerbstätigenfreibetrag |
| § 12 SGB II |
Vermögensberücksichtigung; Freibetrag EUR 15000 pro Person Abs. 2; Karenzjahr Abs. 3 |
| § 20 SGB II |
Regelbedarf; Regelbedarfsstufen 1–6 (Regelbedarfs-Ermittlungsgesetz) |
| § 21 SGB II |
Mehrbedarfe: Schwangerschaft, Alleinerziehung, Behinderung, Ernährung, Warmwasser |
| § 22 SGB II |
Kosten der Unterkunft (tatsächlich bis zur Angemessenheitsgrenze; Heizkosten separat) |
| § 31 SGB II |
Pflichtverletzung; Leistungsminderung |
| § 31a SGB II |
Höhe der Leistungsminderung nach Pflichtverletzung — Sanktionen nach BVerfG 5.11.2019 — 1 BvL 7/16 in Schwere begrenzt |
| § 39 SGB II |
Kein Suspensiveffekt bei Widerspruch; Ausnahme bei drohender Unzumutbarkeit |
| § 41a SGB II |
Vorläufige Leistungserbringung bei ungeklärtem Sachverhalt |
| § 43 SGB II |
Aufrechnung von Erstattungsansprüchen (max. 30 % des Regelbedarfs) |
| § 44 SGB X |
Rücknahme rechtswidriger Ablehnungen zugunsten des Betroffenen |
| § 45 SGB X |
Rücknahme rechtswidriger begünstigender Verwaltungsakte (Vertrauensschutz) |
| § 48 SGB X |
Aufhebung bei wesentlicher Änderung der Verhältnisse |
Leitentscheidungen (Stand Mai 2026)
Weitere Entscheidungen vor Ausgabe in dejure.org / bsg.bund.de live verifizieren.
Prüfschema (15 Schritte)
| Schritt |
Inhalt |
Norm |
| 1 |
Bedarfsgemeinschaft korrekt abgegrenzt? |
§ 7 Abs. 3 SGB II |
| 2 |
Regelbedarfsstufe richtig zugeordnet (1–6)? |
§ 20, Anlage RBEG |
| 3 |
Mehrbedarfe vollständig berücksichtigt? |
§ 21 SGB II |
| 4 |
Kosten der Unterkunft tatsächlich angesetzt? |
§ 22 Abs. 1 SGB II |
| 5 |
Angemessenheits-Grenze KdU mit aktueller örtlicher Rechtsprechung pruefen |
§ 22 Abs. 1 S. 1 SGB II — schlüssiges Konzept; BSG-Linie B 7 AS / B 14 AS, Aktenzeichen vor Ausgabe in dejure.org pruefen |
| 6 |
Heizkosten separat und angemessen? |
§ 22 Abs. 1 Satz 3 SGB II |
| 7 |
Einkommensbereinigung § 11b korrekt? |
§ 11b SGB II |
| 8 |
Freibetrag Erwerbstätigkeit korrekt berechnet? |
§ 11b Abs. 2, 3 SGB II |
| 9 |
Vermögensfreibetrag EUR 15000 pro Person beachtet? |
§ 12 Abs. 2 SGB II |
| 10 |
Karenzjahr-Schutz greift (erste 12 Monate)? |
§ 12 Abs. 3 SGB II |
| Rechtsprechung live prüfen |
Live-Verifikation erforderlich |
keine Entscheidung aus Modellwissen; Quelle vor Ausgabe protokollieren |
| 12 |
Verfahrensfehler: Anhörung § 24 SGB X, Begründung § 35 SGB X? |
§§ 24, 35 SGB X |
| 13 |
Aufhebungsbescheid: Rechtsgrundlage § 45, 48 SGB X korrekt? |
§§ 45, 48 SGB X |
| 14 |
Erstattungsbetrag zutreffend und Aufrechnungsgrenze § 43 beachtet? |
§ 43 SGB II |
| 15 |
Eilantrag § 86b SGG nötig (kein Suspensiveffekt § 39 SGB II)? |
§ 86b SGG |
Strategische Optionen (vor dem Template entscheiden)
Bevor das Template eins-zu-eins gefuellt wird, ist zu pruefen welche Variante zur Mandantenkonstellation passt. Das Template ist eine moegliche Form — nicht die einzige.
| Konstellation |
Empfohlener Weg |
| Standard — SGB-II-Bescheid pruefen und anfechten |
Widerspruch; Template unten |
| Variante A — Mandant will sofortige Zahlung |
Eilantrag § 86b SGG parallel zum Widerspruch |
| Variante B — Rueckforderungsbescheid |
§ 45 vs. § 48 SGB X unterscheiden; Vertrauensschutz |
| Variante C — Sanktionsbescheid |
Verfassungswidrigkeit BVerfGE 1 BvL 7/16 pruefen |
Wenn die Mandantenkonstellation nicht ins Standardschema passt, ist das Template anzupassen oder durch ein anderes Skill abzuloesen — nicht das Mandat in das Schema zu pressen.
Schriftsatzbausteine
Baustein 1 — Vollständiger Widerspruch mit KdU-Rüge
An das Jobcenter [Ort]
Az. Jobcenter: [BehAz]
BG-Nummer: [BG]
betr. [Name, Geburtsdatum] und Bedarfsgemeinschaft
Widerspruch gegen den [Bewilligungs-/Aufhebungs-/Erstattungs-]
bescheid vom [Datum], zugegangen am [Datum]
Sehr geehrte Damen und Herren,
namens und in Vollmacht legen wir
W i d e r s p r u c h
ein.
I. Bedarfsgemeinschaft (§ 7 Abs. 3 SGB II)
[Korrekte Abgrenzung darstellen; ggf. Person zu Unrecht ein-
oder ausgeklammert]
II. Regelbedarf (§ 20 SGB II)
Unsere Mandantschaft wird der Regelbedarfsstufe [X] zugeordnet.
[Richtig / Falsch, weil: Begründung]
III. Mehrbedarfe (§ 21 SGB II)
Folgende Mehrbedarfe wurden zu Unrecht nicht berücksichtigt:
- Alleinerziehung § 21 Abs. 3 SGB II (Anlage W1)
- Kostenaufwändige Ernährung § 21 Abs. 5 SGB II wegen [Diagnose]
(Anlage W2: ärztliches Attest)
IV. Kosten der Unterkunft (§ 22 SGB II)
Tatsächliche monatliche Kaltmiete: EUR [Betrag]
Angesetzt: EUR [Betrag]
Das vom Jobcenter zugrundeliegende Schlüssige Konzept ist
angreifbar, weil [Argumentation, z.B. veraltete Daten, keine
Differenzierung nach Wohnungsgrößen, keine Verfügbarkeitsanalyse]
Rechtsprechung: keine Entscheidung aus Modellwissen zitieren; vor Ausgabe über offizielle oder frei zugängliche Quelle mit Gericht, Entscheidungsform, Datum, Aktenzeichen und tragender Aussage verifizieren.
Betrag unterhalb der tatsächlichen Kosten ist unzulässig.
V. Einkommensbereinigung (§ 11b SGB II)
Einkommen aus Erwerbstätigkeit EUR [Betrag] brutto.
Bereinigung: Versicherungspauschale EUR 30, Werbungskosten
EUR [Betrag], Erwerbstätigenfreibetrag § 11b Abs. 2, 3 SGB II.
Fehler: [Konkrete Rechenfehler des Jobcenters].
VI. Verfahrensfehler
Eine Anhörung nach § 24 SGB X wurde vor Erlass des belastenden
Bescheids nicht durchgeführt. Dies ist heilbar (§ 41 SGB X),
aber im Widerspruchsverfahren zu korrigieren.
Wir beantragen:
1. Den Bescheid aufzuheben / zu korrigieren.
2. Die vollen tatsächlichen Kosten der Unterkunft anzuerkennen.
3. Akteneinsicht (§ 25 SGB X).
Mit freundlichen Grüßen
[Fachanwalt/-anwältin für Sozialrecht]
Baustein 2 — Eilantrag § 86b SGG bei Leistungslücke
An das Sozialgericht [Ort] [Datum]
Antrag auf einstweilige Anordnung
gem. § 86b Abs. 2 SGG
[Mandant] ./. Jobcenter [Ort]
beantragen wir:
Der Antragsgegner wird im Wege der einstweiligen Anordnung
verpflichtet, dem Antragsteller / der Antragstellerin
vorläufig Leistungen nach SGB II in Höhe von monatlich
EUR [Betrag] (Regelbedarf + KdU) zu gewähren.
Anordnungsanspruch:
Alle Voraussetzungen des SGB II sind erfüllt (Anlage A1:
Meldebestätigung Jobcenter; Anlage A2: Einkommensnachweis;
Anlage A3: Mietvertrag). Der Widerspruch vom [Datum] ist
fristgerecht eingelegt.
Anordnungsgrund:
Ohne sofortige Leistungen drohen Mietrückstand und
Versorgungsausfall. Der Lebensunterhalt ist nicht
anderweitig gesichert. Kein Suspensiveffekt nach
§ 39 SGB II.
Mit freundlichen Grüßen
[Fachanwalt/-anwältin]
Baustein 3 — Widerspruch gegen Sanktionsbescheid
An das Jobcenter [Ort]
Widerspruch gegen Sanktionsbescheid vom [Datum]
Sehr geehrte Damen und Herren,
der Sanktionsbescheid ist rechtswidrig, weil:
1. Rechtsfolgenbelehrung fehlerhaft: Die Belehrung enthielt
keine hinreichend konkrete Benennung der verletzten Pflicht
und der genauen Rechtsfolge (BSG-Linie zu § 31 SGB II).
2. Kein Verschulden: Die Pflichtverletzung war nicht ver-
schuldet, weil [konkreter Grund: Krankheit, Irrtum,
Rechtsprechung: keine Entscheidung aus Modellwissen zitieren; vor Ausgabe über offizielle oder frei zugängliche Quelle mit Gericht, Entscheidungsform, Datum, Aktenzeichen und tragender Aussage verifizieren.
Sanktionen sind nur bei Verschulden verfassungskonform.
3. Verhältnismäßigkeit: Die festgesetzte Minderung von [X %]
Rechtsprechung: keine Entscheidung aus Modellwissen zitieren; vor Ausgabe über offizielle oder frei zugängliche Quelle mit Gericht, Entscheidungsform, Datum, Aktenzeichen und tragender Aussage verifizieren.
muss ein Härteparagraph greifen.
Wir beantragen: Aufhebung des Sanktionsbescheids.
