Integrierte Sanierungsplanung
Fachkern: Integrierte Sanierungsplanung
- Normen-/Quellenanker: InsO §§ 17, 18, 19, 15a, StaRUG-Früherkennung, IDW-S-6-/Planungslogik, 3-Wochen- und 13-Wochen-Forecast, Zahlungsstatus und Fortbestehensprognose.
- Entscheidende Weiche: Trenne fällige Verbindlichkeiten, liquide Mittel, harte Zahlungszusagen, Planannahmen, Quote/Lücke, Organpflicht und Dokumentationsspur.
Wann starten?
- 13-Wochen-Plan ist erstellt, aber Bank verlangt Sanierungskonzept.
- Fortbestehensprognose nach § 19 InsO soll dokumentiert werden.
- StaRUG-, Schutzschirm-, Eigenverwaltungs- oder Insolvenzplanroute steht im Raum.
- Maßnahmenliste existiert, aber ihre finanzielle Wirkung ist unklar.
- Kleine Gesellschaft hat nur BWA, OPOS und Bankauszüge; trotzdem braucht es eine belastbare Planung.
Eingangsrouting
Wenn nur kurzfristige Zahlungsunfähigkeit geprüft wird, zuerst liquiditaetsvorschau-3wochen oder liquiditaetsvorschau-insolvenzrechtlich. Wenn daraus ein Sanierungskonzept, eine Bankunterlage oder eine Fortbestehensprognose werden soll, anschließend diesen Skill nutzen.
Planungsarchitektur
Baue die Planung in vier Ebenen:
- Direkte Liquiditätsplanung: Einzahlungen, Auszahlungen, Linien, freie Liquidität, Engpasswochen.
- GuV-Planung: Umsatz, Rohertrag, Personal, Fixkosten, Zinsen, Steuern, Ergebnis.
- Bilanzplanung: Working Capital, Anlagevermögen, Rückstellungen, Finanzverbindlichkeiten, Eigenkapital.
- Maßnahmen- und Annahmenlog: Jede wesentliche Veränderung mit Quelle, Verantwortlichem, Timing und Risiko.
Alle Ebenen müssen rechnerisch zusammenpassen. Wenn sie nicht passen, ist das Ergebnis eine Lückenliste, nicht eine geschönte Planung.
Mindesttiefe
- Für akute Krisen: wöchentliche Liquidität für 13 Wochen.
- Für Fortbestehensprognose: mindestens 12 Monate mit belastbarer Liquiditätsreichweite.
- Für Sanierungskonzept: laufendes und folgendes Planjahr regelmäßig monatlich; spätere Jahre können verdichtet werden, wenn die Brücken transparent bleiben.
- Für kleinere Unternehmen: weniger Kontenzeilen sind zulässig, aber GuV, Bilanz und Liquidität müssen trotzdem verknüpft sein.
Maßnahmen-Brücke
Lege für jede Maßnahme einen Datensatz an:
massnahme:
titel: "[z. B. Standortkonsolidierung / Bankstundung / Kapitalzufuhr]"
krisenursache: "[welche Ursache wird adressiert?]"
status: "verbindlich | verhandelt | plausibel | ungeklärt | nicht tragfähig"
guv-effekt:
umsatz: "[EUR / Prozent / Monat]"
kosten: "[EUR / Monat]"
zinsen_steuern: "[EUR / Monat]"
liquiditaets-effekt:
einmalig: "[EUR, Datum]"
laufend: "[EUR, ab Datum]"
vorfinanzierungsbedarf: "[EUR]"
bilanz-effekt:
eigenkapital: "[EUR]"
verbindlichkeiten: "[EUR]"
working_capital: "[EUR]"
voraussetzungen:
- "[Beschluss, Vertrag, Finanzierung, Zustimmung]"
nachweise:
- "[Datei / Vertrag / Beschluss / Kontoauszug]"
risiko:
sensitivitaet: "[was passiert bei Verzug oder Teilwirkung?]"
Sanierungsfähigkeits-Ampel
Bewerte am Ende:
| Ampel |
Bedeutung |
Konsequenz |
| Grün |
Liquidität, Ertrag, Bilanz und Maßnahmen tragen auch in plausibler Sensitivität. |
Planung kann als Arbeitsstand für Konzept, Bank oder Planroute genutzt werden. |
| Gelb |
Basisfall trägt, aber eine tragende Annahme oder Maßnahme ist nicht belegt. |
Conditional Go; Datenanforderung und Nachweisfrist ausgeben. |
| Rot |
Planung kippt bei naheliegender Abweichung oder beseitigt Krisenursachen nicht. |
Keine positive Sanierungsfähigkeit ausgeben; Eskalation zu Insolvenz-/Restrukturierungsberatung. |
Annahmenlog
Jede wesentliche Annahme braucht:
- Quelle: historische Daten, Vertrag, Auftrag, Managementangabe, Marktbeleg, Steuerbescheid, Bankzusage.
