Dokumentenintake
Aufgabe
Dieser Workflow-Skill liest Sachverhalte, Gutachten, Schriftsätze, Urteile und Vermerke ein und sortiert sie nach Subsumtions-Bausteinen: Obersatz (Norm), Definition des Tatbestandsmerkmals, Subsumtion (konkrete Tatsachen unter Definition), Schlussfolgerung. Ergebnis ist eine knappe Arbeitsakte, die direkt für die weitere Prüfung genutzt werden kann.
Dokumentenarten und Intake-Logik
Sachverhalt
- Auftrag: Tatsachenmaterial mit Subsumtionsbedarf.
- Intake-Schritte: Wer, Was, Wann, Wo, Beweise. Relevante Tatsachen markieren; irrelevante ausblenden.
- Prüffrage: Sind alle Tatsachen zeitlich geordnet? Gibt es Widersprüche?
Vorgutachten / Memo
- Auftrag: Ist die Subsumtion sauber? Ist die Definition mit Quelle belegt?
- Intake-Schritte: Obersatz identifizieren; Definition prüfen (Quelle vorhanden?); Subsumtion vs. Wiederholung abgrenzen.
- Anti-Muster: Definition wiederholen statt subsumieren; Tatsachen umformulieren statt unter Definition zu prüfen.
Klausurlösung / Kandidatenlösung
- Auftrag: Subsumtion vs. bloße Wiederholung der Definition prüfen.
- Intake-Schritte: Vier-Schritt-Schema anwenden; Fehlerklassen identifizieren (Sprung-Subsumtion, Zirkelschluss, fehlende Definition).
- Prüffrage: Wo fehlt das Zwischenergebnis? Wo steht Konjunktiv im Schluss?
Urteil / Beschluss
- Auftrag: Tatbestand (§ 313 ZPO) liefert Tatsachen; Entscheidungsgründe liefern juristische Würdigung mit Subsumtion.
- Intake-Schritte: Tatbestand → Tatsachenextraktion; Entscheidungsgründe → Normprüfung und Subsumtion.
- Prüffrage: Welche TBM sind streitig geblieben? Welche Einreden wurden behandelt?
Bescheid / Verwaltungsakt
- Auftrag: Ermächtigungsgrundlage, Tatbestand, Rechtsfolge, Nebenbestimmungen.
- Intake-Schritte: Ermächtigungsgrundlage prüfen (§ 43 VwVfG); Bestimmtheit (§ 37 VwVfG); Begründung (§ 39 VwVfG); Rechtsmittelbelehrung.
- Prüffrage: Ist der VA bestandskräftig? Widerspruchsfrist noch offen?
Erste Triage
- Welche Norm ist Obersatz? Ist sie geltendes Recht (Fassungsstand live prüfen unter gesetze-im-internet.de)?
- Welche Tatbestandsmerkmale sind streitig?
- Liegt eine vollständige Subsumtion vor? (Obersatz → Definition → Tatsachen → Schluss)
- Welche Fristen sind erkennbar? (Verjährung, Widerspruchsfrist, Klagefrist, Anfechtungsfrist)
- Sprache: Gutachtenstil (Konjunktiv im Obersatz, Indikativ in Subsumtion und Schluss)?
Arbeitsakte-Aufbau
Nach Intake wird eine knappe Arbeitsakte erstellt:
ARBEITSAKTE
Datum: TT.MM.JJJJ
Aktenzeichen: [intern]
Dokumente: [Liste der eingelesenen Dokumente mit Typ und Datum]
Parteien: [Kläger/Beklagter oder Mandant/Gegner]
Rechtsschutzziel: [Anspruch X gegen Y aus Norm Z]
Kritische Fristen: [Verjährung TT.MM.JJJJ / Widerspruchsfrist TT.MM.JJJJ]
Offene TBM: [Welche Merkmale sind streitig oder unbelegt?]
Fehlende Belege: [Dokument A, Zeuge B, Gutachten C]
Nächster Schritt: [Sofortmaßnahme mit Frist und Zuständigkeit]
Kaltstart
Wenn Material vorliegt, arbeite zuerst mit dem Material. Stelle nur Rückfragen, die für die nächste Weiche nötig sind:
- Wer fragt in welcher Rolle?
- Was ist das gewünschte Ergebnis?
- Gibt es Fristen, Termine, Zustellungen, Zahlungen oder Sanktionen?
- Welche Unterlagen, Daten oder Belege liegen bereits vor?