Mit freundlichen Grüßen
[Fachanwalt/-anwältin]
--- vor Versand klaeren ---
- Welches Verhandlungsziel hat der Mandant? [Bestand / Abfindung / Reputation / Schnelle Loesung]
- Welche Kompromisslinien sind absolut? [Mindestabfindung / Freistellung / Zeugnisformulierung]
- Sind Anschlusswege erwuenscht? [Mediation / Direktgespraech / Settlement vor Klageerhebung]
Beweislast
| Position |
Träger |
Beweismittel |
| Bedarfsgemeinschaft korrekt |
Jobcenter (Nachweis) |
Melderegister, Behördenauskunft |
| Einkommen korrekt angerechnet |
Jobcenter |
Lohnnachweis, Steuerbescheid |
| Angemessenheitsgrenze KdU |
Jobcenter |
Schlüssiges Konzept; Verfügbarkeitsanalyse |
| Mehrbedarfe (Atypischer Bedarf) |
Kläger |
Ärztliches Attest, Nachweise |
| Pflichtverletzung (Sanktion) |
Jobcenter |
Aktenlage; Rechtsfolgenbelehrung vorhanden |
| Kein Verschulden (Gegenargument) |
Kläger |
Krankheitsattest, Schriftverkehr |
| Vertrauensschutz § 45 SGB X |
Kläger |
Bescheid, Handeln in gutem Glauben |
Fristen und Verjährung
| Frist |
Grundlage |
Inhalt |
| Ein Monat |
§ 84 Abs. 1 SGG |
Widerspruchsfrist nach Bekanntgabe |
| Vier-Tage-Fiktion |
§ 37 Abs. 2 SGB X (seit 01.01.2025) |
Bekanntgabe: vierter Tag nach Aufgabe zur Post |
| Drei-Tage-Fiktion |
§ 37 Abs. 2 SGB X a.F. |
Für Bescheide vor dem 01.01.2025 |
| Ein Monat |
§ 87 Abs. 1 SGG |
Klagefrist nach Widerspruchsbescheid |
| Vier Jahre |
§ 44 SGB X |
Rücknahme rechtswidriger Ablehnungen zugunsten |
| Zehn Jahre |
§ 45 Abs. 3 SGB X |
Rücknahme rechtswidrig begünstigender VA (Betrug) |
Typische Gegenargumente des Jobcenters
| Jobcenter-Argument |
Rechtliche Gegenstrategie |
| Rechtsprechung live prüfen |
keine Entscheidung aus Modellwissen; Quelle vor Ausgabe protokollieren |
| "Einnahmen als Einkommen angerechnet" |
§ 11a SGB II: Ausnahmen prüfen (Aufwandsentschädigungen, Wohngeld, Kindergeld-Teile) |
| "Vermögen vorhanden" |
§ 12 Abs. 2: Freibetrag EUR 15000 pro Person; Karenzjahr § 12 Abs. 3; Schonvermögen (Hausrat, Altersvorsorge) |
| Rechtsprechung live prüfen |
keine Entscheidung aus Modellwissen; Quelle vor Ausgabe protokollieren |
| "Aufhebung § 48 SGB X korrekt" |
Handlungs-/Kenntnis-Verschulden nicht vorhanden; Vertrauensschutz § 45 SGB X |
| "Vorläufige Leistung § 41a wird endabgerechnet" |
Höhe der Nachforderung begrenzt; Billigkeitslösung § 43 SGB II |
| "Keine Anhörung nötig" |
§ 24 SGB X gilt bei allen belastenden VA; Heilung nur im Widerspruch, nicht im Bescheid |
Streitwert / Kosten
| Position |
Richtwert |
| Streitwert Bürgergeld-Klage |
Strittiger Nachzahlungsbetrag oder Jahreswert monatlicher Mehrleistungen |
| Gerichtskosten SG |
Kostenfrei § 183 SGG (Betroffene) |
| Anwaltsgebühren |
PKH regelmäßig bewilligbar; Wahlanwalt EUR 400 bis 800 (erste Instanz) |
| Eilverfahren § 86b SGG |
Hälfte Hauptsache-Streitwert; PKH beantragen |
| Akteneinsicht |
Gebührenfrei § 25 SGB X |
Strategische Empfehlung
| Fallkonstellation |
Empfehlung |
| KdU-Kürzung |
Schlüssiges Konzept des Jobcenters prüfen; Mietspiegel / Marktatlas gegenüberstellen |
| Rechtsprechung live prüfen |
keine Entscheidung aus Modellwissen; Quelle vor Ausgabe protokollieren |
| Aufhebungs-/Erstattungsbescheid |
§ 45 oder § 48 SGB X Rechtsgrundlage? Vertrauensschutz und Jahresfristen prüfen |
| Eilschutz nötig |
§ 86b Abs. 2 SGG sofort stellen; kein Suspensiveffekt § 39 SGB II beachten |
| Mehrfach-Bescheide |
Jeden Bescheid einzeln anfechten; Sammelwiderspruch vermeiden |
| § 44 SGB X-Rücknahme |
Für zurückliegende Zeiträume (max. 4 Jahre) effektiv nutzen |
Ausgabe — Berechnungsprüfung
- Berechnungstabelle Soll vs. Bescheid pro Position (Regelbedarf, Mehrbedarfe, KdU, Einkommen, Vermögen).
- Differenzberechnung pro Monat; bei Abweichung Übergabe an
fachanwalt-sozialrecht-widerspruch-sozialleistung.
Anschluss-Skills
fachanwalt-sozialrecht-widerspruch-sozialleistung — allgemeine Widerspruchslogik
fachanwalt-sozialrecht-erwerbsminderungsrente — wenn Bürgergeld wegen EM-Rentenprozess läuft
fachanwalt-sozialrecht-vergleich-sg-widerspruchsverhandlung — Vergleichsstrategie
Quellen
Rechtsprechung: keine Entscheidung aus Modellwissen zitieren; vor Ausgabe über offizielle oder frei zugängliche Quelle mit Gericht, Entscheidungsform, Datum, Aktenzeichen und tragender Aussage verifizieren.
2. fachanwalt-sozialrecht-vergleich-sg-widerspruchsverhandlung
Fokus: Vergleich vor Sozialgericht § 101 SGG. Widerspruchsverhandlung Behörde § 84 SGG. Mediation in Sozialleistungs-Streit zunehmend. Anhörung GdB-Verfahren Vergleich Schwerbehinderung. Korrespondenz Behörde Klagebegründung Vergleichsbereitschaft Gericht.
Sozialrecht — Vergleich vor SG / Widerspruchsverhandlung
Fachlicher Kern — Sozialrecht und Sozialversicherungsrecht
- Problemfokus dieses Skills: Bleibe beim konkreten Titel
Sozialrecht — Vergleich vor SG / Widerspruchsverhandlung und löse die dort angelegte Fachfrage; keine Flucht in allgemeines Routing, außer eine echte Frist oder Zuständigkeit ist unklar.
- Normenradar: SGB I, IV § 7 und § 7a, V, VI, VII, IX, X §§ 20, 24, 44, 45, 48, 50, 60 ff.; SGB II, XII; SGG §§ 54, 86a, 86b, 87, 90, 103, 109, 144, 151, 160; Pflegebegutachtung/MD-Richtlinien live prüfen.
- Verifizierte Anker: BSG, Urteil vom 05.11.2024 - B 12 BA 3/23 R (Lehrende/Dozenten: Status immer einzelfallabhängig); BSG, Urteil vom 23.04.2024 - B 12 BA 9/22 R (Pilot/Freelancer, Eingliederung und unternehmerisches Risiko); BSG, Urteil vom 01.02.2022 - B 12 KR 37/19 R und Urteil vom 20.02.2024 - B 12 KR 1/22 R (GmbH-Geschäftsführer, Sperrminorität/mittelbare Beteiligung).
- Arbeitsmodus: Immer Verwaltungsakt, Frist, Widerspruch/Klage/eA, Amtsermittlung, medizinische Tatsachen, Mitwirkungspflichten und Beweisgutachten trennen; bei Status § 7 SGB IV: tatsächliche Eingliederung, Weisung, Rechtsmacht und Unternehmerrisiko abgleichen.
- Outputpflicht: Bescheidanalyse in einfacher Sprache, Widerspruch, eA-Antrag, Statusmatrix, medizinische Beweisfragen, Belegliste, Fristenplan oder SG-Schriftsatz.
- Fehlerbremse: Tragende Normen/Entscheidungen live oder aus der Akte verifizieren; Rechtsprechung nur mit Gericht, Entscheidungsform, Datum, Aktenzeichen und frei prüfbarer Quelle. Keine BeckRS-, juris-, Kommentar- oder Aufsatz-Blindzitate aus Modellwissen.
Triage — kläre vor SG-Verhandlung
- Verfahrensstand: Widerspruchsverfahren, Klage beim SG, mündliche Verhandlung oder Gütetermin?
- Ist die Klage fristgerecht nach § 87 SGG (1 Monat ab Widerspruchsbescheid) eingereicht?
- Beweislage: Liegen aktuelle Gutachten/Atteste vor oder muss Gutachten nach § 109 SGG beantragt werden?
- Vergleichsbereitschaft der Behörde: Hat sie Abhilfe-Signal gesetzt, Teilabhilfe in Aussicht gestellt?
- Bei Unterlaufen der Monatsfrist: Wiedereinsetzung (§ 67 SGG) möglich?
Aktuelle Rechtsprechung
- Rechtsprechung: keine Entscheidung aus Modellwissen zitieren; vor Ausgabe über offizielle oder frei zugängliche Quelle mit Gericht, Entscheidungsform, Datum, Aktenzeichen und tragender Aussage verifizieren.
- Quellenregel: Literatur nur mit Nutzerquelle oder lizenziertem Live-Zugriff; keine Kommentar-, Handbuch- oder Aufsatzfundstellen aus Modellwissen.
Quellenregel
Quellenregel: Keine Kommentar-, Handbuch- oder Aufsatzfundstellen aus Modellwissen; Literatur nur mit Nutzerquelle oder lizenziertem Live-Zugriff.
Kaltstart-Rückfragen
- In welchem Verfahrensstand befindet sich das Mandat (Widerspruchsverfahren, Klage anhängig, Termin beim SG schon anberaumt)?
- Was ist der Streitgegenstand — und wie groß ist der Unterschied zwischen Behörden-Position und Mandanten-Forderung?
- Liegen aktuelle Sachverständigengutachten vor, oder muss der Beweisstand erst aufgebaut werden?
- Besteht Vergleichsbereitschaft beim Mandanten — und sind die Minimalziele klar definiert?
- Hat die Behörde im Widerspruchsverfahren bereits Abhilfe-Signale gesetzt?
- Ist die Klage innerhalb der Monatsfrist (§ 87 SGG) eingereicht worden?
- Ist eine Untätigkeitsklage nach § 88 SGG erforderlich (kein Widerspruchsbescheid nach drei Monaten)?
- Gibt es Beizuladdende (§ 75 SGG) — z.B. Krankenversicherung bei Rentenstreit?
- Was will der Mandant wirklich erreichen? (Nicht: was steht im Standardweg, sondern: welches Ergebnis ist für den Mandanten persoenlich/wirtschaftlich das beste? Manchmal ist der schnellere Vergleich besser als der formal "richtige" Weg.)
Rechtsgrundlagen
| Norm |
Inhalt |
| § 84 SGG |
Widerspruchsverfahren; Frist ein Monat |
| § 85 SGG |
Widerspruchsbescheid nach drei Monaten |
| § 87 SGG |
Klagefrist: ein Monat nach Widerspruchsbescheid |
| § 88 SGG |
Untätigkeitsklage: drei Monate Untätigkeit der Behörde |
| § 101 SGG |
Vergleich vor dem Sozialgericht; auch außergerichtlich durch Vergleichs-Protokoll |
| § 109 SGG |
Gutachten durch Arzt des Vertrauens auf Antrag des Klägers |
| § 75 SGG |
Beiladung notwendiger Beteiligter |
| § 86b SGG |
Einstweiliger Rechtsschutz parallel zum Hauptverfahren |
| § 183 SGG |
Kostenfreiheit des Verfahrens für Versicherte |
| § 193 SGG |
Kostentragung bei Mutwilligkeit; faktisch selten |
Leitentscheidungen
| Aktenzeichen |
Gericht/Datum |
Leitsatz |
| Rechtsprechung live prüfen |
Keine Entscheidung aus Modellwissen zitieren; vor Ausgabe über amtliche oder frei zugängliche Quelle mit Gericht, Entscheidungsform, Datum, Aktenzeichen und tragender Aussage verifizieren. |
|
| Rechtsprechung live prüfen |
Keine Entscheidung aus Modellwissen zitieren; vor Ausgabe über amtliche oder frei zugängliche Quelle mit Gericht, Entscheidungsform, Datum, Aktenzeichen und tragender Aussage verifizieren. |
|
| Rechtsprechung live prüfen |
Keine Entscheidung aus Modellwissen zitieren; vor Ausgabe über amtliche oder frei zugängliche Quelle mit Gericht, Entscheidungsform, Datum, Aktenzeichen und tragender Aussage verifizieren. |
|
| Rechtsprechung live prüfen |
Keine Entscheidung aus Modellwissen zitieren; vor Ausgabe über amtliche oder frei zugängliche Quelle mit Gericht, Entscheidungsform, Datum, Aktenzeichen und tragender Aussage verifizieren. |
|
Verfahrenspfade und Strategien
Pfad 1 — Widerspruchs-Abhilfe durch Behörde
Die günstigste Variante: Behörde überprüft internen Bescheid und erlässt Abhilfebescheid. Voraussetzungen:
- Widerspruchsbegründung mit klaren Rechts- und Tatsachenfehlern
- Neue Beweismittel (aktuelle Atteste, Gutachten)
- Frühzeitige Kontaktaufnahme mit Sachbearbeiter
Taktik: Im Widerspruch explizit auf Fehler hinweisen (§ 35 SGB X-Begründungsmangel, § 24 SGB X-Anhörungsfehler) — erleichtert Behörde die Abhilfe ohne Gesichtsverlust.
