Qualitätsgate und Hardening
Triage zu Beginn
- Welches Produkttyp soll geprueft werden: Klage, Replik, Antrag, Vertrag, Mandantenbrief, Rechnung oder beA-Versand?
- Soll der Schnellcheck (nur rote Risiken), Normal- oder Profi-Modus (Taktik, Gegner-Argument, Kosten) eingesetzt werden?
- Gibt es eine laufende Frist, die den Pruefumfang begrenzt?
- Soll das Qualitaetsgate-Protokoll als Aktenbestandteil gespeichert werden?
Aktuelle Rechtsprechung
- Rechtsprechung: keine Entscheidung aus Modellwissen zitieren; vor Ausgabe über offizielle oder frei zugängliche Quelle mit Gericht, Entscheidungsform, Datum, Aktenzeichen und tragender Aussage verifizieren.
Zentrale Normen
- § 43 BRAO — Sorgfaltspflicht: Qualitaetssicherung als Grundpflicht vor jedem Ausgang
- § 130 ZPO — Inhalt von Schriftsaetzen: Antraege und Begruendung muessen vollstaendig sein
- § 253 Abs. 2 ZPO — Klageschrift: Vollstaendigkeitspflicht bei Antraegen und Tatsachen
- § 51 BRAO — Haftung bei erkennbar lueckenhaftem oder fehlerhaftem Schriftsatz
Quellenregel
Quellenregel: Keine Kommentar-, Handbuch- oder Aufsatzfundstellen aus Modellwissen; Literatur nur mit Nutzerquelle oder lizenziertem Live-Zugriff.
Zweck
Dieser Skill ist die letzte und wiederholbare Prüfstation für Kanzlei-Outputs. Er soll Anfänger auffangen und Profis nicht ausbremsen. Er prüft nicht abstrakt, sondern entlang des konkreten Produkts: Klage, Replik, Antrag, Vertrag, Mandantenbrief, Rechnung, beA-Versand, Handelsregisterabruf oder interne Entscheidung.
Moduswahl
Zu Beginn anbieten:
Schnellcheck: nur rote Risiken und fehlende Pflichtpunkte.
Normal: Substanz, Beweise, Anlagen, Fristen, Versand.
Profi: zusätzlich Taktik, Gegenargumente, Zitierprüfung, Anlagenlogik, Kosten und Folgeprozesse.
Allgemeine Gates
- Ziel und Adressat klar.
- Akte und Aktenzeichen korrekt.
- Sachverhalt mit Datum, Beteiligten und Quelle.
- Rechtliche Grundlage benannt.
- Antrag oder gewünschtes Ergebnis konkret.
- Beweis- und Glaubhaftmachungsmittel zugeordnet.
- Anlagen nummeriert und erwähnt.
- Fristen und Zustellung geprüft.
- Vollmacht, Signatur und Vertretung geprüft.
- Datenschutz und Mandatsgeheimnis geprüft.
- Kosten, Rechnung oder Zeitnarrativ vorgemerkt.
- Versandweg und Protokoll vorbereitet.
- Offene Risiken sichtbar.
Stop-, Warn- und Durchlauf-Logik
Das Gate darf nicht alles gleich behandeln. Immer eine Einstufung ausgeben:
STOPP: Ausgabe oder Versand wäre fachlich, fristlich, berufsrechtlich oder technisch gefährlich. Beispiel: falsche Partei, fehlender Antrag, ungeprüfte Frist, fehlende Vollmacht, ungeklärter beA-Versand.
WARNUNG: Entwurf ist nutzbar, aber mit sichtbarem Risiko. Beispiel: Anspruchsgrundlage noch unsicher, Anlage fehlt, Streitwert nur geschätzt, Zustelladresse ungeprüft.
DURCHLAUF: Output ist für den gewählten Arbeitsstand plausibel. Offene Punkte sind dokumentiert und nicht versandkritisch.
Für das Kommandocenter zusätzlich mappen:
STOPP = Ampel ROT.
WARNUNG = Ampel GELB.
DURCHLAUF = Ampel GRÜN.
Bei STOPP höchstens drei konkrete Rettungsschritte nennen und keinen scheinbar fertigen Versand vorschlagen.
Produktspezifische Pflichtgates
Klage, Replik, Antrag
- Antrag vollstreckungsfähig oder bewusst als Entwurf markiert.
- Zuständigkeit, Frist und Streitwert geprüft.
- Rubrum mit Partei, Rechtsform, Vertreter und Anschrift geprüft.
- Anspruchsgrundlage, Tatsachen, Subsumtion und Beweise getrennt.
- Darlegungs- und Beweislast geprüft.
- Anlagen im Text erwähnt und im Anlagenverzeichnis geführt.
- Bei Replik: jeder erhebliche Gegenvortrag einzeln beantwortet.
- beA-Dateien, Signatur, Vollmacht und Versandprotokoll geprüft.
Vertrag
- Parteien und Vertretung gegen Handelsregister oder Aktenquelle geprüft.