- Plausibilisierung: Vergangenheit, Branchenlogik, Kapazität, Preis-/Mengenbrücke, Gegenparteirisiko.
- Sensitivität: Best/Base/Worst oder mindestens Base/Downside.
- Verantwortlicher: wer aktualisiert und wer entscheidet?
- Wiedervorlage: wann wird die Annahme neu geprüft?
Spezielle Prüfbereiche
- Working Capital: Zahlungsziele, Forderungsausfall, Vorratsaufbau, Lieferantenkredite.
- Finanzierung: Linienverfügbarkeit, Kündigungsrechte, Covenants, Tilgungsprofil, Sicherheiten.
- Steuern und Sozialversicherung: Fälligkeiten, Rückstände, Stundung, Nebenforderungen.
- Personal: Abbaukosten, Kündigungsfristen, Betriebsrat, Insolvenzgeldzeitraum.
- Investitionen: Erhaltungs-CapEx nicht mit Null ansetzen, wenn Betrieb sonst ausfällt.
- Cyber/IT/ESG: nur dort vertiefen, wo sie für Betrieb, Markt, Finanzierung oder Haftung wesentlich sind.
Ausgabe
Liefer standardmäßig:
- Planungsanforderung mit Datenliste und Priorität.
- Annahmenlog als Tabelle.
- Maßnahmen-Brücke zwischen Maßnahme, GuV, Bilanz und Liquidität.
- Sanierungsplanungs-Ampel mit Gründen und Stoppern.
- Nächster Arbeitsschritt: Liquiditätsplan aktualisieren, Planbilanz bauen, Maßnahmen belegen, oder insolvenzrechtlich eskalieren.
Typische Fehler
- Liquiditätsvorschau wird als vollständige Sanierungsplanung verkauft.
- Maßnahmen werden doppelt gezählt: einmal in GuV, einmal im Cashflow.
- Steuern aus Sanierungsmaßnahmen fehlen.
- Working-Capital-Effekt des Wachstums wird ignoriert.
- Planjahr schließt liquiditätsseitig, aber Bilanz stimmt nicht.
- Gesellschafter- oder Bankbeitrag ist nicht verbindlich.
- Kleine Unternehmen werden zu grob geplant, obwohl einzelne Großkunden oder Schlüsselpersonen das Risiko treiben.
1---2name: idw-s6-integrierte-sanierungsplanung3description: When Integrierte Sanierungsplanung in Insolvency and Restructuring Law is required: checks deadline, form, jurisdiction, legal remedy, and immediate measures; produces a deadline and risk indicator with immediate action steps.4license: MIT5---67# Integrierte Sanierungsplanung89## Fachkern: Integrierte Sanierungsplanung10- **Normen-/Quellenanker:** InsO §§ 17, 18, 19, 15a, StaRUG-Früherkennung, IDW-S-6-/Planungslogik, 3-Wochen- und 13-Wochen-Forecast, Zahlungsstatus und Fortbestehensprognose.11- **Entscheidende Weiche:** Trenne fällige Verbindlichkeiten, liquide Mittel, harte Zahlungszusagen, Planannahmen, Quote/Lücke, Organpflicht und Dokumentationsspur.1213## Wann starten?1415- 13-Wochen-Plan ist erstellt, aber Bank verlangt Sanierungskonzept.16- Fortbestehensprognose nach § 19 InsO soll dokumentiert werden.17- StaRUG-, Schutzschirm-, Eigenverwaltungs- oder Insolvenzplanroute steht im Raum.18- Maßnahmenliste existiert, aber ihre finanzielle Wirkung ist unklar.19- Kleine Gesellschaft hat nur BWA, OPOS und Bankauszüge; trotzdem braucht es eine belastbare Planung.2021## Eingangsrouting2223Wenn nur kurzfristige Zahlungsunfähigkeit geprüft wird, zuerst `liquiditaetsvorschau-3wochen` oder `liquiditaetsvorschau-insolvenzrechtlich`. Wenn daraus ein Sanierungskonzept, eine Bankunterlage oder eine Fortbestehensprognose werden soll, anschließend diesen Skill nutzen.2425## Planungsarchitektur2627Baue die Planung in vier Ebenen:28291. **Direkte Liquiditätsplanung:** Einzahlungen, Auszahlungen, Linien, freie Liquidität, Engpasswochen.302. **GuV-Planung:** Umsatz, Rohertrag, Personal, Fixkosten, Zinsen, Steuern, Ergebnis.313. **Bilanzplanung:** Working Capital, Anlagevermögen, Rückstellungen, Finanzverbindlichkeiten, Eigenkapital.324. **Maßnahmen- und Annahmenlog:** Jede wesentliche Veränderung mit Quelle, Verantwortlichem, Timing und Risiko.3334Alle Ebenen müssen rechnerisch zusammenpassen. Wenn sie nicht passen, ist das Ergebnis eine Lückenliste, nicht eine geschönte Planung.3536## Mindesttiefe3738- Für akute Krisen: wöchentliche Liquidität