Pfad 2 — Klage und Schriftverkehr vor SG-Termin
Zwischen Klageerhebung und dem ersten Verhandlungstermin liegt oft ein Jahr. In dieser Phase:
- Klagebegründung mit vollständigem Sachvortrag
- Akteneinsicht beim Gericht beantragen
- Vergleichsbereitschaft in Schriftsatz signalisieren
- § 109 SGG-Antrag für eigenes Gutachten stellen (frühzeitig, weil Gutachten Zeit braucht)
Pfad 3 — Erörterungs- und Verhandlungstermin
Das SG lädt zu einem Erörterungs- oder Verhandlungstermin. Der Vorsitzende unterbreitet oft einen Vergleichsvorschlag:
Taktik im Termin:
- Mandant gut vorbereiten (keine Überraschungen)
- Minimalziel und Maximalziel intern festlegen
- Vergleichsvorschlag nicht sofort annehmen: Bedenkzeit erbitten
- Bei GdB-Vergleich: Zeitliche Bindung und Abänderungsklausel klären
Pfad 4 — Mediation im Sozialrecht (zunehmend)
Besonders bei langwierigen Bürgergeld-Sanktions- und Pflegegrad-Fällen bieten einige Gerichte Mediation an. Die DGFM bildet Mediatoren für Sozialleistungs-Streit aus. Vorteil: Kreative Lösungen außerhalb der formalen Leistungsgrenzen.
Pfad 5 — GKV-Ombudsmann (KK-spezifisch)
Bei GKV-Streitigkeiten: Ombudsmann nach § 66 SGB V als Vorab-Klärung. Kein Rechtsmittel, aber Beschleunigung der GKV-Entscheidung.
Prüfschema Vergleichs-Vorbereitung (12 Schritte)
| Schritt |
Inhalt |
Grundlage |
| 1 |
Verfahrensstand ermitteln (Widerspruch/Klage/Berufung) |
Aktenstatus |
| 2 |
Stärken und Schwächen der eigenen Position analysieren |
Sachverhalt, Gutachten |
| 3 |
Vergleichsziel des Mandanten klären (Minimum, Optimum) |
Mandantengespräch |
| 4 |
Behördenposition kennen: Spielräume? Ermessen? |
Widerspruchsbescheid |
| 5 |
Gutachten-Lage: eigene Gutachten vorhanden? Günstig? |
§ 109 SGG |
| 6 |
Verfahrensdauer und Prozesskostenrisiko abwägen |
§ 183 SGG; PKH |
| 7 |
Vergleichsvorschlag formulieren (konkret: GdB X, Rentensatz Y %, Leistung Z EUR) |
§ 101 SGG |
| 8 |
Abänderungsklausel / Befristung im Vergleich sichern |
§ 101 SGG; § 48 SGB X |
| 9 |
Im Termin: Vorsitzenden-Vorschlag kritisch prüfen |
SG-Termin |
| 10 |
Vergleich schriftlich zu Protokoll nehmen |
§ 101 Abs. 1 SGG |
| 11 |
Vergleichs-Ratifikation durch Mandant vor Unterzeichnung |
Vollmacht prüfen |
| 12 |
Vollstreckbarkeit des Vergleichs sichern |
§ 199 SGG |
Strategische Optionen (vor dem Template entscheiden)
Bevor das Template eins-zu-eins gefuellt wird, ist zu pruefen welche Variante zur Mandantenkonstellation passt. Das Template ist eine moegliche Form — nicht die einzige.
| Konstellation |
Empfohlener Weg |
| Standard — Vergleich SG / Widerspruchsverhandlung |
Vergleichsvorschlag; Template unten |
| Variante A — Mandant will keinen Vergleich |
Urteil anstreben; Beweislage einschaetzen |
| Variante B — Teilvergleich moeglich |
Streitpunkte aufteilen; Teilerfolg sichern |
| Variante C — Grundsatzfrage offen |
Revision zum BSG anstreben; Vergleich vermeiden |
Wenn die Mandantenkonstellation nicht ins Standardschema passt, ist das Template anzupassen oder durch ein anderes Skill abzuloesen — nicht das Mandat in das Schema zu pressen.
Schriftsatzbausteine
Baustein 1 — Klageerhebung mit Vergleichssignal
An das Sozialgericht [Ort] [Datum]
Klage
In dem Rechtsstreit
[Name, Anschrift] ./. [Behörde]
erhebe ich / erheben wir namens und in Vollmacht von [Name]
K l a g e
gegen den Widerspruchsbescheid der [Behörde] vom [Datum],
Az. [...].
Antrag:
Der Beklagte wird verpflichtet, [konkreter Leistungsantrag,
z.B. EM-Rente, GdB-Feststellung, Bürgergeld-Nachzahlung].
Begründung:
[Kurze Sachdarstellung; ausführliche Begründung erfolgt
nach Ladung]
Unsere Mandantschaft ist grundsätzlich zu einer vergleichs-
weisen Einigung bereit, sofern [Mindestbedingung konkret].
Beweisangebote:
- Anlage K1: Ärztliches Attest
- Anlage K2: Gutachten
Zugleich beantragen wir gemäß § 109 SGG die Einholung eines
Sachverständigengutachtens durch [Gutachter].
Mit freundlichen Grüßen
[Fachanwalt/-anwältin für Sozialrecht]
Baustein 2 — Vergleichsangebot außergerichtlich (Widerspruchsphase)
An die [Behörde]
Az. [BehAz]
betr. [Name] — Vergleichsangebot im Widerspruchsverfahren
Sehr geehrte Damen und Herren,
um das Widerspruchsverfahren zu beschleunigen, unterbreiten
wir folgendes Vergleichsangebot:
Unsere Mandantschaft verzichtet auf [Teil der Forderung /
Rückwirkung], wenn die Behörde bereit ist, [konkrete
Gegenleistung: GdB von X, Leistungsgewährung ab Datum Y,
Teilzahlung EUR Z].
Ein solcher Vergleich würde das Verfahren ohne kostenintensive
Klage beenden. Wir bitten um Rückmeldung binnen zwei Wochen.
Mit freundlichen Grüßen
[Fachanwalt/-anwältin]
Baustein 3 — § 109 SGG-Antrag für Vertrauensgutachten
An das Sozialgericht [Ort]
Az. S [X] [SGB-Bereich] [Az]
In dem Rechtsstreit [Name] ./. [Behörde]
beantragen wir:
Gemäß § 109 SGG wird ein Gutachten durch folgende Sachver-
ständige / folgenden Sachverständigen eingeholt:
[Gutachter-Name, Fachrichtung, Adresse]
Beweisfrage: [konkret, z.B. Grad der Behinderung; quantitatives
Leistungsvermögen; MdE-Grad]
Die Kläger-Seite beantragt die Einholung auf eigene Kosten.
PKH-Antrag ist gestellt (Anlage: PKH-Antrag).
Mit freundlichen Grüßen
[Fachanwalt/-anwältin]
--- vor Versand klaeren ---
- Welches Verhandlungsziel hat der Mandant? [Bestand / Abfindung / Reputation / Schnelle Loesung]
- Welche Kompromisslinien sind absolut? [Mindestabfindung / Freistellung / Zeugnisformulierung]
- Sind Anschlusswege erwuenscht? [Mediation / Direktgespraech / Settlement vor Klageerhebung]
Beweislast und Beweisführung
| Beweisthema |
Träger |
Standard |
Mittel |
| Medizinische Tatsachen |
Kläger |
Vollbeweis |
Fachärztliche Atteste, Gutachten § 109 SGG |
| Verfahrensfehler (fehlende Anhörung) |
Kläger |
Vollbeweis |
Akte zeigt keine Anhörung |
| Ermessensfehler |
Kläger (Rüge) |
Begründung im Bescheid |
§ 35 SGB X |
| Vergleichs-Bindungswirkung |
Keine Beweisfrage |
Vertrag zu Protokoll |
§ 101 SGG |
| Abänderbarkeit Vergleich |
Neue Tatsachen |
Wesentliche Änderung |
§ 48 SGB X analog |
Fristen und Verjährung
| Frist |
Grundlage |
Inhalt |
| Ein Monat |
§ 84 SGG |
Widerspruchsfrist |
| Drei Monate |
§ 88 SGG |
Untätigkeitsklage wenn kein Widerspruchsbescheid |
| Ein Monat |
§ 87 SGG |
Klagefrist nach Widerspruchsbescheid |
| Nicht limitiert |
§ 101 SGG |
Vergleich kann jederzeit im Verfahren geschlossen werden |
| Vier Jahre |
§ 44 SGB X |
Rücknahme rechtswidriger Bescheide |
Typische Stolpersteine bei Vergleichen
| Stolperstein |
Folge |
Gegenstrategie |
| Vergleich ohne Abänderungsklausel |
GdB/Leistung nicht anpassbar bei Verschlechterung |
Abänderungsklausel für Folgeanträge einfügen |
| Vergleich unter Wert |
Mandant erhält weniger als bei Urteil |
Gutachten abwarten; Risikoabwägung mit Mandant |
| Vergleich nicht zu Protokoll |
Keine Vollstreckbarkeit |
§ 101 Abs. 1 SGG: Vergleich immer zu Protokoll |
| Verjährung Nachzahlung nicht vereinbart |
Offene Forderung bleibt unklar |
Nachzahlungszeitraum im Vergleich konkret benennen |
| Behörde zieht Vergleichsangebot zurück |
Verfahren geht weiter |
Vergleichsangebot schriftlich festhalten; Vertrauensschutz |
| § 109 SGG-Gutachten zu spät beantragt |
Termin ohne eigenes Gutachten |
Antrag frühzeitig nach Klagezustellung stellen |
Streitwert / Kosten
| Position |
Richtwert |
| Gerichtskosten |
Kostenfrei § 183 SGG (Versicherte) |
| Anwaltskosten |
PKH regelmäßig; Wahlanwalt nach RVG |
| § 109-Gutachten |
EUR 800 bis 5000; Kläger-Vorschuss; PKH möglich |
| LSG-Berufung |
Streitwert > EUR 750 (§ 144 Abs. 1 SGG) |
| Untätigkeitsklage |
Keine Mehrkosten |
Strategische Empfehlung
| Fallkonstellation |
Empfehlung |
| Gutachten-Lage günstig |
Klage und Termin abwarten; Vergleich erst wenn Verhandlung läuft |
| Gutachten-Lage unklar |
§ 109 SGG frühzeitig beantragen; Vergleich erst nach Gutachten |
| Behörde signalisiert Kompromissbereitschaft |
Vergleichsangebot im Widerspruch mit konkretem Angebot |
| Untätigkeit der Behörde > 3 Monate |
Untätigkeitsklage § 88 SGG; Druck durch Klage |
| GdB-Vergleich |
Abänderungsklausel und Befristung sichern |
| Mandant will schnelle Lösung |
Aktives Vergleichsangebot; Vollmacht für Vergleichs-Abschluss einholen |
Anschluss-Skills
fachanwalt-sozialrecht-widerspruch-sozialleistung — Widerspruchsprozess
fachanwalt-sozialrecht-erwerbsminderungsrente — EM-Rente Strategie
fachanwalt-sozialrecht-sgb-ii-bescheid — Bürgergeld-Verfahren
fachanwalt-sozialrecht-long-covid-bk-anerkennung-bg — BK-Vergleich
Quellen
Rechtsprechung: keine Entscheidung aus Modellwissen zitieren; vor Ausgabe über offizielle oder frei zugängliche Quelle mit Gericht, Entscheidungsform, Datum, Aktenzeichen und tragender Aussage verifizieren.