- Leistung, Gegenleistung, Fälligkeit und Laufzeit konkret.
- Haftung, Datenschutz, Vertraulichkeit, Berufsgeheimnis und IP bewusst geregelt.
- Kündigung, Leistungsstörung, Datenherausgabe und Nachvertragliches geregelt.
- Anlagen und Rangfolge der Vertragsdokumente festgelegt.
- Verhandlungspunkte und rote Linien sichtbar.
Rechnung, E-Rechnung und Buchhaltung
- Leistungszeitraum, Steuersatz, Pflichtangaben und Rechnungsempfänger geprüft.
- GoBD-Änderungsprotokoll angelegt.
- XRechnung oder ZUGFeRD nur als technische Struktur ausgeben, wenn Daten vollständig sind.
- Zahlung, offener Posten und Konto-Matching vorbereitet.
Anfänger-Auffangmodus
Wenn der Nutzer unsicher oder unsortiert arbeitet:
- Nicht bremsen.
- Erst eine brauchbare Struktur erzeugen.
- Fehlendes als kleine Checkliste darstellen.
- Maximal drei nächste Schritte anbieten.
- Formulierungsbausteine statt langer Theorie liefern.
Profi-Modus
Wenn der Entwurf bereits gut ist:
- Gegenargumente antizipieren.
- Darlegungs- und Beweislast prüfen.
- Antragsfassung zuspitzen.
- Anlagenreihenfolge und Querverweise prüfen.
- Kosten- und Fristrisiken markieren.
- Stil verdichten.
Ausgabeformat
Immer kurz und handlungsorientiert:
- Status:
STOPP, WARNUNG oder DURCHLAUF.
- Die drei wichtigsten Befunde.
- Nächste konkrete Schritte.
- Offene Fragen, nur soweit nötig.
- Verweis auf den passenden Folge-Skill.
Ausgabe
assets/templates/qualitaetsgate-checkliste.md verwenden.
1---2name: kanzlei-allgemein-qualitaetsgate-hardening3description: Haertet Kanzlei-Outputs mit mehrstufigen Qualitaetsgates für Anfaenger und Profis. Anwendungsfall Schriftsatz Vertrag oder beA-Versand soll vor Abgang auf Substanz Vollständigkeit und Haftungsrisiken geprüft werden. Normen § 51 BRAO Haftung § 43a BRAO Berufspflichten § 130a ZPO formelle Anforderungen. Prüfraster Substanz Beweise Anlagen Fristen Zuständigkeit Anträge Vollmacht Datenschutz Zitate Versandweg Rechnung offene Risiken. Output Qualitaetsgate-Bericht mit Ampelstatus Maengelliste und Freigabeentscheidung. Abgrenzung zu versand-vor-check (unmittelbarer Pre-Check) und kanzlei-allgemein-schreibcanvas.4license: Apache-2.05---67# Qualitätsgate und Hardening8910## Triage zu Beginn111. Welches Produkttyp soll geprueft werden: Klage, Replik, Antrag, Vertrag, Mandantenbrief, Rechnung oder beA-Versand?122. Soll der Schnellcheck (nur rote Risiken), Normal- oder Profi-Modus (Taktik, Gegner-Argument, Kosten) eingesetzt werden?133. Gibt es eine laufende Frist, die den Pruefumfang begrenzt?144. Soll das Qualitaetsgate-Protokoll als Aktenbestandteil gespeichert werden?1516## Aktuelle Rechtsprechung17- Rechtsprechung: keine Entscheidung aus Modellwissen zitieren; vor Ausgabe über offizielle oder frei zugängliche Quelle mit Gericht, Entscheidungsform, Datum, Aktenzeichen und tragender Aussage verifizieren.1819## Zentrale Normen20- § 43 BRAO — Sorgfaltspflicht: Qualitaetssicherung als Grundpflicht vor jedem Ausgang21- § 130 ZPO — Inhalt von Schriftsaetzen: Antraege und Begruendung muessen vollstaendig sein22- § 253 Abs. 2 ZPO — Klageschrift: Vollstaendigkeitspflicht bei Antraegen und Tatsachen23- § 51 BRAO — Haftung bei erkennbar lueckenhaftem oder fehlerhaftem Schriftsatz2425## Quellenregel2627Quellenregel: Keine Kommentar-, Handbuch- oder Aufsatzfundstellen aus Modellwissen; Literatur nur mit Nutzerquelle oder lizenziertem Live-Zugriff.28## Zweck2930Dieser Skill ist die letzte und wiederholbare Prüfstation für Kanzlei-Outputs. Er soll Anfänger auffangen und Profis nicht ausbremsen. Er prüft nicht abstrakt, sondern entlang des konkreten Produkts: Klage, Replik, Antrag, Vertrag, Mandantenbrief, Rechnung, beA-Versand, Handelsregisterabruf oder interne Entscheidung.3132## Moduswahl3334Zu Beginn anbieten:35361. `Schnellcheck`: nur rote Risiken und fehlende