für 13 Wochen.39- Für Fortbestehensprognose: mindestens 12 Monate mit belastbarer Liquiditätsreichweite.40- Für Sanierungskonzept: laufendes und folgendes Planjahr regelmäßig monatlich; spätere Jahre können verdichtet werden, wenn die Brücken transparent bleiben.41- Für kleinere Unternehmen: weniger Kontenzeilen sind zulässig, aber GuV, Bilanz und Liquidität müssen trotzdem verknüpft sein.4243## Maßnahmen-Brücke4445Lege für jede Maßnahme einen Datensatz an:4647```yaml48massnahme:49 titel: "[z. B. Standortkonsolidierung / Bankstundung / Kapitalzufuhr]"50 krisenursache: "[welche Ursache wird adressiert?]"51 status: "verbindlich | verhandelt | plausibel | ungeklärt | nicht tragfähig"52 guv-effekt:53 umsatz: "[EUR / Prozent / Monat]"54 kosten: "[EUR / Monat]"55 zinsen_steuern: "[EUR / Monat]"56 liquiditaets-effekt:57 einmalig: "[EUR, Datum]"58 laufend: "[EUR, ab Datum]"59 vorfinanzierungsbedarf: "[EUR]"60 bilanz-effekt:61 eigenkapital: "[EUR]"62 verbindlichkeiten: "[EUR]"63 working_capital: "[EUR]"64 voraussetzungen:65 - "[Beschluss, Vertrag, Finanzierung, Zustimmung]"66 nachweise:67 - "[Datei / Vertrag / Beschluss / Kontoauszug]"68 risiko:69 sensitivitaet: "[was passiert bei Verzug oder Teilwirkung?]"70```7172## Sanierungsfähigkeits-Ampel7374Bewerte am Ende:7576| Ampel | Bedeutung | Konsequenz |77|---|---|---|78| Grün | Liquidität, Ertrag, Bilanz und Maßnahmen tragen auch in plausibler Sensitivität. | Planung kann als Arbeitsstand für Konzept, Bank oder Planroute genutzt werden. |79| Gelb | Basisfall trägt, aber eine tragende Annahme oder Maßnahme ist nicht belegt. | Conditional Go; Datenanforderung und Nachweisfrist ausgeben. |80| Rot | Planung kippt bei naheliegender Abweichung oder beseitigt Krisenursachen nicht. | Keine positive Sanierungsfähigkeit ausgeben; Eskalation zu Insolvenz-/Restrukturierungsberatung. |8182## Annahmenlog8384Jede wesentliche Annahme braucht:8586- Quelle: historische Daten, Vertrag, Auftrag, Managementangabe, Marktbeleg, Steuerbescheid, Bankzusage.87- Plausibilisierung: Vergangenheit, Branchenlogik, Kapazität, Preis-/Mengenbrücke, Gegenparteirisiko.88- Sensitivität: Best/Base/Worst oder mindestens Base/Downside.89- Verantwortlicher: wer aktualisiert und wer entscheidet?90- Wiedervorlage: wann wird die Annahme neu geprüft?9192## Spezielle Prüfbereiche9394- **Working Capital:** Zahlungsziele, Forderungsausfall, Vorratsaufbau, Lieferantenkredite.95- **Finanzierung:** Linienverfügbarkeit, Kündigungsrechte, Covenants, Tilgungsprofil, Sicherheiten.96- **Steuern und Sozialversicherung:** Fälligkeiten, Rückstände, Stundung, Nebenforderungen.97- **Personal:** Abbaukosten, Kündigungsfristen, Betriebsrat, Insolvenzgeldzeitraum.98- **Investitionen:** Erhaltungs-CapEx nicht mit Null ansetzen, wenn Betrieb sonst ausfällt.99- **Cyber/IT/ESG:** nur dort vertiefen, wo sie für Betrieb, Markt, Finanzierung oder Haftung wesentlich sind.100101## Ausgabe102103Liefer standardmäßig:1041051. **Planungsanforderung** mit Datenliste und Priorität.1062. **Annahmenlog** als Tabelle.1073. **Maßnahmen-Brücke** zwischen Maßnahme, GuV, Bilanz und Liquidität.1084. **Sanierungsplanungs-Ampel** mit Gründen und Stoppern.1095. **Nächster Arbeitsschritt:** Liquiditätsplan aktualisieren, Planbilanz bauen, Maßnahmen belegen, oder insolvenzrechtlich eskalieren.110111## Typische Fehler112113- Liquiditätsvorschau wird als vollständige Sanierungsplanung verkauft.114- Maßnahmen werden doppelt gezählt: einmal in GuV, einmal im Cashflow.115- Steuern aus Sanierungsmaßnahmen fehlen.116- Working-Capital-Effekt des Wachstums wird ignoriert.117- Planjahr schließt liquiditätsseitig, aber Bilanz stimmt nicht.118- Gesellschafter- oder Bankbeitrag ist nicht verbindlich.119- Kleine Unternehmen werden zu grob geplant, obwohl einzelne Großkunden oder Schlüsselpersonen das Risiko treiben.