3. fachanwalt-sozialrecht-widerspruch-sozialleistung
Fokus: Mandant hat Sozialleistungsbescheid erhalten und Anwalt formuliert Widerspruch. § 84 SGG Widerspruchsfrist ein Monat. Prüfraster: Frist (Bekanntgabe Vier-Tage-Fiktion § 37 Abs. 2 SGB X seit 1.1.2025 PostModG) aufschiebende Wirkung § 86a SGG Antrag § 86b SGG Tatsachen und Rechtsgrundlagen Beweisangebote. Output: Widerspruchsschriftsatz mit Begründung. Abgrenzung zu bescheid-frist-quick-check (Fristkontrolle vorab) und klage-sozialgericht (nach Widerspruchsbescheid).
Widerspruch gegen Sozialleistungsbescheid (§ 84 SGG)
Fachlicher Kern — Sozialrecht und Sozialversicherungsrecht
- Problemfokus dieses Skills: Bleibe beim konkreten Titel
Widerspruch gegen Sozialleistungsbescheid (§ 84 SGG) und löse die dort angelegte Fachfrage; keine Flucht in allgemeines Routing, außer eine echte Frist oder Zuständigkeit ist unklar.
- Normenradar: SGB I, IV § 7 und § 7a, V, VI, VII, IX, X §§ 20, 24, 44, 45, 48, 50, 60 ff.; SGB II, XII; SGG §§ 54, 86a, 86b, 87, 90, 103, 109, 144, 151, 160; Pflegebegutachtung/MD-Richtlinien live prüfen.
- Verifizierte Anker: BSG, Urteil vom 05.11.2024 - B 12 BA 3/23 R (Lehrende/Dozenten: Status immer einzelfallabhängig); BSG, Urteil vom 23.04.2024 - B 12 BA 9/22 R (Pilot/Freelancer, Eingliederung und unternehmerisches Risiko); BSG, Urteil vom 01.02.2022 - B 12 KR 37/19 R und Urteil vom 20.02.2024 - B 12 KR 1/22 R (GmbH-Geschäftsführer, Sperrminorität/mittelbare Beteiligung).
- Arbeitsmodus: Immer Verwaltungsakt, Frist, Widerspruch/Klage/eA, Amtsermittlung, medizinische Tatsachen, Mitwirkungspflichten und Beweisgutachten trennen; bei Status § 7 SGB IV: tatsächliche Eingliederung, Weisung, Rechtsmacht und Unternehmerrisiko abgleichen.
- Outputpflicht: Bescheidanalyse in einfacher Sprache, Widerspruch, eA-Antrag, Sta
…(truncated)
1---2name: sgb-sg3description: SGB SG im Plugin Fachanwalt Sozialrecht: prüft konkrete Prüfungslinie für fachanwalt sozialrecht sgb ii bescheid, Vergleich vor Sozialgericht § 101 SGG, Mandant hat Sozialleistungsbescheid erhalten und Anwalt, Mandant benoetigt Hilfsmittel (Rollstuhl Hoerhilfe Prothese. Liefert priorisierten Output mit Norm-Pinpoints, Risikoampel und nächstem Schritt.4---5
6# SGB SG
7
8## Arbeitsbereich
9
10**SGB SG** ordnet den Fall über die tragenden Prüfungslinien: Prüfungslinie für fachanwalt sozialrecht sgb ii bescheid, Vergleich vor Sozialgericht § 101 SGG, Mandant hat Sozialleistungsbescheid erhalten und Anwalt. Zuerst wird das Feld bestimmt, das die Akte wirklich trägt; ergänzende Felder kommen nur hinzu, wenn sie dieselbe Frist, Zuständigkeit, Beweislast oder denselben Output berühren.
11## Prüfungslinien
12
13| Prüfungslinie | Fokus |
14| --- | --- |
15| `fachanwalt-sozialrecht-sgb-ii-bescheid` | Prüfungslinie für fachanwalt sozialrecht sgb ii bescheid: prüft Normtext, Nutzerangaben, Fristen, Belege und verifizierte Rechtsprechung mit Gericht, Datum, Aktenzeichen und frei prüfbarer Quelle. |
16| `fachanwalt-sozialrecht-vergleich-sg-widerspruchsverhandlung` | Vergleich vor Sozialgericht § 101 SGG. Widerspruchsverhandlung Behörde § 84 SGG. Mediation in Sozialleistungs-Streit zunehmend. Anhörung GdB-Verfahren Vergleich Schwerbehinderung. Korrespondenz Behörde Klagebegründung Vergleichsbereitschaft Gericht. |
17| `fachanwalt-sozialrecht-widerspruch-sozialleistung` | Mandant hat Sozialleistungsbescheid erhalten und Anwalt formuliert Widerspruch. § 84 SGG Widerspruchsfrist ein Monat. Prüfraster: Frist (Bekanntgabe Vier-Tage-Fiktion § 37 Abs. 2 SGB X seit 1.1.2025 PostModG) aufschiebende Wirkung § 86a SGG Antrag § 86b SGG Tatsachen und Rechtsgrundlagen Beweisangebote. Output: Widerspruchsschriftsatz mit Begründung. Abgrenzung zu bescheid-frist-quick-check (Fristkontrolle vorab) und klage-sozialgericht (nach Widerspruchsbescheid). |
18| `hilfsmittelantrag-pruefen` | Mandant benoetigt Hilfsmittel (Rollstuhl Hoerhilfe Prothese Pflegebett Treppenlift) und fragt welcher Kostentraeger zuständig ist und wie Antrag und Widerspruch aussehen. § 33 SGB V Hilfsmittelverzeichnis § 139 SGB V § 40 SGB XI § 47 SGB IX. Prüfraster: Zuständigkeit Krankenkasse/Pflegekasse/Eingliederungstraeger/Sozialhilfe Festbetraege Mehrkostenregelung typische Ablehnungsgründe. Output: Antragsentwurf oder Widerspruchsentwurf Hilfsmittel. Abgrenzung zu eingliederungshilfe-schule (Schule) und pflegegrad-widerspruch (Pflegegrad). |
19
20## Arbeitsweg
21
22- Rolle, Ziel und gewünschtes Arbeitsprodukt klären: Wer handelt, welche Entscheidung steht an, welche Frist läuft und welcher Output wird gebraucht?
23- Fristen und Eilrisiken zuerst markieren: die im Fachgebiet einschlägigen Verfahrens-, materiellen und Anmeldefristen vorab markieren und nicht aus Modellwissen finalisieren (insbesondere Widerspruch 1 Monat, Klage 1 Monat, Verjährung §§ 195, 199 BGB / spezialgesetzlich).
24- Tragende Normen verifizieren: SGG §§ 51, 78, 87, 90, 130a, 144, 160, 183, 193, SGB I, II, III, V, VI, IX, X; § 11. SGB I-XII und Sozialgerichtsbarkeit SGG. Widerspruch; § 84 SGG Klage; § 87 SGG Eilantrag — Fundstellen über gesetze-im-internet.de, dejure.org, openJur, BVerfG-/BGH-/EuGH-Datenbank live prüfen; keine Modellwissen-Zitate.
25- Zuständige Stelle bestimmen und Adressaten richtig wählen: Mandant, Gegner, zuständige Behörde oder Gericht, Sachverständige, ggf. EU-/internationale Stelle (siehe Skill-Detail).
26- Dokumente und Beweismittel sammeln und auf Lücken prüfen: Verwaltungsakte, Vertragsurkunden, Schriftsätze, Bescheide, Protokolle, Sachverständigengutachten und externe Beweismittel des Fachgebiets — fehlende Belege durch Akteneinsicht oder Rückfrage beim Mandanten beschaffen, Live-Check für tagesaktuelle Normänderungen und Verwaltungspraxis.
27## Prüfungslinien im Detail
28
29## 1. `fachanwalt-sozialrecht-sgb-ii-bescheid`
30
31**Fokus:** Prüfungslinie für fachanwalt sozialrecht sgb ii bescheid: prüft Normtext, Nutzerangaben, Fristen, Belege und verifizierte Rechtsprechung mit Gericht, Datum, Aktenzeichen und frei prüfbarer Quelle.
32
33### SGB-II-Bescheid (Bürgergeld)
34
35## Fachlicher Kern — Sozialrecht und Sozialversicherungsrecht
36- **Problemfokus dieses Skills:** Bleibe beim konkreten Titel `SGB-II-Bescheid (Bürgergeld)` und löse die dort angelegte Fachfrage; keine Flucht in allgemeines Routing, außer eine echte Frist oder Zuständigkeit ist unklar.
37- **Normenradar:** SGB I, IV § 7 und § 7a, V, VI, VII, IX, X §§ 20, 24, 44, 45, 48, 50, 60 ff.; SGB II, XII; SGG §§ 54, 86a, 86b, 87, 90, 103, 109, 144, 151, 160; Pflegebegutachtung/MD-Richtlinien live prüfen.
38- **Verifizierte Anker:** BSG, Urteil vom 05.11.2024 - B 12 BA 3/23 R (Lehrende/Dozenten: Status immer einzelfallabhängig); BSG, Urteil vom 23.04.2024 - B 12 BA 9/22 R (Pilot/Freelancer, Eingliederung und unternehmerisches Risiko); BSG, Urteil vom 01.02.2022 - B 12 KR 37/19 R und Urteil vom 20.02.2024 - B 12 KR 1/22 R (GmbH-Geschäftsführer, Sperrminorität/mittelbare Beteiligung).
39- **Arbeitsmodus:** Immer Verwaltungsakt, Frist, Widerspruch/Klage/eA, Amtsermittlung, medizinische Tatsachen, Mitwirkungspflichten und Beweisgutachten trennen; bei Status § 7 SGB IV: tatsächliche Eingliederung, Weisung, Rechtsmacht und Unternehmerrisiko abgleichen.
40- **Outputpflicht:** Bescheidanalyse in einfacher Sprache, Widerspruch, eA-Antrag, Statusmatrix, medizinische Beweisfragen, Belegliste, Fristenplan oder SG-Schriftsatz.
41- **Fehlerbremse:** Tragende Normen/Entscheidungen live oder aus der Akte verifizieren; Rechtsprechung nur mit Gericht, Entscheidungsform, Datum, Aktenzeichen und frei prüfbarer Quelle. Keine BeckRS-, juris-, Kommentar- oder Aufsatz-Blindzitate aus Modellwissen.
42
43## Triage — kläre vor SGB-II-Bearbeitung
441. Welcher Bescheid genau (Bewilligungs-, Aufhebungs-, Erstattungsbescheid)? § 40 SGB II i.V.m. §§ 45, 48 SGB X: Unterschied materiell-rechtlich entscheidend.
452. Widerspruchsfrist 1 Monat ab Bekanntgabe (§ 84 SGG) — noch offen? Bei abgelaufenem Bescheid: § 44 SGB X-Überprüfungsantrag.
463. Aufschiebende Wirkung: SGB-II-Bescheide haben grundsätzlich KEINE aufschiebende Wirkung (§ 39 SGB II) — Eilantrag § 86b SGG notwendig wenn laufende Versorgung gefährdet.
474. Hat der Bescheid eine ordnungsgemäße Anhörung nach § 24 SGB X durchlaufen? Bei Aufhebung/Erstattung pruefen. BSG-Linie B 7 AS / B 4 AS — vor Ausgabe Aktenzeichen live in dejure.org pruefen.