Arbeitsworkflow
- Rolle, Ziel, Frist und Unterlagenlage in höchstens fünf Fragen klären.
- Bestehende Dokumente zuerst auswerten; Rückfragen nur dort stellen, wo sie die Entscheidung ändern.
- Arbeitsakte aufbauen; fehlende Elemente markieren.
- Passende Spezialskills aus diesem Plugin vorschlagen und begründen.
- Ein sofort nutzbares Ergebnis erzeugen: Ampel, Plan, Brief, Tabelle, Checkliste oder Memo.
Output-Standard
- Kurzbild: worum es geht, was gesichert ist, was offen ist.
- Arbeitsakte mit den entscheidenden Punkten.
- Konkreter nächster Schritt mit Frist, Zuständigkeit und Unterlagen.
- Bei Außenkommunikation: knapper, sachlicher Textbaustein ohne unnötige Nebenangaben.
Quellenregel
- Normen live prüfen: gesetze-im-internet.de (ZPO §§ 253, 286, 313; VwVfG §§ 37, 39, 43; VwGO §§ 70, 74).
- Rechtsprechung nur mit Gericht, Datum, Aktenzeichen und frei prüfbarer Quelle.
- Keine Blindzitate. Paywall-Literatur nur mit Nutzerquelle.
- Unsicherheiten und Annahmen ausdrücklich markieren.
Qualitäts-Hardening
- Arbeite aktennah: Tatsachen, Belege, Fristen, Zuständigkeit und gewünschtes Arbeitsprodukt zuerst klären.
- Keine Rechtsprechung aus Modellwissen zitieren. Jede Entscheidung vor Ausgabe absichern.
- Wenn eine Quelle, Randnummer, Behördenpraxis oder Frist nicht sicher geprüft ist, sichtbar als Prüfpunkt markieren.
- Ergebnisse so liefern, dass sie sofort weiterverwendbar sind: Kurzbild, Prüfpfad, Risikoampel, Lückenliste und konkrete nächste Schritte.
1---2name: workflow-dokumentenintake-33description: Dokumentenintake im Plugin subsumtions-pruefer: liest Uploads, sortiert Dokumentarten, markiert Fristen und baut eine knappe Arbeitsakte.4---5
6# Dokumentenintake
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8## Aufgabe
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10Dieser Workflow-Skill liest Sachverhalte, Gutachten, Schriftsätze, Urteile und Vermerke ein und sortiert sie nach Subsumtions-Bausteinen: Obersatz (Norm), Definition des Tatbestandsmerkmals, Subsumtion (konkrete Tatsachen unter Definition), Schlussfolgerung. Ergebnis ist eine knappe Arbeitsakte, die direkt für die weitere Prüfung genutzt werden kann.
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12## Dokumentenarten und Intake-Logik
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14### Sachverhalt
15- **Auftrag:** Tatsachenmaterial mit Subsumtionsbedarf.
16- **Intake-Schritte:** Wer, Was, Wann, Wo, Beweise. Relevante Tatsachen markieren; irrelevante ausblenden.
17- **Prüffrage:** Sind alle Tatsachen zeitlich geordnet? Gibt es Widersprüche?
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19### Vorgutachten / Memo
20- **Auftrag:** Ist die Subsumtion sauber? Ist die Definition mit Quelle belegt?
21- **Intake-Schritte:** Obersatz identifizieren; Definition prüfen (Quelle vorhanden?); Subsumtion vs. Wiederholung abgrenzen.
22- **Anti-Muster:** Definition wiederholen statt subsumieren; Tatsachen umformulieren statt unter Definition zu prüfen.
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24### Klausurlösung / Kandidatenlösung
25- **Auftrag:** Subsumtion vs. bloße Wiederholung der Definition prüfen.
26- **Intake-Schritte:** Vier-Schritt-Schema anwenden; Fehlerklassen identifizieren (Sprung-Subsumtion, Zirkelschluss, fehlende Definition).
27- **Prüffrage:** Wo fehlt das Zwischenergebnis? Wo steht Konjunktiv im Schluss?
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29### Urteil / Beschluss
30- **Auftrag:** Tatbestand (§ 313 ZPO) liefert Tatsachen; Entscheidungsgründe liefern juristische Würdigung mit Subsumtion.
31- **Intake-Schritte:** Tatbestand → Tatsachenextraktion; Entscheidungsgründe → Normprüfung und Subsumtion.
32- **Prüffrage:** Welche TBM sind streitig geblieben? Welche Einreden wurden behandelt?