Pflichtpunkte.372. `Normal`: Substanz, Beweise, Anlagen, Fristen, Versand.383. `Profi`: zusätzlich Taktik, Gegenargumente, Zitierprüfung, Anlagenlogik, Kosten und Folgeprozesse.3940## Allgemeine Gates4142- Ziel und Adressat klar.43- Akte und Aktenzeichen korrekt.44- Sachverhalt mit Datum, Beteiligten und Quelle.45- Rechtliche Grundlage benannt.46- Antrag oder gewünschtes Ergebnis konkret.47- Beweis- und Glaubhaftmachungsmittel zugeordnet.48- Anlagen nummeriert und erwähnt.49- Fristen und Zustellung geprüft.50- Vollmacht, Signatur und Vertretung geprüft.51- Datenschutz und Mandatsgeheimnis geprüft.52- Kosten, Rechnung oder Zeitnarrativ vorgemerkt.53- Versandweg und Protokoll vorbereitet.54- Offene Risiken sichtbar.5556## Stop-, Warn- und Durchlauf-Logik5758Das Gate darf nicht alles gleich behandeln. Immer eine Einstufung ausgeben:5960- `STOPP`: Ausgabe oder Versand wäre fachlich, fristlich, berufsrechtlich oder technisch gefährlich. Beispiel: falsche Partei, fehlender Antrag, ungeprüfte Frist, fehlende Vollmacht, ungeklärter beA-Versand.61- `WARNUNG`: Entwurf ist nutzbar, aber mit sichtbarem Risiko. Beispiel: Anspruchsgrundlage noch unsicher, Anlage fehlt, Streitwert nur geschätzt, Zustelladresse ungeprüft.62- `DURCHLAUF`: Output ist für den gewählten Arbeitsstand plausibel. Offene Punkte sind dokumentiert und nicht versandkritisch.6364Für das Kommandocenter zusätzlich mappen:6566- `STOPP` = Ampel `ROT`.67- `WARNUNG` = Ampel `GELB`.68- `DURCHLAUF` = Ampel `GRÜN`.6970Bei `STOPP` höchstens drei konkrete Rettungsschritte nennen und keinen scheinbar fertigen Versand vorschlagen.7172## Produktspezifische Pflichtgates7374### Klage, Replik, Antrag7576- Antrag vollstreckungsfähig oder bewusst als Entwurf markiert.77- Zuständigkeit, Frist und Streitwert geprüft.78- Rubrum mit Partei, Rechtsform, Vertreter und Anschrift geprüft.79- Anspruchsgrundlage, Tatsachen, Subsumtion und Beweise getrennt.80- Darlegungs- und Beweislast geprüft.81- Anlagen im Text erwähnt und im Anlagenverzeichnis geführt.82- Bei Replik: jeder erhebliche Gegenvortrag einzeln beantwortet.83- beA-Dateien, Signatur, Vollmacht und Versandprotokoll geprüft.8485### Vertrag8687- Parteien und Vertretung gegen Handelsregister oder Aktenquelle geprüft.88- Leistung, Gegenleistung, Fälligkeit und Laufzeit konkret.89- Haftung, Datenschutz, Vertraulichkeit, Berufsgeheimnis und IP bewusst geregelt.90- Kündigung, Leistungsstörung, Datenherausgabe und Nachvertragliches geregelt.91- Anlagen und Rangfolge der Vertragsdokumente festgelegt.92- Verhandlungspunkte und rote Linien sichtbar.9394### Rechnung, E-Rechnung und Buchhaltung9596- Leistungszeitraum, Steuersatz, Pflichtangaben und Rechnungsempfänger geprüft.97- GoBD-Änderungsprotokoll angelegt.98- XRechnung oder ZUGFeRD nur als technische Struktur ausgeben, wenn Daten vollständig sind.99- Zahlung, offener Posten und Konto-Matching vorbereitet.100101## Anfänger-Auffangmodus102103Wenn der Nutzer unsicher oder unsortiert arbeitet:104105- Nicht bremsen.106- Erst eine brauchbare Struktur erzeugen.107- Fehlendes als kleine Checkliste darstellen.108- Maximal drei nächste Schritte anbieten.109- Formulierungsbausteine statt langer Theorie liefern.110111## Profi-Modus112113Wenn der Entwurf bereits gut ist:114115- Gegenargumente antizipieren.116- Darlegungs- und Beweislast prüfen.117- Antragsfassung zuspitzen.118- Anlagenreihenfolge und Querverweise prüfen.119- Kosten- und Fristrisiken markieren.120- Stil verdichten.121122## Ausgabeformat123124Immer kurz und handlungsorientiert:1251261. Status: `STOPP`, `WARNUNG` oder `DURCHLAUF`.1272. Die drei wichtigsten Befunde.1283. Nächste konkrete Schritte.1294. Offene Fragen, nur soweit nötig.1305. Verweis auf den passenden Folge-Skill.131132## Ausgabe133134`assets/templates/qualitaetsgate-checkliste.md` verwenden.