485. Ist Mandant im Karenzjahr (§ 12 Abs. 3 SGB II)? Dann erweiterte Vermögensschonung.
49
50## Aktuelle Rechtsprechung (Stand Mai 2026)
51
52- BSG, Urteil vom 02.12.2025 — B 7 AS 20/24 R (verbunden mit B 7 AS 30/24 R und B 7 AS 6/25 R): Die Regelbedarfe für 2022 sind nicht verfassungswidrig zu niedrig festgesetzt; keine Verletzung des Grundrechts auf Gewährleistung eines menschenwürdigen Existenzminimums. Die Einmalzahlung von 200 Euro im Juli 2022 hat den durch den Ukraine-Krieg ausgelösten Kaufkraftverlust hinreichend kompensiert. Offene Fundstelle: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BSG&Datum=02.12.2025&Aktenzeichen=B+7+AS+20/24+R sowie Pressemitteilung Nr. 30/2025: https://www.bsg.bund.de/SharedDocs/Pressemitteilungen/DE/2025/2025_30.html
53- BSG, Urteil vom 12.03.2025 — B 7 AS 5/24 R: Abgeschlossene Ausbildung mit Bewilligung von BAföG-Leistungen schließt den Leistungsausschluss nach SGB II nicht zwingend aus. Offene Fundstelle: https://www.bsg.bund.de/SharedDocs/Entscheidungen/DE/2025/2025_03_12_B_07_AS_05_24_R.html
54- BSG, Urteil vom 26.03.2025 — B 4 AS 4/24 R: Bundeserstattung an Kommunen für SGB-II-Verwaltungskosten nach § 6b SGB II. Offene Fundstelle: https://www.bsg.bund.de/SharedDocs/Entscheidungen/DE/2025/2025_03_26_B_04_AS_04_24_R.html
55- BSG, Urteil vom 04.06.2025 — B 7 AS 17/24 R: Vollstreckung von Erstattungsforderungen durch BA im SGB II. Offene Fundstelle: https://www.bsg.bund.de/SharedDocs/Entscheidungen/DE/2025/2025_06_04_B_07_AS_17_24_R.html
56- BSG, Urteil vom 16.07.2025 — B 7 AS 19/24 R: Durchschnittseinkommens-Berechnung bei vorläufiger Bewilligung nach § 41a SGB II. Offene Fundstelle: https://www.bsg.bund.de/SharedDocs/Entscheidungen/DE/2025/2025_07_16_B_07_AS_19_24_R.html
57
58Weitere Rechtsprechung vor Ausgabe live in dejure.org / bsg.bund.de mit Gericht, Datum, Aktenzeichen und tragender Aussage verifizieren.
59
60## Quellenregel
61
62Quellenregel: Keine Kommentar-, Handbuch- oder Aufsatzfundstellen aus Modellwissen; Literatur nur mit Nutzerquelle oder lizenziertem Live-Zugriff.
63## Kaltstart-Rückfragen
64
651. Wer gehört zur Bedarfsgemeinschaft (§ 7 Abs. 3 SGB II) — Ehepartner, Kinder unter 25, Lebenspartner?
662. Welcher konkrete Punkt des Bescheids wird angegriffen (Regelbedarf-Stufe, Kosten der Unterkunft, Einkommensanrechnung, Vermögenszurechnung, Sanktion, Aufhebungs- und Erstattungsbescheid)?
673. Wurde eine Anhörung nach § 24 SGB X vor Erlass des belastenden Bescheids durchgeführt?
684. Droht eine Versorgungslücke — laufende Leistungen gefährdet (einstweiliger Rechtsschutz § 86b SGG notwendig)?
695. Wie hoch ist die geltend gemachte Erstattung (§ 50 SGB X), und ist der Zeitraum bekannt?
706. Gibt es atypische Mehrbedarfe (z.B. dezentrale Warmwasserbereitung, kostenaufwändige Ernährung, Behinderung)?
717. Bei Sanktion: Liegt eine schriftliche Rechtsfolgenbelehrung vor — und ist die Pflichtverletzung tatbestandlich eindeutig?
728. Ist der Mandant im Karenzjahr (§ 12 Abs. 3 SGB II — erste zwölf Monate SGB-II-Bezug, Vermögen nur bei Erheblichkeit)?
73
74---
75- **Was will der Mandant wirklich erreichen?** (Nicht: was steht im Standardweg, sondern: welches Ergebnis ist für den Mandanten persoenlich/wirtschaftlich das beste? Manchmal ist der schnellere Vergleich besser als der formal "richtige" Weg.)
76
77## Rechtsgrundlagen
78
79| Norm | Inhalt |
80|---|---|
81| § 7 SGB II | Anspruchsberechtigte; Bedarfsgemeinschaft Abs. 3 |
82| § 11 SGB II | Einkommensbegriff (alles außer explizit Ausgenommenes) |
83| § 11a SGB II | Nicht als Einkommen zu berücksichtigende Einnahmen |
84| § 11b SGB II | Einkommensbereinigung: Werbungskosten, Versicherungspauschalen, Erwerbstätigenfreibetrag |
85| § 12 SGB II | Vermögensberücksichtigung; Freibetrag EUR 15000 pro Person Abs. 2; Karenzjahr Abs. 3 |
86| § 20 SGB II | Regelbedarf; Regelbedarfsstufen 1–6 (Regelbedarfs-Ermittlungsgesetz) |
87| § 21 SGB II | Mehrbedarfe: Schwangerschaft, Alleinerziehung, Behinderung, Ernährung, Warmwasser |
88| § 22 SGB II | Kosten der Unterkunft (tatsächlich bis zur Angemessenheitsgrenze; Heizkosten separat) |
89| § 31 SGB II | Pflichtverletzung; Leistungsminderung |
90| § 31a SGB II | Höhe der Leistungsminderung nach Pflichtverletzung — Sanktionen nach BVerfG 5.11.2019 — 1 BvL 7/16 in Schwere begrenzt |
91| § 39 SGB II | Kein Suspensiveffekt bei Widerspruch; Ausnahme bei drohender Unzumutbarkeit |
92| § 41a SGB II | Vorläufige Leistungserbringung bei ungeklärtem Sachverhalt |
93| § 43 SGB II | Aufrechnung von Erstattungsansprüchen (max. 30 % des Regelbedarfs) |
94| § 44 SGB X | Rücknahme rechtswidriger Ablehnungen zugunsten des Betroffenen |
95| § 45 SGB X | Rücknahme rechtswidriger begünstigender Verwaltungsakte (Vertrauensschutz) |
96| § 48 SGB X | Aufhebung bei wesentlicher Änderung der Verhältnisse |
97
98### Leitentscheidungen (Stand Mai 2026)
99
100| Aktenzeichen | Gericht/Datum | Tragende Aussage | Offene Fundstelle |
101|---|---|---|---|
102| B 7 AS 20/24 R (verbunden mit B 7 AS 30/24 R, B 7 AS 6/25 R) | BSG 02.12.2025 | Regelbedarfe 2022 verfassungsgemäß; 200-Euro-Einmalzahlung hat Kaufkraftverlust kompensiert | https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BSG&Datum=02.12.2025&Aktenzeichen=B+7+AS+20/24+R |
103| B 7 AS 5/24 R | BSG 12.03.2025 | Leistungsausschluss bei BAföG-Anspruch — gestützte Abgrenzung | https://www.bsg.bund.de/SharedDocs/Entscheidungen/DE/2025/2025_03_12_B_07_AS_05_24_R.html |
104| B 4 AS 4/24 R | BSG 26.03.2025 | § 6b SGB II — Bundeserstattung Verwaltungskosten | https://www.bsg.bund.de/SharedDocs/Entscheidungen/DE/2025/2025_03_26_B_04_AS_04_24_R.html |
105| B 7 AS 17/24 R | BSG 04.06.2025 | Vollstreckung von Erstattungsforderungen durch BA | https://www.bsg.bund.de/SharedDocs/Entscheidungen/DE/2025/2025_06_04_B_07_AS_17_24_R.html |
106| B 7 AS 19/24 R | BSG 16.07.2025 | Durchschnittseinkommens-Berechnung § 41a SGB II | https://www.bsg.bund.de/SharedDocs/Entscheidungen/DE/2025/2025_07_16_B_07_AS_19_24_R.html |
107| 1 BvL 7/16 | BVerfG 05.11.2019 | Sanktionen § 31a SGB II in Höhe begrenzt | https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=1+BvL+7/16 |
108
109Weitere Entscheidungen vor Ausgabe in dejure.org / bsg.bund.de live verifizieren.
110
111---
112
113## Prüfschema (15 Schritte)
114
115| Schritt | Inhalt | Norm |
116|---|---|---|
117| 1 | Bedarfsgemeinschaft korrekt abgegrenzt? | § 7 Abs. 3 SGB II |
118| 2 | Regelbedarfsstufe richtig zugeordnet (1–6)? | § 20, Anlage RBEG |
119| 3 | Mehrbedarfe vollständig berücksichtigt? | § 21 SGB II |
120| 4 | Kosten der Unterkunft tatsächlich angesetzt? | § 22 Abs. 1 SGB II |
121| 5 | Angemessenheits-Grenze KdU mit aktueller örtlicher Rechtsprechung pruefen | § 22 Abs. 1 S. 1 SGB II — schlüssiges Konzept; BSG-Linie B 7 AS / B 14 AS, Aktenzeichen vor Ausgabe in dejure.org pruefen |
122| 6 | Heizkosten separat und angemessen? | § 22 Abs. 1 Satz 3 SGB II |
123| 7 | Einkommensbereinigung § 11b korrekt? | § 11b SGB II |
124| 8 | Freibetrag Erwerbstätigkeit korrekt berechnet? | § 11b Abs. 2, 3 SGB II |
125| 9 | Vermögensfreibetrag EUR 15000 pro Person beachtet? | § 12 Abs. 2 SGB II |
126| 10 | Karenzjahr-Schutz greift (erste 12 Monate)? | § 12 Abs. 3 SGB II |
127| Rechtsprechung live prüfen | Live-Verifikation erforderlich | keine Entscheidung aus Modellwissen; Quelle vor Ausgabe protokollieren |
128| 12 | Verfahrensfehler: Anhörung § 24 SGB X, Begründung § 35 SGB X? | §§ 24, 35 SGB X |
129| 13 | Aufhebungsbescheid: Rechtsgrundlage § 45, 48 SGB X korrekt? | §§ 45, 48 SGB X |
130| 14 | Erstattungsbetrag zutreffend und Aufrechnungsgrenze § 43 beachtet? | § 43 SGB II |
131| 15 | Eilantrag § 86b SGG nötig (kein Suspensiveffekt § 39 SGB II)? | § 86b SGG |
132
133---
134
135## Strategische Optionen (vor dem Template entscheiden)
136
137Bevor das Template eins-zu-eins gefuellt wird, ist zu pruefen welche Variante zur Mandantenkonstellation passt. Das Template ist **eine** moegliche Form — nicht die einzige.
138
139| Konstellation | Empfohlener Weg |
140|---|---|
141| Standard — SGB-II-Bescheid pruefen und anfechten | Widerspruch; Template unten |
142| Variante A — Mandant will sofortige Zahlung | Eilantrag § 86b SGG parallel zum Widerspruch |
143| Variante B — Rueckforderungsbescheid | § 45 vs. § 48 SGB X unterscheiden; Vertrauensschutz |
144| Variante C — Sanktionsbescheid | Verfassungswidrigkeit BVerfGE 1 BvL 7/16 pruefen |
145
146Wenn die Mandantenkonstellation **nicht** ins Standardschema passt, ist das Template anzupassen oder durch ein anderes Skill abzuloesen — nicht das Mandat in das Schema zu pressen.