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34### Bescheid / Verwaltungsakt
35- **Auftrag:** Ermächtigungsgrundlage, Tatbestand, Rechtsfolge, Nebenbestimmungen.
36- **Intake-Schritte:** Ermächtigungsgrundlage prüfen (§ 43 VwVfG); Bestimmtheit (§ 37 VwVfG); Begründung (§ 39 VwVfG); Rechtsmittelbelehrung.
37- **Prüffrage:** Ist der VA bestandskräftig? Widerspruchsfrist noch offen?
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39## Erste Triage
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41- Welche Norm ist Obersatz? Ist sie geltendes Recht (Fassungsstand live prüfen unter gesetze-im-internet.de)?
42- Welche Tatbestandsmerkmale sind streitig?
43- Liegt eine **vollständige Subsumtion** vor? (Obersatz → Definition → Tatsachen → Schluss)
44- Welche Fristen sind erkennbar? (Verjährung, Widerspruchsfrist, Klagefrist, Anfechtungsfrist)
45- Sprache: Gutachtenstil (Konjunktiv im Obersatz, Indikativ in Subsumtion und Schluss)?
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47## Arbeitsakte-Aufbau
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49Nach Intake wird eine knappe Arbeitsakte erstellt:
50
51```
52ARBEITSAKTE
53Datum: TT.MM.JJJJ
54Aktenzeichen: [intern]
55Dokumente: [Liste der eingelesenen Dokumente mit Typ und Datum]
56Parteien: [Kläger/Beklagter oder Mandant/Gegner]
57Rechtsschutzziel: [Anspruch X gegen Y aus Norm Z]
58Kritische Fristen: [Verjährung TT.MM.JJJJ / Widerspruchsfrist TT.MM.JJJJ]
59Offene TBM: [Welche Merkmale sind streitig oder unbelegt?]
60Fehlende Belege: [Dokument A, Zeuge B, Gutachten C]
61Nächster Schritt: [Sofortmaßnahme mit Frist und Zuständigkeit]
62```
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64## Kaltstart
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66Wenn Material vorliegt, arbeite zuerst mit dem Material. Stelle nur Rückfragen, die für die nächste Weiche nötig sind:
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681. Wer fragt in welcher Rolle?
692. Was ist das gewünschte Ergebnis?
703. Gibt es Fristen, Termine, Zustellungen, Zahlungen oder Sanktionen?
714. Welche Unterlagen, Daten oder Belege liegen bereits vor?
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73## Arbeitsworkflow
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751. Rolle, Ziel, Frist und Unterlagenlage in höchstens fünf Fragen klären.
762. Bestehende Dokumente zuerst auswerten; Rückfragen nur dort stellen, wo sie die Entscheidung ändern.
773. Arbeitsakte aufbauen; fehlende Elemente markieren.
784. Passende Spezialskills aus diesem Plugin vorschlagen und begründen.
795. Ein sofort nutzbares Ergebnis erzeugen: Ampel, Plan, Brief, Tabelle, Checkliste oder Memo.
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81## Output-Standard
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83- Kurzbild: worum es geht, was gesichert ist, was offen ist.
84- Arbeitsakte mit den entscheidenden Punkten.
85- Konkreter nächster Schritt mit Frist, Zuständigkeit und Unterlagen.
86- Bei Außenkommunikation: knapper, sachlicher Textbaustein ohne unnötige Nebenangaben.
87
88## Quellenregel
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90- Normen live prüfen: gesetze-im-internet.de (ZPO §§ 253, 286, 313; VwVfG §§ 37, 39, 43; VwGO §§ 70, 74).
91- Rechtsprechung nur mit Gericht, Datum, Aktenzeichen und frei prüfbarer Quelle.
92- Keine Blindzitate. Paywall-Literatur nur mit Nutzerquelle.
93- Unsicherheiten und Annahmen ausdrücklich markieren.
94
95## Qualitäts-Hardening
96
97- Arbeite aktennah: Tatsachen, Belege, Fristen, Zuständigkeit und gewünschtes Arbeitsprodukt zuerst klären.
98- Keine Rechtsprechung aus Modellwissen zitieren. Jede Entscheidung vor Ausgabe absichern.
99- Wenn eine Quelle, Randnummer, Behördenpraxis oder Frist nicht sicher geprüft ist, sichtbar als Prüfpunkt markieren.
100- Ergebnisse so liefern, dass sie sofort weiterverwendbar sind: Kurzbild, Prüfpfad, Risikoampel, Lückenliste und konkrete nächste Schritte.