147
148## Schriftsatzbausteine
149
150### Baustein 1 — Vollständiger Widerspruch mit KdU-Rüge
151
152```
153An das Jobcenter [Ort]
154
155Az. Jobcenter: [BehAz]
156BG-Nummer: [BG]
157betr. [Name, Geburtsdatum] und Bedarfsgemeinschaft
158
159Widerspruch gegen den [Bewilligungs-/Aufhebungs-/Erstattungs-]
160bescheid vom [Datum], zugegangen am [Datum]
161
162Sehr geehrte Damen und Herren,
163
164namens und in Vollmacht legen wir
165
166 W i d e r s p r u c h
167
168ein.
169
170I. Bedarfsgemeinschaft (§ 7 Abs. 3 SGB II)
171[Korrekte Abgrenzung darstellen; ggf. Person zu Unrecht ein-
172oder ausgeklammert]
173
174II. Regelbedarf (§ 20 SGB II)
175Unsere Mandantschaft wird der Regelbedarfsstufe [X] zugeordnet.
176[Richtig / Falsch, weil: Begründung]
177
178III. Mehrbedarfe (§ 21 SGB II)
179Folgende Mehrbedarfe wurden zu Unrecht nicht berücksichtigt:
180- Alleinerziehung § 21 Abs. 3 SGB II (Anlage W1)
181- Kostenaufwändige Ernährung § 21 Abs. 5 SGB II wegen [Diagnose]
182 (Anlage W2: ärztliches Attest)
183
184IV. Kosten der Unterkunft (§ 22 SGB II)
185Tatsächliche monatliche Kaltmiete: EUR [Betrag]
186Angesetzt: EUR [Betrag]
187
188Das vom Jobcenter zugrundeliegende Schlüssige Konzept ist
189angreifbar, weil [Argumentation, z.B. veraltete Daten, keine
190Differenzierung nach Wohnungsgrößen, keine Verfügbarkeitsanalyse]
191Rechtsprechung: keine Entscheidung aus Modellwissen zitieren; vor Ausgabe über offizielle oder frei zugängliche Quelle mit Gericht, Entscheidungsform, Datum, Aktenzeichen und tragender Aussage verifizieren.
192Betrag unterhalb der tatsächlichen Kosten ist unzulässig.
193
194V. Einkommensbereinigung (§ 11b SGB II)
195Einkommen aus Erwerbstätigkeit EUR [Betrag] brutto.
196Bereinigung: Versicherungspauschale EUR 30, Werbungskosten
197EUR [Betrag], Erwerbstätigenfreibetrag § 11b Abs. 2, 3 SGB II.
198Fehler: [Konkrete Rechenfehler des Jobcenters].
199
200VI. Verfahrensfehler
201Eine Anhörung nach § 24 SGB X wurde vor Erlass des belastenden
202Bescheids nicht durchgeführt. Dies ist heilbar (§ 41 SGB X),
203aber im Widerspruchsverfahren zu korrigieren.
204
205Wir beantragen:
2061. Den Bescheid aufzuheben / zu korrigieren.
2072. Die vollen tatsächlichen Kosten der Unterkunft anzuerkennen.
2083. Akteneinsicht (§ 25 SGB X).
209
210Mit freundlichen Grüßen
211[Fachanwalt/-anwältin für Sozialrecht]
212```
213
214### Baustein 2 — Eilantrag § 86b SGG bei Leistungslücke
215
216```
217An das Sozialgericht [Ort] [Datum]
218
219Antrag auf einstweilige Anordnung
220gem. § 86b Abs. 2 SGG
221
222[Mandant] ./. Jobcenter [Ort]
223
224beantragen wir:
225
226Der Antragsgegner wird im Wege der einstweiligen Anordnung
227verpflichtet, dem Antragsteller / der Antragstellerin
228vorläufig Leistungen nach SGB II in Höhe von monatlich
229EUR [Betrag] (Regelbedarf + KdU) zu gewähren.
230
231Anordnungsanspruch:
232Alle Voraussetzungen des SGB II sind erfüllt (Anlage A1:
233Meldebestätigung Jobcenter; Anlage A2: Einkommensnachweis;
234Anlage A3: Mietvertrag). Der Widerspruch vom [Datum] ist
235fristgerecht eingelegt.
236
237Anordnungsgrund:
238Ohne sofortige Leistungen drohen Mietrückstand und
239Versorgungsausfall. Der Lebensunterhalt ist nicht
240anderweitig gesichert. Kein Suspensiveffekt nach
241§ 39 SGB II.
242
243Mit freundlichen Grüßen
244[Fachanwalt/-anwältin]
245```
246
247### Baustein 3 — Widerspruch gegen Sanktionsbescheid
248
249```
250An das Jobcenter [Ort]
251
252Widerspruch gegen Sanktionsbescheid vom [Datum]
253
254Sehr geehrte Damen und Herren,
255
256der Sanktionsbescheid ist rechtswidrig, weil:
257
2581. Rechtsfolgenbelehrung fehlerhaft: Die Belehrung enthielt
259 keine hinreichend konkrete Benennung der verletzten Pflicht
260 und der genauen Rechtsfolge (BSG-Linie zu § 31 SGB II).
261
2622. Kein Verschulden: Die Pflichtverletzung war nicht ver-
263 schuldet, weil [konkreter Grund: Krankheit, Irrtum,
264 Rechtsprechung: keine Entscheidung aus Modellwissen zitieren; vor Ausgabe über offizielle oder frei zugängliche Quelle mit Gericht, Entscheidungsform, Datum, Aktenzeichen und tragender Aussage verifizieren.
265 Sanktionen sind nur bei Verschulden verfassungskonform.
266
2673. Verhältnismäßigkeit: Die festgesetzte Minderung von [X %]
268 Rechtsprechung: keine Entscheidung aus Modellwissen zitieren; vor Ausgabe über offizielle oder frei zugängliche Quelle mit Gericht, Entscheidungsform, Datum, Aktenzeichen und tragender Aussage verifizieren.
269 muss ein Härteparagraph greifen.
270
271Wir beantragen: Aufhebung des Sanktionsbescheids.
272
273Mit freundlichen Grüßen
274[Fachanwalt/-anwältin]
275```
276
277--- vor Versand klaeren ---
2781. Welches Verhandlungsziel hat der Mandant? [Bestand / Abfindung / Reputation / Schnelle Loesung]
2792. Welche Kompromisslinien sind absolut? [Mindestabfindung / Freistellung / Zeugnisformulierung]
2803. Sind Anschlusswege erwuenscht? [Mediation / Direktgespraech / Settlement vor Klageerhebung]
281
282---
283
284## Beweislast
285
286| Position | Träger | Beweismittel |
287|---|---|---|
288| Bedarfsgemeinschaft korrekt | Jobcenter (Nachweis) | Melderegister, Behördenauskunft |
289| Einkommen korrekt angerechnet | Jobcenter | Lohnnachweis, Steuerbescheid |
290| Angemessenheitsgrenze KdU | Jobcenter | Schlüssiges Konzept; Verfügbarkeitsanalyse |
291| Mehrbedarfe (Atypischer Bedarf) | Kläger | Ärztliches Attest, Nachweise |
292| Pflichtverletzung (Sanktion) | Jobcenter | Aktenlage; Rechtsfolgenbelehrung vorhanden |
293| Kein Verschulden (Gegenargument) | Kläger | Krankheitsattest, Schriftverkehr |
294| Vertrauensschutz § 45 SGB X | Kläger | Bescheid, Handeln in gutem Glauben |
295
296---
297
298## Fristen und Verjährung
299
300| Frist | Grundlage | Inhalt |
301|---|---|---|
302| Ein Monat | § 84 Abs. 1 SGG | Widerspruchsfrist nach Bekanntgabe |
303| Vier-Tage-Fiktion | § 37 Abs. 2 SGB X (seit 01.01.2025) | Bekanntgabe: vierter Tag nach Aufgabe zur Post |
304| Drei-Tage-Fiktion | § 37 Abs. 2 SGB X a.F. | Für Bescheide vor dem 01.01.2025 |
305| Ein Monat | § 87 Abs. 1 SGG | Klagefrist nach Widerspruchsbescheid |
306| Vier Jahre | § 44 SGB X | Rücknahme rechtswidriger Ablehnungen zugunsten |
307| Zehn Jahre | § 45 Abs. 3 SGB X | Rücknahme rechtswidrig begünstigender VA (Betrug) |
308
309---
310
311## Typische Gegenargumente des Jobcenters
312
313| Jobcenter-Argument | Rechtliche Gegenstrategie |
314|---|---|
315| Rechtsprechung live prüfen | keine Entscheidung aus Modellwissen; Quelle vor Ausgabe protokollieren |
316| "Einnahmen als Einkommen angerechnet" | § 11a SGB II: Ausnahmen prüfen (Aufwandsentschädigungen, Wohngeld, Kindergeld-Teile) |
317| "Vermögen vorhanden" | § 12 Abs. 2: Freibetrag EUR 15000 pro Person; Karenzjahr § 12 Abs. 3; Schonvermögen (Hausrat, Altersvorsorge) |
318| Rechtsprechung live prüfen | keine Entscheidung aus Modellwissen; Quelle vor Ausgabe protokollieren |
319| "Aufhebung § 48 SGB X korrekt" | Handlungs-/Kenntnis-Verschulden nicht vorhanden; Vertrauensschutz § 45 SGB X |
320| "Vorläufige Leistung § 41a wird endabgerechnet" | Höhe der Nachforderung begrenzt; Billigkeitslösung § 43 SGB II |
321| "Keine Anhörung nötig" | § 24 SGB X gilt bei allen belastenden VA; Heilung nur im Widerspruch, nicht im Bescheid |
322
323---
324
325## Streitwert / Kosten
326
327| Position | Richtwert |
328|---|---|
329| Streitwert Bürgergeld-Klage | Strittiger Nachzahlungsbetrag oder Jahreswert monatlicher Mehrleistungen |
330| Gerichtskosten SG | Kostenfrei § 183 SGG (Betroffene) |
331| Anwaltsgebühren | PKH regelmäßig bewilligbar; Wahlanwalt EUR 400 bis 800 (erste Instanz) |
332| Eilverfahren § 86b SGG | Hälfte Hauptsache-Streitwert; PKH beantragen |
333| Akteneinsicht | Gebührenfrei § 25 SGB X |
334
335---
336
337## Strategische Empfehlung
338
339| Fallkonstellation | Empfehlung |
340|---|---|
341| KdU-Kürzung | Schlüssiges Konzept des Jobcenters prüfen; Mietspiegel / Marktatlas gegenüberstellen |
342| Rechtsprechung live prüfen | keine Entscheidung aus Modellwissen; Quelle vor Ausgabe protokollieren |
343| Aufhebungs-/Erstattungsbescheid | § 45 oder § 48 SGB X Rechtsgrundlage? Vertrauensschutz und Jahresfristen prüfen |
344| Eilschutz nötig | § 86b Abs. 2 SGG sofort stellen; kein Suspensiveffekt § 39 SGB II beachten |
345| Mehrfach-Bescheide | Jeden Bescheid einzeln anfechten; Sammelwiderspruch vermeiden |
346| § 44 SGB X-Rücknahme | Für zurückliegende Zeiträume (max. 4 Jahre) effektiv nutzen |
347
348---
349
350## Ausgabe — Berechnungsprüfung
351
352- Berechnungstabelle Soll vs. Bescheid pro Position (Regelbedarf, Mehrbedarfe, KdU, Einkommen, Vermögen).
353- Differenzberechnung pro Monat; bei Abweichung Übergabe an `fachanwalt-sozialrecht-widerspruch-sozialleistung`.
354
355---
356
357## Anschluss-Skills
358
359- `fachanwalt-sozialrecht-widerspruch-sozialleistung` — allgemeine Widerspruchslogik
360- `fachanwalt-sozialrecht-erwerbsminderungsrente` — wenn Bürgergeld wegen EM-Rentenprozess läuft
361- `fachanwalt-sozialrecht-vergleich-sg-widerspruchsverhandlung` — Vergleichsstrategie
362
363## Quellen
364
365Rechtsprechung: keine Entscheidung aus Modellwissen zitieren; vor Ausgabe über offizielle oder frei zugängliche Quelle mit Gericht, Entscheidungsform, Datum, Aktenzeichen und tragender Aussage verifizieren.
366
367## 2. `fachanwalt-sozialrecht-vergleich-sg-widerspruchsverhandlung`
368
369**Fokus:** Vergleich vor Sozialgericht § 101 SGG. Widerspruchsverhandlung Behörde § 84 SGG. Mediation in Sozialleistungs-Streit zunehmend. Anhörung GdB-Verfahren Vergleich Schwerbehinderung. Korrespondenz Behörde Klagebegründung Vergleichsbereitschaft Gericht.
370
371### Sozialrecht — Vergleich vor SG / Widerspruchsverhandlung
372
373## Fachlicher Kern — Sozialrecht und Sozialversicherungsrecht
374- **Problemfokus dieses Skills:** Bleibe beim konkreten Titel `Sozialrecht — Vergleich vor SG / Widerspruchsverhandlung` und löse die dort angelegte Fachfrage; keine Flucht in allgemeines Routing, außer eine echte Frist oder Zuständigkeit ist unklar.
375- **Normenradar:** SGB I, IV § 7 und § 7a, V, VI, VII, IX, X §§ 20, 24, 44, 45, 48, 50, 60 ff.; SGB II, XII; SGG §§ 54, 86a, 86b, 87, 90, 103, 109, 144, 151, 160; Pflegebegutachtung/MD-Richtlinien live prüfen.
376- **Verifizierte Anker:** BSG, Urteil vom 05.11.2024 - B 12 BA 3/23 R (Lehrende/Dozenten: Status immer einzelfallabhängig); BSG, Urteil vom 23.04.2024 - B 12 BA 9/22 R (Pilot/Freelancer, Eingliederung und unternehmerisches Risiko); BSG, Urteil vom 01.02.2022 - B 12 KR 37/19 R und Urteil vom 20.02.2024 - B 12 KR 1/22 R (GmbH-Geschäftsführer, Sperrminorität/mittelbare Beteiligung).
377- **Arbeitsmodus:** Immer Verwaltungsakt, Frist, Widerspruch/Klage/eA, Amtsermittlung, medizinische Tatsachen, Mitwirkungspflichten und Beweisgutachten trennen; bei Status § 7 SGB IV: tatsächliche Eingliederung, Weisung, Rechtsmacht und Unternehmerrisiko abgleichen.
378- **Outputpflicht:** Bescheidanalyse in einfacher Sprache, Widerspruch, eA-Antrag, Statusmatrix, medizinische Beweisfragen, Belegliste, Fristenplan oder SG-Schriftsatz.
379- **Fehlerbremse:** Tragende Normen/Entscheidungen live oder aus der Akte verifizieren; Rechtsprechung nur mit Gericht, Entscheidungsform, Datum, Aktenzeichen und frei prüfbarer Quelle. Keine BeckRS-, juris-, Kommentar- oder Aufsatz-Blindzitate aus Modellwissen.
380
381## Triage — kläre vor SG-Verhandlung
3821. Verfahrensstand: Widerspruchsverfahren, Klage beim SG, mündliche Verhandlung oder Gütetermin?
3832. Ist die Klage fristgerecht nach § 87 SGG (1 Monat ab Widerspruchsbescheid) eingereicht?
3843. Beweislage: Liegen aktuelle Gutachten/Atteste vor oder muss Gutachten nach § 109 SGG beantragt werden?
3854. Vergleichsbereitschaft der Behörde: Hat sie Abhilfe-Signal gesetzt, Teilabhilfe in Aussicht gestellt?
3865. Bei Unterlaufen der Monatsfrist: Wiedereinsetzung (§ 67 SGG) möglich?
387
388## Aktuelle Rechtsprechung
389- Rechtsprechung: keine Entscheidung aus Modellwissen zitieren; vor Ausgabe über offizielle oder frei zugängliche Quelle mit Gericht, Entscheidungsform, Datum, Aktenzeichen und tragender Aussage verifizieren.
390- Quellenregel: Literatur nur mit Nutzerquelle oder lizenziertem Live-Zugriff; keine Kommentar-, Handbuch- oder Aufsatzfundstellen aus Modellwissen.
391
392## Quellenregel
393
394Quellenregel: Keine Kommentar-, Handbuch- oder Aufsatzfundstellen aus Modellwissen; Literatur nur mit Nutzerquelle oder lizenziertem Live-Zugriff.
395## Kaltstart-Rückfragen
396
3971. In welchem Verfahrensstand befindet sich das Mandat (Widerspruchsverfahren, Klage anhängig, Termin beim SG schon anberaumt)?
3982. Was ist der Streitgegenstand — und wie groß ist der Unterschied zwischen Behörden-Position und Mandanten-Forderung?
3993. Liegen aktuelle Sachverständigengutachten vor, oder muss der Beweisstand erst aufgebaut werden?
4004. Besteht Vergleichsbereitschaft beim Mandanten — und sind die Minimalziele klar definiert?
4015. Hat die Behörde im Widerspruchsverfahren bereits Abhilfe-Signale gesetzt?
4026. Ist die Klage innerhalb der Monatsfrist (§ 87 SGG) eingereicht worden?
4037. Ist eine Untätigkeitsklage nach § 88 SGG erforderlich (kein Widerspruchsbescheid nach drei Monaten)?
4048. Gibt es Beizuladdende (§ 75 SGG) — z.B. Krankenversicherung bei Rentenstreit?
405
406---
407- **Was will der Mandant wirklich erreichen?** (Nicht: was steht im Standardweg, sondern: welches Ergebnis ist für den Mandanten persoenlich/wirtschaftlich das beste? Manchmal ist der schnellere Vergleich besser als der formal "richtige" Weg.)
408
409## Rechtsgrundlagen
410
411| Norm | Inhalt |
412|---|---|
413| § 84 SGG | Widerspruchsverfahren; Frist ein Monat |
414| § 85 SGG | Widerspruchsbescheid nach drei Monaten |
415| § 87 SGG | Klagefrist: ein Monat nach Widerspruchsbescheid |
416| § 88 SGG | Untätigkeitsklage: drei Monate Untätigkeit der Behörde |
417| § 101 SGG | Vergleich vor dem Sozialgericht; auch außergerichtlich durch Vergleichs-Protokoll |
418| § 109 SGG | Gutachten durch Arzt des Vertrauens auf Antrag des Klägers |
419| § 75 SGG | Beiladung notwendiger Beteiligter |
420| § 86b SGG | Einstweiliger Rechtsschutz parallel zum Hauptverfahren |
421| § 183 SGG | Kostenfreiheit des Verfahrens für Versicherte |
422| § 193 SGG | Kostentragung bei Mutwilligkeit; faktisch selten |
423
424### Leitentscheidungen
425
426| Aktenzeichen | Gericht/Datum | Leitsatz |
427|---|---|---|
428| Rechtsprechung live prüfen | Keine Entscheidung aus Modellwissen zitieren; vor Ausgabe über amtliche oder frei zugängliche Quelle mit Gericht, Entscheidungsform, Datum, Aktenzeichen und tragender Aussage verifizieren. |
429| Rechtsprechung live prüfen | Keine Entscheidung aus Modellwissen zitieren; vor Ausgabe über amtliche oder frei zugängliche Quelle mit Gericht, Entscheidungsform, Datum, Aktenzeichen und tragender Aussage verifizieren. |
430| Rechtsprechung live prüfen | Keine Entscheidung aus Modellwissen zitieren; vor Ausgabe über amtliche oder frei zugängliche Quelle mit Gericht, Entscheidungsform, Datum, Aktenzeichen und tragender Aussage verifizieren. |
431| Rechtsprechung live prüfen | Keine Entscheidung aus Modellwissen zitieren; vor Ausgabe über amtliche oder frei zugängliche Quelle mit Gericht, Entscheidungsform, Datum, Aktenzeichen und tragender Aussage verifizieren. |
432
433---
434
435## Verfahrenspfade und Strategien
436
437### Pfad 1 — Widerspruchs-Abhilfe durch Behörde
438
439Die günstigste Variante: Behörde überprüft internen Bescheid und erlässt Abhilfebescheid. Voraussetzungen:
440- Widerspruchsbegründung mit klaren Rechts- und Tatsachenfehlern
441- Neue Beweismittel (aktuelle Atteste, Gutachten)
442- Frühzeitige Kontaktaufnahme mit Sachbearbeiter
443
444Taktik: Im Widerspruch explizit auf Fehler hinweisen (§ 35 SGB X-Begründungsmangel, § 24 SGB X-Anhörungsfehler) — erleichtert Behörde die Abhilfe ohne Gesichtsverlust.
445
446### Pfad 2 — Klage und Schriftverkehr vor SG-Termin
447
448Zwischen Klageerhebung und dem ersten Verhandlungstermin liegt oft ein Jahr. In dieser Phase:
449- Klagebegründung mit vollständigem Sachvortrag
450- Akteneinsicht beim Gericht beantragen
451- Vergleichsbereitschaft in Schriftsatz signalisieren
452- § 109 SGG-Antrag für eigenes Gutachten stellen (frühzeitig, weil Gutachten Zeit braucht)
453
454### Pfad 3 — Erörterungs- und Verhandlungstermin
455
456Das SG lädt zu einem Erörterungs- oder Verhandlungstermin. Der Vorsitzende unterbreitet oft einen Vergleichsvorschlag:
457
458Taktik im Termin:
459- Mandant gut vorbereiten (keine Überraschungen)
460- Minimalziel und Maximalziel intern festlegen
461- Vergleichsvorschlag nicht sofort annehmen: Bedenkzeit erbitten
462- Bei GdB-Vergleich: Zeitliche Bindung und Abänderungsklausel klären
463
464### Pfad 4 — Mediation im Sozialrecht (zunehmend)
465
466Besonders bei langwierigen Bürgergeld-Sanktions- und Pflegegrad-Fällen bieten einige Gerichte Mediation an. Die DGFM bildet Mediatoren für Sozialleistungs-Streit aus. Vorteil: Kreative Lösungen außerhalb der formalen Leistungsgrenzen.
467
468### Pfad 5 — GKV-Ombudsmann (KK-spezifisch)
469
470Bei GKV-Streitigkeiten: Ombudsmann nach § 66 SGB V als Vorab-Klärung. Kein Rechtsmittel, aber Beschleunigung der GKV-Entscheidung.
471
472---
473
474## Prüfschema Vergleichs-Vorbereitung (12 Schritte)
475
476| Schritt | Inhalt | Grundlage |
477|---|---|---|
478| 1 | Verfahrensstand ermitteln (Widerspruch/Klage/Berufung) | Aktenstatus |
479| 2 | Stärken und Schwächen der eigenen Position analysieren | Sachverhalt, Gutachten |
480| 3 | Vergleichsziel des Mandanten klären (Minimum, Optimum) | Mandantengespräch |
481| 4 | Behördenposition kennen: Spielräume? Ermessen? | Widerspruchsbescheid |
482| 5 | Gutachten-Lage: eigene Gutachten vorhanden? Günstig? | § 109 SGG |
483| 6 | Verfahrensdauer und Prozesskostenrisiko abwägen | § 183 SGG; PKH |
484| 7 | Vergleichsvorschlag formulieren (konkret: GdB X, Rentensatz Y %, Leistung Z EUR) | § 101 SGG |
485| 8 | Abänderungsklausel / Befristung im Vergleich sichern | § 101 SGG; § 48 SGB X |
486| 9 | Im Termin: Vorsitzenden-Vorschlag kritisch prüfen | SG-Termin |
487| 10 | Vergleich schriftlich zu Protokoll nehmen | § 101 Abs. 1 SGG |
488| 11 | Vergleichs-Ratifikation durch Mandant vor Unterzeichnung | Vollmacht prüfen |
489| 12 | Vollstreckbarkeit des Vergleichs sichern | § 199 SGG |
490
491---
492
493## Strategische Optionen (vor dem Template entscheiden)
494
495Bevor das Template eins-zu-eins gefuellt wird, ist zu pruefen welche Variante zur Mandantenkonstellation passt. Das Template ist **eine** moegliche Form — nicht die einzige.
496
497| Konstellation | Empfohlener Weg |
498|---|---|
499| Standard — Vergleich SG / Widerspruchsverhandlung | Vergleichsvorschlag; Template unten |
500| Variante A — Mandant will keinen Vergleich | Urteil anstreben; Beweislage einschaetzen |
501| Variante B — Teilvergleich moeglich | Streitpunkte aufteilen; Teilerfolg sichern |
502| Variante C — Grundsatzfrage offen | Revision zum BSG anstreben; Vergleich vermeiden |
503
504Wenn die Mandantenkonstellation **nicht** ins Standardschema passt, ist das Template anzupassen oder durch ein anderes Skill abzuloesen — nicht das Mandat in das Schema zu pressen.
505
506## Schriftsatzbausteine
507
508### Baustein 1 — Klageerhebung mit Vergleichssignal
509
510```
511An das Sozialgericht [Ort] [Datum]
512
513Klage
514
515In dem Rechtsstreit
516[Name, Anschrift] ./. [Behörde]
517
518erhebe ich / erheben wir namens und in Vollmacht von [Name]
519
520 K l a g e
521
522gegen den Widerspruchsbescheid der [Behörde] vom [Datum],
523Az. [...].
524
525Antrag:
526Der Beklagte wird verpflichtet, [konkreter Leistungsantrag,
527z.B. EM-Rente, GdB-Feststellung, Bürgergeld-Nachzahlung].
528
529Begründung:
530[Kurze Sachdarstellung; ausführliche Begründung erfolgt
531nach Ladung]
532
533Unsere Mandantschaft ist grundsätzlich zu einer vergleichs-
534weisen Einigung bereit, sofern [Mindestbedingung konkret].
535
536Beweisangebote:
537- Anlage K1: Ärztliches Attest
538- Anlage K2: Gutachten
539
540Zugleich beantragen wir gemäß § 109 SGG die Einholung eines
541Sachverständigengutachtens durch [Gutachter].
542
543Mit freundlichen Grüßen
544[Fachanwalt/-anwältin für Sozialrecht]
545```
546
547### Baustein 2 — Vergleichsangebot außergerichtlich (Widerspruchsphase)
548
549```
550An die [Behörde]
551
552Az. [BehAz]
553betr. [Name] — Vergleichsangebot im Widerspruchsverfahren
554
555Sehr geehrte Damen und Herren,
556
557um das Widerspruchsverfahren zu beschleunigen, unterbreiten
558wir folgendes Vergleichsangebot:
559
560Unsere Mandantschaft verzichtet auf [Teil der Forderung /
561Rückwirkung], wenn die Behörde bereit ist, [konkrete
562Gegenleistung: GdB von X, Leistungsgewährung ab Datum Y,
563Teilzahlung EUR Z].
564
565Ein solcher Vergleich würde das Verfahren ohne kostenintensive
566Klage beenden. Wir bitten um Rückmeldung binnen zwei Wochen.
567
568Mit freundlichen Grüßen
569[Fachanwalt/-anwältin]
570```
571
572### Baustein 3 — § 109 SGG-Antrag für Vertrauensgutachten
573
574```
575An das Sozialgericht [Ort]
576
577Az. S [X] [SGB-Bereich] [Az]
578
579In dem Rechtsstreit [Name] ./. [Behörde]
580
581beantragen wir:
582
583Gemäß § 109 SGG wird ein Gutachten durch folgende Sachver-
584ständige / folgenden Sachverständigen eingeholt:
585
586[Gutachter-Name, Fachrichtung, Adresse]
587
588Beweisfrage: [konkret, z.B. Grad der Behinderung; quantitatives
589Leistungsvermögen; MdE-Grad]
590
591Die Kläger-Seite beantragt die Einholung auf eigene Kosten.
592PKH-Antrag ist gestellt (Anlage: PKH-Antrag).
593
594Mit freundlichen Grüßen
595[Fachanwalt/-anwältin]
596```
597
598--- vor Versand klaeren ---
5991. Welches Verhandlungsziel hat der Mandant? [Bestand / Abfindung / Reputation / Schnelle Loesung]
6002. Welche Kompromisslinien sind absolut? [Mindestabfindung / Freistellung / Zeugnisformulierung]
6013. Sind Anschlusswege erwuenscht? [Mediation / Direktgespraech / Settlement vor Klageerhebung]
602
603---
604
605## Beweislast und Beweisführung
606
607| Beweisthema | Träger | Standard | Mittel |
608|---|---|---|---|
609| Medizinische Tatsachen | Kläger | Vollbeweis | Fachärztliche Atteste, Gutachten § 109 SGG |
610| Verfahrensfehler (fehlende Anhörung) | Kläger | Vollbeweis | Akte zeigt keine Anhörung |
611| Ermessensfehler | Kläger (Rüge) | Begründung im Bescheid | § 35 SGB X |
612| Vergleichs-Bindungswirkung | Keine Beweisfrage | Vertrag zu Protokoll | § 101 SGG |
613| Abänderbarkeit Vergleich | Neue Tatsachen | Wesentliche Änderung | § 48 SGB X analog |
614
615---
616
617## Fristen und Verjährung
618
619| Frist | Grundlage | Inhalt |
620|---|---|---|
621| Ein Monat | § 84 SGG | Widerspruchsfrist |
622| Drei Monate | § 88 SGG | Untätigkeitsklage wenn kein Widerspruchsbescheid |
623| Ein Monat | § 87 SGG | Klagefrist nach Widerspruchsbescheid |
624| Nicht limitiert | § 101 SGG | Vergleich kann jederzeit im Verfahren geschlossen werden |
625| Vier Jahre | § 44 SGB X | Rücknahme rechtswidriger Bescheide |
626
627---
628
629## Typische Stolpersteine bei Vergleichen
630
631| Stolperstein | Folge | Gegenstrategie |
632|---|---|---|
633| Vergleich ohne Abänderungsklausel | GdB/Leistung nicht anpassbar bei Verschlechterung | Abänderungsklausel für Folgeanträge einfügen |
634| Vergleich unter Wert | Mandant erhält weniger als bei Urteil | Gutachten abwarten; Risikoabwägung mit Mandant |
635| Vergleich nicht zu Protokoll | Keine Vollstreckbarkeit | § 101 Abs. 1 SGG: Vergleich immer zu Protokoll |
636| Verjährung Nachzahlung nicht vereinbart | Offene Forderung bleibt unklar | Nachzahlungszeitraum im Vergleich konkret benennen |
637| Behörde zieht Vergleichsangebot zurück | Verfahren geht weiter | Vergleichsangebot schriftlich festhalten; Vertrauensschutz |
638| § 109 SGG-Gutachten zu spät beantragt | Termin ohne eigenes Gutachten | Antrag frühzeitig nach Klagezustellung stellen |
639
640---
641
642## Streitwert / Kosten
643
644| Position | Richtwert |
645|---|---|
646| Gerichtskosten | Kostenfrei § 183 SGG (Versicherte) |
647| Anwaltskosten | PKH regelmäßig; Wahlanwalt nach RVG |
648| § 109-Gutachten | EUR 800 bis 5000; Kläger-Vorschuss; PKH möglich |
649| LSG-Berufung | Streitwert > EUR 750 (§ 144 Abs. 1 SGG) |
650| Untätigkeitsklage | Keine Mehrkosten |
651
652---
653
654## Strategische Empfehlung
655
656| Fallkonstellation | Empfehlung |
657|---|---|
658| Gutachten-Lage günstig | Klage und Termin abwarten; Vergleich erst wenn Verhandlung läuft |
659| Gutachten-Lage unklar | § 109 SGG frühzeitig beantragen; Vergleich erst nach Gutachten |
660| Behörde signalisiert Kompromissbereitschaft | Vergleichsangebot im Widerspruch mit konkretem Angebot |
661| Untätigkeit der Behörde > 3 Monate | Untätigkeitsklage § 88 SGG; Druck durch Klage |
662| GdB-Vergleich | Abänderungsklausel und Befristung sichern |
663| Mandant will schnelle Lösung | Aktives Vergleichsangebot; Vollmacht für Vergleichs-Abschluss einholen |
664
665---
666
667## Anschluss-Skills
668
669- `fachanwalt-sozialrecht-widerspruch-sozialleistung` — Widerspruchsprozess
670- `fachanwalt-sozialrecht-erwerbsminderungsrente` — EM-Rente Strategie
671- `fachanwalt-sozialrecht-sgb-ii-bescheid` — Bürgergeld-Verfahren
672- `fachanwalt-sozialrecht-long-covid-bk-anerkennung-bg` — BK-Vergleich
673
674## Quellen
675
676Rechtsprechung: keine Entscheidung aus Modellwissen zitieren; vor Ausgabe über offizielle oder frei zugängliche Quelle mit Gericht, Entscheidungsform, Datum, Aktenzeichen und tragender Aussage verifizieren.
677
678## 3. `fachanwalt-sozialrecht-widerspruch-sozialleistung`
679
680**Fokus:** Mandant hat Sozialleistungsbescheid erhalten und Anwalt formuliert Widerspruch. § 84 SGG Widerspruchsfrist ein Monat. Prüfraster: Frist (Bekanntgabe Vier-Tage-Fiktion § 37 Abs. 2 SGB X seit 1.1.2025 PostModG) aufschiebende Wirkung § 86a SGG Antrag § 86b SGG Tatsachen und Rechtsgrundlagen Beweisangebote. Output: Widerspruchsschriftsatz mit Begründung. Abgrenzung zu bescheid-frist-quick-check (Fristkontrolle vorab) und klage-sozialgericht (nach Widerspruchsbescheid).
681
682### Widerspruch gegen Sozialleistungsbescheid (§ 84 SGG)
683
684## Fachlicher Kern — Sozialrecht und Sozialversicherungsrecht
685- **Problemfokus dieses Skills:** Bleibe beim konkreten Titel `Widerspruch gegen Sozialleistungsbescheid (§ 84 SGG)` und löse die dort angelegte Fachfrage; keine Flucht in allgemeines Routing, außer eine echte Frist oder Zuständigkeit ist unklar.
686- **Normenradar:** SGB I, IV § 7 und § 7a, V, VI, VII, IX, X §§ 20, 24, 44, 45, 48, 50, 60 ff.; SGB II, XII; SGG §§ 54, 86a, 86b, 87, 90, 103, 109, 144, 151, 160; Pflegebegutachtung/MD-Richtlinien live prüfen.
687- **Verifizierte Anker:** BSG, Urteil vom 05.11.2024 - B 12 BA 3/23 R (Lehrende/Dozenten: Status immer einzelfallabhängig); BSG, Urteil vom 23.04.2024 - B 12 BA 9/22 R (Pilot/Freelancer, Eingliederung und unternehmerisches Risiko); BSG, Urteil vom 01.02.2022 - B 12 KR 37/19 R und Urteil vom 20.02.2024 - B 12 KR 1/22 R (GmbH-Geschäftsführer, Sperrminorität/mittelbare Beteiligung).
688- **Arbeitsmodus:** Immer Verwaltungsakt, Frist, Widerspruch/Klage/eA, Amtsermittlung, medizinische Tatsachen, Mitwirkungspflichten und Beweisgutachten trennen; bei Status § 7 SGB IV: tatsächliche Eingliederung, Weisung, Rechtsmacht und Unternehmerrisiko abgleichen.
689- **Outputpflicht:** Bescheidanalyse in einfacher Sprache, Widerspruch, eA-Antrag, Sta
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